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Huhu - ich muss mich hier mal kurz auskotzen, ich bin völlig am Ende mit den Nerven..
Ich habe gestern auf einer Rechnung meiner Therapeutin gesehen, dass meine Diagnose "Anpassungsstörung" lautet - seitdem drehe ich völlig am Rad.
Das darf doch nicht wahr sein, ich habe garantiert "nicht bloß" eine Anpassungsstörung - sorry aber hat die denn gar nix kapiert?
Ich komm mir grad soooo böse verarscht vor, als hätte ich Monate gegen eine Wand geredet...
Ich komme mir echt überhaupt nicht ernstgenommen vor, ich hab doch gleich bemerkt, dass sie denkt, dass ich mich bloß "anstelle" und jetzt diese Diagnose... NEIN also das regt mich einfach tierisch auf!
Ich meine...ich habe so viele Probleme und das schon seit Jahren und alles was ihr einfällt ist eine ANPASSUNGSSTÖRUNG?
Das geht einfach nicht.
Bei einer Anpassungsstörung zeigt man Symptome, die "zu leicht/unausgeprägt" für eine spezifische bzw. richtige Diagnose (also Depression, Angststörung etc.) sind, viele Leute meinen sogar, dass eine Anpassungsstörung nichts anderes heißt als "eigentlich hat sie kein Problem aber man schickt bezahlende Kunden nicht weg" !
Außerdem tritt eine Anpassungsstörung "während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen" auf und "hält meist nicht länger als max.6 Monate an" .
Das stimmt ja vorn und hinten nicht! Aaaaah das regt mich wirklich SO SO SOO auf, ich fühle mich so völlig missverstanden und verarscht, ich will einfach nur noch diese ganze schei. Therapie hinschmeißen !
Ich kann mich überhaupt nicht mehr beruhigen
Ich meine, wenn sie mir auch nur eine Sekunde zugehört hätte, dann würde sie doch nicht so einen schei. diagnostizieren... Ich weiß, das alles klingt sicher sehr komisch weil man sich ja eigentlich freuen sollte, wenn man nicht gleich sonst was diagnostiziert bekommt - aber für mich heißt das gerade einfach nur, dass sie mich 0 versteht und denkt, dass ich mich nur anstelle..
Man, mir ging es noch nie so schlecht und dann kriegt man so was zu lesen - da fühl ich mich gleich wieder so blöd, als ob ich die Therapie nur aus Langeweile und Selbstmitleid mache (((
Ich kann einfach nicht mehr und weiß ehrlich gesagt nicht, was ich noch machen soll... Offensichtlich hat die gute Frau nichts von dem verstanden was ich gesagt habe - oder ich bin wirklich einfach nur zu blöd und bilde mir sämtliche Probleme nur ein und habe keine Hilfe verdient...
Sorry für den Text, ich weiß, dass das alles sehr doof rüberkommt und ich wollte hier auch gar nicht rumjammern aber ich musste das einfach loswerden und ich wusste nicht wo sonst außer hier Ich bin wirklich seit gestern auf 180 und hab mich allein in den letzten 12h 3mal geschnitten und oh man ich weiß nicht wo das noch hinführen soll.
Kann ich die Therapie per Mail / Telefon beenden? Oder reagiere ich gerade über..? Ich bin einfach so enttäuscht und fühle mich mal wieder absolut nicht ernstgenommen

10.01.2014 16:53 • 11.01.2014 #1


16 Antworten ↓


Schlaflose
Was für eine Diagnose hättest du denn gern?
Ich war auch absolut aufgebracht, als ich im Entlassungsbericht von der Reha, wo ich wegen Schlafstörungen war, die Diagnose soziale Phobie bekam. Aber nachdem ich mich damit näher befasst habe, habe ich gemerkt, dass es tatsächlich auf mich zutrifft. Und mein ambulanter Therapeut, wo ich danach war, hat es sogar noch drastischer ausgedrückt: ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstörung. Das hat mich wiederum schockiert, aber nachdem ich im Internet darüber recherchiert habe, hat es mich wie ein Blitzschlag getroffen: genau das ist meine Krankheit.

10.01.2014 17:42 • #2



"Fehldiagnose" Anpassungsstörung?!

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ich weiß auch nicht, aber ich finde mich in einer Anpassungsstörung eben absolut gar nicht wieder..Vor allem weil ich eben gelesen habe, dass Anpassungsstörung halt die Diagnose ist, die man kriegt, wenn einem nicht wirklich was fehlt.... Ich komm mir halt grad echt so vor, als ob mich meine Therapeutin überhaupt nicht ernst nimmt/ versteht...
Ich habe seit mittlerweile fast 6 Jahren eine Angst/Panikstörung (laut Hausarzt) die in den letzten 3Jahren immer schlimmer wurde (seit paar Monaten kann ich nicht mal mehr das Haus verlassen..) und ansonsten alle Anzeichen einer Depression.. Ich könnt jetzt gerade noch einige andere Sachen aufzählen aber ich will nicht noch mehr so wirken als würde ich bloß rumheulen^^Das Ding ist nur, dass es mir wirklich eben schon länger nicht gut geht und ich wissen will wieso - das werde ich aber nie rausfinden, wenn meine Therapeutin offensichtlich bloß denkt, dass ich bisschen Zukunftsangst habe weil ich nicht weiß was ich jetzt nachm Abi machen soll..

10.01.2014 17:55 • #3


Sprich sie darauf an und sag ihr warum es dich stört. Vielleicht hat sie für die Diagnose eine ganz einfache Erklärung (z. B. besser erklärbar bei der Krankenkasse). Nach dem Gespräch weißt du mehr und dann kannst du immer noch wechseln.

10.01.2014 18:08 • #4


und wie kann ich mich in der Zwischenzeit beruhigen, ich seh sie erst am Dienstag wieder? ich komm einfach nicht mehr runter weil mich das so wahnsinnig aufregt, ich hab schon die halbe Wohnung zerlegt und so langsam machte mir Angst :S

10.01.2014 18:18 • #5


Das weiß ich nicht...ich verstehe dass du dich ärgerst, aber dass du dich so ärgerst (Schneiden und Wohnung zerstören) ist keine Reaktion die ich nachvollziehen kann. Grundsätzlich ist es nicht sehr sinnvoll sich über Äußerungen oder Taten anderer so zu ärgern, denn du kannst hier nichts ändern und machst dich so fertig. Was deine Therapeutin sagt soll dir helfen und wenn sie etwas sagt, was dir nicht hilft, dann musst du es nicht annehmen und dir auch nicht zu herzen nehmen. Es ist wichtig, was du über dich denkst und deine Heilung hängt vor allem von dir ab und nicht von einer anderen Person. Diese anderen Personen, die dir helfen können musst immer noch du aussuchen. Wenn es nicht passt, dann weg damit. passt es, dann die Hilfe annehmen.

10.01.2014 18:22 • #6


Hört sich für mich ehrlichgesagt so an, als ob die Vertrauensbasis zw. Therapeut u. dir komplett weg ist, nachdem es schon ne Weile gegährt hat.

Würd ich auch Stoppen, wenn ich immer mi nem schlechten Gefühl in die Sitzung geh.

Hast du denn Konsequenzen zu befürchten, wenn du aufhörst?

10.01.2014 18:23 • #7


Schlaflose
Zitat von Janelana:
und wie kann ich mich in der Zwischenzeit beruhigen, ich seh sie erst am Dienstag wieder? ich komm einfach nicht mehr runter weil mich das so wahnsinnig aufregt, ich hab schon die halbe Wohnung zerlegt und so langsam machte mir Angst :S


Ich habe vorhin bei Wikipedia nachgelesen, was da unter diesem Begriff steht. Es hört sich ganz und gar nicht "harmlos" an. Und solch eine Reaktion, wie du sie da beschreibst, ist ein typisches Merkmal der Krankheit (Reizbarkeit, Unbeherrschtheit, aggressives Verhalten)

10.01.2014 18:36 • x 1 #8


Zitat von Schlaflose:
Zitat von Janelana:
und wie kann ich mich in der Zwischenzeit beruhigen, ich seh sie erst am Dienstag wieder? ich komm einfach nicht mehr runter weil mich das so wahnsinnig aufregt, ich hab schon die halbe Wohnung zerlegt und so langsam machte mir Angst :S


Ich habe vorhin bei Wikipedia nachgelesen, was da unter diesem Begriff steht. Es hört sich ganz und gar nicht "harmlos" an. Und solch eine Reaktion, wie du sie da beschreibst, ist ein typisches Merkmal der Krankheit (Reizbarkeit, Unbeherrschtheit, aggressives Verhalten)



ja aber eine Anpassungsstörung tritt nach irgendeiner speziellen situation auf an die man sich nicht anpassen kann und nach 6 Monaten ist die auch meistens von selber erledigt... also bin ich jetzt mit meiner "Genesung" knappe 5 1/2 Jahre im Verzug . ich weiß net aber irgendwie muss die doch sudoku gespielt haben während ich da war ich packs einfach nicht
und ich wunder mich immer warum sich nix bessert und meine Therapeutin nix unternimmt außer zu sagen "fang ne Ausbildung an" - ja bei ner Anpassungsstörung da unternimmt der Therapeut ja auch nix außer zuhören. Ich krieg die Krise.

10.01.2014 18:42 • #9


@krausix
ich wünschte ich wäre in der Lage 2auch nur ansatzweise reflektiert zu handeln.. du hast ja eigentlich total recht.

@cloudhunter
naja die einzige Konsequenz wäre, dass ich erstmal völlig allein dastehe und ich glaube das ist momentan bei mir das schlimmste was passieren kann... das ist ja das problem, dass ich die Therapie dringend brauche und deshalb von ihr total abhängig bin, egal wie sauer ich jetzt bin

10.01.2014 18:46 • #10


Schlaflose
Zitat von Janelana:
ja aber eine Anpassungsstörung tritt nach irgendeiner speziellen situation auf an die man sich nicht anpassen kann und nach 6 Monaten ist die auch meistens von selber erledigt... also bin ich jetzt mit meiner "Genesung" knappe 5 1/2 Jahre im Verzug


"Die Symptome können bis zu sechs Monaten, nachdem die Belastung zurückgegangen ist, andauern."

So steht es bei Wikipedia. Vielleicht ist bei dir die Belastung immer noch vorhanden. Oder es sind mehrere Belastungsfaktoren, die hintereinander auftreten oder immer wiederkehren.

10.01.2014 18:57 • #11


Hallo Janelana!

Gut, dass du dich erstmal hier auskotzen konntest. Ein wenig Dampfablassen bringt dir vielleicht ein Stückchen Gelassenheit zurück. Egal, wie deine Diagnose lautet, zieh dich bitte daran nicht so hoch!
Die Chemie zwischen deiner Therapeutin und dir scheint sowieso nicht ganz zu stimmen.
Deinen Satz, dass du schon gleich bemerkt hättest, dass sie dich nicht ernstnimmt, ist mir gleich aufgefallen. Eigentlich sollte ein Therapeut dein vollstes Vertrauen genießen.
Trifft in deinem Fall wohl nicht zu, oder woher kommt dein komisches Gefühl?
"Anpassungsstörung" ist aber jetzt auch nicht ganz daneben. Ich glaube, die Therapeuten nutzen diesen Oberbegriff gerne, wenn mehrere psychische Baustellen auftreten. Der Einfachheithalber wird dann mal so ein Wort auf eine Rechnung geschrieben, ohne auf weitere Details einzugehen.
Du kennst ja nicht ihren kompletten Bericht über dich ... sei froh!
Nee ernsthaft jetzt: Wenn du unzufrieden bist mit deiner Therapeutin, würde ich langfristig gesehen, einen Wechsel vornehmen!
Nicht so einfach, ich weiß.
Du schreibst, du kannst schon mehrere Monate nicht mehr das Haus verlassen. Das ist schon ziemlich arg:-(
Schaffst du denn überhaupt noch die Therapiebesuche?

GLG destiny

10.01.2014 19:01 • #12


Zitat von Schlaflose:
Zitat von Janelana:
ja aber eine Anpassungsstörung tritt nach irgendeiner speziellen situation auf an die man sich nicht anpassen kann und nach 6 Monaten ist die auch meistens von selber erledigt... also bin ich jetzt mit meiner "Genesung" knappe 5 1/2 Jahre im Verzug


"Die Symptome können bis zu sechs Monaten, nachdem die Belastung zurückgegangen ist, andauern."

So steht es bei Wikipedia. Vielleicht ist bei dir die Belastung immer noch vorhanden. Oder es sind mehrere Belastungsfaktoren, die hintereinander auftreten oder immer wiederkehren.


aber ich weiß doch gar nix von irgendeiner Belastung und ich bin auch nicht aus dem Grund dieser (ja nicht vorhandenen) Belastung depressiv (wie auch^^) .. Ich will bloß einfach wissen was mit mir nicht stimmt aber das werd ich so ja nie erfahren, wenn sie einfach festlegt, dass ich mit der momentanen Situation etwas überfordert bin und das wars

10.01.2014 19:07 • #13


Zitat von destiny68:
Hallo Janelana!

Gut, dass du dich erstmal hier auskotzen konntest. Ein wenig Dampfablassen bringt dir vielleicht ein Stückchen Gelassenheit zurück. Egal, wie deine Diagnose lautet, zieh dich bitte daran nicht so hoch!
Die Chemie zwischen deiner Therapeutin und dir scheint sowieso nicht ganz zu stimmen.
Deinen Satz, dass du schon gleich bemerkt hättest, dass sie dich nicht ernstnimmt, ist mir gleich aufgefallen. Eigentlich sollte ein Therapeut dein vollstes Vertrauen genießen.
Trifft in deinem Fall wohl nicht zu, oder woher kommt dein komisches Gefühl?
"Anpassungsstörung" ist aber jetzt auch nicht ganz daneben. Ich glaube, die Therapeuten nutzen diesen Oberbegriff gerne, wenn mehrere psychische Baustellen auftreten. Der Einfachheithalber wird dann mal so ein Wort auf eine Rechnung geschrieben, ohne auf weitere Details einzugehen.
Du kennst ja nicht ihren kompletten Bericht über dich ... sei froh!
Nee ernsthaft jetzt: Wenn du unzufrieden bist mit deiner Therapeutin, würde ich langfristig gesehen, einen Wechsel vornehmen!
Nicht so einfach, ich weiß.
Du schreibst, du kannst schon mehrere Monate nicht mehr das Haus verlassen. Das ist schon ziemlich arg:-(
Schaffst du denn überhaupt noch die Therapiebesuche?

GLG destiny


Hey -- ja, aufjedenfall!ich bin gerade so dankbar für das Forum hier ich wüst net was ich sonst noch alles angestellt hätte ich bin immernoch total angespannt aber wenigstens hat mich das jetzt etwas abgelenkt und beschäftigt.!
Hm woher das Gefühl kommt kann ich nicht so genau sagen.. ich bin sowieso von Haus aus sehr misstrauisch, gegenüber allem und jedem.. Ich hab schon paar mal überlegt, die Therapeutin zu wechseln aber dann bin ich mir wieder nicht sicher, ob ich nicht wo anders auch dieses Gefühl hätte, also ob es nicht doch mehr an mir liegt als an ihr Und dann wäre da ja noch das Problem, dass man als Kassenpatient mind. 3 Monate Wartezeit hat und 3 Monate ohne Therapie würde ich momentan wahrscheinlich wortwörtlich nicht überleben... schon in den 3Wochen Pause über Weihnachten ging bei mir alles zu Grunde
ja, das ist in letzter Zeit immer schlimmer geworden... früher ginge noch, wenn auch mit panikattacken usw. aber mittlerweile kann ich mich dazu einfach nicht mehr aufraffen schwierig ehrlich gesagt, ich fahr immer mit dem Fahrrad hin, das gibt mir schon bisschen das Gefühl Kontrolle zu haben und dann muss immer jemand mitfahren weil ich mich sonst nicht traue bzw. furchtbare Heulanfälle krieg vor Angst peinlich peinlich, ich weiß

Liebe Grüße

10.01.2014 19:15 • #14


Kurzes Huhu

Anpassungsstörungen (Diagnose etc.) müssen nicht unbedingt nur an ein
bestimmtes Ereignis gebunden sein, und sich danach nach etwa 6 Monaten
von selber auflösen.
Sie können auch generell persönlichkeitsbedingt sein (z.B. bei Asperger, wie
es bei mir der Fall ist).

Die Diagnose der Therapeutin kann also durchaus richtig sein, bedürfte dann
aber einer Ergänzung und Erklärung.

Ganz liebe Grüsse, Beo

10.01.2014 19:16 • #15

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Beobachter:
Kurzes Huhu

Anpassungsstörungen (Diagnose etc.) müssen nicht unbedingt nur an ein
bestimmtes Ereignis gebunden sein, und sich danach nach etwa 6 Monaten
von selber auflösen.
Sie können auch generell persönlichkeitsbedingt sein (z.B. bei Asperger, wie
es bei mir der Fall ist).

Die Diagnose der Therapeutin kann also durchaus richtig sein, bedürfte dann
aber einer Ergänzung und Erklärung.

Ganz liebe Grüsse, Beo


Oh, das wusste ich nicht, bisher habe ich immer nur sowas gelesen :
"Von einer Anpassungsstörung wird gesprochen, wenn der Betroffene mit einer Veränderung nicht adäquat klar kommt. Er kann die neuen Begebenheiten nicht verarbeiten und es wird keine Anpassung erreicht. "
Deshalb bin ich auch noch immer so erstaunt (grobe Verharmlosung ) weil sie offenbar denkt, dass ich nur nicht damit zurechtkomme, dass ich jetzt nicht mehr zur Schule gehe..Dabei übersieht sie die eigentlichen Ursachen halt einfach mal völlig, weil sämtliche Beschwerden ja wie gesagt schon länger bestehen.
Oh man ich muss echt dringend mit ihr reden aber die nächsten Tage wird das nix. Ah Geduld Geduld - nur die hab ich leider nicht -.-'

Danke erstmal für eure Antworten !

11.01.2014 19:21 • #16


Huhu Janelana

"Anpassungsstörung(en)" sind eigentlich eher Symptome,
sie können vereinzelt in bestimmten Veränderungssitu-
ationen auftreten (verschwinden dann auch meistens von
selber), oder in Verbindung mit verschiedensten psychischen
"Krankheiten" auftreten.

11.01.2014 19:33 • #17



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