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Hallo zusammen,

Ich leide seit 6Monaten unter einer Angststörung/Depression. Bin in Behandlung aber ich habe fast jeden Tag Beschwerden wie Kraftlosigkeit, starke Verspannungen/ Schmerzen (Kopf,Nacken,Rücken) ,Magenbeschwerden etc. Bin sehr häufig beim Hausarzt und war auch zwischendurch paar mal in der Notaufnahme. Mein Hausarzt hat gemeint, dass diese ständigen Symptome in so kurzer Zeit nicht gut sind und hat mir geraten eine psychosomatische Klinik zu besuchen (4Wochen Aufenthalt wahrsch.) . Ich habe es angenommen und warte, dass die Krankenkasse mir es bestätigt und eine Klinik vorschlägt. Habt ihr Erfahrungen mit Klinikaufenthalten? Wie läuft es dort so ab und wie gross sind die Heilungschancen?
Ich lebe in Bayern und würde mich freuen wenn ihr neben euren Erfahrungen mir auch gute Kliniken empfehlen könnt. Danke!

29.08.2016 15:17 • 11.07.2019 #1


8 Antworten ↓


FeuerWasser
Eine stationäre Behandlung kann dabei helfen sich selbst besser zu verstehen, die Symptome besser einzuordnen und zu reflektieren
woher das kommt. Wie du auf Therapie ansprichst kann dir kein Mensch vorhersagen.
Wenn du allerdings glaubst von einer 4-wöchigen stationären Behandlung von "Heilungsschancen" reden zu können dann muss ich dich
enttäuschen. Das ist nicht wie beim Onkel Doktor, wo ich hingehe, sage, da tut es weh, ein Verband drüber gelegt wird und dann ist
wieder alles gut. So funktioniert die Psyche nicht.

Wenn du bereits in ambulanter Therapie bist dann scheint diese Unterstützung derzeit zu wenig zu sein, deswegen die stationäre Behandlung
und das Erlernte auf der Station soll hinterher in der ambulanten Therapie weiter verfestigt werden.

Jede Klinik hat ein anderes Behandlungskonzept, andere Abläufe wodurch sich das nicht verallgemeinern lässt. Gleich ist immer ein durchstrukturierter
Tagesablauf mit verschiendenstem Therapieangebot.... Bewegungstherapie, Musiktherapie, Ergotherapie, Gruppensitzungen, Einzelsitzungen,
gemeinsame Freizeitaktivitäten etc.

30.08.2016 15:18 • x 1 #2


petrus57
Ich war ja jetzt auch erst kürzlich 5 Wochen in einer Klinik. In der Zeit sind auch viele entlassen worden. Von denen ist wohl kaum jemand als geheilt entlassen worden. Einige waren Tage später wieder auf Station. In solchen Kliniken wirst du meist medikamentös eingestellt und nimmst an einigen Therapien teil.

30.08.2016 15:42 • x 2 #3


Hallo, ich war zweimal in einer Klinik, einmal in einer anthroposophischen und einmal in einer psychosomatischen (letzten August). Meine Erfahrungen damit waren plusminus gut. Am besten tat mir damals der Abstand und dass ich mich nicht um alltägliche Sachen wie kochen etc. kümmern musste (hatte Erschöpfungsdepression und solche alltäglichen Dinge waren die pure Überforderung). In der letzten Klinik hatte ich Einzelgespräch, Gruppen Therapie, Ergotherapie, Kunsttherapie, Nordic walking, Achtsamkeit, die 5 Tibeter, Physiotherapie und Atemtherapie. Einige hatten auch Mass. und Wärme Fangowickel. Das Programm war für mich etwas zu straff, ich hätte aber auch jederzeit reduzieren können. Es tat auch sehr gut, sich mit Betroffenen austauschen zu können. Einige von uns treffen sich immer noch ab und zu.

Geheilt hat es mich lange nicht, aber es gab mir ein klein wenig Boden unter den Füssen und Struktur. Ich lernte sehr viel über mich und wie ich ticke. Das umlernen selber, resp. sich selber anders oder überhaupt mal wahrzunehmen ist jedoch ein längerer Prozess.

Allerdings wurden schnell mal Medikamente gegeben. Im Nachhinein wäre ich etwas vorsichtiger damit. Ich kam mit einem rein und mit 2 raus. Mittlerweile habe ich wieder andere Medikamente, weil diese die mir in der Klinik verschrieben wurden, doch nicht richtig angeschlagen haben. Ich bin jetzt soweit, dass ich eines absetzen konnte, das zweite schleiche ich gerade aus und nehme zusätzlich ein neues (also immer noch 2, Ziel ist dann aber eines).

Ich hatte Mühe nach dem Austritt. Plötzlich musste ich mir die Struktur selber geben, und das ist sehr schwierig mit Depressionen. Am besten wäre dann noch eine Tagesklinik gewesen.

30.08.2016 16:09 • x 1 #4


Ich war einmal für 3 Monate ( freiwillig) in einer Klinik, habe mich selbst "eingewiesen".
Es war ok. Es wäre 24 h jemand für einen da,
wenn ich das auch nie brauchte.
Aber es war ein tolles Gefühl, man könnte wenn an wollte.
Würde ich das wieder brauchen,
ich würde es wieder in Anspruch nehmen.

30.08.2016 20:22 • x 1 #5


Danke für eure Antworten. Also ich befinde mich ja noch am Anfang da es bei mir erst 6Monate her ist. Bei mir wurde letze Woche Mirta abgesetzt , nehme nur noch Escitalopram. Ich habe mir halt überlegt, dass wenn ich in der frühen Phase schon eine Reha mache, dass ich später mit weniger Problemen zu kämpfen habe. Weil wenn ich jetzt länger ohne große Therapien/Kurse auskomme und nur Medikamente nehme , wird es meiner Meinung nach schwieriger die Sache zu bewältigen. Ich werde es nochmal mit meinem Neurologen besprechen , ob er die Reha für sinnvoll hält. Ich denke, dass ich auch wenn ich nicht vollständig geheilt werde, so eine Art Behandlung nötig habe, da ich in den 6 Monaten bis jetzt nur Medikamente nehme und keine Therapien oder richtige Gespräche hatte.

30.08.2016 21:18 • #6


Sonnenblume216

20.06.2019 17:45 • #7


FredM
Hallo Sonnenblume,

ein ambulanter Aufenthalt in der Psychosomatik wäre dann die Tagesklinik. Manchmal dauert es aber Monate, bis man einen Platz bekommt. Eventuell springt mal einer ab, dann kann man früher rein, einfach mal anrufen und fragen.

Meistens läuft es dort so ab:

Morgens um 8 muss man auf der Matte stehen, nachmittags um 16 Uhr ist Schluss, Freitags manchmal früher.

Dort wird zu 90% alles in Gruppen gemacht: Gruppenpsychotherapie, Gruppenergotherapie, Gruppensporttherapie, Gruppenentspannungsübungen ect ect.

Dazu gibt es auch Einzelgespräche. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen hast du jede Menge Zeit, da kann man mit den MItpatienten rede usw.

Essen gibts natürlich auch, wahrscheinlich kannst du sogar unter mehreren Gerichten wählen, wie auch im Krankenhaus.

Wie dir Erfolgsaussichten sind? Das kann dir keiner sagen, das ist wie bei jeder anderen Therapie auch. Entweder man spricht drauf an und die Therapie hilft, oder auch nicht.


lg

21.06.2019 09:01 • x 1 #8


Sonnenblume216
Was kann man denn in der Zwischenzeit machen während man auf einen therapieplatz wartet? Mein Therapeut bei dem ich mal war ist noch bis Anfang August im Urlaub und einfach mal ein paar Tage raus und mal an nichts denken kann ich auch nicht durch meinen Sohn. Ich hab im Moment das Gefühl das ich es trotzdem ich mit meinem Mann zusammen wohne um alles kümmern muss und mir nicht mal Zeit für mich nehmen kann und das kann nicht mehr lange gut gehen.
Mein Mann ist aber auch ein Sturkopf in mancher Hinsicht. Es ist nicht so das er sich um gar nichts kümmert aber irgendwie komme ich trotzdem nicht dazu mir Zeit für mich zu nehmen. Vielleicht ist das aber auch meine Schuld...

11.07.2019 10:49 • #9




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