Zitat von steppenwolf:Der Ansatz soll bei mir oder generell ? der sein, dass ich mich von meinen Eltern emanzipieren soll ... also richtig ... ich bin jetzt 29, lebe allein, habe eine eigene Wohnung. Nur emotional bin ich wohl haften geblieben.
Das scheint eher generell der Ansatz zu sein. Mann, was habe ich mich schon auf Geheiß von Tiefenpsychologen, genauer: einer Psychoanalytikerin, emanzipiert... Leider komplett an meinen Bedürfnissen vorbei und rein in den nächsten Rückfall!
Zitat von steppenwolf:Hat jemand Erfahrungen mit Tiefenpsychologie ?
Ja, sehr viel, gute und schlechte. Ich bin - nachdem ich selbst die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen rauf und runter beherrsche - wieder in tiefenpsychologischer Behandlung. Bei einem guten Therapeuten und sehr individueller Behandlung (nicht 08/15 wie oben beschrieben) finde ich das auch gut. Das Problem: Ein nicht so guter Therapeut kann unverhältnismäßig viel Schaden anrichten, indem er einem letzten Endes Probleme unterjubelt, die man gar nicht hat. Auch wenn die Therapie gut läuft, können sich Symptome vorübergehend verschlimmern. Daher sollte man m.E. eine tiefenpsychologische Therapie eher dann machen, wenn man trotz Symptomen im Alltag noch zurecht kommt.
So ganz grundsätzlich erklärt die Tiefenpsychologie Angststörungen aus Abhängigkeits-Autonomie-Konflikten. Für mich passt das. Solche Konflikte
können sich in der erschwerten emotionalen Loslösung von den Eltern äußern,
müssen das aber nicht. Es kann auch viel subtiler sein. Und da kommen dann Können, Empathie, Erfahrung und (wenn's ganz dumm läuft) Ehrgeiz des Therapeuten ins Spiel. Je früher und je sicherer der Therapeut "weiß", was mit seinem Patienten los ist, um so größer die Chance, dass er voll daneben liegt und nur seinen eigenen Phantasien nachgeht. Noch schlimmer, wenn er "weiß", wer "schuld" ist... Aber wenn Therapeut und Patient ergebnisoffen an die Therapie herangehen, sind die Chancen gut, sich wirklich weiter zu entwickeln.
Liebe Grüße
Christina