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Es ist zum verrückt werden und hoffe wirklich, dass mir jemand gut zu sprechen kann

Ich habe seit meinem 7. Lebensjahr eine Zwangsstörung. Die Ängste waren wirklich sooooo unterschiedlich über die Jahre, von Angst vor ansteckenden Krankheiten über Angst vor Parasiten bis hin zu paranoiden Gedankengängen wie meine Psychologin es nannte.

Seit ich Mutter bin ist es so schlimm das ich mir permanent vor Augen halte "Wenn es zu belastend wird mit den Ängsten bringst du dich einfach um. Dann musst du das alles nicht mehr fühlen."
Ich mag einfach nicht mehr weil mir diese Panik einfach zu viel wird. Ich habe das Gefühl die Kontrolle zu verlieren und alles erscheint in diesen Ausbrüchen so unlösbar.

Mein Problem:
Ich sehe ständig in jedem Menschen eine Gefahr. Nette Gesten sehe ich als bedrohlich. Ich habe Angst meine Familie nicht schützen zu können vor den Gedanken anderer. Es ist so schlimm geworden das ich keinerlei Vertrauen zu niemanden habe.

Aktuell sind es Fotos die mir Angst machen. Die Eltern des Kindsvaters haben Fotos gemacht von den Kindern als wir gemeinsam einen schönen Tag hatten. Wir hatten jetzt weniger Kontakt zueinander wegen meiner Ängste. Leider haben die da keinerlei Verständnis für das ich im Moment einfach nicht so kann. Nun stellen die sich etwas stur. In meinem Kopf sind dann Gedanken wie: "Die verstehen dich nicht, die denken böse über dich, die werden irgendetwas mit den Bildern machen."
Es macht mich kaputt.

Laut meiner Psychologin leide ich an folgenden Störungsbildern:
-Zwangserkrankung
-dependenter Persönlichkeitsstörung
-passiver Bindungsangst
-paranoide Persönlichkeit (aktuell Vermutung)

Aufgrund dieser Ängste kompensier ich wieder extrem mit Zwangshandlungen.
Texte immer wieder von vorne lesen, Wege zurück laufen und nochmal lang laufen, Dinge mehrmals berühren und auch wieder das Hände waschen.

Ich fühle mich wirklich permanent bedroht und verarscht. Das schlimme ist das ich richtig davon überzeugt bin, dass die Leute mich alle nur vereiern wollen.
Habe ganz liebe Nachbarn die aktuell wenig Zeit haben für mich. Ich bin mir aber sowas von sicher, dass sie mir absichtlich aus dem Weg gehen.

Herje, was soll ich nur machen mit mir
Ich möchte das schaffen, aber teilweise bin ich so am Boden.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

15.10.2019 21:18 • 16.10.2019 x 1 #1


2 Antworten ↓


Soulfighter
Hi Du
Ich denke Mal das du in Behandlung bist das ist schon Mal ein guter Schritt.

15.10.2019 22:12 • #2


Hotin
Hallo AskHer,

Deine Angststörung scheint sehr stark angewachsen zu sein. Wie sehr Dich das belastet
kann ich gut verstehen.

Wenn Du weißt, dass Deine Zwangsstörung begonnen hat, als Du 7 Jahre alt warst,
weißt Du dann auch, warum sie auf einmal aufgetreten ist?

Zitat:
Mein Problem:
Ich sehe ständig in jedem Menschen eine Gefahr. Nette Gesten sehe ich als bedrohlich.


Wie kommt es zu Deiner Beurteilung? Ein Mensch kann sich durchaus mal so
verhalten, dass es für Dich nachteilig sein kann. So richtig gefährlich kann Dir aber nur selten ein
anderer Mensch werden.
Die größte Zahl der Menschen sucht eher Frieden und möchte Dir deshalb auch nicht
schaden.
Zitat:

Ich habe Angst meine Familie nicht schützen zu können vor den Gedanken anderer. Es ist so schlimm
geworden das ich keinerlei Vertrauen zu niemanden habe.


Vor Gedanken kannst und brauchst Du niemanden zu schützen.
Warum siehst Du das als notwendig an?

Dir wünsche ich, dass Du Dir nach und nach wieder lernst, dem einen und dem anderen Menschen
wieder teilweise zu vertrauen.
Dann, so denke ich, werden auch Deine Ängste und Befürchtungen schwächer werden.

Viele Grüße

Bernhard

16.10.2019 10:54 • #3





Prof. Dr. Borwin Bandelow