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201810.02




Liebe Mitglieder :) ,

ich bin neu hier und momentan wieder sehr verzweifelt. Ich musste gezwungenermaßen in eine neue Wohnung ziehen, weil mein Apartment in einem Hochhaus (7. Etage, freier Blick) fristlos vom Eigentümer gekündigt wurde. 60 Mietparteien mussten kurz vor Weihnachten, innerhalb kürzester Zeit, bis zum 31.12. neue Wohnungen finden.

Dieses Apartment war seit Jahren meine Höhle, mein Rückzugsort, in den ich mich verkriechen konnte, wenn ich nicht mehr konnte.
Ich muss dazu sagen, dass ich verheiratet bin und mein Mann, damals 46 Jahre alt, im Jahr 2006, Multihirninfarkte hatte, ein Schwerstpflegefall wurde, ich ihn 5 Jahre alleine zuhause pflegte. Danach hatte ich Herzryhthmusstörungen, Vorhofflimmern, Burnout, Depressionen, Tinnitus.

Er musste dann leider in einem Pflegeheim untergebracht werden, was mir sehr schwer fiel, und meine eigene Katastrophe begann. Ich musste damals unsere gemeinsame Wohnung aufgeben, weil die hohen Heimkosten sie nicht mehr zuließ.
Also zog ich zum ersten Mal in eine kleine 2-Zi-Whg. und es begann eine Odyssee der Angst und Panik.
Ich bin von 2012 insgesamt 7 Mal umgezogen, habe mich dadurch völlig verschuldet. Ich hatte in jeder Wohnung, in der jemand über mir wohnte und immer wieder bestimmte laute Klopfgeräusche machte, eine ärztlicherseits bestätigte Phonophobie.

Bei jedem Umzug erhoffte ich mir eine Verbesserung der Wohnsituation, aber es war überall das Gleiche. Teilweise bin ich nach wenigen Monaten vor meiner Angst weggelaufen und ausgezogen.
Ich hatte Angst nach Hause zu gehen, bekam Schweißausbrüche, teilweise Panikattacken, Aggressionen und Wut gegen die Verursacher, meine Herzprobleme verstärkten sich, ich war mehrere Male auf der Intensivstation.

Dann fand ich 2015 endlich meine Apartmentwohnung, nahm extra einen Kredit dafür auf. Es hatte Hotelcharakter und ich fühlte mich seit Jahren zum ersten Mal befreit.
Ich dachte, ich hätte diese Phonophobie überstanden. Es war ein herrliches Gefühl. Endlich konnte ich mich verantwortungsvoll um meinen Mann kümmern, dessen Betreuerin ich bin und ein bisschen wieder leben..
Dann kam der Schock und die fristlose Kündigung im Dez. 2017, weil der Vermieter das Objekt nicht mehr betreiben wollte und Brandschutzmängel festgestellt wurden. Wir wurden alle solange schikaniert (Fahrstuhl nicht mehr betriebsbereit usw.) damit wir so schnell wie möglich ausziehen. Viele nahmen sich Anwälte, weil die Mietverträge noch lange liefen.

Ich hatte noch Glück im Unglück, die Wohnungsknappheit ist hier groß und jeder hatte Angst vor Obdachlosigkeit. Ich fand eine Altbauwohnung, 2 Zi. Alles könnte gut sein, alle anderen Mieter hier sind sehr nett und hilfsbereit, wenn nicht wieder über mir 2 Erwachsene Menschen mit 2 großen Hunden leben würden. Die Leute sind bekannt dafür, dass sie viel Alk. konsumieren und dann ziemlich laut grölen und poltern.

Im Haus wissen das alle und ausgerechnet über mir wohnen die.
Nach einer Woche hier wohnen war ich wieder ein psychisches Wrack und überlegte, wohin ich noch kann. Ich bin emotional und auch körperlich völlig erschöpft. Meine Therapeutin, die mich wegen meiner Depressionen einmal im Monat sieht, meinte, ich wäre psychich nicht stabil genug, um eine Hynosetherapie zu bekommen.

Ich habe inzwischen die Vermutung, dass ich als Kind irgendetwas erlebt haben muss, was mich jedesmal triggert, wenn ich bestimmte Klopfgeräusche über mir von Nachbarn wahrnehme. Das ist doch alles nicht normal.
Wenn ich woanders eingeladen bin, dann empfinde ich das nicht. Diese "Todesangst" habe ich nur bei mir, in meiner eigenen Wohnung.

Wenn jemand Erfahrung mit dieser "Störung" hat und eventuell dagegen therapiert wurde, dann wäre ich für jede konstruktive Antwort dankbar.
Ich habe so viele Baustellen und brauche endlich mal Ruhe in meinem Leben und in meiner Wohnung. Nur wenn das so weiter geht, dann muss ich in stationäre Behandlung. Irgendwann kann ich nicht mehr.

Liebe Grüße
Santosha

Auf das Thema antworten


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  10.02.2018 23:05  
Hallo,
hast du mal daran gedacht, vielleicht weiter aus der Stadt zu ziehen - oder zumindest nicht in ein Hochhaus? Kleineres Häuschen und da vielleicht die obere Etage.

Grüße

Danke1xDanke


  10.02.2018 23:20  
Hallo @Reenchen

erstmal danke für die Antwort.
Wenn du meinen Einstiegsbeirag gelesen hast, dann ist dir bestimmt aufgefallen, dass ich gerade in diesem Apartment, was sich in einem Hochhaus befand, sehr zufrieden war und mich wohl gefühlt habe. Dort hatte ich nicht einmal diese Angstzustände.

Ich lebe in einer größeren Stadt in Niedersachsen und brauche die Nähe kultureller Angebote. Ich bin kein Einsiedler, sondern liebe Kino, Theater, Kneipen und dann auch wieder die Stille der vielen Wälder um mich rum.

Im Hochhaus wohnten auch viele Geschäftsleute, es war anonymer und ich habe meine unmittelbaren Nachbarn gar nicht gehört, obwohl ich sie kannte. Ich fühlte mich frei.
Ein Mehrfamilienhaus ist für mich Horror pur, auch oben zu wohnen kann sehr laut sein, wenn entsprechende Personen unter einem wohnen.

Außerdem kann ich hier leider nicht weg, wegen meinem behinderten Mann im Heim. Den werde ich betreuen, bis er es überstanden hat.
Trotzdem war es eine gutgemeinte Antwort und ich danke dir dafür.

LG
Santosha



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235
  10.02.2018 23:21  
Reenchen hat geschrieben:
Hallo,
hast du mal daran gedacht, vielleicht weiter aus der Stadt zu ziehen - oder zumindest nicht in ein Hochhaus? Kleineres Häuschen und da vielleicht die obere Etage.

Grüße


Wenns regnet dann gibts auch Klopfgeräusche... Vielleicht mal mit Kopfhörer versuchen?



12302
7
11406
  10.02.2018 23:23  
loudnhard hat geschrieben:

Wenns regnet dann gibts auch Klopfgeräusche... Vielleicht mal mit Kopfhörer versuchen?

Ja, stimmt. Hm, ist dann echt schwierig. :?



  11.02.2018 20:34  
loudnhard hat geschrieben:
Wenns regnet dann gibts auch Klopfgeräusche... Vielleicht mal mit Kopfhörer versuchen?


meinen Humor habe ich zwar nicht verloren, aber auf diese Art von Antworten habe ich momentan keine Lust. Anscheinend wurde mein Einstiegsthread nicht richtig gelesen oder aber nicht verstanden.

Herzlichen Dank für die konstruktive Antwort



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RGB-West
3553
  11.02.2018 20:39  
Was ist denn mit Stöpseln, schon mal getestet?



  12.02.2018 11:38  
Warum bekomme ich hier solche unqualifizierten, wohl eher spaßig gemeinten Antworten. Warum schreiben mir hier Leute, die anscheinend überhaupt nichts von dem Thema Angst- u. Panikzustände verstehen?
Wenn man mit Ohrenstöpseln und Kopfhörern eine psychische Erkrankung/Störung heilen könnte, dann wären die Neurologen bald arbeitslos.

Schade, ich habe mir einen Austausch mit ebenfalls Betroffenen erhofft, werde mein Profil löschen.



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  12.02.2018 11:48  
Hi Santosha,
die Antworten waren sicher nicht böse gemeint, tatsächlich kann Ablenkung in manchen Situationen ungemein viel Angst nehmen. Wir sind alles Menschen hier, die an ähnlichen Problemen leiden. Leider kann ich dir bei deinem Problem keine akute Hilfestellung geben, da ich selbst von anderen Ängsten betroffen bin. Aber ich hoffe, dass du noch eine Weile im Forum bleibst, dich umschaust und vielleicht etwas Kraft schöpfen kannst, um den richtigen Weg für dich selbst zu finden.



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  12.02.2018 12:24  
Erstmal: Das ist ja schon ein Unding, dass der Vermieter euch kündigt und ihr zusehen müsst wo ihr bleibt.
Hier wurden Mieter ja nicht aus einem Eigenverschulden gekündigt.
In meiner vorherigen Wohnung bekamen wir alle auch die Mitteilung raus zu müssen, da das Gebäude abgerissen werden soll. Und da bot man an gleichwertige Wohnungen zu beziehen und wir müssten uns um nichts kümmern. Ich nahm das allerdings nicht an, da ich das Bundesland wechseln wollte. Das war aber eine Baugesellschaft, trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass das alles so ok ist wie das bei dir lief.

Und bei einer waschechten Phobie, ist Ablenkung nicht unbedingt sehr effektiv.
Es gibt Phobien, die schränken kaum ein im Leben, weil Vermeidung ein leichtes ist und es gibt solche, die sind eine einzige Belastung, weil ein Vermeidungsverhalten im Alltag nicht so funktioniert.
Den Fall ordne ich eher bei letzterem ein und da macht es dann schon Sinn gegen die Angst mit professioneller Unterstützung anzukämpfen, da es in Zukunft einfach immer wieder zu Konfrontationen kommen kann und vermutlich kommen wird


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