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B
Ich habe schon seit Jahren Probleme U-Bahn, S-Bahn, Lift etc. zu fahren. Zur Zeit ist es ganz schlimm, so dass ich nicht mehr in die Arbeit fahren kann und krank geschrieben bin. War auch schon in psychsom. Klinik und habe VT gemacht. Hat aber alles nicht viel geholfen. Gibt es hier Betroffene, mit denen ich mich austauschen kann?

22.02.2010 12:53 • 19.10.2010 #1


4 Antworten ↓


B
Gibts denn hier niemand, der ein ähnliches Problem hat?

03.03.2010 21:07 • #2


A


Kann nicht arbeiten wegen Klaustrophobie / krank geschrieben

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C
Hallo Biggi...
Ich hatte diese Probleme auch...beim Bus und Ubahn fahren,im Aufzug fahren,beim Schlange stehn im Laden....ich konnte sogar in keinem geschlossenen Raum mehr sein mit anderen Menschen....bin dadurch auch arbeitslos geworden,das ganze ist jetzt ca.3 jahre her....
Am Anfang habe ich diese Situationen gemieden und war einfach nur froh mich diesen nicht mehr aussetzen zu müssen....Dann habe ich angefangen mich den Situationen zu stellen,habe klein angefangen,mich den Situationen gestellt,sie ausgehalten und gemerkt das man es schaffen kann wenn man gaanz fest dran glaubt,die Hoffnung nicht aufgibt und immer wieder in diese Situationen der Angst geht...

Ich wünsche Dir ganz viel Mut gegen deine Ängste anzukämpfen

lg.Eva

04.03.2010 09:53 • #3


H
Hallo, Ich bin Weinhändler, ständig auf Wochenmärkte unterwegs und lebe in verschiedenen Wohnwägen um meine Verkaufsmärkte herum. Bimmer im Freien tätig, was meine Klaustrophobie neutralisiert.
Ich kann nicht mehr in Steinhäuser leben. Allein die Geräusche der Nachbarn, Verkehrgeräusche führen dazu, dass eine unerträgliche Unruhe in mir aufkommt. Dann kann ich mich nicht mehr konzentrieren, von einem unruhigen Schlaf ganz abgesehen.
Ich will es nicht als Angst bezeichnen
Wenn mich dieses Unwohlsein im Wohnwagen erreicht, gehe ich raus schaue auf die Sterne und mir geht es nach 5 Minuten wieder richtig gut.Mein Problem ist, dass ich als Gewerbetreibender einen festen Wohnsitz nachweisen muss. (Campingplätze gelten in Deutschland nicht als feste Adresse). Ich hatte mich schon bei Freunden angemeldet, aber wenn die Gewerbe/Adressprüfung kam, kam immer die Wahrheit heraus, dass ich da eigentlich garnicht wohne.
Eine Wohnung will ich nicht mieten, weil ich diese nie nutzen werde und diese mich finanziel zu sehr belasten würde.
Es kann noch so weit kommen, dass mein Gewerbe eingestellt wird und ich von Sozialhilfe leben muss, obwohl ich bisher mit meinen Einnahmen ganz gut leben kann.
Ansonsten sehe ich meine Klaustrophobie nicht als Krankheit an, sondern als eine ganz natürliche Reaktion der Seele nach einem Bedürfnis mit Natur und natürlichen Umgebungsgeräuschen leben zu wollen.
Ich lebe auch zu 50% von den Lebensmitteln um mich herum, sammel Pilze, fange aus dem 100 meter entfernten See meine Forelle und der Förster kommt ab und zu bei mir vorbei und bringt mir Wildfleisch mit und trinkt einen guten Wein mit mir. Ich sitze auf meiner Bank vor dem Wohnzelt und füttere die Eichhörnchen mit Nüssen.
Ich besuche auch gerne Freunde, die haben sich schon daran gewöhnt dass ich nach 4-5 Stunden plötzlich aufbreche, da ich mich maximal 5 Stunden in Gesellschaft in einem Raum aushalten kann.
Mein Leben wäre so glücklich, wenn es die stoischen gesetzlichlen Vorgaben nicht gäbe.

15.10.2010 13:13 • #4


A
hallo,
ich habe Klaustrophobie schon sehr lange und bin bzw. werde behandelt. Im Laufe der letzten 20 Jahre sind mir auch einige kleine Erfolge beschieden worden. Also Aufzug fahren kann ich relativ gut, wenn der Aufzug nicht mit Menschen voll gestopft ist. In Warteräumen kann ich in der nähe einer Tür auch gut aushalten, wenn diese geschlossen ist und nicht so viele Menschen da sind. Ich kann relativ entspannt einkaufen gehen, wenn ich Mittwochs einkaufe, wo nicht so viel los ist.
Mir ist es über die vielen Jahre gut gelungen, trotz der Angst ein relativ normales Leben zu führen, dennoch gibt es Dinge, die ich generell nicht machen kann und nicht machen werde:
-Kino, Kaufhaus, öffentliche Verkehrsmittel, Flugzeug, Konzerte, Schulungsveranstaltungen, Urlaub im Hotel, Einkaufen an Adventssontagen (!)...

Manchmal denke ich darüber nach, ob Klaustrophobie nicht eigentlich wirklich eher ein normales menschliches Verhalten ist. Ich meine, es entspricht nicht der Natur des Menschen, sich in einem Aufzug, Flugzeug, Blechkasten ect. einsperren zu lassen. Auch ein Rollen auf Treppen (Rolltreppe) ist doch eigentlich wider jeder menschlichen Natur. Wir benutzen ja auch so negativ behaftete Worte für die Empfindung bei Klaustrophobie, die im engeren Sinn etwas mit einsperren, Enge, Ersticken, Kerker, Gestank (dicke Luft) usw. zu tun haben.
Vielleicht funktionieren die ureigenen menschenlichen Warnsignale bei einem heutigen Menschen mit Klaustrophobie nur eben besser, als bei Menschen mit einem höheren Toleranzpegel. Ich denke, daß Klaustrophobie eine Zivilisationskrankheit ist.

liebe Grüsse

19.10.2010 09:03 • #5






Prof. Dr. Borwin Bandelow