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Idefix13
Mich würden eure Erfahrungen, Erlebnisse interessieren, falls ihr einer der betroffenen seit oder jemanden kennt.

Ich selbst praktiziere dies seit frühester Kindheit (2. oder 3. Lebensjahr) und selbst jetzt, gibt es noch Nächte, bzw. Einschlafphasen bei denen der Drang sehr hoch ist, dass ich es mache, machen muss. Dann kommt es auf die Stimmung, die Stresslage und die zuerwartende Entspannung an, ob und wielange ich es dann mache. Wenn ich es mache, dann immer in einem gewissen Rythmus, vielleicht Herzschlag oder ähnliches. Selbst an den Wochenenden, wenn ich vor den Monitoren sitze und mich beschäftige, gibt es Momente - meistens wenn der Stress, die Ängste, Störungen, der letzten Woche wieder sehr ausgeprägt waren - an denen ich es sogar am Tag machen will. Also einfach ins Bett kriechen, Musik anmachen und dann in dem Rythmus meinen Kopf in das Kissen schlagen. Stundenlang.
Manchmal hab ich auch das Bedürfniss, wenn ich nur auf einem Stuhl oder Bank sitze, mit dem Körper oder mit dem Kopf vor und zurück zu wippen, nur unterlasse ich das natürlich in der Öffentlichkeit.
Aber zuhause erwische ich mich öfters und dann meistens mit dem Rythmus der laufenden Musik.

LG Idefix

07.10.2013 14:59 • 18.10.2019 #1


19 Antworten ↓


ich habe damit keine Erfahrung, aber eine Frage: geht es dabei um Schmerz zufügen, also tut dir das oder der Kopf irgendwann weh?

07.10.2013 15:01 • #2


Das ist ein häufiges und typisches Deprivationssyndrom bei Hospitalismus.

Falls der Titel von dir ist, kennst du den Fachbegriff ja schon und damit auch das Symptom. http://de.wikipedia.org/wiki/Jaktation

Wie waren deine ersten Kinderjahre? Was hast du da erlebt?

07.10.2013 15:13 • #3


Idefix13
@tasia

Also dadurch überhaupt nicht.
Kopfschmerzen bekomm ich nur durch Migräne


@GastB

Hab mit 2 Jahren Spülmaschinensalz gegessen. Hat meine ganze Speiseröhre verätzt. Im Krankenhaus musste ich dann noch weitere 4 Tage bleiben.
Das schlimmste wahr wohl, dass ich festgeschnallt war am Bett, weil jede menge Schläuche in meinen Rachen führten und die ich nicht herausziehen durfte.
und dass ich meine Mutter erst am nächsten Tag wieder sehen durfte.

07.10.2013 18:16 • #4


Hallo Idefix,
das ist aber eine echt schlimme Geschichte,die du als kleines
Kind da durchmachen musstest....
da ist es aber schon logisch,dass sich psychische Störungen entwickeln.
Machst du eigentlich eine Therapie wegen dieser Jaktation?
Wenn ich mir vorstelle,dass du stundenlang den Kopf gegen das Kissen
schlägst,krieg ich schon vom lesen Kopfschmerzen,
ich hoffe sehr,dass du es in den Griff kriegst

07.10.2013 18:40 • #5


Idefix13
@MitSouKo63

also speziell für diese Jaktation, nein.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich erst heute wirklich nachgeschlagen im Inet, ob es noch andere gibt wie mich und es gibt sie und deshalb kam ich auf diese Frage, weil es doch recht viele gibt, jedoch verschwinden die Symptome im Teenageralter wieder.
Deshalb kam ich auf die Idee, mal hier im Forum zu fragen, ob hier auch ein paar Kopfkissen-Schläger herumgeistern.

"in den Griff kriegen..."
also ich hab es im Griff, denn selbst wenn es sehr aufdringlich ist, lautet die Devise: einfach nicht nachgeben.
Aber eigentlich gebe ich gerne nach, denn es entspannt ungemein. Also so ausgeruht wie nach so einer Session mit anschließendem Schlaf, bekomm ich nichtmal nach 10 Stunden schlaf.
Klar fühlt sich das Gesicht ein bisschen schwammig an, aber hey, es besteht ja auch aus Knorpel, Muskeln, Fett, Gewebe und Haut, also nichts was wirklich weh tun könnte, wenn es auf das Kissen, bzw. meine zwei Kissen trifft.
Man kann sich damit richtig in eine Trance hauen. Natürlich alles auf einer eher schmerzfreien Ebene.

07.10.2013 19:49 • #6


Ich streiche im liegen stundenlang mit angezogenen Beinen mit einem Fuß die ganze Zeit seitlich über die Matratze.schon so lange ich denken kann. Ich ziehe den Fuß hoch und drücke ihn wieder runter.....brauche das um mich zu beruhigen.ich hatte schon als Kind schlimme angststörungen besonders in der Nacht als Kind eben.nur dadurch konnte ich mich beruhigen da meine Eltern das überhaupt nicht ernst genommen haben. Glaub sowas wird man auch schwer wieder los. Will mein Partner dass ich beim fernsehen oder vor dem schlafen und berührt fixierend meinen Fuß werde ich plötzlich sehr aggressiv:/

07.10.2013 20:11 • #7


Idefix13
@malory

Verstehe deine Aggressivität in dem Moment. Er unterbricht deinen Trancezustand, der dich beruhigen soll damit du deine Ängste abbauen kannst, die permanent vorherrschen.
Aber eigentlich bist du doch zuhause, oder nicht. Beherrschen dich deine Ängste sogar zuhause?
wenn ja, zweite Frage: Sind die Ängste in dem Trancezustand - während du mit deinem Fuss die Matratze streichelst, besser zu ertragen?
wenn nein, dann trotzdem noch eine weitere Frage: Machst du es weil du nicht mehr anders kannst (also Zwang), oder weil es sich einfach gut und/oder richtig anfühlt?

07.10.2013 21:05 • #8


ich glaube ich brauche das um Spannung abzubauen. Während dieser Handlung fahre ich langsam runter oder fühle mich wenigstens ein kleines Bisschen besser.

Zu 98% ist mir gar nicht bewusst dass ich das mache, mir fällt es auch nur ganz selten mal auf obwohl ich es nach Aussagen meiner Famile immer mache wenn ich am Abend so da liege oder im Bett bin.
Für mich fühlt es sich einfach angenehm an, ich frage mich immer ob ich das mache weil ich motorisch unruhig bin oder um Spannung abzubauen

Das ist doch komisch,
hast du Zeiten in denen du es weniger machst?

08.10.2013 01:29 • #9


Idefix13
@malory

Eigentlich nur wenn der Drang kommt, also seit mehreren Wochen schon nicht mehr. Doch dann kommt wieder eine Zeit, da übe ich es am Wochende aus, also Nachmittags. Zum Einschlafen mache ich es eigentlich so gut wie gar nicht mehr. Höchstens ich drehe mich 30 Minuten lang von rechts nach links, doch dann ist auch schon das Verlangen da und ich habe es auch schon wieder zulange aufgeschoben.
Es sind ja nicht die einzigsten Zwänge die Befriedigt werden wollen.

Also ich weiss von mir selbst, dass ich auch nicht zu 100% in Sicherheit bin, zuhause, aber ich kann doch sagen, dass sehr viel Anspannung von mir abfällt, sobald die Wohnungstür ins Schloss fällt.

08.10.2013 17:49 • #10


Hallo Idefix13!
Mir geht es wie dir! Nur ohne Musik! Auch ich habe das Problem seit ich ca 2 bin.. denke ich vielleicht auch schon eher?
Aber bei mir gab es kein traumatisches Ereigniss oder so. Jedenfalls nicht das mir oder meiner Familie was bewusst ist. Ich "schlage" mich damit nun schon seit fast 30 Jahren rum und verzweifle immer wieder daran, dass ich es nicht in den Griff bekomme! Wobei die Frage is, ob man das wirklich selber in den Griff bekommen kann! Ich meine, wir sind ja nicht dumm oder unkontrolliert.. aber es ist einfach soooo schwer zu steuern! Ich habe es ein paarmal (2-3mal) für ein halbes Jahr geschafft, aber dann ist es immer wieder eingebrochen.. Auch wenn es sich mit den Jahren reduziert, alleine weil der Alltag nicht mehr hergibt so hat man doch JEDEN TAG damit zu schaffen! Es ist oft zum verrückt werden (jedenfalls wenn man dagegen an will). Und dann diese Angst vor Spätfolgen! Kennst du da auch?

Interessant finde ich, dass du auch vom "auf das Kopfkissen schlagen" sprichst. Sonst hatte ich im Netz immer nur davon gelesen, dass manche den Kopf rythmisch hin und her bewegen.. Ich dachte immer, ich wäre alleine mit dem "schlagen"..

@malmory: zu meinem "klopfen" auf das Kissen habe ich das Problem mit dem Fuß auch! Was mir im Vergleich echt unwichtig vor kommt.. aber ich glaube es gab in meinem Leben wirklich noch keinen Abend/morgen an dem ich meinen Fuß/mein Bein mal ruhig halten konnte! Ich "wippe" mit meinem Fuß immer auf die Matrazte.. ich könnte ihn niemals still halten..

Ist schon alles verückt oder? Aber auch echt zum verzweifeln! Und niemand, der das nicht selber kennt wird uns wohl verstehen, weil es doch eigentlich sooo absurd ist.. Schön, dass man sich wenigstens im Netz mal austauschen kann.. in der Wirklichkeit redet ja doch keiner darüber und die Ärzte kennen sich auch nicht aus.. Oder wie sind da eure Erfahrungen?

Sorry, dass mein erster Post sooo lang geworden ist.. aber es brennt einem halt auf der Seele.

13.11.2013 20:31 • #11


Idefix13
@culex82

Hallo, du bist nicht allein mit dem schlagen. Bist nicht die Einzigste. Bevor ich diesen Thread startete, habe ich in anderen Foren gelesen und habe doch recht viele gefunden, die das "gleiche" haben wie wir. Gut bei ihnen verschwand es im Teenageralter, oder mit dem Erwachsen werden. Trotzdem machen welche so wie wir, auch damit weiter. Könnte bedeuten, dass wir wohl mit etwas noch nicht abgeschlossen haben. Vielleicht es nie werden...

Nur bei dir klingt es so negativ, so nach einem wirklichen Problem. Das sehe ich nicht so. Bzw. ich kann es recht gut kontrollieren. Möglicherweise weil ich ihm auch nachgebe, zu gewissen Momenten.
Du darfst nicht vergessen, auch unser Körper hat seine Bedürfnisse, wie unser Geist.
Selbst wenn ich vor dem PC sitze, Musik höre und ein Lied, ein Song löst das Symptom wieder aus, dann gebe ich dem nach (also das rythmische schauckeln mit dem Kopf/Körper). Damit ich an anderer Stelle, die Kontrolle behalten darf, bzw. kann.

Ich glaube du solltest es mal mit Akzeptanz probieren, nicht mit "dagegen bin ich fast machtlos, was kann ich tun, damit es aufhört." Und schämen solltest du dich dafür erst recht nicht.
Genauso wie mit den Ängsten. Ich habe akzeptiert das sie da sind. Und das sie womöglich nie mehr gehen werden. Jetzt bin ich auf der Suche mit ihnen zu leben, sie in mein Leben zu integrieren.
Genauso solltest es du auch machen, denke ich.

Du hast auch von Spätfolgen geschrieben, also ich habe keine Befürchtungen.
Jetzt mache ich das seit mehr als 30 Jahren. Dann mache ich das halt die nächsten 30 Jahre auch noch und wenn es dann noch immer andauert, dann nochmal 30 Jahre, ist ok, kann ich "akzeptieren".

Wir können uns ja auch noch etwas intensiver austauschen über PN.

LG Idefix13


PS: Du schreibst - nicht nur hier - dass du eine liebevolle Familie hast. Hatte/Habe ich auch. Es geht aber eher um die ersten 3 Jahre deines Lebens. Warst du zu der Zeit irgendwann mal im Krankenhaus?
Auch wenn es noch so lapidar zu sein scheint, das kann der Auslöser dazu sein. Selbst wenn deine Eltern anwesend waren.
Sollte es trotzdem nichts geben bei dir, dann kann die Schulmedizin dir bei der Ursachenforschung nicht helfen, denn die sieht nur Hospitalismus damit im Zusammenhang.

14.11.2013 18:27 • #12


Rhytmisches Schaukeln mit dem Oberkörper ist bei mir seit frühester Kindheit vorhanden, ich konnte mir das bis heute nicht abgewöhnen und mache es mit Musik. Mir ist das eigentlich peinlich, deshalb mache ich das, wenn ich alleine bin... Mit dem Kopf aufs Bett (Kissen) schlagen, kenne ich nicht.

LG

22.11.2013 12:44 • #13


Idefix13
@Finja

Es ist dir peinlich, deshalb machst du es alleine zuhause.
Klar, also in der Öffentlichkeit mache ich das auch nicht, aber peinlich, bedeutet Scham, bedeutet Andersartigkeit zu den Normalos der Gesellschaft. Also hier bin ich gerne Andersartig, Fremdartig, Einzigartig. Das zeichnet uns doch aus oder? Die Individualität.
Warum solltest du dir das abgewöhnen wollen. Es ist ein Teil von dir. Würdest du dir einen Arm abschneiden wollen, nur damit dass aufhört? Ich denke nicht.
Akzeptiere es und intergrier es in dein Leben, was du ja schon erfolgreich getan hast.
Sieh' es als Stärke an, nicht als Peinlichkeit oder Schwäche!

VG Idefix13

22.11.2013 22:03 • #14


Hallo Idefix,

danke für deine netten Worte. Das baut mich gerade sehr auf. Vielleicht ist es mir deshalb peinlich, weil ich schonmal dabei erwischt und sich darüber lustig gemacht wurde.
Du hast wohl damit recht, was du schreibst. Werde versuchen, es nicht mehr als Schwäche anzusehen oder als Peinlichkeit.

LG

23.11.2013 07:31 • #15


Hallo Idefix!
Auch von mir danke für die Antwort!
Ja, auch mir ist das unangenem (nicht peinlich) aber ich leider wirklich darunter. Nicht immer, oft ignoriere ich es auch bzw. nehme es einfach so hin (weil es oft auch nicht anders geht!). Aber damit abfinden will ich mich nicht! Ich kämpfe immer mal wieder dagegen an. Dann resigniere ich mal wieder und dann versuche ich es wieder.. es ist einfach nicht leicht.
Und ja, vor den Folgen habe ich schon Angst/ Bedenken! Ich hatte mit Ende 20 nen Bandscheinenvorfall in der Halswirbelsäule - da wird wohl ein Zusammenhang bestehen! Und ich habe oft Last mit Kopfschmerzen. Das haben andere zwar auch, aber der Kopf/ das Gehirn wird ja durch dieses "klopfen" schon beansprucht. Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn ich dadurch später erkranke und meine Kinder/ meine Familie dann darunter leiden muss.
Von daher versuche ich es nach Möglichkeit abzuschalten. Aber oft bin ich so unruhig, "energiegeladen" dass ich nicht weiß wie ich z.B. meinen Fuß im Bett ruhig halten sollte oder eben auch ohne das "klopfen" auszukommen.. Nach dem aufstehen wirds besser, aber ich liege halt auch oft früh morgens wach oder kann abends nicht einschlafen.. Naja, ihr kennt das ja sicher! Aber ich gebe nicht auf! Irgendwie kriege ich das irgendwann schon in den Griff. In den letzten Jahren ist es schon enorm weniger geworden.

VG cuelx

25.11.2013 11:18 • #16


Hey Leute erstmal bin ich echt sehr verwundert ich dachte immer ich wäre der einzigste mit so einer Macke ich habe das auch seit meinen dritten Lebens Jahr es entspannt mich ich mache es jeden Tag morgens mittags abends auf Musik gehe ich richtig ab man ist wie Trance man kann viel besser nachdenken meistens habe ich es ganz schlimm wenn was schlimmes passiert ist ich könnte es Stunden lang machen. Nur die entfolgen furchtbare Kopf schmerzen und schummrigkeit als ob man eine Pfanne vorm Gesicht hätte ihr könnt euch nicht vorstellen wie froh ich bin das ich nicht alleine bin

16.10.2019 23:37 • #17


Idefix13
Hallo Janniko

Schön von dir zu lesen.
Aber Kopfschmerzen habe ich nie davon bekommen. Wie gesagt die Schummrigkeit, sollte man danach direkt aufstehen ist logisch nachvollziehbar. Und dass es als Stressabbauer dient hast du ja auch schon selbst herausgefunden.
Was ist dir denn in deinen ersten Lebensjahren schlimmes widerfahren, dass du dies entwickelt hast, falls du dies uns mitteilen willst?

LG

17.10.2019 11:18 • #18


Jochanan
Es gibt Religionen, bei dem das ständige drehen oder hin und her wippen als Meditation angesehen wird.

Ich frage mich jedoch, wieso sich so etwas als symptom entwickeln kann. Also was ist der psychologische Grund dafür?

17.10.2019 13:28 • #19


Idefix13
@Levent

Wie 'Dubist' es ja schon geschrieben hat, kommt es auch von Hospitalismus. Was bei mir der Fall war.
Der psychologische Grund oder Hintergrund ist da wohl das Deprivationssyndrom, dass man mit dem wegfallen von Reizen und Zuwendung in Einklang bringen kann. Und dies trifft besonders auf Säuglingen und Kleinkindern bis zu 3 Jahren auf, die von ihrer Mutter getrennt werden.
Wie bei mir, da mein Leben auf dem Spiel stand, entscheiden die Ärzte, das Soziale und das Psychologische außer Acht zu lassen und dem Wohl des Körper an erster Stelle zu setzen (ich bezweifle, dass sich einer damals überhaupt Gedanken um den psychologischen Aspekt, Gedanken gemacht hat).

Aber man kann sich hier alles besser durchlesen:
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/bb/06kiju.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Jaktation

https://de.wikipedia.org/wiki/Hospitalismus
https://gesundpedia.de/Hospitalismus

18.10.2019 19:16 • x 1 #20




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