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Hallo,

mein Name ist Yul und ich habe schreckliche Angst vor dem telefonieren.
Es fängst schon mit dem abnehmen eines Anrufes an, ich sage mir selbst immer es kann nichts schlimmes passieren wenn ich rangehe und dennoch ist in meinem Kopf sowas wie eine Blockade. Vorstellungsgespräche vereinbaren und sonst etwas kommen also garnicht in Frage. Die einzigste Nummer wo ich ich rangehe ohne diese "Blockade" zu haben ist die Nummer meiner Mutter.
Ich hoffe das mir irgendjemand helfen kann.

Mfg Yul

02.05.2014 08:58 • 05.05.2015 #1


12 Antworten ↓


Endlich! Endlich lese ich von jemandem, der das auch so klar benennt! Und ich dachte schon, ich bin mit dieser "Macke" ganz allein.....

Gehts dir auch so, dass du deswegen ständig verunglimpft wirst? Weil heutzutage ja teleklingeln sozusagen "zum guten Ton" gehört?

Man wird unglaublich isoliert, wenn man nicht an dieses Horrorgerät gehen kann.....

Mir gehts genauso wie dir - ich hasse dieses Sch***Gerät und kann kaum ran gehen oder gar selbst anrufen..... Schweiß bricht aus, Panik stellt sich ein, Luftnot und Co....
Und ich schaffe es in 90% aller Fälle nicht, abzunehmen.....

LG

Mano

02.05.2014 10:46 • #2



Angst vor dem Telefonieren

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Atalja
Ich kenne die Angst davor ans Telefon zu gehen.
In schlimmen Phasen meiner Depression war es ganz extrem. Sobald es geklingelt hat, bekam ich Herzklopfen und bin auch nicht rangegangen. Ich telefoniere auch heute, nach überstandener akuter Depression, immer noch nicht gerne, gehe auch oft nicht ran. Um überhaupt wieder ranzugehen hat mir damals geholfen, dass ich mir laut eingeredet habe, es könne mir nichts passieren.....Manchmal aber nicht immer hat es geholfen.

02.05.2014 10:53 • #3


Fantasy
Ich hab dieses Problem auch! Kann keine fremden Leute anrufen...

02.05.2014 12:46 • #4


aloha904
ich bin nicht die einzige

28.07.2014 01:53 • #5


Habe auch diese Angst... Letztens war ich mal wieder in der Praxis, weil ich was fragen wollte und weil ich mich nicht traute anzurufen, war ich also vorbeigegangen. Dann sagte mir die Schwester dort, ich solle in einer Woche nochmal anrufen. Da hatte ich natürlich die Brille auf und hätte auch gleich anrufen können. Aber so einfach ist das nicht. Ich bin schwerhörig und meine Hörgeräte sind nicht für´s Telefon geeignet. Hatte also dann angerufen und auch nochwas falsch verstanden. Vorher hatte ich mir alles auf einen Zettel geschrieben, was ich sagen wollte und das ging.

Wenn ich aber mit mir vertrauten Personen telefoniere, dann geht es besser. Obwohl das auch schonmal zu Missverständnissen führte, worüber ich dann auch lachen musste, obwohl das nicht immer zum lachen ist...

28.07.2014 02:16 • #6


rangehen tu ich, aber selber bei fremden anrufen versuch ich immer zu umgehen. naja bei bekannten mittlerweile auch...

28.07.2014 08:42 • #7


Ja das kenne ich. Ich hab auch Angst, fremde anzurufen, wobei es darauf an kommt, wer genau das ist.
Arztpraxis, Psychologe, Psychiater, da hab ich keine Angst.

Aber jemand neues...

Außerdem finde ich sowieso, Telefon ist extrem unpersönlich. Ich gehe da auch dann lieber wenn es grad möglich ist, selbst in die Arztpraxis.

So von Angesicht zu Angesicht.

Was mich interessieren würde, wovor habt ihr denn genau Angst?

z.B wenn ich jetzt jemanden hier anrufe.

Es klingelt. wie fühlt ihr euch? Was geht euch im Kopf durch?
Dann nehmt ihr ab und meldet euch. (Ich denke mal, gerade dann ist die Angst am größten)

Was ist z.B wenn ich dann lediglich Frage: "Hey, Hier ist SoundSo, wie gehts dir?

Was fühlt ihr dann? Könnt ihr dann antworten: "Ich bin grad nervös, mir gehts gut, mir gehts schlecht"

Ich denke mal, dass schönste Gefühl ist dann wenn ihr auf den Auflegeknopf drückt

19.08.2014 21:22 • #8


Streunerin
Hab auch totale Angst vorm Telefonieren!
Anrufen kann ich nur meine Mutter und rangehen bei wenigen Menschen, aber dann rede ich kaum oder antworte nicht richtig, bekomme kaum Luft und bringe alles durcheinander. Ich kann dann nur auf Fragen kurz angebunden antworten und dann herrscht peinliche Stille, die mich noch aufgeregter macht.
Daher versuche ich immer alles schriftlich zu regeln, wem es nicht passt, der hat eben Pech.
Leider gibt es aber Menschen, die anfangen dauer-anzurufen, wenn man nicht rangeht. Das versetzt mich dann in helle Aufregung bis ich den Stecker rausziehe.

Und ich bin echt froh über die Erfindung von Whatsapp!

20.08.2014 04:14 • #9


das hatte ich auch... ganz extrem. konnte nicht mal nen arzttermin o.ä. ausmachen.

weißt du wo ich jetzt arbeite? im vertrieb. jeden tag werden jede menge kunden angerufen und von mir genervt. mittlerweile machts mir nichts mehr aus. am anfang hatte ich einen zettel auf dem genau stand, was ich sagen will. als ich dann gemerkt habe, dass man auf jeden anders eingehen muss, habe ich ihn weggeworfen und quassel die leute nun "einfach so" voll

du schaffst das auch irgendwann! vlt telefonierst du ja mal mit jemandem hier, der auch angst davor hat?

21.08.2014 20:23 • #10


Musikmädchen
Das kenn ich gut. Bei mir ist es so, dass die einzigen zwei Personen, bei denen ich keine Angst habe angerufen zu werden oder sie anzurufen meine Mutter und mein Freund sind.
Ich bin letztes Jahr von Bayern nach Nordrhein-Westfalen gezogen. Es ist mir nicht möglich, Kontakt mit meinen Geschwistern zu halten, wegen meiner Angst. Ich befürchte, nichts zu sagen zu haben, oder - ganz schlimm - dass Pausen entstehen könnten. Ich habe Angst, nichts interessantes zu sagen zu haben. Auch bin ich während Telefonaten so aufgeregt, dass ich meinem "Gegenüber" bei jedem zweiten Satz dazwischenrede und derjenige das dann wohl für Unverschämtheit hält. Und weil ich das weiß, wird es noch schlimmer. Ich bin froh, wenn ich auflegen kann.

Früher, noch vor ein paar Jahren habe ich stundenlang mit Freundinnen telefoniert, wie man das in der Pubertät eben so macht. Ich habe keine Ahnung, wieso ich mittlerweile eine solche Panik vor derart selbstverständlichen Dingen entwickelt habe.

22.08.2014 09:26 • #11


Irgendwie finde ich das lustig. Aber diese Phobie kenne ich auch.
Ich habe aber eher Angst einen Psychotherapeuten o.ä. anzurufen,
weil ich mal einmal bei einem Neurologen war, wo etwas
gewöhnungsbedürftige Menschen im Wartezimmer waren.
Einer hat mit einem Ball ständig rumgespielt,
einer rannte ständig im Wartezimmer hin und her.
Einer hatte mal eine Bommelmütze im Sommer auf...
Denke dann, wenn du zum Psychiater gehst, sind da sonst
was für Leute. Oder auch wenn man anruft, habe ich Angst,
dass da welche einen Anschreien aus Zeitmangel oder
Überlastung/Überforderung etc.

22.04.2015 21:56 • #12


Adea
Hallo, hab grad diesen Thread entdeckt.

Ich hasse telefonieren. Und, ja, ich habe Angst, wenn das Telefon klingelt, weil ich es hasse, dass man durch das Telefon jederzeit für ein Gespräch verfügbar sein muss und das für fast alle Menschen selbstverständlich ist. Ich mag nicht "überfallen" werden und dass jeder erwartet, dass man sofort Zeit für ihn hat.

Zitat von Manoya:
Gehts dir auch so, dass du deswegen ständig verunglimpft wirst? Weil heutzutage ja teleklingeln sozusagen "zum guten Ton" gehört?

Zum Glück habe ich schon ein paar Menschen getroffen, die auch nicht telefonieren mögen. Aber leider ist es doch meist selbstverständlich.

Zitat von Atalja:
In schlimmen Phasen meiner Depression war es ganz extrem. Sobald es geklingelt hat, bekam ich Herzklopfen und bin auch nicht rangegangen.

Wenn es mir schlecht geht, dann ist mir telefonieren nicht möglich. Dann kann ich nicht sprechen. Wenn man sich gegenüber sitzt, ist es etwas anderes. Dann sprechen auch die Augen, das Gesicht, die Ausstrahlung. Am Telefon muss man immer in der Lage sein zu sprechen. Schweigen und sich einfach ansehen funktioniert ja nicht.

Zitat von AngstundBange:
Es klingelt.
...
Was ist z.B wenn ich dann lediglich Frage: "Hey, Hier ist SoundSo, wie gehts dir?
Was fühlt ihr dann? Könnt ihr dann antworten: "Ich bin grad nervös, mir gehts gut, mir gehts schlecht"

Das ist das Problem, dass man das zu den wenigstens Menschen sagen kann. Also besser nicht rangehen, wenn Telefonieren nicht passt.

Zitat:
Um überhaupt wieder ranzugehen hat mir damals geholfen, dass ich mir laut eingeredet habe, es könne mir nichts passieren

Stimmt ja nicht. Oft fühle ich mich nach einem Telefonat schlecht. Wenn es kein gutes Gespräch war oder ich danach total erschöpft bin, weil es Menschen gibt, die nur anrufen, um "abzuladen" und auf ihren Gesprächspartner überhaupt nicht eingehen, so dass es gar nicht zu einem Gespräch kommt.

Weniger schlimm finde ich, selbst anzurufen. Dann suche ich mir eine Zeit aus, in der ich mich dazu in der Lage fühle.

Ich finde nicht, dass im privaten Bereich jeder jederzeit telefonieren muss. Es sollte selbstverständlicher werden, nicht immer erreichbar und nicht immer gesprächsbereit zu sein.

LG, Adea

05.05.2015 17:14 • #13



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