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levana

levana

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Hallo!

Ich habe auch so eine ziemlich spezielle Angst entwickelt.
Schon als Kind hatte ich Angstgefühle, die ich nicht zuordnen konnte; später Höhenangst; in der Pubertät nur noch Angst- dauerhaft. Verbunden ist das ganze mit Panikattacken.
Im Laufe der Jahre hat sich die Höhenangst verflüchtigt (hach, auch mal was Gutes) und die generalisierte Angst ist geblieben. Leider kam was sehr Merkwürdiges dazu, was mich SEHR belastet. Tagtäglich. Im Inet habe ich nix dazu gefunden.

Also *g*. Ich versuchs zu beschreiben:

Ich habe Angst, auf dieser Erde zu leben, weil diese rund (kugelförmig) ist und praktisch kein Anfang und kein Ende hat. Draußen spazieren, verreisen, Autobahn etc. macht mir unheimlich Angst, weil ich ständig überlege, wie und wo ich mich gerade auf dieser Kugel befinde. Andere Menschen z.B. stehen mir gegenüber gerade Kopf oder hängen schräg etc. Ich hasse es, hier zu leben und möchte lieber in ner Kiste mit Deckel hausen *g*, aber doch nicht auf einem runden Planeten, der zusätzlich noch in den Weiten des Alls hängt. Oben, unten, links, rechts: nix. Ich habe Panik, irgendwo (?) hineinzufallen. Es fehlt mir Begrenzung!
Bilder, die die Erde aus dem Weltall zeigen, kann ich gar nicht anschauen. Furchtbar.

Das wars erstmal. Ich könnte es noch genauer ausführen, aber dann reg ich mich auf
Jetzt ihr. Habt ihr DAS schonmal gehört, gelesen? Was kann ich dagegen tun? Therapien hab ich unzählige durch und Medis nehme ich ebenso.

Im Sommer fahren wir an die Ostsee. Huah. Da schwitz ich jetzt schon.

LG

17.04.2014 17:21 • 30.08.2019 #1


24 Antworten ↓


Dini58091

Dini58091


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Hallo

Ich musste etwas schmunzeln, als ich deinen Bericht las, denn um genau sowas hab ich mir auch mal wahnsinnige Gedanken gemacht! Aber es hat sich zum Glück keine Angst draus entwickelt, sondern
einfach nur Gedanken! Genauso wie du es beschreibst! Finde es auch alles sehr faszinieren und irgendwo unglaubwürdig, wie wir leben (Universum, runder Planet usw).
Dank der Schwerkraft merken wir natürlich nicht, dass es ein runder Planet ist
Und niemand merkt, wer gerade schräg steht, oder auf dem Kopf

Mir tut es nur sehr leid, dass du da richtig Angst hast! Das ist natürlich nicht schön
Kannst du das nicht umwandeln? Angst -> Begeisterung?
Dich damit beschäftigen und weiterbilden? Daraus Interesse machen, statt Angst!?
Ich weiss, leicht gesagt bestimmt als Aussenstehender
Könnte ich ja auch mit meinen Ängsten Geht aber nicht!

Ich verstehe dich sehr gut bei diesem Thema, obwohl ich keine Angst davor habe!
Hab aber genug Ängste... die mir reichen
Und keine Angst ... niemand fällt runter

17.04.2014 18:24 • x 1 #2


nostromo

nostromo


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Zitat von levana:
Ich hasse es, hier zu leben und möchte lieber in ner Kiste mit Deckel hausen *g*, aber doch nicht auf einem runden Planeten, der zusätzlich noch in den Weiten des Alls hängt. Oben, unten, links, rechts: nix. Ich habe Panik, irgendwo (?) hineinzufallen. Es fehlt mir Begrenzung!


Danke für das Lachen, welches du mit diesem Beitrag in mir erzeugt hast. Ich könnte noch mehr davon gebrauchen. Hab also keine Scheu, weiter von deinen geometrischen Problemen zu berichten (: Viele Grüße.

17.04.2014 19:36 • #3


MrsAngst

MrsAngst


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Ich hab schon mal davon gehört von dieser angst!
Ich hab manchmal angst in den himmel zuschausn vorallem nachts. Diese unendlichkeit die nicht greifbar ist. Alles ist so weit weg aber wirkt so nah!das geht ein wenig über meinen irdischenverstand!
Glaube dir geht es ähnlich, dein irdisches denken kann nicht greifen weshalb die erde rund ist wir schief rumstehen aber alles senkrecht aussieht
Ich würde sagen, deswegen gibt es die erdanziehungskraft und die täuschung, in der wir denken senkrecht zu sein! Aber ich weiß nicht ob es dir hilft!

18.04.2014 04:26 • #4


levana

levana


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Hallo!

Danke für eure netten Beiträge! Also ich denke, mit Begeisterung wird das nix. Mir machts einfach Angst. Ich selbst finds total bescheuert und manchmal frage ich mich, ob ich noch alle Latten am Zaun habe. Dass mein Leben sich nach diesen Gedanken richten muss, ist doch irgendwo gar nicht Sinn der Sache. Schließlich wurde ich hier hineingeboren und sollte es als "normal" betrachten.
Ganz schlimm sind Situationen bei Überlandfahrten in eher flachem Gelände, wo der Horizont so weit weg scheint. Dann entstehen Bilder in meinem Kopf- oh jeh mi nee. Ich male mir aus, wo genau ich mich auf der Kugel befinde und in welcher Schräglage ich gerade hängen könnte; gepaart mit der Unendlichkeit des Flachlandes eine nervige Kombination.
Klingt alles sehr ominös, nicht? Wie und warum sich das entwickelt hat, ist mir ein Rätsel. Mir würde eine ganz banale Angst-und Panikattacke schon ausreichen . Die Hoffnung, dass es von alleine verschwindet, habe ich nach 10 Jahren aufgegeben.

Gerne würde ich mal weiter weg verreisen, aber je südlicher, desto schlimmer die Gedanken. Ich kann mir im TV nicht mal Dokus über den Südpol anschauen. Da wird mir ganz schwummrig im Kopf und Schnappatmung stellt sich ein. Meine Güte. Warum musses hier gerade rund sein. Hach herjeh. Ich zieh aus.

@MrsAngst: Täuschung. Du hast das Wort Täuschung gebracht. Jawohl! Genauso fühl ich mich. Getäuscht von der Wirklichkeit. Weil: die Umstände sind ja nicht so, wie ich sie sehe (alles gerade etc.). Ich werde von der Mutter Natur betrogen *g*. Danke für den Hinweis!

Meine Beiträge sollen jetzt nicht witzig klingen oder so, ich weiß einfach nicht, wie ich mich zukünftig damit arrangieren soll, wenns nicht verschwindet. Mein Freund möchte so gerne weiter verreisen, weiß aber nix von meinen abstrusen Gedanken. Er kennt nur die normale Seite der Angst-und Panikattacken und dass ich diese schon seit meiner Kindheit habe. Daß sich daraus "mehr" entwickelt hat, hab ich bisher niemandem erzählt (außer in den Therapien); mir ist es so peinlich. Echt.

Danke fürs Zulesen
LG

18.04.2014 06:54 • #5


Sabise

Sabise


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Mhm, von solch einer Angst habe ich noch nie etwas gehört, aber heißt ja nicht, dass diese Angst zu verharmlosen ist. Wie sehr schränkt dich denn deine Angst im alltäglichen Leben ein?

18.04.2014 09:56 • #6


Dini58091

Dini58091


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Ich würde es deinem Freund erzählen! Mein Mann weiss alles von mir... jeden noch zu dummen Gedanken, wieso ich gerade Panik habe!
Er versteht es zwar nicht, aber er kann es sich alles gut vorstellen, wie es mir geht.
Er ist der einzige, der alles weiss!

18.04.2014 10:28 • #7


nanetou

nanetou


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Hm, darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht . Da kann man mal sehen, ich verschlinge NTV und N24 Wissenssendungen übers Weltall usw., weil mich das alles völlig fasziniert und dir machen all diese Dinge Angst. Das ist nicht schön. Jegliche Angst und Panikattacke, egal wodurch sie verursacht wird oder entsteht ist absolut nicht schön.

18.04.2014 11:00 • #8


levana

levana


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Zitat von Sabise:
Mhm, von solch einer Angst habe ich noch nie etwas gehört, aber heißt ja nicht, dass diese Angst zu verharmlosen ist. Wie sehr schränkt dich denn deine Angst im alltäglichen Leben ein?


Ja, wie schränkts mich ein? Immer. Schon, wenn ich aus der Tür rausgehe, habe ich eine Art "Grundangst" mich auf der Erde zu bewegen. Bei Überbrückung weiterer Strecken (Auto, Bus, Bahn) wirds schlimmer. Unmöglich sind Urlaube in ferne Regionen (= außerhalb von Deutschland). Seit Jahren Umso länger ich mich draußen aufhalte, desto stärker werden meine Gedanken und mir wird furchtbar schwindelig. Das kann in einer Panikattacke gipfeln oder etwas abklingen, wenn ich irgendwo reingehe (Wohnhaus, Supermarkt etc.). Ich kann mir fast gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, normal auf der Erde zu leben.
Menno. Bisherige Therapien brachten keine wirkliche Hilfe.

Der gemeinsame Nenner meiner verschiedenen Ängste ist wie so oft: Kontrollverlust über meinen Körper zu erleiden. Als kleines Kind bereits hatte ich heftige Schwindelattacken und konnte kaum spazieren gehen. Sobald ich wieder im Haus drin war, wurds besser. Meine Eltern waren ratlos und auch die Kinderärzte hatten keinen Plan. Tja und nun hab ich über Jahre sowas bescheuertes entwickelt *g*.

18.04.2014 11:17 • #9


levana

levana


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Zitat von Dini58091:
Ich würde es deinem Freund erzählen! Mein Mann weiss alles von mir... jeden noch zu dummen Gedanken, wieso ich gerade Panik habe!
Er versteht es zwar nicht, aber er kann es sich alles gut vorstellen, wie es mir geht.
Er ist der einzige, der alles weiss!



Neee, das geht nicht. Der macht sich so schon immer lustig über meine Ängste und dass ich bereits vier mal in der "Anstalt" war. Er kennt meine Diagnose (generalisierte Angststörung / Persönlichkeitsstörung), aber nicht die Thematik, die ich hier beschreibe.

18.04.2014 11:18 • #10


MrsAngst

MrsAngst


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Ich denke so eine angst entsteht auch viel über das wissen.
So doof es klingt, aus der geschichte der menscheit hatten viele menschen angst vor sowas.
Die wikinger hatten angst das der himmel eines tages auf sie fällt.
Als man noch dachte die erde sei eine scheibe hatten die menschen angst vom rand zu fallen.
Ich glaub manchmal ist das wissen der menschen gar nicht so gut! Weil es eben über unseren verstand hinaus geht
Aber mutter natur ist mit der täuschung eigentlich recht gut! Sie leistet zuverlässige arbeit und wenn man nicht nachdenkt dann ist alles senkrecht

18.04.2014 14:03 • x 1 #11


Emily_the_stran.


Zitat von levana:
Zitat von Dini58091:
Ich würde es deinem Freund erzählen! Mein Mann weiss alles von mir... jeden noch zu dummen Gedanken, wieso ich gerade Panik habe!
Er versteht es zwar nicht, aber er kann es sich alles gut vorstellen, wie es mir geht.
Er ist der einzige, der alles weiss!



Neee, das geht nicht. Der macht sich so schon immer lustig über meine Ängste und dass ich bereits vier mal in der "Anstalt" war. Er kennt meine Diagnose (generalisierte Angststörung / Persönlichkeitsstörung), aber nicht die Thematik, die ich hier beschreibe.



passt jetzt nicht zur thematik, aber glaubst du, dass so einer der richtige für dich ist? der dich für deine probleme auslacht? ich würde schleunigst das weite suchen

18.04.2014 15:17 • #12


nanetou

nanetou


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Zitat von levana:
Zitat von Dini58091:
Ich würde es deinem Freund erzählen! Mein Mann weiss alles von mir... jeden noch zu dummen Gedanken, wieso ich gerade Panik habe!
Er versteht es zwar nicht, aber er kann es sich alles gut vorstellen, wie es mir geht.
Er ist der einzige, der alles weiss!



Neee, das geht nicht. Der macht sich so schon immer lustig über meine Ängste und dass ich bereits vier mal in der "Anstalt" war. Er kennt meine Diagnose (generalisierte Angststörung / Persönlichkeitsstörung), aber nicht die Thematik, die ich hier beschreibe.


Entschuldigung, aber ich bin jetzt etwas geschockt. Dein Freund sollte dich schon ernst nehmen. Das ist ein Problem für dich und nicht nur ein kleines, da macht man sich nicht lustig drüber. Du bist seine Freundin er liebt dich und du leidest unter deinen Ängsten. Verständnis wäre da angebracht. Dein Freund sollte dir eine Stütze sein und dir Sicherheit geben. Er soll froh sein das er keine Ängste hat die ihm sein Leben schwer machen.
LG.nanetou

18.04.2014 16:29 • #13


~Zoe~

~Zoe~


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Hallo Levana,

eines wird mir hier mal wieder sehr deutlich, nämlich, dass Menschen mit Angststörungen ein reiches Phantasieleben haben. Das ist mir so sympathisch. Ich hoffe, dass du diese Gabe auch in positive Bahnen lenken kannst und nicht total von dieser Angst blockiert bist. Ich habe mal eine philosophische Sendung zum Thema Angststörung gesehen, und dort wurde die Angst anhand des Gemäldes "Der Schrei" von Edvard Munch betrachtet. Die Aussage des Bildes sei, dass sich der Mensch auf der Brücke vor den vielen Möglichkeiten und den vielen unvorhersehbaren Dingen im Leben fürchtet. Daran haben mich deine Zeilen gerade erinnert.

Im Grunde weiß man nicht, ob einem nicht gleich der Himmel auf den Kopf fällt. Zum Glück gibt es aber gewisse Naturkräfte, die dafür zuständig sind, dass alles an seinem Platz ist und bleibt. Vielleicht solltest du dich damit mal beschäftigen.

Lieben Gruß,

~Zoe~

18.04.2014 17:18 • x 1 #14


levana

levana


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@Zoe

Als ich deinen Satz mit dem Himmel las, kam mir eine Erinnerung. Bevor sich diese Angst "auf dem Planeten Erde zu leben" entwickelte, hatte ich Panik, in den Himmel hineinzufallen. Da war ich schätzungsweise 11 oder 12 Jahre alt. Ich konnte kaum noch nach draußen gehen ohne den Gedanken zu haben, ich falle weg- irgendwo ins Universum hinein. Für mich war der Himmel nicht oben, sondern unten (klingt crazy, war aber so). Nach ein paar Monaten war diese Phase vorbei. Damals erzählte ich meinen Eltern davon und versuchte davon ein Bild zu malen *g*. Allerdings konnten sie das nicht nachvollziehen und sagten, dass sei quatsch und meine Angst nicht rational. Naja, wann ist Angst schon rational.

Diese "Himmel-Angst" war dann wohl eine Art Vorstufe zu meiner jetzigen Angst. Machts zwar nicht besser, aber ich habe mich erinnert
Morgen steht eine etwas längere Fahrt an. Ich würde sie so gerne genießen können...aber momentan hab ich einfach nur Magengrummeln.

LG

19.04.2014 20:30 • #15


Kristkindl

Kristkindl


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Ui ui das ist ja echt eine verrückte Sache!
Da bist du ja fast nur daheim oder?

Gibt es nicht Kurse oder Selbsthilfegruppen wo man gemeinsam dran arbeiten kann? So allgemein über Phobien?!
Also ich mag das Weltall auf einer Art auch nicht...weil da diese unendliche Weite ist, das Dunkle und viele Gefahren...
Auf der einen Seite schaue ich mir schon die "schönen" Bilder von Galaxien etc an aber so Dokus über Meteoriten, schwarze Löcher etc, das geht gaaar nicht.
Wird mir jetzt schon vom Schreiben unwohl!

Irgendwie denke ich, wenn man diese Kette verfolgt...am Ende hat man doch nur Angst vorm Tod oder?
Du magst nicht in den Himmel/Weltall fallen, da du dort nicht leben kannst und ersticken würdest....also sterben!

Habe manchmal auch so komische Momente (gehabt) - meist nachts oder alleine - wo ich zuuu lange darüber nachdenke und dann kleine Paniken bekomme.
Dann schnell an was Schönes denken! An deinen lieben Mann und das hier und jetzt!

Wegen deinem Freund: Mein Mann ist auch so einer der immer etwas Schmunzelt oder nicht viel antwortet.
Nur deswegen verlasse ich ihn ja nicht!

Ich denke sie sind in dem Moment auch einfach überfordert und wissen nicht was sie antworten sollen.
Klar kann man es ihnen erzählen aber für Hilfe und Gleichgesinnte ist man wohl hier doch eher aufgehoben
Kommt auf die Person an, der eine kann es erzählen, der Andere nicht.
Mein Mann weiss auch nicht alles, weil er eben mir nicht gross helfen kann!

21.05.2014 18:02 • #16


levana

levana


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Hallo Kristkindl!

Danke für deinen Beitrag. Ja, das ist eine echt verrückte Sache. Gerade jetzt, wo es wieder schöner draußen wird und alle daran Spaß haben. Nur ich nicht.
Ich bleibe natürlich nicht den ganzen Tag drin. Ich gehe auf Arbeit Solange, bis es so schlimm ist, dass ich stationär gehen muss- das letzte Mal im November 2013. Da war die Angst so stark, dass ich bereits in der Früh zitternd aufm Sofa sass. Ging gar nicht.

Du meinst, die Angst reduziert sich auf die Angst vor dem Sterben bzw. vor dem Tod? Das könnte sein. Ich weiß natürlich, dass ich nirgends hinfallen oder runterfallen kann und auch nicht sehen kann, dass die Erde rund ist. Trotzdem ist sie ja rund *g* und das versetzt mich draußen in Panik. Den Sommerurlaub hab ich übrigens storniert Ich traue es mir nicht zu.

Mein Freund hat da wirklich wenig Verständnis. Er fragt immer, warum ich Angst habe, weil es ja keinen Grund gäbe. Hach, wie sollte ich das alles erklären. Angst ist einfach da und was ich dabei fühle, kann ich kaum beschreiben. Z.B. wenn wir draußen spazieren, meint er, daß doch gerade alles so schön ist, normal ist, der Wind etwas weht, die Sonne scheint- keine Situation, vor der man Angst haben müsste. Ich hab sie aber trotzdem! Keine Ahnung, weshalb. Hat sich eben über die Jahre so aufgebaut und in diesen Momenten kann ich ihm es wirklich nicht erklären. Mir fehlen da die Worte *g*.

25.05.2014 10:36 • #17


AJPsychic


Hallo levana,

Kristkindl hat das schon so in die richtige Richtung gedeutet.

Fast alle Ängste, egal ob du Angst vor Krankheiten hast, Angst vor spezifischen Dingen, wie Spinnen oder eben, das dir der Himmel auf den Kopf fällt oder du von der Kugel Erde plumpst, lassen sich am Ende auf drei Teilaspekte komprimieren: Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Ungewissheit und Angst vor dem Tod.

Zum anderen denke ich, je mehr du über das spezifische Problem dieser Angst weißt (dich also mit Erdanziehung, Raum und Zeit beschäftigst), desto eher kannst du sie mit Hilfe der gängigen Techniken (Sport, Entspannung, Atemtechnik) in den Griff bekommen.
Das wäre die verhaltenstherapeutische Seite.

Aber dann bleibt immer noch die Angst vor Kontrollverlust, Ungewissheit und Tod. Gerade auch mit dem Tod beschäftigen sich klassischer Weise ältere Kinder und Teenager, entwicklungspsychologisch gesehen und die Angst oder das Interesse am Tod nimmt eigentlich dann erst ab, im jungen Erwachsenenalter, wenn die Beschäftigung mit anderen Themen wichtig wird: was mache ich mit meinem Leben, wie bekomme ich meine Ausbildung mit meiner ersten richtigen Beziehung unter einen Hut, wer bin ich eigentlich und was will ich vom Leben?

Ich persönlich glaube, dass die Angst vor dem Tod auch immer einhergeht, mit der Angst vor dem Leben. Denn das Leben ist ein einzige großer Kontrollverlust. Wir müssen viel häufiger in Situationen loslassen, als dass wir Situationen unter Kontrolle haben, wir müssen viel hinnehmen, worauf wir keinen Einfluss haben, was wir nicht ändern können. Das macht Angst, ist aber gleichzeitig auch eine große Chance, wenn wir erkennen, was wir im Gegensatz zu all dem doch selbst in der Hand haben. Zum Beispiel haben wir selbst in der Hand, wie wir mit der Angst umgehen. Ob wir ihr erlauben, unser Leben zu bestimmen oder ob wir es in die Hand nehmen und die Angst bestimmen.

Wir beschäftigen uns heutzutage mit sehr vielen Dingen, aber am wenigsten mit uns selbst, mit unserem Leben, mit unserer Endlichkeit. Wir nehmen uns keine Zeit für Philosophie, zum Träumen und zum Denken. Alles das kann aber helfen, die persönliche Antwort auf unsere Fragen zu finden, auf das warum. Und das kann uns helfen, die Angst vor dem Tod anzunehmen und den Kontrollverlust nicht mehr zu fürchten, sondern ihm vielleicht sogar eine positive Seite abzuringen oder über ihn zu lachen.

25.05.2014 13:13 • #18


levana

levana


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Ich hole den Thread mal wieder hoch.
Vielleicht liest es jemand, der auch so abgefahrene Gedanken hat?!

Kontrollverlust gehört sicherlich dazu. Ich könnte mir z.B. gar nicht vorstellen, operiert zu werden (Narkose, daliegen, nix spüren, andere dranrumwerkeln lassen). Hoffentlich komme ich nie in diese Lage....

Mir schrieb mal jemand, dass diese Angst vor der Erde bzw. auch die Angst, von ihr fallen zu können, eine Art Agoraphobie sein könnte. Was denkt ihr dazu?

04.01.2019 20:28 • #19


slipknot


Ich bin der Meinung,dass Menschen mit dieser Art
von Ängsten die idealen Anhänger der Flat-Earth Theorie sein könnten.
Ist in der Tat abgefahren.

04.01.2019 20:36 • #20




Prof. Dr. Borwin Bandelow

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