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Kürzlich ist mir, worüber ich sehr froh war, klargeworden, dass ich Kontrollverlustängste habe. Es hat lange, jahrelang, gedauert, meine Ängste mal genauer zu beschreiben, und nun weiß ich, es sind immer Kontrollverlustängst, im Taxi, im Bus, in der Bahn, im Geschäft...

Nun habe ich hier irgendwo gelesen, dass eigentlich das Gegenteil von Kontrollverlustängsten Vertrauen ist, entweder zu sich selbst oder zu anderen Menschen in der Umwelt.

Das hört sich jetzt so einfach an, aber ich frage mich wirklich, nachdem ich das Vertrauen zu meinem Umfeld verloren habe, es waren bestimmte Erlebnisse, wie ich dieses Vertrauen wiederfinde? Wie lernt man, anderen wieder zu vertrauen? Man muß unter Menschen gehen, das ist klar, aber dann?

Oder muß man eher den Vertrauensverlust, den man mit bestimmten Menschen hatte, beleuchten und verarbeiten?

Über Eure Erfahrungen und Ansichten würde ich mich sehr freuen!

Liebe Grüße

Julia

10.03.2010 14:50 • 31.03.2010 #1


11 Antworten ↓


hallo du,

ich glaube vertrauen kann man nur durch positive erfahrungen wieder aufbauen.
wie man das macht? vielleicht bittest du freunde um ein gefallen oder sprichst fremde an
und fragst ob sie dir helfen können, z.b. nach dem weg fragen oder so.

vertraust du dir denn selber?

lg

10.03.2010 15:29 • #2



Wie lernt man zu vertrauen?

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Ich denke, mir selber vertraue ich nicht so sehr... Ist so eine Sache, wenn ich mich z. B. nicht in den Baumarkt traue, vertraue ich weder mir noch den anderen Menschen dort. Ich hab dann Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren, weil mir das vor den anderen zu peinlich ist.

10.03.2010 16:31 • #3


ich denke, wenn man sich selbst nicht vertraut wie soll man dann anderen vertrauen.
das eine hängt vom anderem ab.
hast du dich denn schon selbst enttäuscht? warum traut man sich selbst nicht, wenn man anderen nicht traut?

10.03.2010 16:42 • #4


Ja, man sagt das so, man kann anderen erst vertrauen, wenn man sich erst mal selbst vertraut, aber warum ist das eigentlich so?

(Das ist so, wie man auch sagt, man müßte sich erst mal selbst lieben, bevor man jemand anderes lieben kann, erinnert mich da dran.)

10.03.2010 16:48 • #5


das frag ich mich auch...

vielleicht kann man sich selbst nicht trauen, wenn man nicht ehrlich zu sich ist.
eigentlich logisch, wenn man sich anlügt oder sich was vormacht, wie soll man sich dann vertrauen?
man muss lernen ehrlich zu sich zu sein.
was denkst du julia?

11.03.2010 19:10 • #6


Ja, da finde ich, hast Du völlig recht...

Aber ehrlich zu sich selbst zu sein ist, glaube ich, verdammt schwer, so geht es mir jedenfalls. Also ich vertraue mir selbst nur ganz wenig.

Und du? Vertraust Du Dir?

11.03.2010 20:47 • #7


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Vertrauen sehr viel mit Loslassen zu tun hat. Wie ich in einem anderen Thread schon geschrieben habe, wir können unser Leben nicht planen, sonst hätte ich es ohne Angst geplant...

Wenn man bestimmte Verhaltensmuster loslässt, kann man bestimmte Dinge auch zulassen und ich glaube das ist der Punkt. Vertrauen hat nichts mit Kontrolle zu tun, sondern mit Loslassen. Es gibt doch dieses Zitat „Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.“
Konfuzius

Habe hier grade ein Buch gefunden, was interessant klingt:

http://www.amazon.de/kleine-Coach-deinem-Glück-steht/dp/3833813709/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1268349602&sr=1-4

Liebe Grüße, berlina

12.03.2010 01:18 • #8


Hallo Ihr Zwei,

ich gehöre auch zu den Menschen, die Probleme haben anderen zu vertrauen.

Zitat von Lisa23:
hallo du,

ich glaube vertrauen kann man nur durch positive erfahrungen wieder aufbauen.
wie man das macht? vielleicht bittest du freunde um ein gefallen oder sprichst fremde an

Das hört sich zwar einerseits gut an, aber was soll das bringen?

Ich meine, mein Vertrauen wurde immer von den Menschen entäuscht, die mir wirklich Nahe standen und wenn es um wirklich wichtige Dinge ging. Von daher sehe ich nicht, warum es mein Vertrauen in andere Menschen fördern soll, wenn ich die um belanglose Dinge bitte, wie zB mir die Uhrzeit zu sagen oder mir einen Weg zu erklären. Schließlich gehe ich ja nicht davon aus, dass jeder Mensch ein Psychopath ist, der mich mit Absicht in den dunklen Wald anstatt ins Museum schickt.

Liebe Grüße!

28.03.2010 14:53 • #9


Hallo Valaria!

Ich denke da genauso wie Du... man kann kein Vertrauen zurückgewinnen, indem man Menschen nach der Uhrzeit fragt oder so.

Und wie man verlorengegangenes Vertrauen zu nahestehenden Menschen zurückgewinnen kann, ist mir auch schleierhaft. Vielleicht ist da wirklich der einzige Weg, Vertrauen zu sich selbst zu gewinnen. Vielleicht braucht man da gar nicht mehr so viel Vertrauen zu anderen.

LG
Julia

28.03.2010 15:10 • #10


Hallo Julia8,

naja, ich glaube nicht, dass ich jemals wieder den Menschen vertrauen werde, die mein Vertrauen missbraucht haben. Will ich auch gar nicht.

Was ich eigentlich meinte ist, dass man gerade weil man, wie zB ich, erlebt hat, dass bestimmte, einem nahestehende Menschen das entgegengebrachte Vertrauen missbraucht haben, es einem immer schwerer fällt neuen Personen im Leben, die einem näherkommen Vertrauen entgegen zu bringen. Das macht echte Nähe unmöglich.

Ich glaube aber auch nicht wirklich, dass das wirklich etwas mit Vertrauen zu sich selbst zu tun hat. Denn mir selbst vertraue ich durchaus. Im Grunde hat mir das Leben doch gezeigt, dass ich die einzige bin, der ich überhaupt vertrauen kann.

Ich weiß, der Spruch passt nicht 100%ig auf diese Situation, aber es heißt doch immer: wenn man will, dass etwas richtig gemacht wird, muss man es selber machen.
Von daher handel ich Dinge, die Vertrauen erfordern, immer mit mir alleine ab. Anderen kann man halt nicht so vertrauen wie sich selbst.

LG Valaria

28.03.2010 19:50 • #11


Vielleicht muss man erstmal lernen zu misstrauen bevor man anderen wieder richtig vertrauen kann. Damit meine ich nicht, das man grundsätzlich jedem misstrauen soll aber man sollte nicht überrascht sein, wenn man enttäuscht wird. Denn sowas wird immer wieder im Leben passieren.

Im Grunde ist es ja die Angst davor, dass man von nahestehenden Menschen verletzt oder enttäuscht wird, die dazu führt, dass man sich immer mehr zurück zieht und kaum noch jemand richtig an sich ran lässt. Hat man aber nicht mehr so viel Angst davor enttäuscht zu werden, dann glaube ich, dass man auch das Selbstvertrauen zurück bekommt und es fällt mit der Zeit wieder leichter anderen Vertrauen entgegen zu bringen.

Und da man andere Menschen nicht kontrollieren kann muss man, denke ich, erstmal stark genug werden, um mit dem Verhalten der anderen umgehen zu können und das geht nur durch ein gesundes Selbstvertrauen. Denn ohne das zweifelt man ständig an sich selbst und hinterfragt viele Dinge, obwohl man vielleicht garnichts falsch gemacht hat. Man kann dann also weder mit Vertrauen noch mit Misstrauen normal umgehen, weil man mehr damit beschäftigt ist Fehler bei sich selbst zu suchen als davon auszugehen, dass man völlig in Ordnung ist und sich richtig verhält.

31.03.2010 13:48 • #12



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