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Hallo zusammen,

mir fällt es ganz schwer mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Das sieht man mir glaube ich von aussen auch an - Mimik und Gestik. Komme da nicht aus meiner Haut und sehe mich in meinen Eltern und Großeltern wieder. Oder kommt man doch aus seiner Haut?

Habe vor dem Zusammenbruch wohl mit vielen gesprochen - nur weiss ich heute nicht mehr über was. Jetzt fällt es mir sehr schwer das Wort zu erreifen und die Menschen anzusprechen.
Fühle mich irgendwie blockiert und ängstlich! Was könnten Sie über mich denken.

Bin vom Kopf her nicht ganz so allwissende wie z. B. mein Mann. Habe jetzt eher das Gefühl mit ihm nicht mehr mithalten zu können. Kann ein das Gefühl auch einen Streich spielen?
Er meint immer das ist nicht so - er will nur das ich wieder gesund werde und daheim es so weit wieder hinbekomme. Dann alles weitere später.

Was wäre wenn ich in der Vergangenheit viel über mich/uns erzähtl habe - andere gemerkt haben das was nicht stimmt - nur nichts gesagt haben bzw. ich es nicht gemerkt habe?
Ich weiß die Vergangenheit kann ich nicht ändern, Nur daraus lernen ( Problem) , im hier und jetzt leben und von der Zukunft träumen. Habe auch Stimmen gehört und bekomme Sie auch nicht aus meinem Kopf. Was ist das? Versuche mich auf kreative Dinge zu konzentrieren. Das erfüllt mich und macht Spaß. Fahrrad, Musik, Hund, ......Ist das das Leben?

Und Arbeit? Gehört das nicht auch dazu? Brauche was einfaches ohne viel Verantwortung. Muss mich trauen - reden lernen bzw. mein Allgemeinbildung langsam wieder aufbauen. Höre wenig Radio und Fernsehen kommt ja nur negatives in den Nachrichten ...... Das kann ich nicht mehr hören! Bleibt hängen und bereitet irgendwie auch Angst. Auch bei Gesprächen kommt häufig was negatives rüber, dass ziehe ich an und kann mir das dann auch merken. Wie streift man das von sich ab und lernt positiven Small Talk bzw. umdenken

Wie macht man das - wie lernt man das?
Was macht ihr?

War immer ein Einzelgänger und habe gedacht, dass mit eigener Familie alles anders wird. Nur habe ich meine Problem immer mit einer Decke verdeckt und mir vielleicht immer selbst etwas vorgemacht. Liebe aber meine Mädels und möchte mehr mit Ihnne reden - nur der Kopf macht manchmal so schnell nicht mit. Wie bekommt man das wieder hin? Hat jemand von Euch auch ein solches Problem? Was habt Ihr gemacht?

Danke

17.07.2017 15:56 • 23.07.2017 #1


13 Antworten ↓


Schlaflose
Zitat von annemausi78-9:
Hat jemand von Euch auch ein solches Problem? Was habt Ihr gemacht?


Ich habe auch ein großes Problem mit Smalltalk und überhaupt mit Reden. Ich habe eine soziale Phobie und eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung. Mit Fremden oder oberflächlichen Bekannten, weiß ich oft nicht, was ich sagen soll und ich bin dann auch total blockiert, fange an zu schwitzen, mich total unbehaglich zu fühlen und mein ganzer Kehlkopf verkrampft sich, so dass ich manchmal einfach nichts rausbekomme oder mir fallen Wörter nicht ein. Wenn ich nur mit einer oder zwei Personen zusammen bin, geht es noch einigermaßen, aber in größerer Runde kann ich kaum etwas sagen. Aber inzwischen habe ich akzeptiert, dass es so ist und seltsamerweise werde ich von allen so akzeptiert und man mag mich trotzdem.

17.07.2017 17:19 • x 2 #2



Wie lernt man Small Talk

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Habe schon gedacht es gibt nur mich mit dieser Diagnose. Wie bist du dazu gekommen und wie gehest du damit um? Mir fällt es scher damit umzugehen!
Erst waren es nur Depressionen und nun seit 8 Wochen die PA. Das ist sehr schwer.

Kann nur mit ausgewählten Menschen reden! Wenn es mehr werden wird es schwierig! Kann längeren Gesprächen selten bis zum Ende folgen und schalte irgendwann einfach ab.

Habe im Job immer mehr von mir erwartet und nun weis ich nicht - wie ich weitermachen soll. Traue mir vieles einfach nicht mehr zu.

Ging es dir vielleicht auch mal so? Was hast du dann gemacht? Bitte kannst du mir helfen?
Würde mich freuen wenn wir in Kontakt bleiben könnten!

Liebe Grüße

17.07.2017 22:20 • #3


Ich hatte das auch sehr extrem früher. Im Prinzip bis vor... geschätzt... 10-12 Jahren. Das wurde immer ein bißchen besser. Ganz langsam. Was den Smalltalk betrifft, so ist es heute oft so, das er mir zu banal ist. Zu unwichtig. Beinahe primitiv. Das klingt sicher sehr arrogant. Bin ich aber nicht. Echt nicht. Aber ich rede tatsächlich ungern nur des Redens willen. Dabei bin ich voll mit Worten...Sätzen...Geschichten die mein Leben schreibt. Aber da fragt ja höchst selten mal jemand nach und so bin ich still. Aber nicht mehr still aus Angst. Das hat sich beinahe verflüchtigt.

Nur gutaussehende Männer bringen mich noch in alte Muster. Angst. Scham. Flüchten.

17.07.2017 22:38 • x 2 #4


Veritas
Lass' es! Wenn es nicht deiner Art entspricht, versuche es nicht krampfhaft, denn das bist dann nicht Du, oder? Das Verbiegen macht dich nur verrückt. Ich mag' Smalltalk auch nicht besonders, unterhalte mich lieber eher über Musik, Politik, Filme etc. Die Allgemeinbildung erweitern hingegen schadet nie, v.a. nicht für einen selbst.

Zu Flocke: Ja, sieh flüchtet jedes Mal panikartig, wenn sie mich sieht.

17.07.2017 22:52 • x 1 #5


Schlaflose
Zitat von annemausi78-9:
Habe schon gedacht es gibt nur mich mit dieser Diagnose. Wie bist du dazu gekommen und wie gehest du damit um? Mir fällt es scher damit umzugehen!


Die Diagnose soziale Phobie habe ich in der psychosomatischen Reha bekommen, wo ich 2009 für 8 Wochen wegen meinen Schlafstörungen war, die ich seit 30 Jahren habe. Und die ÄVPS wurde mir in der ambulanten Therapie, die ich 2011-12 machte, attestiert. Ich war sehr froh um diese Diagnosen, denn endlich hatte ich eine Erklärung für meine "Unzulänglichkeiten".
Dazu muss ich sagen, dass ich 1992-2011 im Schuldienst war und genau mit dem ersten Tag fingen meine Schlafstörungen so massiv an. Ich hatte schon zu beginn des Studiums Angst davor, mal vor einer Klasse stehen zu müssen, der Boss zu sein, im Mittelpunkt zu stehen, vor Leuten zu reden und Verantwortung zu haben. Ich dachte, dass ich das alles mit der Zeit lernen kann, aber es wurde immer schlimmer. Dazu kam, dass ich nicht mit Kritik (von Eltern, Schulleitung) umgehen konnte, mich immer davor drückte, mit Schülern und Eltern zusammenzuarbeiten (z.B. Elternabende u.ä.), ständig Angst hatte, Fehler zu machen und mich zu blamieren usw. Ich habe mich die ganzen Jahre zuerst mit Schlaftabletten, später schlafanstoßenden Antidepressiva über Wasser halten (zeitweise lief es auch sehr gut), aber gegen Ende konnte ich einfach nicht mehr und war einmal für 6 Wochen krank geschrieben, im Jahr drauf für die Reha und dann im Januar 2011 der komplette Zusammenbruch, wo ich für 11 Monate krank geschrieben war.
In der Zeit fing ich die ambulante Therapie an (hatte schon zuvor mehrere erfolgos gehabt), wo ich mit der Diagnose ÄVPS endlich wusste, was mit mir los ist. Mit Hilfe meines Therapeuten habe ich den Mut gefunden, den Schuldienst aufzugeben und bekam die Chance im Ministerium in der Verwaltung anzufangen, wo ich allein im Büro sitze, hauptsächlich mit meinen sehr netten Kollegen (8 Personen) aus dem Referat zu tun habe und nur gelegentlich mit Publikumsverkehr. Seitdem geht es mir psychisch blendend udn auch die Schlafstörungen haben sich sehr gebessert.
Die Diagnose ÄVPS hat mir auch eine Erklärung dafür geliefert, warum ich Angst vor Beziehungen habe und nie eine Partnerschaften eingegangen bin. Das ist typisch für ÄVPS. Dass du trotzdem eine Familie ist eher die Ausnahme.

18.07.2017 08:29 • x 1 #6


Hallo annemausi78-9,

Mich blockiert auch oft der Gedanke bloß nichts zu sagen was mich als unwissend dastehen lässt.
Manchmal ist es auch einfach so dass ich weder einen passenden Einstieg finde noch weiss wie ich an manche Bemerkungen anknüpfen soll. In meiner Jugend kam es dann vor dass bis ich mir eine Erwiderung überlegt hatte das Gesprächsthema in der Gruppe schon wieder fortgeschritten war und ich nicht mehr einhaken konnte.

Zum Thema Smalltalk gibt es einiges an Büchern in denen man sich ein paar Tipps für den Einstieg holen kann um sie auswendig zu lernen. Trainieren muss man das trotzdem. Vielleicht findet sich auch etwas in Eurer Gemeindebibliothek.
Wenn Du woanders eingeladen bist ist es für den Gesprächsbeginn hilfreich den Raum und das Umfeld zu kennen:
    Was stand sonst in diesem Raum, was fand dort sonst statt ?
    Wo ist das nächste Cafe ?
    Wie weit ist der Bahnhof und wann fahren abends Züge ?
    Welche Beziehung hast Du zu den Hobbys des Gastgebers oder seiner Firma ?
    Welcher Gast soll noch kommen auf den Du gespannt bist ?
    Woran erinnert Dich die Musikauswahl ?
Für die Anknüpfung in einem Gespräch kann es nie schaden auf dem Laufenden zu sein: Radio eines Regionalsenders, Regionalseite der Tageszeitung, Blogs aus der Nachbarstadt, neue und geschlossene Läden, Trends in der Bio-Ernährung.
Doch auch bei mir gelingt deshalb der Smalltalk auch nicht besser.

Bei einer Galeriebesichtigung ist es tewas leichter weil man mit seinen Gesprächspartnern etwas gemeinsames zu betrachten hat wo jeder eine unterschiedliche Meinung haben kann.

LG

23.07.2017 11:11 • x 1 #7


BellaM85
Hallo!

Ich persönlich hab damit jetzt keine Probleme egal ob ich anspreche oder angesprochen werde bin ein sehr kontaktfreudiger Mensch aber die Themen über die manche dann quatschen wollen nerven mich oft va wenn es auf die Anbaggern Schiene geht!

Wenn du das erlernen möchtest musst du einfach Gespräche auf dich zu kommen lassen man weiß bei Small Talk ja eigentlich nie genau über was für Themen jetzt gequatscht wird
Wenn du Leute ansprechen möchtest dann auch Schritt für Schritt zb mit einer Frage stellen usw.

Lg

23.07.2017 11:18 • #8


Veritas
Dann trag' 'ne Burka, dann wirst Du auch nicht angebaggert (wobei in der heutigen Zeit vielleicht gerade dann erst recht?).

23.07.2017 12:34 • x 1 #9


BellaM85
Zitat von Veritas:
Dann trag' 'ne Burka, dann wirst Du auch nicht angebaggert (wobei in der heutigen Zeit vielleicht gerade dann erst recht?).



Ich denke auch das es nicht allein auf die optische Schönheit sondern auf die Ausstrahlung ankommt nur optisch hübsch zu sein aber im Gesicht fehlt das strahlen usw reicht nicht
Da kann man anziehen was man möchte

23.07.2017 12:37 • #10


Veritas
Logisch. Aber Du strahlst ja nicht, wenn Du verhüllt bist oder lebst Du in Terschnobyl? Hach, was bin Ich lustig.

Was übrigens gut ist, wenn man keine Lust auf ST hat und (auf der Arbeit) vollgesülzt wird: "Hab' keine Zeit, muss noch 1000 Aufträge erledigen."

23.07.2017 12:40 • #11


Ich empfehle an dieser Stelle mal wieder das Buch

"Nur Mut zum ersten Schritt" von Doris Wolf und Alan Garner.

Mir hat es sehr geholfen, und man kann einfach und gut damit arbeiten.

23.07.2017 12:45 • #12


BellaM85
Ja das sehen aber manche auch anders mit dem Verhüllten ganz ehrlich viele meinen man sieht ja trotzdem die Augen usw das würde reichen. Immerhin müssen die ja auch was haben wenn sie heiraten gehen oft auch auf freiwilliger Art
Aber für mich wäre das nichts

23.07.2017 12:47 • #13


ollie69
also ich habe mal festgestellt,daß ich Smalltalk am meisten hasse,wenn ich negativ/gestreßt drauf bin und dann spontan gezwungen bin ihn zu führen...

Deshalb versuche ich mich, vor einem Smalltalk schnell (Sekunden) in eine offen positive Stimmung zu bringen...dann fallen mir mehr viel mehr Themen ein...

Es kommt natürlich auch stark auf die Sympathie zum Gesprächspartner an...

und wenn du deinen Chef, mit dem du sonst nur das Nötigste dienstlich redest,alleine im Fahrstuhl triffst, ist das nochmal eine andere Sache (Schwierigkeitslevel) als die Nachbarin im Treppenhaus...

23.07.2017 13:23 • x 1 #14



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