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Hallo

Ich habe ein weiteres Problem, was immer stärker zu werden scheint. Ich habe ziemlich starkes Mitleid mit Menschen, was mein Herz schmerzen lässt (nicht philosophisch, sondern wirklich dieses negative Euphoriegefühl, wie Angst halt) und bin oft den Tränen nah, kann nicht an etwas anderes denken.

Heute z.B.

Wo ich wohne gibt es sehr viele Obdachlose und Junkies, sowie Alk.. Eine Gruppe saß heute auf ihrem Stammplatz vor meiner Haustür und hat wieder getrunken, als ich nachhause ging sah ich schon, wie die Polizei und ein Krankenwagen da standen und laut diskutierten. Nichts neues ... bis auf die Männer in den weissen Overalls ... Spurensicherung.
Da ist eiskalt jemand gestorben, ein Leben wurde ausgelöscht. Ich weiss nicht wie, ich glaube die haben sich untereinander gerauft und einer muss unglücklich gefallen sein. Oder er hat zuviel getrunken, ich weiss es nicht ,vermute ersteres, weil ein Mann mitgenommen wurde.
Etwas weiter ist ein Junge gestorben, er war jung, dachte er könnte sich alles erlauben, Im Dro. und auf der Flucht vor der Polizei ist er ca. 10 m gestürzt und gestorben. Jeden Tag bringt seine Mutter Blumen und Kerzen, ein Bild von ihm hängt da und sie küsst es utner Tränen. Diese Szene nimmt mich bis heute mit.

Wenn ich einen Menschen treffe, versuche ich mich in ihn hineinzuversetzen und ich muss immer an diese Gruppe denken. Wie sie einmal Träume hatten, wie sie abgestürzt sind, wie sie leben ... letztens sah ich um 5 Uhr nachts einen Mann auf der Mauer sitzen, der getrunken hat, es war kalt, er war Einsam.

Ich kann mit meiner Einsamkeit relativ umgehen, aber wenn ein anderer Mensch einsam ist, muss ich immer fast weinen. Ich ertrage das Leid anderer Menschen nicht.

Es gibt viel schlimmeres, das weiss ich, Hungersnoten, Kriege, Zwangsprostitution usw. doch sowas nimmt mich auch mit, nur erlebe ich sowas nicht am eigenem Leibe, wie die Obdachlosen und Junkies die cih jeden Tag sehe.

Deshalb habe ich auch eine misanthropische Gesinnung, doch trotzdem das starke Mitleid, das widerspricht sich!!

Weiterhin habe ich sehr starkes Mitleid mit übergewichtigen Menschen. Ich muss mir immer vorstellen, dass sie so nicht leben wollen, doch nicht den Willen haben etwas zu ändern. Wenn ich einen Dicken sehe, der im Laden Süßes kauft oder eine Pizza isst etc. versetze ich mich direkt in seine Lage. Er will das doch nicht essen, er würde alles ändern wollen. Dann stell ich mir vor, wie er zuhause weint.

Es gibt 1000 andere Situationen.

Was kann man dagegen tun? Diese negative Stimmung, dieses Mitleid, was keinen klaren Kopf zulässt? Auch wenn das Mitleid nicht berechtigt ist, male ich mir etwas im Kopf aus, was so realistisch erscheint und das es irgendwo auf der Welt gibt.

Ich würde gerne irgendwie Helfen, doch würde ich zugrunde gehen, mit sovielen Schicksalen konfrontiert zu sein, die ich nicht ändern kann.

Das ist doch nicht normal, sich soviel Gedanken zu machen?

04.04.2012 18:38 • 13.10.2013 #1


38 Antworten ↓


S
Hallo,
ich finde mich in deinem Beitrag auch SEHR wieder. Auch ich kann das Leid Anderer extrem schlecht vertragen. Das geht mir enorm nahe Obdachlose zu sehen oder noch schlimmer junge Obdachlose, bei behinderten Menschen weine ich auch fast innerlich, weil diese mir sooo leid tun und ich es SO ungerecht finde, dass diese Menschen behindert auf die Welt gekommen sind und gar keine Chance auf ein normales und gutes Leben gehabt haben. Puuh...also sowas ist schon extrem. Kranke Menschen kann ich schlecht sehen. Jetzt wo ich in der Klinik war, um meinen Bruder zu besuchen, kam das Mitleid zu den anderen Leuten hoch, die dort in der Klinik gelandet sind oder da gar oft wiederkommen müssen.... . Ist wirklich nicht schön... . Ich denk mir halt, die Welt ist so verdammt hart und sowas von ungerecht...wer hat sie bloß zum Teufel so erfunden?!! Warum leben wir nicht in einer harmonischen Welt, wo alle gut leben und nicht leiden müssen . Ach, die Welt macht mich ganz traurig.

Sumi

19.06.2012 20:21 • #2


A


Zu starkes Mitleid mit Menschen, oft unangebracht

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G
Hallo RoO,

ein interessantes Thema hast du da aufgebracht!

Ich leide immer mit bzw. leide oft mehr als die Personen selbst, wenn ich z.B. in einen Laden komme und keine Kunden drin sind. Oder in ein fast leeres Lokal. Dann stelle ich mir vor, welchen finanziellen und persönlichen Einsatz die Eigentümer da aufgebracht haben, um sich eine Existenz zu schaffen, und dann funktioniert es einfach nicht, und stelle mir ihre Angst vor dem Verlust vor. (In Wirklichkeit ist das dann aber wohl meine eigene Angst, die ICH hätte, wenn ich in ihrer Lage wäre.)

Wenn ich z.B. auf einem Volksfest, Stadtmarkt o.ä. einen Stand sehe, an dem niemand steht, obwohl ansonsten viele Leute da sind, werfe ich oft einen Blick auf den Standbesitzer. Und wenn der oder die mir sympathisch ist, beschließe ich, ihm mal ein bisschen zu helfen: Dann stelle ich mich so an den Stand, als würden mich die Waren interessieren, selbst wenn sie das nicht tun. Und interessanterweise kommen dann immer sofort auch andere Leute an den Stand. Das ist offenbar eine physikalische und soziale Gesetzmäßigkeit, dass Masse andere Masse anzieht.
Die Vorstellung, dort zu sitzen und vergeblich auf Kundschaft zu warten, mit Waren, für die ich mir vorher enorme Mühe gemacht habe, finde ich extrem traurig. ICH könnte es jedenfalls nicht ertragen. Die anderen können es offenbar!

19.06.2012 22:22 • #3


H
Hallo,
ohje.. mein erster beitrag den ich lese und schon pipi in den augen....
ich finde mich hier in den texten orginal wieder....
die sache mit dem kundenlosen stand hab ich oft auf flohmärkten... besonders wenn es alte leute sind... meist such ich dann krampfhaft etwas was ich irgendwie brauchen kann was ivh denen abkaufen kann nur um denen ne freude zu machen... wenn ich mich denn dann traue hinzugehen...


aber eine lösung gegen sowas hab ich leider auch noch nicht gefunden.

lg

22.06.2012 10:59 • #4


S
Oja das kenne ich auch, besonders in phasen wo es mir sehr schlecht geht. Da weine ich wenn im Fernseher was kommt. Muss gar nicht schlimmes sein. Letzens war ein Bericht über peru. Nach getaner Arbeit trafen sich die Menschen in der Kirche, nicht nur um zu beten sondern als Zusammenkunft. Musste ich weinen. Auch versetze ich mich in die Menschen auch wenn es Täter sind. Wie geht es ihnen jetzt eingesperrt usw. Hätten sie vielleicht alles anders gemacht wenn ihnen jemand Einhalt geboten hätte, verpfuschtes Leben usw. Jemand anders denkt einfach das sind Kriminelle. Vielleicht ist unsere Psyche auch dadurch etwas instabil. Habe ja Krankheitsängste. Und wenn ein Bekannter krank ist schaue ich sofort was hat er, wie könnte es ihm mit dieser Krankheit gehen, ist das heilbar, was kommt auf ihn zu. Habe dann sofort Mitleid was kommen könnte. Dadurch weiss man auch viel zu viel das im Kopf bleibt. Und das man dann auch sich selbst produziert. Wohl dem der das Leben locker nehmen kann. Unsere Gesellschaft ist so verdammt hart geworden. Jeder ist sich selbst der Nächste. Sehr, sehr schade!
Gruss Strega

22.06.2012 11:20 • #5


G
Zitat von stregaline1:
Habe dann sofort Mitleid was kommen könnte. Dadurch weiss man auch viel zu viel das im Kopf bleibt. Und das man dann auch sich selbst produziert. Wohl dem der das Leben locker nehmen kann. Unsere Gesellschaft ist so verdammt hart geworden. Jeder ist sich selbst der Nächste. Sehr, sehr schade!

Findest du deine Einstellung nicht etwas widersprüchlich?

Findest du es nun gut oder schlecht, Mitgefühl und Empathie zu haben?

22.06.2012 23:24 • #6


S
Tja Gast B, es mag widersprüchlich sein. Mitleid und Empathie. Weißt du, wenn ich nichts psychisches hätte, könnte ich das ganze lockerer sehen. Das heißt Mitleid/Emathie zu haben ohne das es mich so mitnimmt. Seelisch. Mit der harten Gesellschaft meine ich jeder schaut weg, wenn jemand Hilfe braucht. Wir haben Mitleid, aber helfen wir auch? Mitleid ist oft unangebracht, wenn man denkt wie geht es jetzt dem 17 jährigem im Gefängnis, der einen Mann in der U-Bahn totgeprügelt hat. Man kann daran denken, aber Mitleid? Denke aber oft daran wie sich solche noch Kinder das Leben verpfuschen und mache mir darüber viele Gedanken wie es bei solchen Jungs soweit kommen konnte. Habe mal eine Situation in Frankreich gesehen: Dort lag ein betrunkener Bettler, sag ich jetzt mal so, weil ich Clochard wahrscheinlich nicht richtig schreibe:-( Ich bin vorbeigegangen hatte Mitleid. Normales Mitleid, ohne zu weinen. Denn damals hatte ich keine Depris usw. Das meine ich mit locker sehen/sein. Ein Mann kam vorbei, ging hin, hat kurz mit ihm geredet, ihm auf die Beine geholfen und ist weitergegangen. Vielleicht hatte der normales Mitleid und hat sofort geholfen und ist locker weitergegangen. Der hat sich nicht soviele Gedanken darüber gemacht. So wie ich, deshalb locker. Oder das Beispiel von ROo, Mitleid mit der Mutter, vollkommen richtig. Bloß bringt es ihr nicht viel, ich mache mich dabei kaputt, jeden Tag das zu sehen, deshalb lockerer sein, und harte Gesellschaft, da zähle ich mich auch manchmal dazu, denn man müsste die Frau mal ansprechen mit ihr reden, sie vielleicht reden lassen, vielleicht tut ihr es gut. Wegschicken kann sie mich immer noch. Harte Gesellschaft meine ich, Mütter mit Kindern steigen als letztes ein, Menschen werden zu Tode geprügelt in der U-Bahn. Mit denen haben wir Mitleid. Vollkommen richtig. Aber hättest du da geholfen. Bei uns in München schauen alle weg, aus welchen Gründen auch immer. Sowas bleibt im Kopf. Mitleid mit dem Toten. Grübeleien, hätte ich mich eingemischt?Aber über sowas sollte ich nicht nachdenken, lockerer sehen, ich war ja nicht dabei , habe nichts falsch gemacht, konnte daher auch nicht helfen.
Ich hoffe du verstehst was ich meine?? Und wenn nicht kann ich es leider nicht besser erklären und muß dir zu widersprüchlich zustimmen.
LG Gisela

23.06.2012 12:56 • #7


G
Zitat von stregaline1:
Ich hoffe du verstehst was ich meine?? Und wenn nicht kann ich es leider nicht besser erklären und muß dir zu widersprüchlich zustimmen. Denn natürlich gehört zum Mitfühlen auch Helfen, so weit man es kann - andernfalls ist es eher Selbstmitleid und Heuchelei, unterlegt mit Schuldgefühlen, aber keine Empathie.

Du kannst natürlich etwas tun, um den Leuten, mit denen du mitfühlst, zu helfen. Nicht allen, das kann niemand, aber du kannst dir jemanden oder eine bestimmte Gruppe herauspicken und für den bzw. diese etwas tun. Dann wirst du auch nicht mehr so ein mieses Gefühl haben, dass es dir besser geht als ihnen und du nichts tust.

Zitat von stregaline1:
Harte Gesellschaft meine ich, Mütter mit Kindern steigen als letztes ein, Menschen werden zu Tode geprügelt in der U-Bahn. Mit denen haben wir Mitleid. Vollkommen richtig. Aber hättest du da geholfen.
Ich weiß zwar nicht, welche Situation(en) du jetzt mit da meinst. Aber ich helfe immer, soweit ich das kann, d.h. ich greife irgendwie ein.
Zitat:
Bei uns in München schauen alle weg, aus welchen Gründen auch immer.
Das stimmt aber gar nicht, dass alle wegschauen. Redest du es dir vielleicht ein, damit du dich mit deiner Passivität nicht so alleine fühlst?

Z.B. bei der Schlägerei, bei der der Kaufmann (Brunner) von den jungen Männern auf dem Bahnsteig totgeprügelt wurde: Da haben nachweislich mehrere Passagiere die Polizei angerufen. (Dass sie sich in eine offensichtlich brutale Schlägerei einmischen, halte ich für unzumutbar.) Und vorher, auf dem Bahnsteig, auf dem die alle EINstiegen, hat eine Frau sich in die Anmache eingemischt und hat ebenfalls nachweislich super deeskalierend auf die Jugendlichen eingewirkt: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ner-beginn

Es ist also nicht so, dass niemand die Zivilcourage und/oder das Verantwortungsgefühl hat, helfend einzugreifen. Nur sollten es mehr Leute sein. Und darunter könntest auch du sein.

Und ich greife ja auch ein, wie ich z.B. bei den verlassenen Verkaufsständen beschrieben habe. Und auch sonst, wo es mir nötig und möglich erscheint. Das kannst du auch tun. Glaub mir, du wirst dich dann zunehmend besser fühlen!

Zitat:
Sowas bleibt im Kopf. Mitleid mit dem Toten. Grübeleien, hätte ich mich eingemischt?Aber über sowas sollte ich nicht nachdenken, lockerer sehen, ich war ja nicht dabei , habe nichts falsch gemacht, konnte daher auch nicht helfen.
DA konntest du nicht helfen, aber es gab sicher schon viele Gelegenheiten, bei denen du hättest helfen können, nicht wahr? Ich denke nicht, dass man das alles locker sehen sollte. Das hört sich für mich zu sehr nach Achselzucken und Wegschauen an. Stattdessen das Angemessene tun.

23.06.2012 23:01 • #8


S
lieber Gast B, wie du vielleicht gesehen hast lebe ich in einer Großstadt. Brunner ist hier kein Einzelfall, bloß sind die Folgen nicht immer so gravierend. Selbstmitleid stimmt vielleicht in Bezug auf meine Psyche. Und helfen tue ich auch. Geht ja schon los bei blinden Menschen die unten am U-Bahn Gleis stehen und mit ihrem Stab sich vorantasten. Da findet sich kaum einer der anspricht, unter die Arme greift, mit ihm einsteigt. Sowas tue ich, wenn ein Radler stürzt, frage ich kann ich ihnen helfen und helfe ihm hoch. Der Bus fährt an ihm vorbei und hupt ihn noch an weil er auf der Straße ungünstigt liegt. In München gibt es täglich massenhaft Beispiele, Kinder die ihre Mama verlieren und weinen, bis da mal jemand hingeht und fragt was los ist. Usw. Mein Mann hat zu mir mal gesagt du bist nicht Mutter Theresa, das du immer helfen mußt. Aber vielleicht meinst du das anders wie ich und wir kommen mit unserer Meinung nicht zusammen, hier eine lange Diskussion anzufangen mit dir, möchte ich nicht.
Wüssche Dir einen schönen Sonntag
LG Gisela

24.06.2012 11:24 • #9


N
Zitat von GastB:
Aber ich helfe immer, soweit ich das kann, d.h. ich greife irgendwie ein.
Zitat von GastB:
Da haben nachweislich mehrere Passagiere die Polizei angerufen. (Dass sie sich in eine offensichtlich brutale Schlägerei einmischen, halte ich für unzumutbar.)

Zum glück denken manche anders.

http://www.bild.de/news/inland/schlaege ... .bild.html

lg nyan

24.06.2012 11:38 • #10


G
Zitat von Nyan:
Zitat von GastB:
Aber ich helfe immer, soweit ich das kann, d.h. ich greife irgendwie ein.
Zitat von GastB:
Da haben nachweislich mehrere Passagiere die Polizei angerufen. (Dass sie sich in eine offensichtlich brutale Schlägerei einmischen, halte ich für unzumutbar.)

Zum glück denken manche anders.

http://www.bild.de/news/inland/schlaege ... .bild.html

Meinst du nicht, geliebte Nyan, dass es einen Unterschied macht, ob es sich bei dem Zeugen um eine Mutter mit Kind an der Hand handelt oder einen jungen, kräftigen Mann? Eine Mutter mit Kind(ern) sollte m.E. tunlichst das Weite suchen, wenn eine Schlägerei im Gange ist, und die Polizei rufen. Und bei Brunner waren es mehrere Mütter mit Kindern.

Dass es natürlich auch Leute gibt, die nichts tun, ist klar. Allerdings gibt es auch da Situationen, die m.E. absolut verzeihlich sind. Und ein falsches Eingreifen ist m.E. auch nicht viel besser als gar keins. Zudem darf man m.E. nicht übersehen, dass in Deutschland leider viel zu oft diejenigen, die eigentlich Opfer oder Helfer sind, wegen Körperverletzung verurteilt werden. und solange sich das nicht zuverlässig ändert, kann ich es keinem übel nehmen, wenn er/sie nicht selber eingreift. Übrigens sagt ja auch die Polizei immer wieder: Bringen Sie sich nicht selber in Gefahr. Das steht in krassem Widerspruch zu dem Mediengejammer, niemand würde helfen.

@ Gisela
Du bist nicht die einzige, die in einer Großstadt wohnt.

Und wenn du selber hilfst, und ich helfe, dann sind wir ja schon zwei, die es tun, nicht wahr. Ich hatte in den letzten Jahren mehrere Unfälle, bei denen mir Leute, die in der Näher waren, sofort, selbstlos und unglaublich einsatzbereit geholfen haben. Es wäre also unfair, wenn ich auch in dieses Klagelied ein- oder ihm zustimmen würde.
Auch der von Nyan zitierte junge Mann hat geholfen. Und viele andere auch.

Aber Gisela, worum geht es dir eigentlich wirklich:
Um die Fälle, wo du nicht helfen konntest? Oder um die Fälle, in denen du geholfen hast, und vermeintlich nicht hättest helfen sollen? Anscheinend ist dein Mann der Meinung, dass du nicht so viel helfen solltest?

24.06.2012 18:37 • #11


S
Mein Mann ist der Meinung ich solle mich nicht zuviel einmischen. Beispiel:schon ewig lange her, war damls das TSV 1860 Aufstiegsspiel in Meppen. Wir mit dem Bus hin. Nach dem Spiel ca 4 Mitfahrer(Männer betrunken 2 Reihen vor uns) fangen eine Streiterei mit dem Busfahrer an. Einer sagt:ich hau dir gleich was auf den KopfUnd was glaubst du wer was gesagt hat? Ich! Bin aufgesprungen habe die angeschrien, es ist genug, Schluß jetzt, hört auf und gebt sofort Ruhe. hat auch funktioniert. Wieviel der Mitpassagiere haben noch was gesagt? Keiner. Und wieviele Männer waren wohl in dem Bus. Bestimmt 40. Mein mann sagte was mischt du dich da ein? Ih mische mich sehr wohl ein, weil ich keine Lust habe das 50 Leute mit Bus im Strassengraben landen. War ja alles während der Fahrt. Das mit dem locker sehen war vielleicht im falschen Satz untergebracht. Damit meine ich: Flug München-Egypt. 2 Betrunkene Passagiere. machen die Stewardess ein bisschen dumm an. Die schei. die 2 sofort aus dem Flieger. Ich versezte mich sofort in die Lage der beiden und denke natürlich darüber nach wie arm die beiden jetzt dran sind. Wollten nach Egypt, Urlaub machen, was machen die wohl, können die mit dem nächsten Flieger nachkommen oder werden sie gar nicht mehr von Condor befördert usw. Das sollte ich lockerer sehen nicht so viel Gedanken mir machen. Weil die sind wirklich selber schuld, jeder weiß, das kann passieren, betrunken-kein Flug.
So jetzt aber genug. Ich bin so wie ich bin wenn es dir auch widersprüchlich erscheint. Habe schon viel geholfen in meinem Leben und es gibt Situationen wo ich einfach nicht wegschauen kann auch nicht mit Kind.
Lg Gisela

24.06.2012 20:20 • #12


G
Zitat von stregaline1:
So jetzt aber genug. Ich bin so wie ich bin wenn es dir auch widersprüchlich erscheint. Habe schon viel geholfen in meinem Leben und es gibt Situationen wo ich einfach nicht wegschauen kann auch nicht mit Kind.

Richtig.

Das solltest du aber vor allem deinem MANN sagen, nicht uns!

25.06.2012 13:21 • #13


A
Hallo.
Ich habe auch sehr starkes Mitleid , aber mit Tieren. Wenn ich im Fernsehen was gesehen habe , von Tieren den es irgendwie schlecht geht / ging / gerettet wurden oder gestorben sind , macht mich das wahnsinnig fertig. Ich hasse dann die Menschen so sehr , die das leben und die Natur zerstören. Ich denke dann so sehr an das Tier , wie es wohl Leiden musste und wie verzweifelt es ist, dass mir mein eigenes Lebens sinnlos vorkommt.
Mir tut das so weh im Herzen, dass ich manchmal nach solchen berichten sogar schon geweint habe. Ich helfe irgendwie jedem kleinen Tier was druassen in Not ist und glaube auch , ich mache mich damit manchmal lächerlich, wenn ich Gulli deckel hoch Hebe, um einem Frosch aus dem Auffang eimer zu heben..
Ich bin sehr emotional was Tiere angeht . Habe selbst welche und versuche dann immer meinen noch mehr liebe zu geben. Ich kann heute wegen der Problematik nicht mal schlafen , weil ich Bilder von heute aus nem tv Bericht nicht mehr los werde. Ich glaube ich gucke einfach mal gar kein Fernsehen mehr.. Sorry .. Ich weiß es geht um Menschen, aber mich hat das so belastet . Bei Menschen denke ich immer, die können wenigstens sprechen und logisch denken, wenn sie in Not sind oder Hilfe brauchen , und Tiere können nicht reden und verstehen nicht, was ihnen angetan wird.

Gute Nacht

29.06.2012 01:35 • #14


G
Zitat von Amy87:
Ich helfe irgendwie jedem kleinen Tier was druassen in Not ist und glaube auch , ich mache mich damit manchmal lächerlich, wenn ich Gulli deckel hoch Hebe, um einem Frosch aus dem Auffang eimer zu heben..

Nein, damit machst du dich keineswegs lächerlich! Lass dir sowas nicht einreden! Wenn deine Freunde darüber lachen, ist das ihre Sache, aber es ist traurig, dass sie kein Mitgefühl mit dem Tier haben.

Zitat:
Bei Menschen denke ich immer, die können wenigstens sprechen und logisch denken, wenn sie in Not sind oder Hilfe brauchen , und Tiere können nicht reden und verstehen nicht, was ihnen angetan wird.
Genauso wie Babies und kleine Kinder, nicht wahr?

29.06.2012 23:05 • #15


A
Huhu gast,

Bei meiner Gulli Deckel hoch heb Aktion hat mich ja keiner gesehen.
Aber ich glaube die meisten Menschen würden denken, die gute spinnt , weil es nur ein Frosch war . Ich muss dazu sagen , dass meine Hunde den so erschreckt haben, dass der da ausversehen reingesprungen ist. Und da hab ich dann halt gehandelt und den rausgeholt.
Heute kam auch ein bericht im Radio, dass jeden Tag Tiere die geschlachtet werden zum Teil keine Betäubung vorher bekommen Usw. Da musste ich umschalten.
Weiß nicht ob das alles normal ist, aber mir zerreißt das so das herz, ich kann das nicht ertragen. Ich kann meine eigenes Leben dann nicht mehr ertragen.
Genauso wie mit dem 2 jährigen Kind, was da letzte Woche verhungert ist, weil die Mutter tot in der Wohnung lag. Das sind so grausame Sachen, die meinem verstand entweichen wollen, weil ich sowas nicht begreifen kann, das mal wieder angeblich keiner was mit bekommen hat.

29.06.2012 23:28 • #16


B
Huhu Amy87

Deine Denk- und Fühlweise ist keineswegs komisch, mir selber
geht es schon viele Jahre lang genau so.

Berichte von menschlichen Katastrophen (Hunger, Kriege etc.)
vergesse ich nach wenigen Momenten. Aber Berichte von ge-
quälten Tieren oder hilflosen Kindern beschäftigen mich oft
wochenlang und lassen mich nicht mehr zur Ruhe kommen.

Ganz liebe Grüsse, Der Beobachter

30.06.2012 07:36 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

N
Hallo,

mich machen diese Sendungen über gequälte Tiere (Hühner und auch andere Tiere in konventioneller Haltung) auch immer total fertig. Ich muss dann immer wegschalten.

Ich esse deshalb auch schon seit etwa 15 Jahren kein Fleisch und keine Eier mehr. Ich kann auch nicht verstehen, wieso unsere Gesellschaft, speziell unser reiches Deutschland diese Quälereien zulässt. Diese Gleichgültigkeit kann ich nicht verstehen.

Ebenso verstehe ich nicht, dass bei uns überhaupt Menschen auf der Straße leben müssen, und dass es ihnen so schwer gemacht wird, wieder eine Wohnung zu finden. Da werden Millionen zur Rettung der Banken ausgegeben aber für die Rettung von Menschenleben ist kein Geld da.

30.06.2012 10:32 • #18


B
Oh doch, auch für die Rettung von Menschen wird viel Geld ausgegeben.

Erst gestern hat der Bundestag mit grosser Mehrheit beschlossen, für die
Rettung der armen Banker und Spekulanten (das sind auch Menschen) bis
zu 750 Milliarden Euro auszugeben ...

30.06.2012 10:57 • #19


N
... und für die armen Griechen wurde ja auch schon viel Geld ausgegeben.

Die deutsche Wirtschaft brummt ja und deshalb haben wir mehr Beschäftigte als je zuvor, die jetzt zu Hungerlöhnen arbeiten dürfen.

Da fragt sich der gutbezahlte Grieche im öffentlichen Dienst: Ich trink Ouzo, was machst du so?

30.06.2012 11:32 • #20


A


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