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Konti93

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Hallo liebes Forum und danke für die nette Aufnahme!

Dies ist mein erster Beitrag, wenn ich etwas falsch gemacht habe oder im falschen Subforum unterwegs bin, seid gnädig mit mir :p

Nun zu meinem Problem:

Ich bin 23 Jahre alt und studiere Psychologie im 5. Semester Bachelor. Grundsätzlich war ich schon immer ein eher zurückhaltender Mensch, um nicht zu sagen schüchtern. Ich hatte und habe aber dennoch immer einen großen Freundeskreis. Meine Freunde würden mich vermutlich nicht als schüchtern bezeichnen, da ich mich selbst gut "pushen" kann und mich dann - mit leichter Anstrengung - so verstelle, dass ich keine Zurückhaltung ausstrahle und an Konversationen usw meinen Anteil habe. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin ist diese Zurückhaltung auch komplett verflogen. Dennoch war es mir immer unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen, mit Fremden Leuten zu sprechen, usw. Auffälligerweise habe ich aber keine Probleme mit Situationen, die ich im Voraus planen konnte. Was mich nun wundert: Bis ca. Anfang diesen Jahres hat sich diese Schüchternheit ziemlich gebessert, sodass mir bsp. Referate eigentlich nur noch wenig ausgemacht haben. Seit Frühling allerdings hat sich einiges geändert: Wenn ich beispielsweise bei einem Freund bin, und eine Person den Raum betritt, mit der ich nicht gerechnet habe (egal ob bekannt oder unbekannt), beginne ich total zu schwitzen. Ich bin dann nicht unsicher oder sowas, ich kann auch normal reden, aber diese körperliche Reaktion finde ich dann doch sehr ungewöhnlich. Dies tritt in allen unerwarteten sozialen Situationen auf... Wenn mich jemand Fremdes etwas auf der Straße fragt, wenn mir jemand zu nahe kommt beim Reden, wenn ich jemanden zufällig ("unvorbereitet") treffe, auch Bekannte... eigentlich in jeder Situation und jeder Konversation, auf die ich mich nicht ausreichend vorbereiten konnte... Teilweise schwitze ich sogar, wenn ich etwas mit einem Kumpel ausmache, den ich vielleicht 1 Woche nicht mehr gesehen habe, und dann das erste Mal wieder mit ihm rede. Ich habe sicher nicht das größte Selbstbewusstsein überhaupt, aber auch nicht besonders niedrig, kann mir also nicht vorstellen dass es daran liegt... Nach ca. 10 Minuten, quasi wenn ich mich an die neue Situation gewöhnt habe, hört das Schwitzen dann auch auf.
Ich habe nun viel nachgelesen, und kam auf die Sozialphobie, bzw im Englischen "social anxiety". Was auch passen würde: Ich habe gelesen, diese social anxiety tritt in einer grundsätzlichen leichten Schüchternheit auf, und kann schub- bzw phasenweise sehr stark auftreten. Vielleicht habe ich gerade eine solche Phase? Was könnte sonst der Grund sein? Und gibt es Therapien bzw. Medikamente, die hierfür infrage kämen?

Vielen dank schonmal für eure Antworten

Gruß, Philipp

27.08.2017 14:38 • 07.09.2017 #1


8 Antworten ↓


juwi

juwi


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Hallo Philipp,

ich möchte dich herzlich willkommen heißen hier im Forum!
Ich habe auch eine Sozialphobie und kenne das mit dem Schwitzen. Ich schwitze sogar beim längeren Telefonieren. Medis gegen Sozialphobie gibt es schon, manche Antidepressiva sollen so wirken (z.B. Sertralin, das ich seit kurzem nehme). Oder meinst du ein Medi gegen das Symptom Schwitzen?

28.08.2017 13:26 • #2


Konti93


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Hey Juwi,

danke für deine nette Antwort! Hast du die Sozialphobie bei einem Therapeuten feststellen lassen? Das mit dem Telefonieren habe ich vergessen zu erwähnen, das habe ich auch... nicht, wenn ich mit Freunden telefoniere, aber wenn ich zum Beispiel wichtige Telefonate führe bezüglich Praktika, Vorstellungsgesprächen oder auch generell bei Gesprächen mit unbekannten Leuten... Was für Erfahrungen hast du mit diesen Medikamenten gemacht? Und welche mit Sertralin? Macht es Sinn, Antidepressiva zu nehmen, wenn man eigentlich ein sehr positiv-optimistischer Mensch ist, mit viel Lebensfreude usw? Bzgl Medis gegen Schwitzen: Nein, halte wenig davon "oberflächlich" Symptome zu bekämpfen, ohne versucht zu haben die Ursache zu beheben... Würde mich freuen wenn du einfach ein bisschen genauer erzählen könntest was bei dir geholfen hat usw Was halten die Leute hier im Forum denn von der Behandlung mit Adderall? Glaube, das ist in Deutschland nicht verfügbar, aber es gibt doch ähnliche Medikamente? Ein Freund von mir hat ADHS und bekommt nun Amphetamine verschrieben. Was bei ihm nun auffällt, ist, dass er im Gegensatz zu vorher wahnsinnig viel redet, viel motivierter ist und weniger Dinge vergisst. Würde das theoretisch nicht auch Sinn machen?

Als Zusatz: Was bei mir auch auffällt, ist, dass ich mich nur sehr schwer länger konzentrieren kann, beim Lernen lenkt mich jede Kleinigkeit ab, ich habe noch nie länger als eine halbe Stunde am Stück lernen können... Mit Motivationslosigkeit habe ich auch zu kämpfen.... Was könnte das denn sein?

28.08.2017 15:40 • #3


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von Konti93:
Ich bin 23 Jahre alt und studiere Psychologie im 5. Semester Bachelor.


Egentlich müsstest du das Problem, das du hast, aus deinem Studium kennen und einschätzen können. Finde ich sehr seltsam, dass du hier nach so elementaren Dinge aus der Psychologie fragst, die man als Laie kennt.

28.08.2017 16:59 • x 1 #4


Konti93


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Hallo Schlaflose,

hast du denn Psychologie studiert? Will hier jetzt keine Diskussion vom Zaun brechen, aber deiner Aussage habe ich - abgesehen davon, dass sie mich bei meinem Problem null weiterbringt und ziemlich destruktiv ist - zwei Dinge entgegenzusetzen:

Erstens würde ich soziale Angst genau wie alle anderen psychischen Störungen nicht als "von Laien gekannt" deklarieren. Nur weil man weiß, dass es so etwas gibt, heißt das noch lange nicht, dass man damit umgehen oder es sogar behandeln kann. U auf deinen Kommentar bzgl. meinem Studium einzugehen: Diese Dinge lernt man in den "Klinische Psychologie"- sowie den "Psychopathologie"-Vorlesungen, welche (zumindest bei meiner Uni) erst im 5. Semester beginnen. Im Übrigen wird so oft wie möglich davor gewarnt, das Psychologie-Studium zur Selbstdiagnose und -behandlung herzunehmen. Aber das ist eigentlich auch "Laien bekannt".

Zweitens spezialisiere ich mich auf Wirtschaftspsychologie. Nur weil man Psychologie studiert, heißt das nicht, dass man sich selbst diagnostizieren und behandeln kann, und schon gar nicht, dass man sich nie Hilfe suchen sollte. Ich wollte hier lediglich nach Leuten suchen, die evtl. ähnliche Symptome haben. Du bist mir dabei leider keine Hilfe.

Von allen anderen freue ich mich wirklich sehr über Kommentare, Vor- und Ratschläge

28.08.2017 19:15 • #5


juwi

juwi


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Zitat von Konti93:
Hast du die Sozialphobie bei einem Therapeuten feststellen lassen?

Nein, die fand ein Psychologe aufgrund eines Tests bei einem Gutachten für die Berufsunfähigkeitspension (die abgelehnt wurde) heraus.
Zitat:
Was für Erfahrungen hast du mit diesen Medikamenten gemacht? Und welche mit Sertralin?

Ich weiß nicht, was du mit „diesen Medikamenten“ meinst? Ich habe schon viel probiert, allerdings nichts gezielt gegen die Sozialphobie genommen, sondern gegen meine Depression. Zu Sertralin kann ich noch nicht viel sagen, nehme es erst seit knapp einer Woche.
Zitat:
Macht es Sinn, Antidepressiva zu nehmen, wenn man eigentlich ein sehr positiv-optimistischer Mensch ist, mit viel Lebensfreude usw?

Eigentlich nicht. Wahrscheinlich würde es bei dir auch über Psychotherapie allein klappen, die sozialen Ängste abzubauen. Ist aber nur eine Vermutung, ich bin selbst Laie.
Zitat:
Bzgl Medis gegen Schwitzen: Nein, halte wenig davon "oberflächlich" Symptome zu bekämpfen, ohne versucht zu haben die Ursache zu beheben... Würde mich freuen wenn du einfach ein bisschen genauer erzählen könntest was bei dir geholfen hat usw

Gegen das Schwitzen? Dagegen habe ich nie etwas unternommen. So stark ist es bei mir nicht, es lässt sich leicht verbergen. Nur wenn ich jemandem die Hand schütteln muss, wird’s peinlich, weil meine Hände wässrig sind.
Zitat:
Ein Freund von mir hat ADHS und bekommt nun Amphetamine verschrieben. Was bei ihm nun auffällt, ist, dass er im Gegensatz zu vorher wahnsinnig viel redet, viel motivierter ist und weniger Dinge vergisst. Würde das theoretisch nicht auch Sinn machen?

Das wird dir nur ein Experte sagen können. Ich kann nur sagen, dass mich Wellbutrin (das auch zu den Amphetaminen zählt) schon etwas motivierter und konzentrierter gemacht hat. Aber müde und dadurch oft antriebslos bin ich immer noch.
Zitat:
Als Zusatz: Was bei mir auch auffällt, ist, dass ich mich nur sehr schwer länger konzentrieren kann, beim Lernen lenkt mich jede Kleinigkeit ab, ich habe noch nie länger als eine halbe Stunde am Stück lernen können... Mit Motivationslosigkeit habe ich auch zu kämpfen.... Was könnte das denn sein?

Vielleicht einfach Unterforderung?

29.08.2017 08:41 • #6


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von Konti93:
hast du denn Psychologie studiert?


Eben nicht, aber ich weiß trotzdem viel darüber. Es wundert mich äußerst, dass man im 5. Semester des Psychologiestudiums nicht die Basics kennt. Zuerst müsste man ja wohl die elementaren Aspekte kennen, bevor man sich spezialisiert.

Ich leide übrigens an einer sozialen Phobie und einer ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung.

29.08.2017 15:46 • x 1 #7


Konti93


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Dass du viel über deine "Nische" der Psychologie weißt, bestreite ich gar nicht. Über das Studium allerdings wirst du dann nicht auf dem neuesten Stand sein. Deshalb würde ich in dieser Hinsicht Spekulationen und gar Unterstellungen deinerseits ungern kommentieren. Ich weiß auch nicht, was du mir sagen willst. Die Basics zu kennen, heißt nicht, dass ich mich selbst therapieren kann.

29.08.2017 22:47 • #8


_Verzweifelt_


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Konti 93 wir haben sehr viel gemeinsam! Ich hab die gleichen fragen wie du... ich bin auch am studieren mache viel sport hab nen riesigen Freundeskreis mit dem ich sehr viel unternehme und ohne den mein leben nicht lebenswert wäre zudem hab ich ne tolle familie. Eigentlich sollte mein leben perfekt sein... Rin paar differenzen haben wir jedoch referate sind für mich sehr schlimm das war nicht immer so bis 19 hatte ich sehr wenig probleme referate zu halten. Doch jetzt mit 22 mach ich mir schon 1 woche zuvor grosse sorgen. Ich hab Probleme mit fremden leuten zu reden so hatte ich auch wieder mühe im studium freunde zu finden was mir aber gelungen einfach recht verspätet im vergleich zu anderen....bisher dachte ich immer das ich einfach schüchtern bin aber manchmal frag ich mich schon ob da mehr dahinter steckt:(

Zusatzproblem: hab ich schon länger wurde mir aber erst kürzlixh bewusst; ich steigere mich in kleine zukünftige situationen übertrieben und unnötig rein kann aber nichts dagegen tun ich weiss dases voll unnötig ist aber mein kopf denkt nur daran...

Ich hätte noch ne frage an dich: wie siehts bei dir mit frauen/beziehungen aus? Freue mich auf deine antwort!
Lg

07.09.2017 08:00 • #9



Dr. Reinhard Pichler


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