Pfeil rechts
13

Hallo,

ich habe jetzt schon länger darüber nachgedacht, mich hier in diesem Forum anzumelden, da mich meine Einsamkeit langsam von innen heraus zerfrisst. Ich weiß auch nicht, wie ich mir noch selbst helfen soll.

Zunächst zu mir: Ich bin jetzt seit kurzem 19 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft. Meinen Namen werde ich hier nicht preisgeben, da ich anonym bleiben möchte (Wilhelm ist nur ein Pseudonym). Ich habe bis ich ca. 13 Jahre alt war bei meiner Mutter gelebt, die Alk. war, und wurde schließlich vom Jugendamt abgeholt, das mich in eine Wohngruppe vermittelte, in der ich dann ca. 8 Monate wohnte. Mittlerweile wohne ich schon seit einigen Jahren bei meinem Vater.

Seit vielen Jahren bin ich nicht wirklich in der Lage, Freundschaften zu schliessen. Sicherlich resultiert meine Unfähigkeit Freunde zu finden vor allem daraus, dass meine Kindheit so verkorkst war. Obwohl ich jetzt schon seit längerem bei meinem Vater wohne, hat sich daran nichts wirklich verändert. Ich habe das Gefühl, dass die meisten Menschen mich nicht mögen und bin auch nicht wirklich gut im Smalltalk. Teilweise merke ich, dass andere Menschen mich mögen, aber ich vermeide selbst den Kontakt, da ich Angst davor habe, sie könnten mich zurückweisen. Aufgrund meiner Einsamkeit habe ich auch häufiger Selbstmordgedanken, aber umsetzen könnte ich diese sowieso nicht, da ich immer noch die Hoffnung habe, dass sich mein Leben bessern wird.

Ich hoffe, mir können einige Mitglieder dieses Forums weiterhelfen...

08.05.2017 15:19 • 12.08.2017 x 2 #1


8 Antworten ↓


Herzlich Willkommen hier im Forum, Wilhelm:)

Deine Problematik kenne ich sehr gut. Soziale Phobie und Einsamkeit spielen bei mir auch eine enorm große Rolle. Mich würde interessieren ob du deswegen und vorallem wegen deiner Kindheit schon therapeutische Hilfe aufgesucht hast. Falls nicht wäre das der erste Schritt, denn du versuchen könntest um die Unsicherheit loszuwerden.

Ansonsten kann ich leider nicht viel dazu raten, da ich selbst noch tief drin stecke.

Ich hoffe einfach, dass du hier findest was du suchst und dich gut einlebst:)

08.05.2017 15:31 • x 2 #2



Soziale Phobie und Einsamkeit

x 3


Hallo Wilhelm,



herzlich Willkommen in diesem Forum.
Ich bin auch sehr einsam, und verstehe Dich vollkommen, in Deinen Gedankengängen.
Ich bin auch sehr isoliert, weil ich unter dermaßen vielen Sozialen Ängsten leide, auf das ich ganz genau so wie Du, absolut nichts hinbekomme.
Fühle Dich von uns / mir herzlichst angenommen, und auch aufgefangen.
Du bist hier nicht alleine.








LG Schwarzes-Leben

08.05.2017 16:01 • x 4 #3


Dell99
Guten Abend.
Ich habe dasselbe Problem und bin jetzt seit knapp einem Jahr in Therapie.. Ich stecke zwar immer noch sehr tief drinne aber durch die Therapie lerne ich mich Tag für Tag selber besser kennen und versuche auch jeden Tag gegen die Angst anzukämpfen auch wenn ich noch oft scheitere.. Ich hoffe dass ich irgendwann die Angst überwinden kann. Ich würde dir empfehlen dir Hilfe aufzusuchen denn das ist der erste Schritt um etwas zu ändern.. Wünsche dir alles Gute!

08.05.2017 18:22 • x 2 #4


Hallo Wilhelm,

ja. Du bist nicht alleine. Ich glaube eines der größten Probleme, zumindest für mich damals war, dass ich mich so "abnormal" gefühlt habe. "Alle anderen bekommen es hin. Nur ich nicht..."
Dabei ist das eine riesen Lüge. Unter der Fassade brodelt es bei jedem. Nur keiner spricht darüber. Von daher: Herzlich willkommen und ein dickes Lob für Deinen Mut Dich hier an zu melden.

Schließe mich da SilentFelina an: Hast Du Dir schon einmal Hilfe gesucht?

Grüße

09.05.2017 12:04 • x 2 #5


Naja, ich habe zumindest bisher darüber nachgedacht mir Hilfe zu holen, aber es bisher nie tatsächlich angegangen. Ich bin mir da auch nicht so sicher, an wen ich mich da am besten wenden soll. Vielleicht wäre es keine schlechte Idee, dass ich mich an meinen Hausarzt wende, der mir einen Psychologen empfehlen könnte. Das Problem ist auch, dass ich innerhalb meiner Familie keinen besitze, an den ich mich wirklich wenden könnte. Mit meinem Vater kann ich irgendwie nicht darüber reden, meine Mutter hatte vor ein paar Jahren einen Schlaganfall wegen ihres Alk. und sitzt mittlerweile im Rollstuhl und mit dem Rest meiner Familie habe ich einfach zu wenig Kontakt, um mich ihnen anzuvertrauen.

10.05.2017 23:44 • x 1 #6


@Wilhelm
Das wäre sogar eine sehr gute Idee, wenn du da zuerst zu deinem Hausarzt gehen würdest:) Er kann dir ja evtl auch den passenden Therapeuten zeigen.
Da ich das kenne, dass man niemaden zum reden hat, weiß ich wie gut es ist einmal in der Woche mal rauszulassen. Auch wenn es kurz ist, ist es besser als alles in sich hinein zu fressen. Außerdem kann es natürlich dein Selbstbewusstsein stärken:)
Du hast viel zu verarbeiten und brauchst wirklich jemanden an deiner Seite.

Viel Glück beim Suchen. Ich hoffe wirklich du findest einen geeigneten Therapeuten. Bei mir ging es zB ziemlich schnell. Ich hoffe bei dir auch:)

LG
SilentFelina

11.05.2017 00:02 • #7


HI,

ja finde ich auch. Gehe einfach mal zu Deinem Hausarzt.
Ist anfangs eine riesen Überwindung, aber ein toller Schritt.

War selbst auch schon bei einigen Psychologen und das ist einfach klasse.
Dieser neutrale, sichere Ort an dem man sich den ganzen Schmodder einfach mal von der Seele reden kann. Ohne Rücksicht falsche Schuldgefühle.

Je anchdem wo Du wohnst findest Du vielleicht auch Gruppen von Gleichgesinnten in Deiner Nähe.

Grüße

11.05.2017 09:49 • #8


Mittlerweile habe ich mich auch an meinen Hausarzt gewendet und war bei einer Psychologin für ein erstes Gespräch, das sich zumindest schon mal sehr befreiend angefühlt hat. Die Psychologin wird nun entscheiden, wie man mit mir weiter verfahren wird. Naja ich denke mal meine Problem wird nicht nur die Soziale Phobie sein, sondern zusätzlich noch eine mittelschwere Depression. Trotzdem läuft´s mit dem Studium ziemlich gut und ich bin ein Stück weit auch stolz darauf, dass ich in meinem Studium so erfolgreich bin und mein Abi geschafft habe trotz all der schwierigen Umstände.

Ist es eigentlich normal, dass Menschen, die Schwierigkeiten haben Freunde zu finden, anderen gegenüber versnobt bzw. arrogant rüberkommen? Ich bin, was mein Aussehen und meine Kleidung angeht, sehr eitel und trage häufig teure Markenkleidung und Parfüm. Wahrscheinlich bin ich damit in der Uni immer etwas overdresst Jedenfalls wurde mir schon einmal gesagt, dass ich eigentlich ja doch ein ganz netter Typ bin, obwohl ich auf den ersten Blick wohl wie ein Snob gewirkt habe.

12.08.2017 00:24 • #9




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler