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Situations
Ich bin 18 Jahre alt, bald 19, und habe erfolgreich mein Abitur hinter mich gebracht. Nach diesem erfolg wollte ich eigentlich nun mein Freiwilliges Soziales Jahr beginnen, so wie es viele andere sicher auch tun...doch nun bin ich hier FSJ abgebrochen und hilflos wie es mit mir wohl weiter geht.
Ich hab schon ziemlich lange das Problem das ich bei großer Nervosität mit Herz-rasen, Schweißausbrüchen und Erbrechen kämpfen muss und ich richtig in Panik gerate. Wann das ganze begonnen hat kann ich nicht richtig sagen aber es wurde/wird immer schlimmer und schlimmer. Situationen wie mündliche Prüfungen fand ich immer nachvollziehbar, das es einem davor graut und man angst hat doch inzwischen bin ich nicht mal fähig mit meinem Freund und Freunden, mir somit lauter vertrauten Personen, essen zu gehen. Essen mit der Familie des Freundes...ohne erbrechen nicht möglich....
Das große Problem bei mir ist also das erbrechen, denn selbst wenn ich mich durch eine Situation durchkämpfen will so kann das mir schnell einen Strich durch die Rechnung machen (z.B Kreislaufzusammenbruch da ich bei Hitze nichts runter bekam bzw drin behielt). aufjedenfall kam nach meinem ersten arbeitstag dann alles raus..meine mam fand mich spuckend und heulend über dem klo..ich war mit den nerven komplett am ende hatte seit 2 tagen kein bissen gegessen und konnte mich einfach nicht beruhigen weil ich der situation morgen wieder zu arbeiten einfach nicht gewachsen war ( nur fremde leute die leistung erwarten). Nachdem ich dann meiner Mutter alles erzählt hatte gingen wir zum arzt, denn ich war mir sicher so gehts nicht weiter. Dieser Überwies mich zu einer Neurologin (der Termin ist erst am 7.9.) und schrieb mich erstmal krank. Meinem Vater und Freundin hab ich es dann auch unter Tränen erzählt und nachdem ich erst nochmal 2 wochen krank geschrieben war beendete ich dann das FSJ um mich nun erstmal zu sortieren.
Jetzt bin ich hier und weiß nicht ganz was richtig für mich ist und was falsch für mich ist. Hab eig. immer weiter gekämpft und trozdem ist alles nur schlimmer geworden und am nächsten Wochenende ist auch noch der Gebutstag des Bruders meines Freundes...mit ganz vielen Verwandten, dich ich kaum bis nicht kenne, und Freunden von ihm, die ich auch nicht wirklich kenne....was mach ich denn nur..wie geht alles weiter

06.09.2015 13:53 • 08.09.2015 #1


3 Antworten ↓


Hallo,

ich denke, Deine Entscheidung, das FSJ abzubrechen, war in der jetzigen Situation richtig. Egal, ob es am Leistungsdruck lag, wie Du geschrieben hast, oder ob noch etwas anderes dahintersteckt, ob es die Art der Einrichtung war oder was auch immer. Für viele ist das soziale Jahr ja eine Möglichkeit, sich Zeit zu verschaffen, um sich darüber klar zu werden, was man beruflich machen will. Vielleicht machst Du Dir in dieser Hinsicht - unbewusst oder bewusst - Sorgen.

Falls das der Fall ist: Dein Abitur nicht gerade lange her, von daher brauchst Du Dir jetzt keinen Druck zu machen. Du hast einen Termin beim Neurologen, ich würde sagen, warte erstmal ab, was Dir der bringt. Wenn Du schon länger etwas mit Dir herumschleppst, ist es vielleicht gar nicht schlecht, das Du Dich jetzt - in dieser relativ freien Phase zwischen Abitur und einer künftigen Ausbildung - damit beschäftigen kannst. Mir ist schon klar, dass es auch irritieren kann, wenn man so viele Möglichkeiten hat, wie es mit einem weitergehen kann.

Was den Geburtstag des Bruders des Freundes angeht: geh einfach nicht hin, wenn Du nächstes Wochenende immer noch keine Lust hast. Das ist eben jetzt eine Ausnahmesituation und keiner würde Dir das übelnehmen.

Grüße

pc

06.09.2015 15:33 • x 1 #2



Soziale phobie bzw die angst "geprüft" zu werden

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Situations
Hallo,

erstmal vielen Dank für deine Antwort und dass du das wirklich alles durch gelesen hast.
Natürlich bin ich grade dem Stress ausgesetzt was für meine Zukunft zu finden und du hast wohl Recht, dass gerade aber eine gute Zeit ist, um mich damit zu beschäftigen. Ich bin ganz froh das meine Eltern gerade versuchen meine Angststörung zu verstehen und mir keinerlei Druck machen wollen.
Der Termin bei der Neurologin war gestern und es steht außer Frage, dass ich eine therapeutische Behandlung brauche, nur kann das alles lange dauern mit Terminen und so weiter...auch bis man die passende Therapeutin für sich gefunden hat.
Findest du des richtig, dass ich momentan, bis dass alles richtig anläuft und mir auch hoffentlich hilft, etwas schleifen lasse, heißt evtl nicht zu dem Geburtstag gehen, wobei ich immer Angst habe meinen Freund zu enttäuschen, oder nicht sofort wiedee iwas zu jobben oder der gleichen? Für mich fühlt es sich richtig an aber in der Situation gerade, wo alles Kopf steht beginne ich mich oft zu Fragen ob ich mir das alles nicht nur einrede, dass das alles doch iwie garnicht sein kann.

Vielen lieben Dank,

Grüße

08.09.2015 08:12 • #3


Hallo,

denke schon, dass es vorübergehend so richtig ist, denn es bringt ja nichts, irgendwas als „Alibi“ zu machen. Falls Du ein schlechtes Gewissen dabei hast, nicht zu jobben oder ähnliches, zeigt das ja schon in die Richtung, was das eigentliche Problem sein könnte. Wahrscheinlich ist es sinnvoller, die Zeit zum Überlegen zu benutzen, was Dir wirklich gefallen könnte. Tja, ist gar nicht so untypisch, dass das in einer solchen Phase ganz massiv wird.

Grüße

pc

08.09.2015 15:25 • #4




Dr. Reinhard Pichler