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Hallo,

Ich bin 15 und ganz neu in diesem Forum...

Ich habe nach anderen Leuten wie mir gesucht und ein bisschen gestöbert.
Auf dieser Seite habe ich den Beitrag "Soziale Phobie" gelesen und habe mich in fast allen Punkten selbst gesehen...
Meine Angst ist nun an so einer Phobie zu leiden.

Dies ist mein erster Beitrag in einem Forum und ich habe keine Ahnung ob man mir hier helfen kann oder so etwas.
Am besten fange ich einfach mal an:

Ich habe einen Vater der sehr stark auf Schulische Leistungen achtet und eine Schwester die mich in so gut wie allem übertrifft... Meine Mutter ist echt toll aber mittlerweile auch nicht mehr so offen führ mich.
Mein Vater hat immer gesagt, dass wir wenn wir gut in der Schule sind auch vieles von ihm zu erwarten hätten, was ich auch gemerkt habe denn meine Schwester war immer eine erstklassige Schülerin. (Mittlerweile hat sie ihr eigenes Klavier von ihm dafür bekommen)
Bis ich in die Schule kam war ich auch schon im Kindergarten eher schüchtern und hatte kein Selbstvertrauen.
In der Grundschule habe oft blau gemacht, weil ich von anderen Mitschülern gehänselt wurde, aber als ich aufs Gymnasium kam fing es erst an richtig schlimm zu werden: Ich war Teilweise wochenlang nicht mehr in der Schule.
Ich war bei zahlreichen Untersuchungen, weil ich immer behauptet habe mir sei schlecht. (Teilweise ging es mir echt richtig schlecht)
Am meisten fehlte ich an Tagen an denen ich einen Vortrag halten sollte.
Es wurde immer schlimmer, weil ich immer angst hatte, dass ich wiedermal gefragt wurde wo ich die ganze zeit war.

Aber dann wurden auch meine Schulischen Leistungen immer schlechter bis ich in der 8 Klasse sitzen blieb.
Ich hatte zwei enge freunde eine klasse unter mir und ich konnte zwischen den Klassen wählen.
Ich bekam einen Platz in der Klasse mit meinen Freunden, allerdings wurde ich nach 2 Wochen in eine andere Klasse geschoben, weil die Verwaltung der Schule einen Fehler gemacht hatte und mich in eine Klasse mit 32 Schülern gegeben hatte, obwohl eine Klasse nur 27 Schüler hatte.
In der neuen Klasse wurde ich heftig gemobbt und war dort auch nur 3 Wochen.
Nach diesen Wochen fing ich an die Schule zu schwänzen und zwar permanent.
Da mir keiner mehr glaubte, dass ich krank bin habe ich mir auch keine Ausreden mehr einfallen lassen.

Nach 8 Monaten komplett ohne Schule wurde mein Vater aggressiv und wandte Gewalt an (Es blieb Gottseidank bei einem Einzelfall) und ich kam in eine Kinder und Jugend Tagesklinik.
Dort konnte mir auch nicht wirklich geholfen werden. Ich kam dann auf eine Realschule wo ich nicht einmal 2 Wochen hin ging. Zu der Zeit bekam mein Vater Krebs und lag sogar 8 Tage im Koma, konnte aber geheilt werden.

Das ist jetzt 9 Monate her und ich habe immer noch panische angst in die Schule zurück zugehen.
Außerdem ziehe ich mich immer weiter zurück und gehe fast nicht mehr aus dem Haus.
In letzter Zeit schließe ich mich immer in meinem Zimmer ein und komme fast nur Nachts heraus.
Ich treffe auch keine freunde mehr aus Angst sie könnten mich ausschließen.

Ich habe über Skype ein paar neue freunde gewonnen, die mich besuchen kommen wollten... Ich hatte solche Angst, dass ich nicht cool genug für sie sei, dass ich sie vor der Tür stehen lassen habe.
Ich war auch erst einmal auf einer Party weil dort immer Leute waren die freunde von meinen besten Freunden waren und ich angst hatte, dass sie mich nicht mögen und ich meine Freunde verliere.
Ich gehe auch nicht mehr zum Zahnarzt aus Angst ich treffe jemanden von meiner alten Schule...
(ich muss sehr oft zum Zahnarzt, denn ich habe sehr schiefe Zähne, für die ich mich sehr schäme)
Außerdem musste ich bisher meine Problem vor meinen Schulkameraden/Freunden immer verstecken was mir nicht immer gelang.

Meine Eltern haben das Jugendamt eingeschaltet und den Schulleiter um Hilfe gebeten und nun soll ich ab morgen dem 07.04.2013 wieder zur Schule in meine alte klasse gehen, sonst wird ein verfahren gegen mich eingeleitet!
Ich habe so panische Angst wieder in die Schule zu gehen.

Ich brauche unbedingt Hilfe sonst sehe ich keinen aus weg mehr als von zuhause abzuhauen...
Meine frage ist ob ich vielleicht an einer Sozialen Phobie leide und falls ja wie ich meine Ängste überwinden kann, denn es ist ein sehr großer Wunsch von mir wieder Regelmäßig zur Schule zu gehen um vielleicht noch ABI machen zu können...

Ich danke schon mal im voraus für eure antworten und das ich euch Zeit nehmt!

07.04.2013 04:19 • 25.04.2013 #1


5 Antworten ↓


Hallo PologRider,

ich befürchte, ohne professionelle Hilfe kommst du da nicht raus. Gibt es denn an deiner Schule einen Psychologen, an den du dich wenden kannst? Abhauen ist keine Lösung!

Liebe Grüße
Finja

08.04.2013 08:46 • #2



Angst vor der Schule - soziale Phobie Hilfe

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HeikoEN
Also bei der Vorgeschichte von einer sozialen Phobie zu reden, würde ich erstmal nicht tun.

Du hast aktuell ja einige "Baustellen", aber ich finde, für Deine 15 Jahre kannst Du das alles recht gut darstellen und siehst sogar auch die eigentlichen Probleme.

Wie Finja schon sagte, würde ich Dir auch dringend Hilfe empfehlen, die es auch gibt. Denn es geht ja neben den "offiziellen" Dingen wie Schule & Co., vor allem um DICH.

Auch das Jugendamt steht prinzipiell erstmal auf Deiner Seite!

Es wird halt nach möglichen Lösungen gesucht und Schule ist und bleibt für einen 15-jährigen nunmal das zentrale Thema! Da kommst Du nicht drumherum, auch nicht durch ständiges abhauen oder einfach "laufen lassen".

Wenn Du zur Schule willst, was Du ja schreibst, wäre es dann nicht gut, ein offenes und intensives Gespräch mit den Eltern zu suchen? Oder ist das aufgrund der Erkrankung Deines Vaters nicht möglich? Was ist mit Deiner Mutter?

08.04.2013 09:01 • #3


Hallo,

ich gehe mal davon aus, dass du "echt" bist und kein Fake.
Denn bei solchen Geschichten von sehr jungen Usern (rechtlich gesehen bist du ja noch ein Kind), die so intelligent geschrieben sind, habe ich immer meine Zweifel, ob die nicht erdacht sind.
Aber gut.

Also, du bist ziemlich intelligent. Daher ist m.E. die einzige brauchbare Möglichkeit, dass du Abitur machst und wahrscheinlich auch studierst (es sei denn, du möchtest unbedingt einen anderen Beruf ergreifen, für den man kein Studium gebrauchen kann - das ist aber recht selten).
Denn andernfalls, also ohne Abi, müsstest du dein ganzes Leben lang unter deinem Niveau arbeiten, und so etwas geht niemals gut. Das führt zu Depressionen, Leistungsunfähigkeit, Burnout, Frührente oder noch Schlimmerem.
Das ist also keine konstruktive Option für dich.

Dein Problem ist offenbar eher dein Vater, nicht wahr? Du möchtest von ihm Liebe und Anerkennung - aber die geht stattdessen fast nur an deine Schwester. Dein Vater scheint zudem Liebe mit Anerkennung zu verwechseln: Nur wenn die Leistung für ihn "stimmt", dann kommt "Liebe" in Form von zeitlicher und finanzieller Zuwendung.
Das ist aber eigentlich keine ausreichende elterliche Liebe, denn diese sollte weitestgehend "bedingungslos" sein.
Das Problem hat also eigentlich dein Vater, nicht du - kannst du versuchen, dir das klarzumachen?
Das ist natürlich sehr traurig für dich, aber du bist dabei nicht das Problem, verstehst du?

Deine Zähne: Wenn die wirklich so schief sind: Du bekommst doch hoffentlich eine Zahnkorrektur (Klammer)?
DAS solltest du auf JEDEN Fall erreichen, dass du eine solche bekommst! Zahlt die Krankenkasse das (bisher) nicht für dich? Bis vor kurzem bekam das noch jedes Kind kostenlos. Wenn das jetzt nicht so ist, dann musst du dafür kämpfen (dann können wir das hier noch besprechen, ich will das jetzt nicht weiter ausführen, da du ja vielleicht schon eine hast).

Das Wichtigste für dein Leben ist, dass DU dich SELBST anerkennen und lieben kannst. Ob nun dein Vater sich noch ändern wird oder nicht. Lass nicht zu, dass dein Vater dein ganzes Leben bestimmt. (Er sollte dich für dein weiteres Leben seelisch STÜTZEN, nicht dein Selbstwertgefühl untergraben.)

Als erstes würde ich an deiner Stelle mal überlegen und auflisten, was DEINE Stärken und Neigungen sind. Das kann etwas ganz anderes sein als bei deiner Schwester oder was du bisher gedacht hast oder was dein Vater toll oder schlecht findet. Was sind deine Pluspunkte? Sag jetzt bloß nicht: "Ich hab keine." Denn das stimmt bei niemandem.
Du hast mit Sicherheit einiges, mit dem du "wuchern" kannst.

Liebe Grüße
GastB

08.04.2013 12:32 • #4


Im großen und ganzen kann ich GastB zustimmen, allerdings was die These angelabt, wer intelligent ist und Abi macht, sollte auch noch studieren gehen, da man sonst unter seinem Niveau ist, stimmt nicht wirklich.
Wer kein Theoretiker ist hat an einem Studium meist wenig freude. Leute die gerne praktische Dinge machen, handwerkliches (auch wenn sie Abi haben) haben es oft schwer im Studium da man wenig Möglichkeiten hat dies auszuleben. Noch schwerer wirds wenn mane in motorischer Lerntyp ist. Das Studium sollte man nach Interessen und Fähigkeiten wählen und nicht allein auf Grund des Abiturs.

Zur Zahnklammer^^ also die Erstbehandlung wird bis zum 18. Lebensjahr von jeder Krankenkasse übernommen. Bzw zumindest erstattet. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, lass deine Zähen jetzt mit 15 korrigieren! Geh zu mehreren Ärzten, hohl die verschiedene Angebote und Therapiepläne dafür und lass es vorallem richtig machen!
Ich hab meine erste Klammer mit 12 bekommen und die 3 Zahnkorrektur mit 21 erst hinter mir gehabt weil so viele Fehler passiert sind. Fehler die sich hätten vermeiden lassen. Hab jetz seitlich zwei Lücken aber anders ging es nicht.
Wenn dus nicht zeitnah korrigieren lässt wird die prozedur später umso schlimmer! Bei Erwachsenen sind dann Dinge wie Kieferbrecher etc leider keine Seltenheit. Und spätestens wenn du nicht mehr beissen kannst, wirds notwenig.
Will dir damit keine Angst machen, sondern eher ansporn geben den Mut zu finden dich jetzt für eine normale Klammer zu entscheiden! Damit hast du es wesentlich einfacher und angenehmer.

Auch wenn das Schulproblem vermutlich woanders herrührt als von der Schule selber, ist das für dein Leben wie du ja richtig erkannt hast, das größte Problem. Eine besseres Vater-Sohn verhältniss zu erreichen würde wohl länger dauern als du für dein akutes Schulproblem Zeit hast...
Genau kenn ich mich mit der Thematik nicht aus aber ich weiß das es Schulen zb für Adhsler gibt, oder Hochbegabte, etc. Also Schulen die keine 0815 normal Schulen sind. Sind allerdings selten in Dt und meist in Internat form und privat noch dazu. Manchmal werden die Kosten übernommen, aber leider nur manchmal. Vllt gibt es eine Schule oder etwas Vergleichbares die da deinen Angstbedürfnisen gerecht wird, dir hilft diese Abzubauen während du in so eine Schule gehst? Wie gesagt ob man viel findet, ka, aber vllt wäre es eine Möglichkeit nach speziellen Schulen zu schaun? Zumindest übergangsweiße bis du dich gefangen hast.

10.04.2013 12:08 • #5


Hi,


ich bin ebenfalls 15 Jahre alt und habe eine soziale Phobie, weshalb ich deine große Angst davor wieder zurück zur Schule zugehen relativ gut nachvollziehen kann. Mir geht es ähnlich.
Doch wie die anderen bereits geschrieben haben, denke ich nicht, dass du dieses Problem ohne professionelle Hilfe beseitigen kannst. Gibt es denn Jemanden, dem du dich anvertrauen könntest?

Auch privat scheint bei dir ja wirklich viel los zu sein. Aber du musst auf keinen Fall allein durch so eine schwere Zeit! Ich kann mir vorstellen wie schwer das alles für dich sein muss, doch du solltest dir unbedingt Hilfe holen. Von allein wird sich das sicher nicht ergeben. Und du möchtest schließlich nicht, dass es noch schlimmer wird.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass du dann auch dazu in der Lage sein wirst das Abi zu schaffen.

Und noch etwas zu deinen Zähnen: Bestimmt kann man dieses Problem mit einer Zahnspange korrigieren, nicht? (Oder was meint dein Zahnarzt dazu?) Ich bekomme demnächst übrigens auch eine Zahnspange, also fühl' dich nicht allein.



Ich weiß nicht ob dir mein Beitrag eine kleine Hilfe war.
Doch hoffentlich geht es dir bald besser.

Liebe Grüße,
Alaska

25.04.2013 17:48 • #6




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