Hallo

bin 47 Jahre alt, zum 2.Mal geschieden, keine Kinder und vollzeit berufstätig. Meine ersten Angststörungen hatte ich schon vor 20 Jahren, nur wußte ich damals noch nicht, was das ist, heute hat diese "Macke" ja endlich einen Namen. Ich hatte damals ganz schlimme "Dejavue"-Erlebnisse, will sagen, es fing mit einem Kribbeln an und ich wußte genau, diese Situation hatte ich schon mal erlebt. Dann fing mein Herz an zu rasen und es flimmerte vor den Augen....aber wenn ich mich ganz ruhig verhielt, ging das miese Gefüh weg. Damals kriselte es in meiner ersten Ehe, habe da aber noch keinen Zusammenhang erkannt. Ich bekam das aber wieder in den Griff...... die nächsten Attaken die zuerst ganz vereinzelt auftauchten, fingen 1997/1996 an, ganz schleichend. Es wurde aber so schlimm, das ich nirgendwo mehr hinging, weil ich, sobald ich einen Schritt nach "draußen" tat oder unter vielen Menschen war, das Gefühl bekam, mein Ende ist nah.... Herzrasen,Schweißausbrüche,Übelkeit,massive Schwindelanfälle.... ich ging endlich zum Arzt bekam Tabletten "Tavor" und machte eine Therapie, keine Konfrontationstherapie, sondern ich bekam Hausaufgaben gestellt(z.B. einkaufen gehen etc.), und versuchte, in Gesprächen herauszufinden, was los ist....... Nach 18 Std. (25 Std. waren geplant) war ich laut meiner Ärztin "austherapiert" , obwohl die Ursache bis heute nicht klar ist, aber ich kam ganz gut klar und beschloß, meine 2. Ehe, die eine ständige Aneinanderreihung von seelischen Erschütterungen war, zu beenden. Ich war fast beschwerdefrei, nahm allerdings immer meine "Krücken", will sagen, Tabletten. Ich lernte meinen jetzigen Partner kennen.... sind jetzt seit fast drei Jahren zusammen und diese Beziehung steht ganz massiv auf der Kippe, weil meine Beschwerden seit Monaten schlimmer sind als je sovor, das massive Schwindelgefühl mich überhaupt nicht mehr verläßt, hinzu kommt eine Schwäche in den Beinen, wenn ich "draußen" bin, das ich glaube, ich falle um. Ich habe 1000 Ausreden, damit ich nicht mehr irgendwo hin muß, weil ich mich so elend fühle, nur zu Hause geht es mir einigermaßen gut. Alles, was völlig normal ist, Einkaufen,Spazierengehen, Essengehen, Kino, Schwimmen egal was, ist für mich zu einem Gewaltakt geworden....Ich bin zwar in Behandlung, habe jetzt fast zwei Jahre Lorazepam genommen... habe aber das Gefühl, das es nicht hilft. Bei meinem letzten Besuch empfahl mir meine Neurologin eine Kur oder nochmalige Therapie und verschrieb "Paroxetin",weil ich starke depressive Gefühle habe. Aber habe erst eine halbe genommen, hatte danach drei Tage rasende Kopfschmerzen und traue mich jetzt nicht mehr, diese zu nehmen, irritieren mich doch die genannten Nebenwirkungen. Bin Mühe und Not kann ich meinem Beruf nachgehen... muß ich ja, wovon soll ich sonst leben? Habe mich nach langem Zögern entschlossen,meinem Partner reinen Wein einzuschenken, habe auf Hilfe und Verständnis gehofft, aber das war ein Schuß in den Ofen, er tut es als "Macke" ab, ist mir überhaupt keine Hilfe.....ich hätte es wissen müssen.... ich war immer für ihn da, habe ihm mehr als einmal aus seinen "Altlasten" geholfen und er läßt mich jetzt so im Stich.

Ich fühle mich wie ein Hamster im Laufrad, mein Leben ist ein einziger langer dunkler Tunnel ohne Licht am Ende....dachte mal, ich hätte Licht gesehen.... Will leben, was erleben, will RAUS aber ich traue mich nicht, weil mein Körper nicht mitmacht, jeder Tag ist ein Kampf gegen mich selbst, mir nichts anmerken zu lassen, die Schwäche,der Schwindel....

Ich weiß, ich kann es nur allein schaffen, indem ich dagegen angehe, ich muß raus, aber ich habe keine Kraft mehr, fühle mich allein, einsam, niemand ist für mich da......

Wer hat ähnliche Erfahrungen und ist da rausgekommen und vor allen Dingen wie? Ich wäre froh, wenn ich vielleicht auch in meiner näheren Umgebung (Hagen/NRW) Betroffene finde, mit denen ich mich austauschen kann?!

Es tut zwar gut, zu wissen, das es vielen Menschen so geht, aber ich fühle mich immer noch, als wenn ich nicht richtig im Kopf bin, schäme mich für diese Schwäche.........

Judith

23.02.2003 15:48 • 18.03.2004 #1


13 Antworten ↓

Hallo Judith, ich habe gerade meine "dritte" Episode eingeläutet, war gerade heute beim Doc und bekomme wieder Paroxetin und was für die ersten Wochen da ich wieder nicht "runter komme" von der Angst. Bin vorher vier Wochen im Krankenhaus gewesen allerdings mit Lungenentzündung, dort haben sie mich mit Tavor versorgt.....nun ja, Tavor ist keine Lösung, resignieren auch nicht . Seit der letzen Episode sind bei mir 5 jahre vergangen zwischen der ersten und zweiten langen 6 Jahre. Natürlich bin ich wieder gefrustet, aber eines habe ich beim letzten mal gelernt, ich kann aus dieser Lebenskrise rauskommen, ich kann daraus lernen und ich werde es auch dieses Mal wieder schaffen. Geht nicht gibts nicht und irgendwann strahlt auch wieder ein Licht am Ende des Tunnels.....und das tut es bei dir auch. Ich wünsche dir, mir und allen Angstlern viel Kraft und Geduld...chris

24.02.2003 20:07 • #2


Hallo Chris,

vielen lieben Dank für die nette email, es tut gut, zu wissen, das man nicht die Einzige ist, die mit dieser Macke leben muß. Ja, ich weiß ja auch, das man da wieder rauskommen kann, aber diesmal dauert es wirklich sehr lange schon und die körperlichen Mißempfindungen belasten mich und mein Leben und nehmen mir wirklich die Freue daran. Aber ich will auch daraus kommen und irgendwie schaffe ich das auch, das weiß ich.

Ich habe aber noch eine Frage zu dem "Paroxetin". Dies hat mir meine Neurologin auch verschrieben, habe eine halbe genommen und danach litt ich drei Tage unter rasenden Kopfschmerzen.... obwohl ich überhaut nicht unter Kopfschmerzen sonst leide.... Die Beschreibung des Medikamentes klingt so, als wenn es wie für mich gemacht ist, aber die Nebenwirkungen?!! Und ich habe Angst, in eine andere Abhängigkeit zu rutschen. Wie sind Deine Erfahrungen damit, Chris?

Würde mich über eine Antwort freuen, vielen Dank und noch einen schönen Tag!

Gruß
Judith

25.02.2003 09:53 • #3


Hallo Judith,
Paroxetin ist eigentlich ein Supermittel, die Gefahr der Abhängigkeit ist so gut wie nicht gegeben, zumindest die körperliche. Was sicher wichtig ist, zumindest mir, ist, das ich mich selber wieder finde und ohne Medikamente stabil sein kann. Deshalb schaue ich auch ganz kritisch wenn es an die Medikamente geht. Ich habe beim letzten Mal Fevarin bekommen, das Mittel ist ähnlich und es gab keine Probleme beim Absetzten. Das du Nebenwirkungen hast ist sehr gut möglich, das hat mir meine Neurologin gestern auch wieder unmißverständlich klar gemacht. Und wirklich, ich stehe heute mehr den je neben mir, allerdings bekomme ich momentan noch andere Mittel und die sedieren ein wenig......aber ich habe endlich Luft und deshalb werde ich die Nebenwirkungen ertragen. Paroxetin braucht bis zu 4 Wochen ehe es seine Wirkung voll entfaltet, natürlich ist das von Fall zu Fall unterschiedlich, aber danach sollten die NWs weg sein. Ich habe auch ein gutes Gefühl bei diesem Medikament wenn auch ich momentan keine Beipackzettel zu Gesicht bekomme;-). Ich würde an deiner Stelle einmal beim Arzt anrufen und nachfragen und dann vielleicht einen neuen Versuch starten und Paroxetin eine Chance geben. ......
Tja, die Macken:-(....... Was mir in jeder Episode viel geholfen hat und was ich auch jetzt wiedr tue, ist schreiben. Eine Art Tagebuch, ganz ehrlich und wahrscheinlich auch nur für mich. Einfach alles aufschreiben. Mein größtes Problem ist auch die Geduld, ich weiß das es wieder wird aber warum kann es nicht schon gestern wieder gut sein?? Warum muß ma so fürchterliczh leiden und sich so macht und hilflos fühlen ehe ehe es wieder bergauf geht? Ein bißchen tröstet mich, naja, nicht wirklich, das diese Art der erkrankung immer recht intelligente Menschen trifft...*schwarzen Humor auffahr. So, mein Sohn verlangt nach mir und ich muß mich aufraffen.....magst du mir vielleicht mal mailen? Grüsse,

25.02.2003 10:26 • #4


Hallo Chris,

danke für die Antwort, ja ich werde mal die Ärztin fragen, habe am 06.03. wieder einen neuen Termin. Habe ja auch auf dieser tollen Homepage schon einige Anregungen bekommen bezüglich der Medikamentationen bekommen - siehe auch den Eintrag hier auf der Homepage bezüglich des Paroxetin.Ich habe mir alles aufgeschrieben und werde mit der Doktorin darüber sprechen.

Ich soll mich auch entscheiden zwischen einer erneuten Therapie oder einer 6-wöchigen Kur. Abgesehen davon, das ich auf keinen Fall 6 Wochen von meinem Arbeitsplatz wegbleiben kann, glaube ich auch nicht, das das die Lösung ist. Ich weiß, ich bin -Gott sei Dank- gesund rein organisch gesehen, mein Blutdruck ist völlig normal, gut einige Beschwerden durch die beginnenden Wechseljahre, ist aber normal. ICH kann nur MIR selbst helfen, aber ich fühle mich schon so zermürbt und müde, ist der tägliche Kampf gegen die Angst. Ich bin noch nicht soweit, die Angst "in den Arm zu nehmen", so wie eine nette Leidensgenossin geschrieben hat. Für mich ist die Angst mein Feind und ich kämpfe dagegen.

Und das es in der Regel die recht intellegenten Menschen trifft, tröstet auch nicht so sehr... ja ich bin nicht dumm, habe noch vor 12 Jahren 3 Jahre parallel zu meinem Vollzeitzeit und der Alzheimer-Erkrankung meines Vaters (was wirklich schlimm war und 1992 mit s.Tod endete) studiert und meine Betriebswirtin erfolgreich abgeschlossen. Aber was ist besser, nicht so intellegent und beschwerdefrei oder recht intellegent und mit Macke? Das Leben ist ja sowieso schon nicht einfach und diese Erkrankung schränkt so die Lebensqualität ein, mich macht das oft so böse und wütend auf mich selbst, das ich so schwach bin und da nicht wieder rauskomme.

Naja, vielleicht bringt ja noch eine Therapie noch einmal etwas oder jetzt der bevorstehende Frühling, Sonne, frische Luft. Ich werde in kleinen Schritten wieder anfangen, rauszugehen. Es hat ja auch eine Zeit gedauert, bis ich so tief unten bin dann dauert es bestimmt wieder so lange, um da rauszukommen.

Danke Dir und wäre schön, wieder von Dir zu hören!

Gruß
Judith

25.02.2003 15:20 • #5


Hallo Judiht


Ich bin Andrea bin 34 Jahre und komme so wie du aus Hagen und kenne diese Angst und ihre Symptome zu gut . Ich habe diese Angst jetzt seit 9 Jahren sie kam aus dem nichts von heute auf morgen änderte sie mein leben. Ich konnte weder noch Einkaufen gehen weder noch zu Freunden fahren es ging einfach nichts mehr ich hatte auch 1000 ausreden auf Lager um nirgens hin zu müssen.Ich bin dann vor drei Jahren in einer Therapie gegangen um ehrlich zu sen hat sie mir nichts gebracht ich hörte immer nur es ist ein Gefühl es kann ihn nichts passieren. Aber mit den Worten von meiner Psychologin konnte ich nichts anfangen ich habe dann die Therapie abgebrochen. Vor einem Jahr war ich dann an den Punkt wo nichts mehr ging und ich auch keine kraft mehr hatte mich der Angst zu stellen. Ich suchte mir dann eine neue Psychologin und hoffte dieses mal richtig zu sein bei ihr um endlich meine Ängste im Griff zu bekommen. Und ich suchte eine Antwort warum ich diese Ängste habe und diese Symptome nach 7 Gesprächen sagte sie zu mir das ich unter eine schwere Generalisierte Angststörung leiden würde. Und das es ein Kindheitstraumer von früher sei denn meine Kindheit war sehr schlimm. Vor 2 Monaten sagte sie zu mir das es für mich besser ist wenn ich in einer Klinik gehen würde weil meine Angst schon sehr ausgeprägt ist . Und es allein nicht aus reicht wenn ich einmal die Woche zu ihr kommen würde. Sie hat mir dann die Christoph-Dornier-Klinik empfohlen die eine sehr große Heilungserfolg hat und die nur 3 Wochen dauert ich habe dann eine Email zu der Klinik geschrieben und um infomaterial zu bitten. Was ich auch in kürze bekam und ich muss sagen es hörte sich viel versprechend an . Ich sollte dann den Eingangsfragebogen ausfühlen und wieder zurück schicken eine Woche später setzte sich eine Psychologin sich mit mir in Verbindung von der Klinik sie sagte mir dann wie so eine Therapie aussieht bei ihnen in der Klinik. So bald man von der Krankenkasse das Ok hat und man in der Klinik kann hat man 2 Diagnostiktage. In den 2 Tagen wird über die Therapie geredet was für eine für ein in frage kommt es würde zu lange dauern wenn ich jetzt alles schreiben würde . Wenn du möchtest kannst du dir ja infomaterial zu kommen lassen ich schreib dir mal die Adresse auf falls du Interesse hast Ok . Christoph-Dornier-Klinik Tibusstraße 7-11 48143 Münster gruß Andrea

10.02.2004 12:31 • #6


Hallo Judith,

ich habe Deine Zeilen gelesen und kann Dich gut verstehen. Ich bin heute 56 Jahre alt und hatte mit ca. 34 Jahren die erste Bekannschaft mit depressiven Verstimmungen gemacht, die teilweise mich so stark attaktierten, dass ich meinem Beruf zeitweise nicht mehr nachgehen konnte.
Vor etwa sieben Jahren habe ich eine Psychotherapie mit Medikamentenbegleitung über ein Jahr eingegangen und bin seither, wie durch ein Wunder, beschwerdefrei.
Es gibt immer Hoffnung, auch wenn der dunkle Tunnel noch so lang ist und alles aussichtslos erscheint. Die negativen Stimmungen und Verzweifelungen sind Trugbilder die zu der Krankheit gehören und die auch wieder vergehen.

Liebe Grüße aus Stuttgart

Weitere Fragen werde ich Dir gerne beantworten.

Gruß Eberhard

10.02.2004 13:54 • #7


Hallo Judit,
ich wohne zwar nicht in Deiner Nähe, aber da wir uns vom Kopf her so sehr
ähnlich sind, möchte ich Dir trotzdem schreiben. Ich bin eine klassische
Angstneurotikerin seit etwa 5 Jahren (mit einer längeren Unterbrechung) und bin noch in einer Langzeittherapie (Psychoanalyse), habe 160 Stunden hinter mir und noch 80 vor mir (ist verlängert worden). Manchmal
habe ich so meine Zweifel, ob mir das alles hilft... immer wieder bekomme
ich diese Panikattaken. Das ist wie wenn du siehst, der ICE rollt mit
rasender Geschwindigkeit auf dich zu und du kannst ihm einfach nicht
ausweichen. Meistens weiß ich gar nicht, warum gerade jetzt und über-
haupt und Grund ist auch keiner erkennbar. Erst nach ewigen Analysieren,
habe ich in der Therapie gelernt, wird es einen ansatzweise klar... Aber
das nutzt wenig, weil die Angst ja trotzdem da war und (immer) wieder
kommt und durchlebt werden muß. Es gibt aber unterschiedliche Schwere-
grade der Angst. Mein schlimmster Anfall dauerte glaube ich 2 Tage. Keine
Sekunde Schlaf, als hätte man die Beine in der Steckdose (starke Unruhe-
gefühle). Habe schon alle körperliche Symptome durchgemacht, von
Schwindel, Ohnmachtsgefühlen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, Bluthoch-
druck, Immunschwäche, plötzlich auftretende Allergien (Nesselfieber),
Schlieren vor den Augen (allgemein schlechtes Sehen), Schwäche in den
Beinen, Migräne die tagelang anhält und keine Tablette hilft.... zur Zeit
plagen mich die "Sternchen" die ich immer wieder kurzzeitig sehe und
ein kribbeln in den Händen, Beinen ect... (wie wenn eingefrorene Füße
wieder auftauen). Mein Körper präsentiert mir praktisch immer wieder
etwas Neues, oder Altes in veränderter Form. Ich habe schon Angst, was
kommt als Nächstes. Das schlimme ist, daß ich immer denke, daß ich
vielleicht doch körperlich krank bin und renne dann meist zum Arzt, zu-
mindest habe ich rausgefunden, daß die Symptome erst dann weg gehen, wenn das Jeweilige ärztlich abgeklärt wurde... damit man sich nicht doof
vorkommt, muß man natürlich zwischenrein mal den Arzt wechseln, sonst
wird es peinlich, man wird nicht mehr ernst genommen.... und wenn man
dann wirklich mal einen Infarkt hat, dann heißt es nur, nein, alles in
Ordnung, Frau Angstneurotikerin, und meine Kinder weinen dann am
Grab.... Welchem Arzt kann man heute bitteschön noch glauben bzw.
Vertrauen schenken. Schließlich hat unter mindestens 10 verschiedenen
Ärzten auch nur einer erkannt, daß ich in psychologische Hände gehöre.
Und einer hielt doch glatt eine böse Eileiterschwangerschaft für einen
klassischen Abort, fast wäre ich innerlich verblutet....Soviel zu den Ärzten.
... Ja, und mit dieser Eileitergesch9ichte fing alles an, vorher war ich der
normalste Mensch. Jetzt in der Therapie kommt alles hoch, die schlechte
Kindheit, meine grausame Mutter, Dinge die man vorher irgendwie gar
nicht (mehr) wußte... Angstzustände sind wie Unkraut, tiefste Wurzeln,
manchmal mit Sicherheit nicht ausrottbar.... Aber in den Griff kriegen
kann man sie lernen, besser damit umgehen. Aufschreiben, ein sog.
Angsttagebuch schreiben und versuchen zu analysieren. In der Therapie
habe ich das gelernt, doch das dauert lange bis ewig. Wie wenn du größten Durst verspürst und nur immer einen Tropfen trinken darfst und
richtige Therapeuten sind streng und härter als alles was du je erlebt hast... Es ist richtig Schweißtreibende Arbeit, jede Woche zwei Stunden
auf der Couch zu verbringen, nie krank sein zu dürfen, und wenn doch
mal, dann darf ich "Strafe" zahlen (30 Euro). Nur der Tod entschuldigt...
Aber meine Therapeutin geht dann schon 5 Wochen in den Urlaub, alle
Ferien wie die Schule und ich bekomme dann wenn ich Glück habe eine
Telefonnummer, wo nach Zeiten dann auch mal jemand hingeht, der
gar keine Ahnung hat, dich nicht kennt. Letztendlich mußt du selber fertig
werden. Tavor-Tabletten habe ich auch in meinem Arzneischrank, die
mir aber nichts helfen, man schläft höchstens ein dann. Schlafen ist zwar
sehr gut, weil dann immer die Angstattake dann weg ist wenn du auf-
wachst, jedoch kann man doch nicht immer schlafen. Ich habe z. B. zwei
(kleine) Kinder, ich muß zur Schule, Kindergarten, Einkaufen, Freund
abholen, Hausaufgaben kontrollieren und was wenn ich gerade im
Tierpark bin, soll ich mich dann im Löwengehege ausschlafen, nein dann
doch besser auf einen von den gemütlichen Parkbänken. Kann man nur
hoffen, daß nach dem erholsamen Schlaf die Kinder auch noch da sind.
Mein 7-jähriger Sohn hat Ads (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und
streitet sich (zumindest in den Ferien) von 8 bis 8 mit dem Zweijährigen.
Haus und Garten machen ja gar keine Arbeit, die Wäsche wäscht ja
die Waschmaschine, Koche tut der Neff.... ich glaube du verstehst mich.
Ach, und der Ehemann, den gibt´s ja auch noch, der befindet sich ent-
weder im Büro in München oder in Frankreich (diese schönen Dienstreisen!). Nein, mein Mann ist ein ganz lieber Mensch, der mir gerne
mehr helfen würde, er hat zumindest schon mal begriffen und akzeptiert,
was ich da für eine Marotte habe, aber richtig helfen kann da nur ein
erfahrener Therapeut WENN ÜBERHAUPT: Ich glaube, daß bei Dir Judit,
die Auslöser der Angstattaken, Deine Trennung(en) sind. Schau, hast Du
erkannt, ich habe mich vor 5 Jahren auch trennen müssen (nicht wollen!- das ist der Punkt). Du mußt Dir den sog. "Fels in der Brandung" suchen.
Einen Partner, der dich versteht (schwierig, ich weiß), aber zumindest
einen Therapeuten (nur Langzeittherapie ! - Bedenke - Unkraut...) Gute
Tabletten im Notfall. Müßte ich allerdings auch noch die richtigen finden und
eine bessere Telefonnummer im Notfall. Vielleicht kann uns da ja noch
jemand beraten... ? Liebe Judit, ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute.
Denke, geteiltes Leid ist halbes Leid. Meine Kinder schlafen und ich habe
gerade keine Angstattake, sonst wäre ich zu dem Scheiben nicht fähig.
Herzliche Grüße
Mary

11.02.2004 23:15 • #8


Hallo Judith,
Ich glaube hier kann die eine Angstklinik helfen. Suche mal im Internet danach. Zum Glück ist man heute soweit.
Ich bin über 60 und habe diese "Sch..." schon zum dritten mal.
Doch diesmal muß ich es nicht allein schaffen, sondern mit Willen und "Trevilor".
Endlich lebe ich wieder, wußte gar nicht mehr, wie sich das anfühlt.
Alles Gute und immer etwas Hoffnung!

Staunebär(weiblich)

14.02.2004 13:56 • #9


Hallo nochmal!
Im Internet mußt du unter "Angstambulanz" suchen.
Gruß Staunebär

14.02.2004 14:09 • #10


Hallo Judith

Bin durch durch Zufall auf diese Seite gestosen, und kann Dich sehr gut verstehen. Auch ich leide seit 6 Jahren an einer schlimmen Angstneurose. Bin jetzt 22 und komme aus Frankfurt/Main. Habe ebenfalls körperliche Beschwerden wie ständiger Schwindel, und Übelkeit. Mal ist es besser, mal wieder schlechter. Mein Leben ist total eingeschrenkt. Ich fahre weder Bus noch Bahn, gehe nicht wie meine Freunde in die Disko. Bis vor einem Jahr bin ich da noch ab und zu rein, aber einmal war mir so schwindelig, dass ich umgekippt bin. Mein Alptraum ist wahr geworden. Seitdem meide ich also jede art von Disko oder Kneipe. Was meine Beziehung angeht, so hat sie der Last der Panik nicht stand gehalten. Mein Partner ist mit meiner Angst überhaupt nicht klar gekommen. Hatte danach noch einen Freund, war aber das gleiche. Es gibt überhaupt nur sehr wenig "nicht Betroffene", die das verstehen. Bin zur Zeit in einer Therapie (Analyse) aber das bringt mir garnichts. Habe auch schon eine Verhaltenstherapie hinter mir. Möchte es jetzt mit Hypnose versuchen. Ich glaube so eine Angst liegt tief im Unterbewussten. Da kommt man nur mit Hypnose dran. Ich sehe das als letzte Möglichkeit für mich, von aussen Hilfe zu bekommen.
Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft, und allen Betroffenen viel Kraft, mit der Angst um zugehen.

liebe Grüße
Samantha

17.02.2004 11:47 • #11


Hallo

zunächst einmal möchte ich mich bei allen bedanken, die mir in den letzten Tagen geantwortet haben, auf der einen Seite tut es mir gut, zu wissen, das ich nicht allein mit diesem Mist zu kämpfen habe, auch das es unabhängig vom Alter, Geschlecht oder sozialer Stellung ist. Auf der anderen Seite bedrückt es mich, das es so garkeine richtige Hilfe für den Einzelnen gibt außer die Selbsthilfe.

Ich habe mein Leben seit dem letztem Eintrag komplett geändert, habe mittlerweile einen Partner gefunden, der zumindest versucht, es zu verstehen, was aber auch nicht immer leicht für ihn ist.

Ich habe schon Fortschritte gemacht, aber habe immer noch mit den gleichen Symptomen zu kämpfen, die mal besser und mal stärker ausgeprägt sind.

Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, das mich diese Angst - wovor auch immer - mein Leben lang begleitet. Ich muss einfach nur lernen, mich nicht von ihr beherrschen zu lassen.

Nach wie vor nehme ich Lorazepham mal 1/4 mal 1/2 je nachdem wie mies ich "drauf" bin, ich versuche mich meinen Ängsten zu stellen, aber es gibt Tage, wo es mir wirklich sehr schlecht geht. Heute ist zum Beispiel so einer.-

Trotzden gehe ich meiner Arbeit nach, denn von irgendwas müssen ich und meine Cats ja leben.......

Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute und freue mich auf neue Zuschriften!

Ganz liebe Grüße

Judith

17.02.2004 12:58 • #12


Hallo!
Ich rate Dir, schau mal im Internet unter "Angstambulanz" nach und versuche dort einen Termin zu bekommen. Diese Ärzte kennen sich am besten aus.
Ich habe auch jahrelang geglaubt, die Angst käme aus meinem Charakter. Nun hat man festgestellt, dass mir gewisse biologische Stoffe im Gehirn fehlen und seit fast 4 Monaten nehme ich "Trevilor" mit gutem Erfolg. Die Wirkung dieses Medikamentes setzt erst nach 12-16 Wochen ein.
Jetzt l e b e ich wieder.
Ich hoffe, Dir kann geholfen werden.
Liebe Grüße
Staunebär(weiblich)

19.02.2004 16:26 • #13


hallo judith,

du bist nicht die einzige, die an dieser krankheit erkrankt ist. ich bin erst 21. mit 20 jahren fing es bei mir an. meine symthome sind genau die gleichen. du kannst nur dir selbst helfen. du musst es allein schaffen, mit mithilfe machst du dich abhängig von der anderen person. so wars bei mir. ich hab langsam angefangen mit jmd. gemeinsam kleine schritte zu machen, und die gefühle auszuhalten. du musst dir bewusst sein, dass es nur gefühle sind, die du lenken kannst, die eigendlich zu deinem schutz sind. Erfreu dich an deine kleinen erfolgserlebnisse, wenn du den mut hattest, etwas dagegen zu tun. je länger du dich drinnen verschließt, dich von der außenwelt ausschließt, desto mehr kontroliert dich die angst- es wird immer unerträglicher, glaub mir. man kanns schaffen. hol dir bücher, befass dich mit der angst... hab ich auch gemacht. hab ganz viel über die psyche eines menschen erfahren. du lernst dich selbst besser zu verstehen. ich bin seid sept. letzten jahres auszubildene. bin so froh dass ich diesen schritt getan habe. mir ist es überhaupt nicht leicht gefallen. hab auch die letzten 2 wochen starke innere unruhe verspürt, die ursachen dafür kenn ich nicht. ich glaube, dass sich die psyche von selbst heilt. Man braucht verdammt viel gedult. Glaub mir, du bist stark genug. du musst an dich glauben, daran glauben dass du es schaffst.

18.03.2004 11:40 • #14




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