Hallo Steffie,
Zitat:Wie ich sinnvoll gegen die Angst arbeite? Ich lenke mich ab beschäftige mich mit unnützen Dingen beobachte was
andere tun.Ob das Sinnvoll ist wohl eher nicht aber es hilft mir ein wenig besser ans Ziel zu kommen.
Wie Du habe ich Zweifel, ob ablenken gegen Deine Angst viel und dauerhaft hilft. Ablenken erzeugt nach meiner Ansicht
eine Pause im Denken. Dies ist nicht schlecht. Nur, sobald Du zur Ruhe kommst, konzentrierst Du Dich ja wieder auf das,
was Du denkst.
Und Deine eigenen Gedanken geben Dir schon länger offensichtlich zu wenig Sicherheit.
Zitat:Warum ich draußen eher Panik bekomme wie drinnen? Draußen können es fremde mitbekommen hier zu Hause nicht.
Findest Du wirklich, dass dies der Hauptgrund dafür sein wird, das Du draußen mehr Angst hast?
Zitat:Hier würde mich keiner in eine Klinik einliefern weil man denkt das ich verrückt bin. Das bin ich nicht ich bin
krank aber das wissen die ja nicht.
Draußen liefert Dich auch nicht einfach jemand in eine Klinik ein. Und schon gar nicht denkt jemand, dass Du verrückt bist.
Zitat:Ich hatte nach meiner op letztes Jahr eine Panikattacke in der Lottobude in der ich oft bin. Ich fragte ob ich ein wenig
bleiben könnte und rief meinen Mann an damit ich sprechen konnte,mich ablenken, Zuspruch bekomme. Ich sprach also
mit meinem Mann und was macht die Frau von der Lottobude und der andere Kunde sie lachen mich aus.
Bist Du sicher, dass sie Dich ausgelacht haben? Warum sollten sie das machen?
Hast Du ihnen gesagt, dass es Dir gerade nicht gut geht?
Zitat:Die angst ist entweder man sperrt mich weg oder man lacht mich aus. Ich denke deswegen ist es für mich da draußen so schlimm.
Hier finde ich, kannst Du selbst in Deine Gedanken eingreifen und etwas verbessern. Sachlich gesehen besteht
überhaupt keine Gefahr, dass Dich jemand wegsperrt.
Ist das Deine Denkweise, dass Du nicht normal reagierst?
Falls ja, ändere das bitte schnell. Du bist völlig normal. Eine Panikattacke ist eine außerordentlich starke Angstreaktion.
Sie ist nicht gefährlich, fühlt sich aber ganz schrecklich an.
Wenn Dich draußen mal Deine Angst überkommt, dann stehe dazu. Anderen Menschen, die in Deiner Nähe sind,
musst Du Dich nicht völlig erklären. Wenn jemand fragt, sage einfach. Mir geht es gerade gar nicht gut.
Und bitte sie, Dich einen Moment in Ruhe zu lassen, oder bitte sie um Hilfe.
Du kannst das doch frei entscheiden. Niemand wird über Dich bestimmen.
Dass mal jemand über Dich lacht, kannst Du nie verhindern. Dazu braucht es übrigens auch keine Panikattacke.
Lachen ist fast immer die erste Reaktion des Menschen, wenn er etwas nicht versteht. Erst danach folgt eine,
der Situation angemessenere Reaktion.
Dir wünsche ich, dass Du wieder mehr innere Ruhe und Stabilität findest.
Zitat:Vielleicht halte ich die angst einfach aufrecht, damit sie mich nicht aus dem nichts überfällt, so konzentriere ich
mich komplett darauf sie ja nicht zu zu lassen das sie auch nicht kommt.
Dies ist nicht ganz einfach zu verstehen. Angst ist bei mir immer da. Das ist normal.
Wenn ich zu viel esse, habe ich Angst, das es mir morgen wieder schlecht geht, wie vor zwei Tagen.
Wenn ich mit meinem schärfsten Messer etwas festes schneide, habe ich Angst, dass das Messer abrutscht
und ich mir den Finger aufschneide.
Wenn ich starke Rückenschmerzen habe und mich kaum bewegen kann, bekomme ich schnell Angst,
weil ich allein lebe. Niemand kann mir dann helfen.
Angst ist also ein völlig normales Gefühl, welches wir ständig steuern sollten.
Im Fall von "essen" und "scharfes Messer" ein eigentlich hilfreiches Gefühl.
Im Fall "allein sein", kann ich es innerhalb von Sekunden auf die Spitze treiben und dann versucht mich
mein Angstgefühl fertig zu machen.
Es ist das gleiche Gefühl. Oder sehe ich das falsch?
Heute schaffe ich das ganz gut, mit dem Risiko "allein sein" zurecht zu kommen.
Ich kann aber auch eine große Anzahl von Gedanken und offenen Fragen erzeugen, die ich nie beantworten könnte.
Immerhin können tausend Dinge passieren. Und in meinen Gedanken hätte ich dafür jetzt keine Lösung.
Was ich meiner Angst hier entgegensetze ist meine persönliche Überzeugung.
Egal was immer passiert, ich werde immer eine Lösung für mich finden. Und wenn ich nicht mehr kann, hole ich mir Hilfe.
Viele Grüße
Bernhard