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Hallo,

ich habe heute festgestellt, dass das was ich habe auch Emetophobie (Angst vor dem Erbrechen) genannt wird.
Hat noch jemand dieses Problem?
Wäre schön wenn mir jemand ein bisschen was dazu erzählen könnte und vielleicht gibt es ja auch heilungserfolge!?
Ich weiß gerade garnich wie ich das in den Griff bekommen soll

Für Antworten wäre ich euch sehr dankbar!

Lieben Gruß,
Judy

30.10.2007 19:17 • 20.11.2007 #1


7 Antworten ↓


Liebe Judy,

es tut mir so leid, dass Dir niemand bisher geantwortet hat. Ich glaube, diese Angst ist relativ selten.
Vor einigen Jahren hatte ich mal einen ganz schrecklichen Magen-Darm-Virus und habe nachts mehrmals erbrohen. Dieses Erlebnis hat mich so geprägt, dass ich auch eine solche Panik entwickelt habe. Eine ziemlich lange Zeit hatte ich entsetzliche Angst wieder krank zu werden. Ich konnte an fast nichts anderes denken. Das ging so weit, dass ich bei Familienessen nichts mitessen konnte, weil ich Angst hatte, dass das Essen evtl. verdorben ist und alle dann krank würden, mir somit keiner helfen könne deswegen, wenn ich immer und immer wieder erbrechen müsste. So habe ich zu solchen Anlässen nichts mehr mitgegessen. Es gab später sichere und unsichere Lebensmittel. Ich aß bestimmte Dinge gar nicht mehr aus Angst, sie könnten nicht gut sein. Ich hatte es auch wirklich dauernd am Magen, fühlte mich schlecht, nahm unheimlich viel ab. Ging wieder ein Virus um, hatte ich wahnsinnige Angst mich anzustecken. Ich habe Erkrankte gemieden wie die Pest. Und hätte damals ein Arzt gesagt, ich habe Krebs und müsse eine Chemo machen, bei der ich viel erbreche, ich hätte es abgelehnt. Wahnsinn! Wenn ich im TV Talkshows sah, versuchte ich in den Gesichtern der Gäste Anzeichen von Übelkeit zu entdecken. Übel werden kann ja schließlich jedem jederzeit! Und ich habe zugesehen, dass ich mich immer nur dort aufhielt, wo ich schnell weg konnte, ins Freie konnte o.ä. Hölle! Es war echt die Hölle! Ich habe mich so deswegen geschämt, dass ich mit niemandem darüber geredet habe. Ich nahm auch dauernd Medikamente gegen Übelkeit, die verursachten Durchfall und der versetzte mich in Panik, weil er irgendwie zum Erbrechen gehört....

Ich kann Dir nicht sagen, wie ich dieses Extrem losgeworden bin. Mit den Jahren hat es sich verschoben. Habe jetzt andere Ängste. Aber diese Angst ruht noch in mir und ich weiß, wenn ich wieder mal so heftig erkranken sollte, kann alles in dem damaligen Ausmaß von vorne losgehen.

Im Moment grassiert wieder so ein Virus in meiner Gegend. Und ich merke, dass mich das noch derbe beschäftigt. Ich flüchte zwar nicht mehr so panisch vor Leuten, die das hatten, doch ich habe heute noch irgendwas nicht unternommen, weil ich dachte, ich könnte mich ja auch angesteckt haben und müsse besser in der Nähe meiner Wohnung bleiben. Und ich habe oft einen Eimer neben meinem Bett stehen und sogar einen in meinem Auto, weil ich insgeheim doch damit rechne, dass es passieren könnte und ich gewappnet sein will. Irgendwie verrückt!

Ich kann Dich sehr gut verstehen, wenn ich auch überhaupt keinen Tip habe für Dich. Ich weiß noch, wie einsam ich mich damit fühlte. Das hätte kein Mensch verstanden. Erbrechen finden zwar alle schrecklich, aber Panik wie meine, hätte keiner nachvollziehen können. Und irgendwie ist das wohl noch ein Tabuthema unter den Ängsten. Bevor ich diese Angst entwickelte, hatte ich schlimme Errötungsängste. Ich bin irgendwie ein komischer Fall.

Machst Du denn Therapie?

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.

Liebe Grüße

02.11.2007 01:02 • #2



Leidet noch jemand unter Emetophobie?

x 3


Hallo,
alles was du geschrieben hast kenne ich nur zu gut.Hätte von mir sein können. Beim mir bezieht sich die Angst nur nicht auf das Erbrechen sondern Angst Durchfall zu bekommen.
Wie hast du es geschafft nicht mehr soviel Panik zu schieben, wenn
z.B. ein Magen-Darm-Virus umhergeht?
lg.Chuchu
PS.aus dieser Angst hat sich bei mir ein Waschzwang entwickelt

03.11.2007 19:25 • #3


Hallo,

kann Dir nicht sagen, wie ich das geschafft habe. Ich arbeite seit Jahren in Altenheimen und da gehen solche Viren immer derbe um. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich nicht mehr so doll angesteckt habe?! Deshalb kann alles wieder von vorne beginnen, sobald ich mal wieder heftig und akut erkranke. Ich kenne mich. Die Angst vor dem Durchfall hatte ich auch. Ist besonders unangenehm, wenn man unterwegs sein muss!

Ich denke, bei Dir ist eine Verhaltenstherapie angesagt. Aber das weißt Du sicher. Ich hatte keinen direkten Waschzwang, aber so andere Zwänge. Ganz idiotisch, musste ich Salate z.B. immer genau 5 x waschen. Hätte ich nämlich den Salat (den ich so gerne mochte) nur 3 x gewaschen und wäre zufällig krank geworden mit Erbrechen und Co, dann hätte ich nie wieder Salat essen können und mir das nie verziehen und darauf zurückgeführt, dass ich ihn dieses Mal eben nur 3 x gewaschen habe. Irre! Bei ganz vielen Dingen hatte ich diesen idiotischen Glauben, wenn ich nicht alles nach bestimmten Regeln und Gewohnheiten tue, passiert etwas schlimmes.

Ich bin aber nicht geheilt, meine Angst hat sich nur verlagert, konzentriert sich nun auf andere Sachen, die mir das Leben zur Hölle machen.

Was diese Magen-Darm-Geschichten angeht, versuche ich mir immer klar zu machen, dass andere Menschen das ja auch überleben, wenn sie mal nen Virus haben. Ich sage mir, dass ich nichts besonderes bin. Ich habe es nicht gepachtet, das als extrem unangenehm zu empfinden. Andere durchleben das und werden wieder gesund. Ich habe dennoch ziemlichen Schiss, dass mich sowas mal plötzlich überkommt (nachts) oder unterwegs (bin Pendlerin). Ich habe sogar Bammel, dass es ausgerechnet jetzt wieder passiert, weil ich darüber geschrieben habe.

Liebe Grüße

05.11.2007 20:16 • #4


Hallo,
danke für deine Antwort.Ich mach mir ja auch andauernd klar,daß mich Durchfall nicht umbringt. Aber trotzdem macht mir der Gedanke Angst.
Ist halt ziemlich blöd wenn das einmal im Hirn festsitzt. Meine Therapeutin hat mich auch gefragt,was so schlimm dran wäre wenn ich Durchfall bekäme. Ich weiß keine Antwort. Sie meint ich hätte wohl
Angst die Kontrolle zu verlieren. Keine Ahnung, auf jeden Fall bin ich nicht mehr der Mensch von Früher. Ich unternehme nichts mehr.
Naja,genug gejammert.
Danke nochmal
lg.chuchu

05.11.2007 21:45 • #5


Hallo.
Danke für eure Antworten.
Bei mir ist es auch ganz schlimm mit dem Anstecken.
Wobei ich seitdem ich 10 Jahre alt war keine Magen-Darm Grippe mehr hatte. Echt blöde.
Mein Arzt hat mir aber vorgeschlagen, dass man einen Test machen kann, ob man vielleicht gegen den Virus Immun ist. Ich glaube das werd ich mal machen.
Ich muss aber sagen, dass ich Medikamente gegen Übelkeit nicht mehr so oft nehme. Nurnoch in Situationen, in denen ich mich echt blamieren würde, wenn ich brechen müsste. In Alltagssituationen nehme ich nichts mehr und halte die Übelkeit aus.

Ich habe schon eine 5wöchige stationäre Therapie hinter mir. Aber diese bezog sich nur auf die Agoraphobie. Das mit der Emetophobie haben wir dort nicht behandelt.
Ich habe aber jetzt eine Verhaltenstherapeutin für eine ambulante Therapie. Nur leider hatte sie noch keinen Patienten mit dieser Phobie.. :/
Falls ihr Tips habt, wie man das therapieren kann, immer her damit =)

Lieben Gruß
Judy

13.11.2007 12:28 • #6


Hallo Judy,

Emetophobie ist anscheinend sehr häufig – was man aber noch nicht lange weiß. Das Thema gewinnt zur Zeit an Aktualität, es wird auch viel geforscht (surf mal im Net rum).

Viele andere Betroffene und auch sonst so ziemlich alles darüber findest Du hier: http://www.emetophobie.de/

Alles Gute für Dich
Majissa

15.11.2007 09:17 • #7


Hi!

Ich kenne das auch......gucke mal auf der seite http://www.emetophobie.de/ nach,da gibt es hunderte die das gleiche haben....da erfährst du mehr über die krankheit!!

da gibt es auch ein Forum

Vielleicht (hört) man sich da wieder

joanna

20.11.2007 15:16 • #8




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