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201804.02




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Das ist auch wieder so ein kulturelles Ding. In China sind Introvertierte, die beliebtesten, weil sie dort die lauten Trampeltiere nicht mögen.
Unsere Kultur ist stark amerikanisiert und dort wird die Extrovertiertheit nun mal als Maß der Beliebtheit angesehen.
Ich mag es nicht, es nervt, ist derb und mir unangenehm und solchen Leuten gehe ich aus dem Weg, weil sie einfach nicht zu mir passen.

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  04.02.2018 13:05  
Hotin hat geschrieben:
@Entwickler


Völlig richtig. Es ist aber nicht nur theoretisch, sondern grundsätzlich auch praktisch sehr einfach zu bewältigen.

Das kannst du doch gar nicht beurteilen. Es ist keine Frage des Willens, sondern u. U. eine Frage der kognitiven Leistungsfähigkeit. Deswegen schrieb ich ja, das es sehr anstrengend sein kann. Wenn ich mich in loser Runde mit mehreren Menschen befinde, kann ich nach einigen Minuten smalltalk nicht mehr folgen. Erst kann ich nichts passendes mehr schnell genug antworten und dann kann ich manchmal gar nicht mehr folgen, um was es überhaupt geht. Ich hänge aufgrund meiner Veranlagung mehr in der Innenwelt fest, und es fällt mir schwer, schnell zwischen innen und außen zu wechseln. Das kann jemand, der das nicht selbst so erlebt, gar nicht nachvollziehen.

Und wenn du einsiehst, dass Introversion auch auf einer Veranlagung beruhen kann, wären wir schon einen Schritt weiter. Dass Extrovertiertheit als Normalzustand gilt, ist auch nur dem herrschenden Zeitgeist geschuldet. Wären alle Menschen extrovertiert, hätte die Menschheit zum Beispiel auf sämtliche wichtigen Erfindungen verzichten müssen. Erfinder sind in der allergroßen Mehrheit Intrvovertierte (gewesen). Denn Fortschritt gibt es nicht mit Dummlaberern.

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  04.02.2018 13:10  
Blackstar hat geschrieben:
Das ist auch wieder so ein kulturelles Ding. In China sind Introvertierte, die beliebtesten, weil sie dort die lauten Trampeltiere nicht mögen.
Unsere Kultur ist stark amerikanisiert und dort wird die Extrovertiertheit nun mal als Maß der Beliebtheit angesehen.
Ich mag es nicht, es nervt, ist derb und mir unangenehm und solchen Leuten gehe ich aus dem Weg, weil sie einfach nicht zu mir passen.

Kann ich nur unterstreichen. Ich arbeite seit ca. zehn Jahren primär für amerikanische Unternehmen, und es ist teilweise haarsträubend, wie viel Inkompetenz man mit Dampfplauderei überdecken kann. Sie glauben allen Ernstes, dass man fast alle Probleme mit reden lösen kann. Menschen, die einfach nur machen wollen, werden teilweise einfach nur als Querulanten wahrgenommen und rausgemobbt. Zum Glück kann ich durch meine Selbständigkeit alle paar Monate wieder als unbeschriebenes Blatt anfangen, und das tun, was die verunglückten Prozesse wieder in Ordnung bringt. Als Festangestellter hätte ich damit keine Chance.

Die Amerikanisierung ist eine regelrechte Seuche. Aber da ich als "Tatortreiniger" davon profitiere, sage ich lieber nichts, sondern spiele weiter nach meinen richtigen Regeln im falschen Spiel. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man es ertragen. :D



  04.02.2018 13:20  
Es ist halt beides gleich wichtig, aber eben im ausgewogenen Maß und hierzulande, wird der Extrovertiertheit einfach zuviel Raum gegeben
und als ulitmatives Maß der Dinge von klein auf eingetrichtert. Muß da an Apple denken, Steve Wozniak war im Grunde das technologische Genie.
Aber stark introvertiert und hypersensibel und deshalb hielt er dem Druck von außen nicht stand und hielt sich deshalb klug im Hintergrund, während
Steve Jobs, durch seine Extroversion das Unternehmen nach außen präsentieren und groß machen konnte. Beide waren/ sind Extreme auf ihre Art,
aber beide haben eines der größten Unternehmen der Welt dazu gemacht, was es heute ist. Wozniak lebt ja noch, vielleicht liegt es daran, daß er
sich nicht so sehr nach außen verausgabt hat wie Jobs und ist letztendlich der schlauere von beiden. Erfinder und Künstler sind oft sehr introvertiert.
Kürzlich habe ich mal wieder ein lustiges Buch von Marian Keyes gelesen und siehe da, sie ist auch extrem introvertiert und hochsensibel und erträgt
die Welt da draußen auch nur schlecht, obwohl ich das niemals bei ihr gedacht hätte.

Wichtig ist es seine Veranlagung, akzeptieren zu lernen und für sich das Beste herauszuholen.
Es gibt dafür eine Unmenge an Büchern heutzutage, man muß sich halt damit beschäftigen und lernen, wie man am besten mit sich umgeht.

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  04.02.2018 13:28  
In unserer Gesellschaft ist es leider so, dass die, die am lautesten Schreien oft das bekommen was sie wollen. Und das obwohl sie z.b. auf der Arbeit die schlechtere Leistung bringen. Extrovertiertheit kann aber auch eine Krankheit sein, die eigenen Gefühle sofort rauszulassen ohne dabei zu denken ob es gerade richtig oder falsch ist. Ich erlebe es selbst öfters wenn ein introvertierter Mensch etwas sagen will, wird er oft von anderen Menschen unterbrochen und einfach "überredet". Das kommt praktisch nur in Gruppen vor.

Als introvertierter Mensch muss man Strategien entwickeln, z.b. das Zweiergespräch suchen bei Problemen. Im Zweiergespräch kann man nicht übertönt werden, man muss Raum für sich einfordern. Überdies kommt es aber auch auf die Firmenpolitik an z.b auf der Arbeit. Es gibt Firmen und Chefs, welche diese Dampfplauderei nicht wollen.

Oft ist aber auch so, dass die sog Dampfplauderer sich ständig lächerlich machen weil sie unwahre oder schlicht lächerliche Dinge erzählen (müssen). Wenn man dann sowas wie "du bist ein wirklich toller Märchenerzähler" einwirft wird der Dampfplauderer recht schnell ruhig oder aggressiv (was ihn dann noch lächerlicher macht). Aber vorsicht, wenn man einen Menschen in einer Gruppe lächerlich macht, schwache Charaktere sehen dies schnell als eine Art Kampfansage.

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  04.02.2018 13:31  
mueltonne hat geschrieben:
In unserer Gesellschaft ist es leider so, dass die, die am lautesten Schreien oft das bekommen was sie wollen.

Wie sagte Mark Twain bereits: "Lauststärke, überzeugt in keinster Weise."
mueltonne hat geschrieben:
Extrovertiertheit kann aber auch eine Krankheit sein, die eigenen Gefühle sofort rauszulassen ohne dabei zu denken ob es gerade richtig oder falsch ist.

Das sind Impulskontrollstörungen, mein Vater war auch immer so, der konnte sich auch nie kontrollieren, wahrscheinlich war das auch mit ein Grund für den Alk..
Es kann genauso belastend sein, weil es die Nerven auch zerrütten kann, wenn da dauernd zuviel rausgehauen wird.



  04.02.2018 13:32  
Suchte man nach Vorurteilen über sog. Introvertierte und Extrovertierte, wird in diesem Thread fündig.

Introvertierte oder Extrovertierte.. Was besagt das überhaupt?
Ist dadurch jemand auch nur annähernd charakterisiert?
Es gibt zig verschiedene Faktoren, die das eine oder das andere begünstigen.

Was den Tiefgang betrifft und auch die Oberflächlichkeit, bei beiden kann man sie reichlich finden.

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  04.02.2018 13:34  
In 2005 habe ich mal an einem "assessment center" teilgenommen. Ich habe mich bei einer Aufgabe zwar gut beteiligt, aber man erwartete von mir, dass ich die Anderen regelrecht "niederschreie", auch wenn sie objektiv recht hatten. Man wollte damit nur meine Durchsetzungsfähigkeit testen. Und weil ich das nicht tun wollte, fiel ich durch. Man muss nicht jeden Quatsch mitmachen.



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  04.02.2018 13:37  
abirel hat geschrieben:
Was den Tiefgang betrifft und auch die Oberflächlichkeit, bei beiden kann man sie reichlich finden.

Das ist Relativismus. Hier geht es um mehrheitliche Eigenschaften. Und der Extrovertierte ist nunmal in der Regel kein mentaler Tiefgänger, sondern Tiefflieger.

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  04.02.2018 13:40  
Blackstar hat geschrieben:
Das sind Impulskontrollstörungen, mein Vater war auch immer so, der konnte sich auch nie kontrollieren, wahrscheinlich war das auch mit ein Grund für den Alk..
Es kann genauso belastend sein, weil es die Nerven auch zerrütten kann, wenn da dauernd zuviel rausgehauen wird.


Ich würde mich hüten den individuellen Grund von einer Person (deinem Vater) auf alle anderen zu schliessen. Manche sind so erzogen worden, mit vielen Geschwistern, laut die eigene Meinung zu sagen und das immer und zu jeder Zeit. Andere wurden von den Eltern übertönt und hatten wenig bis keinen Raum um sich zu entfalten. Wiederum andere sind nur geltungssüchtig oder wollen die Person sein, die die tollsten und krassesten Dinge erlebt hat. Es gibt hier viele Gründe für Extrovertiertheit, ein bisschen ist in der Arbeitswelt ein Muss, zuviel einfach nur nervend. Im Normalfall aber passt sich das Individuum der Gruppe an, da eine Gruppe das Maß vorgibt.


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