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Ana-A303 hat geschrieben:
Am Ende hieß es, meine Art sei interessant, weil ich nicht im Mittelpunkt stehen wolle. Was immer auch damit gemeint war, ich wiederum empfand die Aussage als interessant. (?)


Ja ich finde das macht introvertierte Menschen so anziehend, sie sind ruhig und geerdet und brauchen es nicht sich in den Vordergrund zu drängen. Introvertierte Menschen sind etwas schwerer kennen zu lernen als extrovertierte aber wenn man sie mal besser kennt möchte man sie nicht mehr hergeben.^^

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  04.02.2018 19:55  
Jung im Original und seine Schüler hätten niemals extrovertiert geschrieben, da bin ich ganz sicher.



  04.02.2018 20:07  
Feigina hat geschrieben:
Jung im Original und seine Schüler hätten niemals extrovertiert geschrieben, da bin ich ganz sicher.

Was Du nicht alles zu wissen glaubst. Wenn Du so schlau bist, wie Du tust, warum hast Du dann überhaupt noch Probleme.
Und ob diese Haarspalterei denen hilft, die Probleme mit Introvertiertheit haben, kann ich mir auch nicht vorstellen.



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  04.02.2018 22:13  
TomTomson hat geschrieben:
Du scheinst ein bestimmtes Bild von Extrovertierten im Kopf zu haben. Nämlich ein Dummschwätzer ohne jegliches Innenleben. Und ja gewisse Menschen leben tatsächlich in diesem Extrem, das ist dann aber genau so ungesund wie wenn man im anderen Extrem lebt und sich komplett zurückzieht, auf der einen Seite hast du dann den klischeehaften Dummschwätzer der nur nach aussen lebt und auf der anderen Seite den Nerd der primär in seiner Fantasiewelt lebt.

Für einen selber fühlt es sich am besten an, wenn man sich sowohl mit seiner introvertierten wie auch mit seiner extrovertierten Seite anfreundet und beide lernt zu geniessen. Die Aussage mit dem Auslaufmodell solltest du nochmals überdenken, ich habe das Gefühl, dass du da ein ganz bestimmtest Weltbild im Kopf hast, indem der Introvertierte besser aufgehoben ist.

Das Problem ist aber, dass durch die Amerikanisierung jahrzehntelang der Extrovertierte als hochwertiger dargestellt wird, und Introvertierte pathologisiert werden. Ich weiß noch, wie wir in der Grundschule in den 70er Jahren eine Geschichte gelesen haben, in der ein Erfinder 20 Jahre lang eingeschlossen an einem Kasten gearbeitet hatte, und keinem gesagt hat, was er da macht. Als er dann fertig war und das Gerät vorführte, lachten ihn alle aus. Er hatte den Fernseher erfunden, den es da schon längst gab. Und alle Mitschüler lachten über den Idioten. Mir war da aber schon klar, welche Stimmung da gemacht werden sollte. Wer keine große Fresse hat, und lieber was neues erschaffen will, ist ein Vollidiot. Natürlich musste das Beispiel ins Groteske überzeichnet werden, damit sich nie jemand einschließt, und etwas entwickelt, wovon er eines Tages ganz groß profitieren könnte. Und die Nachricht hatte ihre Wirkung hinterlassen.

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  04.02.2018 22:43  
Ja, das weiß ich, ich besitze nämlich die Werke von Jung.
Ich habe einmal in älteren Lexika nachgeschlagen, dort findet man extra, das extro scheint sich eingebürgert zu haben, mich interessiert Sprache.
Und was ein Wissen mit eigenen Problemen zu tun hat, weiß ich nicht, aber du wirst es sicher wissen.



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  04.02.2018 23:10  
Entwickler hat geschrieben:
Das Problem ist aber, dass durch die Amerikanisierung jahrzehntelang der Extrovertierte als hochwertiger dargestellt wird, und Introvertierte pathologisiert werden.


Also ich finde du interpretierst da etwas zu viel in die Geschichte hinein.
Durch unsere Gesellschaft werden schon seit Ewigkeiten falsche Werte vermittelt. Wie man zu sein und zu leben hat um als ein guter bzw. erfolgreicher Mensch zu gelten. Wie man auszusehen hat und welche Kleider man zu tragen hat um als attraktiv zu gelten. Doch das ist alles nur Bullsh. Klar viele Menschen laufen deshalb mit diesem indoktrinierten Gedankengut herum. Doch das ist alles nicht entscheidend. Denn da dies alles nur einprogrammierte Meinungen sind, sind sie nicht wirklich nachhaltig.

Z.B. wenn du als introvertierter jemanden neu kennenlernst und etwas ruhiger und zurückhaltender bist, dann wird bei ihm vielleicht zu Beginn diese automatisierten Gedanken anspringen wie "ach der ist aber still, das ist bestimmt ein Nerd / komischer Mensch / was auch immer." Aber dies ist ja nicht seine wahre Meinung über dich als Menschen sondern nur die soziale Programmierung und deshalb auch nicht nachhaltend. Klar macht das den Einstieg vielleicht etwas schwieriger, aber worauf es wirklich ankommt ist der wahre Mensch hinter der Programmierung. Und ob du dich mit ihm verträgst oder nicht hat mit der sozialen Programmierung wenig zu tun, denn sobald er dich näher kennenlernt, wird er seine "Meinung" über dich automatisch revidieren.

Das ist wie z.B. mit Autos, du siehst jemanden in einem Ferrari und es springen automatisch Gedanken an wie "der hat bestimmt Kohle, der ist sicher erfolgreich, ein toller Mensch etc." halt all das was wir durch die soziale Programmierung mit einem Ferrari verbinden. Ich wusste schon dass der Ferrari ein tolles Auto ist bevor ich überhaupt mal einen in echt gesehen, geschweige denn gefahren bin. Um ehrlich zu sein ich habe eigentlich gar keine Ahnung was an einem Ferrari so toll sein soll, aber weil ihn halt alle für ein tolles Auto halten, tu ich das auch, weil es uns eben so einprogrammiert wurde, obwohl ich mir darüber eigentlich nie Gedanken gemacht habe. Aber auch hier ist es wieder die selbe Geschichte, sobald wir dann beginnen unsere eigene Meinung darüber zu bilden, z.B. wenn wir selber mal einen Ferrari fahren oder jemanden mit einem Ferrari kennenlernen (oder uns einfach so mal Gedanken darüber machen, aber die wenigsten tun das und machen dies dann erst wenn sie wirklich damit konfrontiert werden) bemerken wir vielleicht Dinge wie: Ein Ferrari ist zwar schon ein schönes Auto, aber schlussendlich bringt es einen auch nur von A nach B. Der Ferrari macht aus einem auch keinen besseren Menschen, es ist eigentlich alles wie beim Alten, bloss dass man einen Ferrari hat. Ein Ferrari löst meine Probleme auch nicht.

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  05.02.2018 14:33  
Ich kann mir vorstellen, dass sich manche Introvertierte nicht gut fühlen, wenn sie gern raus aus ihrer Haut wollen, aber nicht genau wissen wie. Um Unsicherheiten und/oder Peinlichkeiten zu vermeiden, bleiben sie lieber in ihrer Haut und das kann belastend für den einen oder anderen sein.
Der eine Intro wird als interessant betrachtet, der andere gilt als merkwürdig...so wie wahrscheinlich auch bei den Extrovertierten.
Es gibt so gut wie immer zwei Seiten.



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  05.02.2018 15:36  
Ja, es kommt sehr stark darauf an, wie gut man selber damit zurechtkommt, bzw. wie sehr man mit sich selber im Reinen ist. Eine Person die zu ihrer introvertierten Seite steht und sich nicht verbiegt oder sie überspielt wirkt auf Dauer sehr sympathisch und anziehend. Man übermittelt halt automatisch seine Unsicherheiten und wenn man sich selber als falsch empfindet weil man introvertiert ist, dann wird das von anderen auch automatisch so aufgenommen.
Aber auch extrovertierte Menschen sollten sich mehr mit ihrer introvertierten Seite anfreunden, auch wenn es auf den ersten Blick wenig Vorteile bringt (der Gesellschaft und Hollywood sei Dank). Doch darin verbirgt sich eine Unmenge an Kraft und auch die Quelle zu persönlichem Wachstum liegt primär in einem drinnen.



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  05.02.2018 21:16  
Man sollte auch nicht vergessen, dass die erfolgreichsten unter den Extrovertierten tendenziell früh sterben. Ich weiß nicht, ob der Begriff "intensiv gelebt" wirklich so erstrebenswert sein sollte. Wer immer auf Bewunderung von Anderen angewiesen ist, fällt umso tiefer, wenn er die nicht mehr kriegt.

Wir waren mal das Land der Dichter und Denker. Ich hoffe, jemandem fällt auf, was hier die letzten 100 Jahre schiefgelaufen ist.

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Niedersachsen
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  18.03.2018 18:21  
In großen Gruppen fühle ich mich auch eher unwohl. Wenn wir zum Beispiel mit Arbeitskollegen essen gehen, bin ich zurückhaltend und höre mir die Unterhaltungen erst mal an. Ich nicke dann zustimmend und versuche den Gesprächen zu folgen. Wenn mich aber hinterher einer fragen würde, was da gesagt wurde, könnte ich mich an das meiste nicht mehr erinnern. Bin ich aber alleine mit einem Kumpel unterwegs, dann bin ich derjenige, der ständig redet. Auf der Arbeit bin ich viel im Kundenkontakt, dort habe ich eigenartigerweise überhaupt keine Ängste. Deswegen kann ich mit meiner angeblichen Diagnose Soziale Phobie auch nichts anfangen, da es ja nur selten auftritt. Wahrscheinlich bin ich einfach nur schüchterner als andere.


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