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201804.02




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Levent hat geschrieben:
Ich finde es völlig okay introvertiert zu sein. Ich finde es sogar besser als extrovertiert zu sein und etwa sich auf zu drängen. Ich finde es schade, dass dein Umfeld so reagiert. Vielleicht könntest du mit denen mal darüber reden.

Es gibt wohl verschiedene Arten von introvertierten Menschen genauso wie auch von extrovertierten und allen anderen Formen von Charakteren. Man kann keine klare Linie ziehen und das ist auch der Grund warum einen die Therapeuten heute nicht mehr in eine Schublade stecken wollen.
Fakt ist, es ist immer gut und hat seine Gründe so zu sein wie man ist, auch wenn man diese Gründe (noch)nicht kennt! Zum Problem wird es erst, wenn man damit unzufrieden ist und täglich damit konfrontiert wird und meint man gehört nicht in diese Gesellschaft.
Ich z.b. bin meistens introvertiert, dennoch bin Ich leider nicht so gut darin tiefgründige Gespräche zu führen...ich beneide oft Leute die sich mehr als 20 min am Stück unterhalten können!
Und ich denke das ist es was Seele meinte...

Auf das Thema antworten
Danke3xDanke


6282
NRW
3992
  04.02.2018 14:15  
@Entwickler
Zitat:
Das kannst du doch gar nicht beurteilen. Es ist keine Frage des Willens, sondern u. U. eine Frage der kognitiven Leistungsfähigkeit.


Bei einigen Menschen magst Du Recht haben. Ich habe aber schon Veränderungen bei Menschen erlebt, die andere
noch nicht mal theoretisch kennen. Ich rede daher fast immer von Dingen, die ich schon selbst bei mir und
anderen erlebt habe. Daher gehe ich aus Erfahrung davon aus, nur die wenigsten praktisch zu überfordern.
So ungefähr, wie Du deinen Job machst, habe ich mich seit 30 Jahren mit Kommunikation und dem Thema
Ängste beschäftigt. Da bleibt es nicht aus, dass man auf diesen Gebieten Erfahrungen und Erlebnisse sammelt.
Zitat:
Ich hänge aufgrund meiner Veranlagung mehr in der Innenwelt fest, und es fällt mir schwer, schnell zwischen innen
und außen zu wechseln. Das kann jemand, der das nicht selbst so erlebt, gar nicht nachvollziehen.


Das tut mir Leid. Dann musst Du eben damit Leben. Für die Allgemeinheit wird dies aber nicht gelten.

Zitat:
Und wenn du einsiehst, dass Introversion auch auf einer Veranlagung beruhen kann, wären wir schon einen Schritt weiter.

Was für eine Veranlagung meinst Du denn? Wie unterscheidet man dann,
Introvertiertheit wegen starken Ängsten und Introvertiertheit aus Veranlagung?
Beide erzählen nämlich überzeugend. "Ich kann nicht anders. Es geht nicht."
Mindestens einer erzählt da nicht die ganze Wahrheit? Wie findest Du das heraus?
Zitat:
Extrovertiertheit als Normalzustand gilt, ist auch nur dem herrschenden Zeitgeist geschuldet.


Bedeutet dies, dass Du Extrovertiertheit als reines gelerntes Verhalten ansiehst?
Was ist mit psychisch Kranken, die ständig in "Manische Phasen" geraten?
Was ist mit Extrovertiertheit aufgrund Konsum von Alk., Dro. und anderen Hilfsmitteln?
Zitat:
Erfinder sind in der allergroßen Mehrheit Intrvovertierte (gewesen).


Ob das wirklich immer Introvertierte waren, da bin ich mir nicht sicher. Wer sich hauptsächlich mit einer
Aufgabe (hier Erfindung) beschäftigt, der braucht nicht introvertiert zu sein. Er hat seinen Fokus aber ganz
auf die Suche nach einer Problemlösung gerichtet.

Bernhard



  04.02.2018 14:16  
Empfehle zu dem Thema das Buch "Auf die leise Weise" von Anne Heintze.
Finde es sehr liebevoll gestaltet und hat mir dazu sehr geholfen.



2153
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  04.02.2018 14:19  
Die gegenseitigen Anfeindungen und Sticheleien wurden gelöscht. Werdet hier in keinster Weise mehr persönlich. Schönen Sonntag.

Grüße Carsten



6282
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3992
  04.02.2018 14:23  
@Blackstar
Zitat:
hierzulande, wird der Extrovertiertheit einfach zuviel Raum gegeben


Ist der Grund nicht sehr einfach?
Mit Extrovertiertheit kann man Geschäfte machen Geld verdienen.
Mit Introvertiertheit sieht das anders aus.

Ohne Extrovertierte wäre meiner Meinung nach unser wirtschaftlicher Wohlstand nie möglich gewesen.

Danke1xDanke


  04.02.2018 14:24  
Die Vorzüge von Introvertierten sind nach Frau Heintze:
achtsam, verschwiegen, bei sich sein, gut zuhören, tiefgründig, Zwiegespräch, beharrlich,
naturverbunden, kreativ, mitfühlend, Ruhepol und Fels in der Brandung.

Das ist doch schon eine ganze Menge, guter Dinge und Stärken, die Intros zu bieten haben.

Hotin hat geschrieben:
Ohne Extrovertierte wäre meiner Meinung nach unser wirtschaftlicher Wohlstand nie möglich gewesen.

Habe ich ja schon viel weiter oben geschrieben, daß beide nötig sind und sich gut ergänzen, am Beispiel von Apple und der
äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit von Steve Wozniak und Steve Jobs.
In der amerikanisierten Gesellschaft, wird die Extroversion aber eindeutig zu stark überbetont.

Danke3xDanke


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  04.02.2018 14:35  
Ich selbst bin auch introvertiert und Frage mich manchmal, ob ich mehr aus mir herausgehen soll. Und das tue ich seit einiger Zeit. Ich überwinde mich dazu und mir macht es mittlerweile Spaß. Nicht immer, aber manchmal.

Ich spreche mit mehr Menschen und halte auch Smalltalk. Das ist manchmal sehr angenehm, aber nach wie vor habe ich Phasen, in denen ich lieber meine Ruhe habe. Und ich möchte dir sagen: Beides ist vollkommen in Ordnung. Mach dir nicht verrückt ;)

Danke2xDanke


6282
NRW
3992
  04.02.2018 14:35  
@mueltonne

Zitat:
In unserer Gesellschaft ist es leider so, dass die, die am lautesten Schreien oft das bekommen was sie wollen.


Dies sehe ich ähnlich. Was folgt daraus? Da ich andere nicht ändern kann, sollte ich versuchen, ihr Verhalten
in wichtigen Teilen zu kopieren, damit ich auch bekomme, was ich will.
Zitat:
Als introvertierter Mensch muss man Strategien entwickeln, z.b. das Zweiergespräch suchen bei Problemen.
Im Zweiergespräch kann man nicht übertönt werden, man muss Raum für sich einfordern.


Sehe ich ähnlich. So kann man zumindest am Anfang seine Stärken finden um dann auch
in Gruppen stark aufzutreten.
Zitat:
Wenn man dann sowas wie "du bist ein wirklich toller Märchenerzähler" einwirft wird der Dampfplauderer recht
schnell ruhig oder aggressiv (was ihn dann noch lächerlicher macht).


Dieses Verhalten ist meiner Meinung nach sehr unklug. Es wird den "Dampfplauderer"
nur ermutigen seine Übertreibungen zu verstärken.
Zitat:
Aber vorsicht, wenn man einen Menschen in einer Gruppe lächerlich macht, schwache Charaktere sehen
dies schnell als eine Art Kampfansage.


Das ist ja auch eine offene Kampfaussage. Wer dies versucht, handelt unklug und scheitert deshalb meistens.

Bernhard



  04.02.2018 14:41  
Robsen hat geschrieben:
Ich spreche mit mehr Menschen und halte auch Smalltalk. Das ist manchmal sehr angenehm, aber nach wie vor habe ich Phasen, in denen ich lieber meine Ruhe habe. Und ich möchte dir sagen: Beides ist vollkommen in Ordnung.

Ja, man muß da halt sehr gut auf sich achtgeben und das Maß herausfinden, was einem guttut und man sich nicht überfordert.
Introvertierte, brauchen da nicht soviel wie Extovertierte, die ja viel aus Kontakten zu ihrem Wohlbefinden ziehen und auch brauchen.



6282
NRW
3992
  04.02.2018 14:42  
@Struggle

Zitat:
Fakt ist, es ist immer gut und hat seine Gründe so zu sein wie man ist, auch wenn man diese Gründe (noch)nicht kennt! Zum Problem wird es erst, wenn man damit unzufrieden ist und täglich damit konfrontiert wird und meint man gehört nicht in diese Gesellschaft.


Dies sehe ich fast genauso.


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