Hallo!
Ich bin neu hier im Forum, vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen: Ich bin weiblich, 20 Jahre alt und aus Oberbayern. Ich hatte seit meinem 14. Lebensjahr ziemliche Angst vor Klassenkameraden, die mich gehänselt haben, dann vor allen Jugendlichen und irgendwann generell vor Gruppen von Menschen. Zuerst bin ich auf die Schulausflüge nicht mehr mitgefahren, dann konnte ich mich beim Lernen nicht mehr konzentrieren und musste dauernd im Kreis denken und dann hatte ich Schwindel und Schwäche und habe mit ach und krach noch mein Fachabi gemacht, aber nicht mehr besonders gut, dann hat die Fahrschule auch nicht geklappt weil ich zu schwach war und irgendwann war ich nur noch daheim.
Dann bin ich zum Glück in eine psychosomatische Klinik gekommen , zwar erst mit 19, aber immerhin. Und dort war ich zwei Monate und habe sehr viel dazu gelernt, ich habe mir auch x-tausend Bücher zu Verhaltenstherapie gekauft und verschlungen und nach einem Jahr (war vor einem Jahr in der Klinik) weiteren Anstrengungen und Selbsttherapie bin ich jetzt stabil´, habe einen Freund, mit dem ich sehr glücklich bin und der mir halt gibt, er hat sich sogar über meine Krankheit informiert und sich mein Buch von "Doris Wolf und Rolf Merkle" ausgeliehen, die dieses Forum betreiben und mir mit ihren Büchern sehr geholfen haben. Ich habe 10 STück davon gekauft und die meisten auch gelesen, ich habe mir beim ersten lesen immer gleich das wichtigste gemerkt und dann das nächste Buch gekauft, da ich zu mehreren Themen Fragen hatte. Vor allem Angst, Panik, Selbstvertrauen und Schuldgefühle und Grenzen setzen (sich durchsetzen und anderen zu schaden). Ich habe meistens ja und amen gesagt, als ich das nicht mehr wollte habe ich es passiv-aggressiv versucht, indem ich beleidigt war und weggegangen bin oder den anderen angeschrien habe.
Aber inzwischen habe ich die meisten Sachen sehr gut im Griff. Ich habe jetzt seit 1/2 Jahr meinen Führerschein, vor dem ich auch Panik hatte, da es mit Selbstständigkeit zu tun hat und einem ja etwas passieren könnte. Aber jetzt fahre ich seit einem halben Jahr jeden Tag mit dem Auto zur Schule und treffe Gleichaltrige, gegen die ich mich schon einigermaßen durchsetzen kann, aber ich trainiere noch, noch reicht nicht. Ich lasse mich noch zu schnell ausnutzen, aber das lerne ich noch.
Ich war auch vor kurzem auf einem Klassenausflug in London dabei und es war sehr schön, ich hatte keine Angst mehr. Ich finde einfach nur cool, was ich alles in einem Jahr dazu gelernt habe, da habe ich so viele Fortschritte gemacht, wie sonst nicht einmal in 5 Jahren.
Meine Lehrer haben mich gelobt, da ich nach dem Klinik aufenthalt ein ganz anderer Mensch war und auch meine Klassenkameraden, ich war dann viel offener und selbstbewusster und habe viel mehr geredet, am Schluss, kurz vor der Klinik habe ich aus Angst vor Ablehnung fast gar nichts mehr gesagt.
Die Angst kommt immer noch manchmal, aber nicht mehr so lange und so stark und ich kann mir inzwischen selbst helfen oder ich frage meinen Freund, der dafür offen ist, dass ich in Situationen Angst habe, in denen andere das nicht haben, er versteht mich und kann damit umgehen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!
Okay, wie man merkt, mag ich das Leben inzwischen und genieße es und hatte in der Schule einen Schnitt von 2,0 , was auch sehr cool ist. Ich kann mich nicht beklagen, obwohl ich noch vor 1 1/2 jahren so blockiert war, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte, aus psychischen Gründen! Jetzt mache ich sogar wieder Aerobic.
Mein nächstes Ziel ist es, meine Tabletten abzusetzen, die ich noch nehme, aber in Moment sind sie noch ganz gut. Wenn ich wirklich sicher bin, werde ich sie absetzen, aber in Moment fühle ich mich damit wohl.
Mein Freund hat auch 7 Freunde um die 25, was für mich bedeutet hat, bevor ich sie gekannt habe: Oh Gott, eine Gruppe, so viele junge Menschen! Da hatte ich Angst, aber schon beim ersten treffen habe ich gemerkt, dass sie sehr nett sind, was sie von mir auch gedacht haben und da wusste ich, dass ich endlich bei mir selber angekommen bin und Leute gefunden habe, die zu mir passen und mich so akzeptieren, wie ich bin. Da gab es kein: Hilfe! Eine Neue!
Ich habe auch am Freitag meinen Geburtstag gefeiert, mit meinem Freund und den anderen 7, die auch meine Freunde sind, inzwischen und alle waren begeistert!!
Sowas hätte ich vor einem Jahr nicht mal zu träumen gewagt, es rentiert sich sehr, sich mit sich auseinander zu setzen und seine Angst abzubauen, es gibt so viel Positives im Leben, so viele Ziele, die man sich stecken kann. Also geht den Weg! Ihr werdet stauen.
Tschüss, die Hobby-Psychologin (auch wenn das schon Leute gestört hat, denen ich helfen wollte, die aber nicht geholfen werden wollten, )