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L
Hallo! Ich bin schon seit längerer Zeit unglücklich mit unserer Wohnsituation. Ich bin seit 1,5 Jahren verheiratet. Manchmal bereue ich es. Wir wohnen neben seinen Eltern, die auch unsere Vermieter sind. Letztes Jahr sind noch die Schwester meiner Schwie.mutter über uns eingezogen. Das wollten wir eig. gar nicht. Mein Problem ist das ich das von meinem Elternhaus aus nicht kenne. Alle auf einem Haufen, doch mein Mann ist so aufgewachsen und ihn stört es nicht sonderlich. Letztes Jahr waren wir drauf und dran auszuziehen. Wir wollten bauen um was eigenes zu haben. Aber die aktuellen Baupreise machen es schier fast unmöglich oder man hat kein Leben mehr (Urlaub, mal essen gehen können etc.) Also wohnen wir weiter hier. Es ist ein Dreifamilienhaus und wir zahlen nicht wirklich viel Geld. Das mit der Tante und dessen Lebensgefährte über uns klappt ganz gut, trotz allem bin ich beunruhigt da ich es von seinen Eltern her anders kenne. Die akzept. selten eine Privatsphäre und sind meiner Mein. sehr grenzüberschreitend. Ich hingegen bin eher introvertiert und sage nie etwas. Fresse viel in mich rein und mein Mann bekommt alles ab. Der widerum kann es nicht mehr hören und es gibt öfters mal Diskussionen. Ich mache auch seit letztem Jahr eine Therapie. Ich hatte eine nicht immer schöne Kindheit und wollte dies nun endlich mal aufarbeiten. Ich fühle mich mom einfach nicht wohl hier. Mir ist das alles zuviel. Dauernd irgendwelchen Leuten übern Weg zu laufen und alles ist so verpflichtend. Wenn über uns Fremde wohnen würden wäre das was anderes (Hallo und Tschüss) aber jetzt sind die bei jedem Geb. Feiern immer mit dabei bzw. man ist ja schon verpflichtet die mit einzuladen sonst gäbe es wohl Ärger. Es ist sogar soweit dass ich erst an der Wohnungstür lausche ob jemand im Hausflur ist, weil ich nicht unbed. immer Lust auf Quatschen habe. Soweit ist es schon, aber das ist doch nicht normal. Habe ich viell. eine soziale Phobie? Steiger ich mich zu sehr rein....ich weis es einfach nicht mehr. Am liebsten würde ich abhauen also mit meinem Mann. Aber den bekomme ich hier einfach nicht weg. Wie kann man nur so am Rockzipfel seiner Eltern hängen? Am liebsten hätte ich ein eigenes Haus und ein unabhängiges Leben. Meine Therapeutin meinte auch, dass jeder seine Probleme aus der Kindheit mitgenommen hat. So auch mein Mann, das der einfach sich nicht von seinen Eltern und alles hier lösen kann. Aber wielange ich das noch mitmachen kann, weiß ich nicht...ich wusste es ja vorher!

20.01.2016 08:50 • 20.01.2016 #1


3 Antworten ↓


R
Hallo,
ich könnte mir denken, daß das Problem nicht wesentlich besser wird, wenn ihr in ein eigenes Haus zieht oder in eine andere Wohnung. Dein Mann würde trotzdem den anerzogenen Familiensinn ausleben, da er es ja anders nicht gewohnt ist. Du wärst dann vielleicht überrascht, deinen Mann jeden Tag 'zu Hause' zu wissen und das wäre dann aber bei den Eltern. Wenn dann 'zu Hause' jemand krank wird oder vom Alter geplagt nicht mehr alles selbst erledigen kann, wirst du diejenige sein, die das aushalten muß... du wolltest ja unbedingt wegziehen und jetzt sieh dir an, was wir davon haben.
Ich will damit sagen, daß ein Wegzug es für dich nicht unbedingt besser machen wird. Allerdings würde ich es anders machen, als nur die Situation so zu leben und zu allem ja und amen zu sagen. Grenzen setzen ist sehr wichtig und da kann es ruhig auch mal zum großen Krach kommen. In manchen Familien ändert sich nichts, bevor nicht mindestens einmal die Fetzen fliegen. Dein Mann wird versuchen, sich da raus zu halten und genau das darf er dann nicht.
Kommt bei euch einfach jeder ungefragt und selbständig in die Wohnung des anderen? Das würde ich grundsätzlich unterbinden. Auch deinem Mann mach klar, daß nicht jede Woche oder jeden Tag die Familie bei euch vorbeikommen kann, wie es beliebt. Gegen Familienfeiern ist nichts einzuwenden, denn würdet ihr wegziehen, wäre das nicht anders. Quatschende Nachbarn sind bei mir auch unbeliebt und dabei kann es sich auch um Fremde handeln, die man nicht gerne im Treppenhaus trifft.

Also, friß nicht alles in dich rein und scheue keine Diskussion. Vielleicht genügt es auch, wenn du bei einem passenden Familientreffen einfach offen sagst: Ich mag euch alle sehr, aber ich kann euch nicht ständig um mich haben. Ich bin eine erwachsene Frau und möchte nicht, daß hier jeder weiß, wann ich huste, wie mein Stuhlgang ist und was ich mit meinem Mann mache.

Grüße

20.01.2016 09:19 • #2


A


Ich fühle mich zu Hause nicht mehr wohl!

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engeline1705
Ich kann mir vorstellen wie es dir geht. Wahrscheinlich denkst du dir das war der Größte Fehler deines Lebens da mit eingezogen zu sein. Tja so ist es....aber es gibt immer eine Lösung! Du solltest mit deinem Mann reden und ihr solltet eine Lösung finden. Wahrscheinlich habt ihr auch noch keine Kinder? Die Familie meines Mannes wäre da genauso deswegen bin ich nicht mit ins Haus gezogen....mein Mann hat eine sehr große Familie...ich kenne auch den Familienzusammenhalt weil ich es so gewöhnt bin und für Familie sollte man immer da sein aebr trotzdem hab ich lieber meine Privatsphäre.
Ihr müsst ja nicht unbedingt gleich bauen aber eine Wohnung finden erstmal auch wenn ihr mehr Miete zahlen müsst...hat alles sein Vor und Nachteile

20.01.2016 09:36 • #3


busting_shiva
Hallo,

ich schreib dir mal was mir so alles einfällt. Geh nicht davon aus, dass ich irgendwas besonders kuschliges schreibe oder so^^
Ist nicht so meine Art. Nicht, dass ich kein sensibler Mensch wäre aber es ist nicht unbedingt meine Art, wie ich in Foren kommuniziere.
Um ehrlich zu sein, geht mir dieses süssliche Getue oft sogar ziemlich auf die Nerven...

Du lauschst an der Wohnungstür um einem Gespräch aus dem weg zu gehen ?
Ab in die Psychiatrie mit dir !
Ich habe eine total unverbindliche Nachbarschaft und warte manchmal auch noch 2-3 Minuten bevor ich rausgehe, wenn ich draussen was höre. Ich hab kein Problem mit diesen Leuten aber manchmal hab ich eben echt gerade keine Lust auf ein freundliches Hallo.

Wie du dich verhältst, ist in deinem Fall und in deiner Haut vermutlich schon relativ normal.
Sei froh, dass du nur Verwandten ausweichst die dir zu nahe sind und nicht z.B. Nachbarn mit denen du aufs übelste verfeindet bist.

Du hast ja immerhin zumindest schon mal einen einen Mann, dem du hoffentlich vertrauen kannst (?)+ eine Therapie
Sprich das doch in deiner Therapie an. Wofür hast du diese ?
Es soll ja auch Tiefenpsychologen/Psychoanalytiker geben die schon mal das Wort Gegenwart gehört haben.
Vermutlich hat das alles was da gerade los ist, ja auch mit deiner Kindheit/Prägung/Konditionierung zu tun.
Vielleicht auch mit Abhängigkeiten/Verdrängungsmechanismen aufgrund eines erschütterten kindlichen Urvertrauens ?
Mangelnder Selbstwert ? Hast du ausser Mann/Therapie niemanden ? Hast du dich selbst ?

Es liest sich für mich nicht so, als gäbe es groß keine andere Möglichkeit für dich, als da entweder bald auszuziehen oder eben das Gespräch zu suchen.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass du irgendwie nicht
stark genug bist, für dich einzustehen, sonst wärst du vermutlich auch nicht in der Situation gelandet. (?)
Wahrscheinlich steigerst du dich rein aber wahrscheinlich auch irgendwie aus gutem Grund.
Was da nun richtig oder falsch ist, kann ohne Zeitmaschine ohnehin schwer festgestellt werden und selbst dann...^^

Warum muss da eingentlich gleich ein Haus gebaut werden ? Wie kommt man in eurer Situation nur auf sowas ?
Es soll auch Menschen geben, die in Wohnungen leben und manche Leute mieten Häuser...
Im übrigen liest sich das irgendwie so, als hättest du da auch mit deinem Mann einen Konflikt.
Die Lösung aller Konflikte soll dann ein Haus sein, das am ende evtl(!) letztlich sowas wie ein Gefängnis ist ?
Schon klar: Ihr habt euch erstmal dagegen entschieden aber allein sowas als Problemlösung in betracht zu ziehen finde ich irgendwie etwas schräg.
Komm lass uns diesen unfreien Zustand beenden, wir bauen ein Haus, dass wir unser Leben lang abzahlen und das uns ewig bindet

Ich bin allerdings nicht unvoreingenommen, da ich schon zu viele gesehen habe, die letztlich eine Lüge leben und sich irgendwann in einer Zweckehe wiederfinden, mit allem was dazugehört. (Inkl. Mein Bruder)
Da wird dann fast nur noch zusammengelebt um das Haus abzuzahlen und um die Kinder zu ernähren und oft nach aussen hin so getan, als wäre alles gut, weil ja sonst alles was auf dem wackligen Fundament aufgebaut wurde einstürzt...
Soll nicht heissen, dass ich jetzt die Wahrheit lebe.
Aufgrund meines eigenen ganz speziellen Versagens, bin ich irgendwie in so eine Schaufenster/Beobachterposition geraten und von der sehe ich oft vieles relativ klar, denke ich. Dummerweise werde ich aus dem gesehenen nicht wirklich sonderlich schlau und es belastet mich...

Hab mir neulich erst wieder den Film American Beauty angesehen:)
Kennst du den ? Zusammen mit K-PAX wohl das beste, was mit Kevin Spacey zu sehen ist.
Vll hilft dir der Film mal über dein Leben nachzudenken ?
Sicher ist der Streifen irgendwie extrem aber dafür ist der Film auch ziemlich EHRLICH, wie ich finde.

Mhh - Womöglich ist 80% meines geschriebenen Bull.mist aber vll hilft ja auch irgendwas irgendwie. Ansonsten kann ich dir auch tolle Katzenfotos schicken oder das oder usw. -----

Tschü!

20.01.2016 14:04 • #4





Dr. Reinhard Pichler