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201812.02




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Hallo ihr Lieben,

Seit einiger Zeit Plage ich mich mit diesem Problem herum und es wird leider einfach nicht besser.
Erst mal zu mir,
Ich bin 18 Jahre alt und vor einer Weile in eine neue Stadt gezogen, wo ich noch nicht so viele Leute kenne.

In meiner Heimatstadt habe ich viele Freunde, war eigentlich immer recht Selbstbewusst und nicht wirklich schüchtern. Als ich jünger war, haben mir bei Vorträgen immer die Hände gezittert, weil ich so aufgeregt war. Das war ziemlich schlimm aber irgendwann ist es weg gegangen, weil ich einfach nicht mehr solche Angst vor Vorträgen hatte.

Nun war ich vor einigen Wochen mit einem Freund (wir hatten zu der Zeit eine lockere Affäre, er war älter als ich und ich war von ihm und seinen Freunden ein bisschen eingescüchter) in einem Kaffe und ich würde plötzlich extrem nervös. Die Situation war an sich schon etwas unangenehm, weil er mir dort einige seiner Freunde vorgestellt hat und ich total schüchtern war. Meine Hände haben so doll angefangen zu Zittern, dass ich meine Tasse nicht tragen oder hochheben konnte. Mein Herz hat gerast und mir wurde extrem heiß. Die Situation war mir extrem unangenehm! Irgendwann hat ein Kumpel von meinem Freund den wir dort getroffen haben das gemerkt und dann haben wir darüber geredet. Ich hab es auf einen niedrigen Blutdruck geschoben und irgendwie kam ich dann noch einigermaßen gut aus der Situation raus. Nach einer Weile hat sich das alles wieder beruhigt.

Seit dem kamen solche Situation öfter auf, manchmal die Gabel beim Essen auf Dates oder wenn ich jemandem in einer Bar oder Club meinen Ausweißzeigen musste. Ich habe das Gefühl es wird immer schlimmer und am schlimmsten ist die Angst vor der Situation wo ich etwas machen muss (mit meinen Händen) und schon weiß das ich zittern werde.
Als ich letztens zum Beispiel etwas unterschreiben musste passierte das auch.
Mich verunsichert das extrem und ich habe inzwischen richtig Angst vor solchen Situationen. Vor Bars trinke ich jetzt manchmal schon 2 Gläser Wein um mich zu beruhigen, weil ich weiß dass ich sonst Zittern würde.
Ich will das wieder in den Griff kriegen, denn es beeinflusst mein Leben gerade sehr.
Habt ihr vielleicht hilfreiche Tipps? Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Dazu muss ich noch sagen, dass ich seit ich in der neuen Stadt bin generell viel unsichere geworden bin und vor allen möglichen sozialen Situation (z. b. Zum Yoga gehen) immer nervös werde.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen,
Liebe Grüße
Melli

Auf das Thema antworten


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  12.02.2018 10:26  
Hallo Melli,
da dieser Zustand noch recht frisch ist (manche haben das bereits Jahrzehnte) könnte Konfrontation hilfreich sein. Da ich selbst das aber als eine unsichere Taktik ansehe, ohne psychologische Begleitung, denn das kann schnell nach hinten los gehen, würde ich dir dazu raten, eine Psychotherapie zu machen. Konfrontation bedeutet nicht, daß du dich auf
Teufel-komm-raus in diese unsicheren Situationen begibst, sondern Stück für Stück dir deine Sicherheit zurück holst, immer soweit, wie es für dich gut auszuhalten ist. Das sollte in einer Psychotherapie bewußt ausgewertet und gefestigt werden.

Bei dir scheint der Verlust der gewohnten Umgebung/Leuten durch Umzug vordergründig ein Problem zu sein. Das ist nicht ungewöhnlich und geht vielen Leuten so. Man braucht auch erstmal ca. ein Jahr, um sich wirklich angekommen zu fühlen. Und es braucht weitere Zeit, um sich einen guten Bekanntenkreis aufzubauen.

Das mit dem Wein zur Beruhigung sehe ich sehr kritisch. Die angegebene Menge ist dabei weniger ein Problem, aber der Mechanismus dahinter, ist nicht gut. Der Körper lernt auf diese Weise ein falsches Verhalten und es besteht die Gefahr, daß es ohne diese Art der Beruhigung gar nicht mehr geht. Vermeide das!

Grüße



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  12.02.2018 10:32  
Schließ mich der Antwort über mir an.
Kenne das Gefühl, dass du beschreibst nur zu gut und genau dieser Angstgedanke, dass es wieder passieren könnte, ist die falsche Denkweise.
Es ist nicht schlimm nervös zu sein. Es ist nicht schlimm sich unwohl zu fühlen. Und dass der Körper da in irgendeiner Weise drauf reagiert ist normal. Bei mir wird zum Beispiel grundsätzlich das Nagelbett am rechten Daumen blau. Bei den ersten Malen dachte ich dass ich jeden Moment umfalle und sterbe.
Kontrollierte Konfrontation ist das beste, was ich empfehlen kann.
Liebe Grüße



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Offenburg, Baden-Württemberg
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  15.02.2018 23:49  
Die Angst vor dem was passieren könnte oder sein könnte ist nicht hilfreich. Sie verursacht das erst und verschlimmert es.
Da hilft nur Annehmen dieser Situation und der eigenen Fehlbarkeit, und dann in der Situation damit umgehen. Auch wenn du dich in schlechtem Licht dargestellt sieht etc (verletzlich o.Ä.), das ist subjektiv schlimmer als es tatsächlich ist. Zwei Monate später wird das kein anderer mehr wissen bzw sie nicht mehr wirklich interessieren.

Ist natürlich einfach gesagt, schwerer getan. :)


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