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Hallo

Ich bin neu hier und möchte kurz etwas über mich erzählen.
Ich leide an einer Sozialen Phobie, wahrscheinlich bereits seit meiner Kindheit. Ich habe wahnsinnige Angst, von anderen abgelehnt zu werden und mich zu blamieren bzw. etwas peinliches zu sagen - immer wenn mich jemand anspricht, ist es so, als ob mein Kopf plötzlich wie leergefegt ist.

Ich hatte schon immer Probleme, Kontakte zu fremden Menschen zu knüpfen. So habe ich z.B. in der Grundschule zwei Jahre gebraucht, um meine erste Freundin in der Klasse zu bekommen. Das ist dann die gesamte Schulzeit hindurch so geblieben. Ich hatte nie mehr als ein oder zwei Freunde gleichzeitig. Seit ich die Schule beendet habe, habe ich überhaupt keine Freunde mehr.

In den letzten Jahren habe ich versucht, mich mit der Situation anzufreunden - was natülich nicht funktioniert hat. Ich mache jetzt seit gut einem Jahr eine Therapie, mit eher mäßigem Erfolg. Es ist so, dass ich mich einerseits einsam fühle und mir Kontakt zu anderen wünsche, andererseits verweigere ich mich gegen alles und jeden, und möchte einfach nur in Ruhe gelassen werden, wenn jemand etwas von mir will.

24.05.2013 11:20 • 19.09.2013 #1


49 Antworten ↓


Achja, kenn ich, kenn ich ...

Hatte nur in der Grundschule weniger Probleme - war aber immer eher schüchtern und ängstlich.
In der Pubertät bin ich dann etwas vereinsamt.

Aber mittlerweile ist es wieder besser.
Hat mir schon viel geholfen, die Diagnose zu bekommen und mich damit auseinanderzusetzen.

Seit wann weißt du denn von deiner sozialen Phobie ?

24.05.2013 11:23 • #2



Habe keine Freunde mehr - Kontakte zu fremden Menschen - was tun?

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Papillon
Hallo bin auch neu hier Diesen Post hatte ich schon unter wenig Freunde abgelegt, aber ich gaube hier passt er besser hin, da Soziale Phobie ja die Ursache vieler meiner Probleme ist:
Schön, dass es hier einen Platz gibt, wo man sich austauschen kann.
Irgendwie hatte ich schon seit meiner Kindheit Probleme, Freunde zu finden und zu halten.
Ich hatte schon immer eine Form von Sozialphobie. Ich war ein sehr ruhiges, schüchternes und ängstliches Kind. Für mich war die Welt eine einzige Gefahrenquelle. Menschen haben mir Angst gemacht, gleichzeitig wollte ich aber dazugehören und nicht allein sein. Ich versuchte mutig zu sein und andere Kinder anzusprechen, aber ich glaube die haben immer meine Unsicherheit gemerkt ^^ Im Kindergarten war ich immer allein. Selten wollten Kinder mit mir spielen. Wenn doch, war es nicht von Dauer. Ich war zu uncool, nicht wild und lustig genug auf den ersten Blick. Ich war sehr kreativ und fantasievoll, aber es wollte mich eben keiner gut genug kennenlernen. Nunja dieses Problem setzte sich natürlich fort. Grundschule, Gymnasium.. Immer sehr wenig Freunde und nie wirklich gute. Meine Schüchternheit und meine Ängste gingen mir echt auf den Keks. Aber ich konnte nicht raus. In der Schule meldete ich mich fast nie, weil ich Angst hatte vor anderen zu reden. Ich bekam schlechte Noten. Ich machte nie das was andere machten. Ich ging nicht auf Parties, trank keinen Alk., rauchte nicht.
Ich war die Uncoole, Stille. Mit meinem Verhalten konnte einfach keiner was anfangen und irgendwann wurde ich aktiv ausgeschlossen. Verständlich. Doch das führte dazu, dass mein Menschenbild nur noch schlechter wurde. Da ich nicht auf andere zugehen konnte, wollte auch niemand auf mich zugehen. Jungs, die ich toll fand, konnte ich gleich abschreiben, denn ich traute mich nie was zu sagen. Wenn ich angesprochen wurde, reagierte ich arrogant und abweisend, weil ich Angst hatte mich zu öffnen, Angst davor Rot zu werden und meine Unsicherheit zu zeigen. Bis 16 war ich noch nichtmal mit einem Jungen Eis essen
Heute bin ich 26 Jahre alt, habe Einiges in meinem erlebt und hinter mir...Ich finde im Vergleich zu damals habe ich persönlich eine riesige Entwicklung gemacht. Ich traue mich allein in ein Geschäft zu gehen und mit Leuten zu reden. Das war früher nicht möglich ^^
Aber irgendwie finde ich den Einstieg nicht... Ich melde mich bei Freunden. Ich versuche Kontakte aufrecht zu halten, bin nett, denke an Geburtstage....
Aber irgendwie läuft es nicht. Bei mir melden sich wenige von selbst. Mein Geburtstag wird vergessen. Keiner hat Lust mir zu schreiben, zu telefonieren oder Zeit zum treffen. Ich scheine also als Gesellschaft für Menschen nicht gefragt zu sein...
Viele Leute sind anders als der Durchschnitt und haben trotzdem Freunde.. Was andere einfach natürlich hinbekommen, muss ich erarbeiten. Ich denke immer darüber nach, was ich tun kann oder sagen soll, damit ich ankomme. Früher auf Parties oder an Karneval wurden immer nur meine begleitenden Freundinnen angesprochen, aber ich nie, obwohl ich eigentlich ein hübsches Mädel war.
Vielleicht liegt es daran, dass ich Leuten gern zeigen würde , dass ich mich über ihre Anwesenheit freue, aber es nicht zeigen kann... Meine Stimme, mein Gesichtsausdruck... Alles oft eher abweisend, obwohl mein Inneres sagt : Hey! Schön dich zu sehen! Das merke ich leider oft erst, wenns zu spät ist. Bestehende Freundschaften bröseln auseinander, neue entstehen gar nicht erst....
Vielleicht passe ich auch zu wenig Menschen...ich weiß es nicht genau. Oft grübel ich lange darüber, was genau hauptsächlich zu meiner Kontaktarmut führt..,denn viele Ängste habe ich heute abgebaut. Nun sollte es also besser werden ^^ Aber auch wenn ich mich traue auf Menschen zuzugehen.. Ich glaube, ich komme nicht richtig an. Da frage ich mich oft:Warum? Was verdorben mir den ersten Eindruck? Die ersten Sekunden sind entscheidend.Vielleicht ist mein Aussehen nicht cool genug., Frisur oder Klamotten..bin ich zu klein? (1,57m) Wurde oft gehänselt deswegen. Wirke ich nicht extrovertiert genug? Das fragt man sich dann...Denn 90% der Leute auf die ich zugehe müssen sich denken Och ne..Die ist ja langweilig oder Die ist komisch, ich geh lieber weg oder sie reden nur mit den Leuten die in meiner Begleitung sind und ich stehe blöd daneben. Ich hab schon versucht mich in andere Rollen reinzuversetzen und gut gelaunt und offen zu wirken, da viele diese positive Oberflächlichkeit bei anderen schätzen. Hat aber nicht geklappt ^^
Manchmal sind Menschen interessiert und wollen sich einmal mit mir treffen. Aber nur einmal und nicht wieder ^^
Wie gesagt: Das mit den Menschen läuft bei mir echt schief, egal wie sehr ich mich bemühe.

24.05.2013 15:15 • #3


Hallo, das kenne ich auch habe die selben Probleme wie Ihr. In der Schule immer gehänselt worden. Kaum Freunde gehabt und die Leute die ich dachte die wären meine Freunde haben dann auch nicht zu mir gehalten. Inzwischen habe ich immer noch sehr wenige Freunde. Ich scheu mich auch sie anzurufen oder mit ihnen etwas zu unternehmen. Warte immer darauf das sie sich melden. Aber da kann ich wohl lange warten. Was mir hilft ist meine Selbsthilfegruppe die ich versuche regelmäßig zu besuchen. Was mir aber auch nicht immer leicht fällt. Aber ich muss mich aufraffen. Merke dann oft danach wie gut es war das ich hin gegangen bin.
Gruss Sterntaler

24.05.2013 15:31 • #4


Hallo Rosalux,

Herzlich Willkommen.

Ich leide auch an einer sozialen Phobie, aber noch nicht so lange. Bin auch in Therapie. Schade, dass bei dir die Therapie nicht so gut anschlägt.

Hier ein paar Tipps für den Anfang, wir können gerne noch näher darauf eingehen.

1) Stell dich einmal (mind.) täglich vor den Spiegel und sage dir, dass du schön bist, liebenswert - und wenn dich jemand nicht mag ist es nicht deine Schuld. Ich bin überzeugt eine soziale Phobie rührt in den meisten Fällen von mangelndem Selbstbewusstsein.

2) Du hast Angst dich zu blamieren. Das hat aber jeder. Bei uns Phobikern ist es bloß verstärkt. Ich z.B. habe furchtbar Angst umzukippen, mich zu übergeben - und dadurch auf Ablehnung zu stoßen. Nun sage ich mir immer, wenn ein ungutes Gefühl aufkommt (z.B.): Na und, dann kippst du eben um. Dann geht es mir gleich besser. Du kannst dir denken: Na und, dann sage ich eben was Peinliches! Jeder sagt mal etwas unüberlegtes, wer dich deshalb verurteilt ist es einfach nicht wert, ganz klar.

3) Du musst das Problem motiviert angehen! Ich sage mir: Gut, du hast eine soziale Phobie. Mehr nicht. Arbeite daran! Ich gehe niemandem bewusst aus dem Weg, ich sehe es als Training an und versuche, die Herausforderungen als etwas Positives zu interpretieren.

4) Es ist ein Lernprozess, den du durchschreiten musst. Übe mal, mit Menschen in Kontakt zu treten. Frage nach der Uhrzeit oder nach dem Weg. Wenn du dich bei einem Fremden blamierst, ist es doch wirklich egal. Wirst du aber nicht. Mit der Zeit wirst du sicherer im Umgang.

5) Wenn es gar nicht hilft, mache ich bewusst etwas, das ich für peinlich halte! Ich z.B. gehe nie ungeschminkt aus dem Haus. Habe es aber dann doch mal getan. Dachte alle starren mich an. Aber es hat niemandem was ausgemacht. Schocktherapie sozusagen, aber durchaus wirkungsvoll.

6) Wenn ich mich unter Menschen unwohl fühle, weil ich mir peinlich vorkomme, gehe ich in Gedanken aus meinem Körper heraus und beobachte mich. Sozusagen. Stelle dann fest, dass ich ganz normal wirke und nichts Peinliches an mir habe.

7) Selbst wenn du Freundschaften knüpfst und diese wieder in die Brüche gehen: Das ist normal! Ich hatte schon hunderte Freunde, auch einige beste Freunde, die sich plötzlich nicht mehr meldeten. So etwas passiert nun mal. Meistens liegt der Fehler nicht bei einem selbst - wenn man zweifelt, sollte man die entsprechende Person bewusst darauf ansprechen.


Wenn du keine Freunde hast durch dein Problem hast du doch absolut nichts zu verlieren oder?

Sicher ist es bei dir ein langwieriger Prozess, wenn du das schon so lange hast. Aber du kannst es schaffen, deine Lebensqualität wird sich verbessern. Nicht von heute auf morgen, aber wenn du intensiv arbeitest vielleicht schon eher als du denkst.

Ich kann nur immer wieder betonen, dass du positive Erfahrungen brauchst, um deine Angst zu überwinden! Und die wirst du sammeln. In kleinen Schritten, aber es wird.

Glaub an dich!

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen

Liebe Grüße
Kira

24.05.2013 15:40 • #5


Papillon
Ich trau mich auch nicht ungeschminkt rauszugehen... Ich fühle mich *beep* und extrem hässslich.
Ich hab immer Angst, dass ich bei Menschen nicht gut ankomme.

25.05.2013 00:14 • #6


Papillon,

wir müssen einfach versuchen, uns nicht so sehr von Äußerlichkeiten abhängig zu machen.
Man kann es ja auch langsam angehen.
Man muss ja nicht sofort ganz ungeschminkt vor die Tür gehen.
Langsam runterschrauben - und schauen was passiert.

Die Menschen, die einen nur nach dem Aussehen ver-/beurteilen sind es überhaupt nicht wert

LG

26.05.2013 12:05 • x 1 #7


Papillon
Ja stimmt schon, nur liest man auch oft , der erste Eindruck ist entscheidend ^^ und da spielt das Aussehen nunmal eine Rolle..

26.05.2013 12:12 • #8


Klar, da gebe ich dir Recht.

Aber viele Männer (vor allem) sagen auch, dass sie den natürlichen Look bevorzugen.

Ich habe meine bisherigen Partner, durch Zufall, immer eher im verklatschten Zustand kennen gelernt.

26.05.2013 12:15 • #9


Natürlicher Zustand topt alles

29.05.2013 20:29 • #10


Papillon
Wenn ich in Natur rausgehe, seh ich aus wie der Tod Meine Haut ist weiß wie Schnee. Das sagen sogar Leute, die sonst sehr für Natürlichkeit sind. Oh... Alles ok? Du siehst so...müde aus und krank ^^
Wenn ich wirklich krank bin UND ungeschminkt sehe ich aus, als hätte ich nicht mehr lange zu leben XD
Menschen starren mich besorgt an Darum nehme ich mindestens immer eine getönte Tagescreme und etwas Rouge damit keiner Angst vor mir hat.

29.05.2013 20:40 • #11


Der Beitrag hätte von mir sein können. :-/

Einerseits Angst von anderen abgelehnt zu werden und auf der anderen Seite bin ich furchtbar einsam.
Vorallem ist es mir dann immer peinlich wenn ich alleine unterwegs bin.

30.05.2013 05:40 • #12


@Kira : Ja, ich gehöre auch zu den vielen Männern, die den natürlichen Look bevorzugen. Weil er einfach schön ist, denn im natürlichem Look kommt eine Frau so zum Vorschein, wie sie eben ist. Oder anders formuliert ie Schönheit einer Frau kommt dann wirklich zur Geltung, wenn sie sich ungeschminkt gibt. Daher Deine Erfolge im verklatschtem Zustand.

Natürlich, kaum einer hat etwas dagegen, wenn sich eine Frau geschmackvoll zurechtmacht..........eber Entscheidend ist dass nicht.

Die Frauen im Fitnesstudio sind natürlich ungeschminkt und tragen unerotisch-schlabberige Sportklamotten ( Ausnahmen bestätigen die Regel )

Aber gerade da fallen viele angenehm auf und man(n) denkt sich Die hat was oder die sieht aber interessant aus

30.05.2013 07:16 • #13


Werner,

da hast du natürlich Recht. Besser gleich ungeschminkt als das böse Erwachen wenn man sich dann besser kennt würde ich sagen.
Ich bin nicht grade eine Repräsentantin für Natürlichkeit, aber auf dem Weg dorthin

Da muss ich wohl mal ins Fitnessstudio gehen

Liebe Grüße

30.05.2013 07:39 • #14


Halt Kira, wenn sich eine Frau geschmackvoll zurechtmacht ist das durchaus was Schönes !

Um beim Beispiel Fitnesstudio zu bleiben : Einige tragen ja auch enge, figurbetonte Sportkleidung. Sagt ja kein ( normaler, ehrlicher ) Mann, dass er das nicht anziehend findet.

Aber der Schlabberlook kann ebenso reizvoll sein.

30.05.2013 07:46 • #15


Klar, aber man sollte sich auch mögen, wenn man nicht geschminkt ist. Mein Hang zum Perfektionismus hat mich letzten Endes in eine soziale Phobie geführt

30.05.2013 09:31 • #16


Perfektionismus im Hinblick auf Deine äußere Erscheinung ?

30.05.2013 09:36 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Genau.
Ich versuche nun Stück für Stück die Fassade fallen zu lassen, ich glaube dann geht es mir besser.

30.05.2013 09:54 • #18


Ja, so kannst Du systematisch Dein Selbstwertgefühl aufbauen.

30.05.2013 10:00 • #19


Dubist
Rosalux, papillon, es interessiert mich, ob ihr Baustellen in der Kindheit hattet.
Das bedeutet, ne Mutter oder Vater wo es öfter mal an Liebe mangelte und an wertschätzung.
Geschwister, wie da die Beziehung war, oder ob ihr Einzelkinder seid?
Ich glaube vermehrt die Rolle die Geschwisterkinder und die Eltern im weiteren Leben spielen ist nicht zu unterschätzen!

Es gab mal eine Geschichte, von einem Mann, in der Bibel, namen mit Joseph, er wurde von seinen Geschwistern gehasst und alle waren neidisch auf ihn.
Sie wollten ihn am liebsten umbringen und verkauften ihn als Skla..
Viele Jahre mußte er in Einsamkeit leben.
Gefängnis.
Gab es jemand von euren nahen Familienmitgliedern, die böse Worte sagten, die euch kränkten und verletzten, wo es an Liebe fehlte, die neidisch waren? Oder die euch verliessen?
Ihr glaubt gar nicht wieviel Energie die Familienbande, der Herkunftsfamilie auf euer weiteres Leben haben!

30.05.2013 10:06 • #20



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Dr. Reinhard Pichler