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Hallo allerseits,

ich hab' eine Frage zum Thema Bewertung.
Jedenfalls gibt es Zeiten, in denen ich ständig das Gefühl habe negativ bewertet zu werden, von jedem (Passanten, Nachbarn, Freunde, usw.).
Das ist natürlich sehr unangenehm.
Dann gibt es aber auch Zeiten in denen ich häufig das Gefühl habe positiv bewertet zu werden, von den gleichen Gruppen wie oben. Das mag auf den ersten Blick ja angenehm scheinen, jedoch kommt es mir so vor als ob der alleinige Gedanke an Bewertung, in welcher Form sie auch auftritt, in sich selbst eine "negative" Angewohnheit ist.

Was ich sagen will: Ich würde lieber anstatt über positive Bewertung nachzudenken, lieber gar nicht über Bewertung nachdenken.

Wie ist das ? Sind Menschen unter euch, die den größten Teil ihres Lebens komplett ohne das Konstrukt "Bewertung" auskommen? Was kann ich dagegen tun? "Wieviel" Gedanken an Bewertung ist noch "normal"?

LG

08.06.2014 18:57 • 09.06.2014 #1


3 Antworten ↓


Ich glaube, je ausgeprägter das Selbstbewusstsein, desto weniger spielt die Bewertung von anderen eine Rolle.
Obwohl sich natürlich jeder über eine tatsächliche positive Bewertung freut.
Die Unabhängigkeit von anderen Menschen wächst, je eher man mit sich selbst gut auskommt und sie Eigenbewertung nicht mehr so sehr in Frage stellt.


Im Grunde, würde ich beide Extreme, also die vermeintlich positive und vermeintlich negative Bewertung von anderen, für ein Zeichen halte, dass deine eigene Bewertung davon überlagert ist, weniger Bedeutung hat für dich.

Oder frag dich doch mal: wie viele Menschen bewertest du denn auf der Strasse?
Meist ist jeder mit seinem eigenen Kram beschäftigt. Was muss ich noch einkaufen, warum ist meine Frau immer so nörgelig, ich hasse meinen Chef, der Hund hat schon wieder Durchfall, das Kind braucht Nachhilfe, man ist mir heiss heute, hoffentlich sieht keine die Schweissflecken unter meinen Achseln.... usw.
Und selbst wenn dich jemand ansieht und wirklich etwas über dich denkt, dann hat das immer noch weniger mit dir als Person zu tun, als vielmehr mit der eigenen Situation und der eigenen Gedankenwelt.

Beschäftige dich mehr mit dir, tu dir gut bewerte dich realistisch, aber positiv und sei ehrlich zu dir selbst. Das ist, denke ich, das beste Mittel um unabhängiger von dem zu werden, was andere eventuell über dich denken könnten oder nicht.

09.06.2014 11:33 • #2


Danke für die Antwort, du hast wohl recht.

Ich hab' vorhin noch ein bisschen darüber nachgedacht und da ist mir aufgefallen dass in Zeiten, in denen es mir wirklich gut ging, und in denen ich wirklich von mir als integere und wertvolle Person gedacht habe, das Nachdenken über die Bewertung durch andere tatsächlich weniger war.

Es ist wohl ein bisschen wie eine Öse, in die die Angel, die mich manchmal in die Tiefen der sozialen Ängste zieht, sich einhaken kann. Nun gilt es diese Öse zu verkleinern, sodass es schwieriger für den Haken wird...

09.06.2014 11:51 • #3


Ja, ein schönes Bild mit der Öse und dem Haken!

Die Beschäftigung mit einem selbst, ohne es zu übertreiben, ist wohl die lohnenswerteste, der man im Leben so nachgehen kann. Mit sich selbst muss man es doch am längsten aushalten.

09.06.2014 11:59 • x 1 #4





Dr. Reinhard Pichler