lewin

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Tach, heute habe ich in der Vorlesung wiedermal eine Frage stellen wollen wie so oft. Jedoch fiel mir der Akt des Fragens wie so oft sehr schwer.
Wenn eine plötzliche Frage kommt, dann frage ich sofort ohne Probleme. Wenn allerdings der Prof ein Thema in der Vorlesung entwickelt, und mir langsam eine Frage aufkommt, die ich erst am Ende seiner Ausführungen stellen kann, dann wirds heftig was die Angstsymptome angeht, vorallem wenn es die erste Frage des Tages ist, und ich noch nicht "warmgefragt" bin.

Es ist heute letzteres aufgetreten. Der Prof führt ein neues Konzept ein. Während seiner Ausführung kommt mir eine Frage auf, die bis zum Ende seiner Ausführung ungeklärt bleibt.
Da ich mir fest vornehme, diese Frage zu stellen, kommt allerdings auch der Angstdruck auf. Ich weiß, dass es ungeschickt ist, die Angst zu unterdrücken. Deshalb konzentrier ich mich während seinen Ausführungen auf den Atem. Am Ende habe ich die Frage rausgedrückt, und während er geantwortet hat, habe ich mir extremen Schulter und Halsspannungen kämpfen müssen.
Das war echt interessant. Ich kommt meinen Hals nicht lockerlassen. Ich hab irgendwie versucht den Hals zu entspannen, indem ich den Kopf hängengelassen hab... das war alles mist.
Das ist echt erstaunlich, wie so eine einfache Frage so viel auslösen kann, bzw. freilassen kann. Es war mir erst nach einigen Minuten nach der Frage möglich, den Hals zu entspannen.
Ich konnte den Kopf nicht ruhig halten. Der Hals war einfach unter Hochdruck. Teilweise hab ich versucht, den Druck noch weiter zu erhöhen, dass sich der Kopf einfach nicht bewegt, und die Zuckungen kleiner werden. Das war allerdings auch mist. Und dann auch noch dem Prof zuhören...
Da ging einiges ab in den 10 sekunden.

Ich hoffe der Prof hat meine Spasmen und Mikro-Zuckungen aus der 20 meter Distanz nicht gesehen.

Man fühlt sich außerdem beobachtet, wahrscheinlich ist das auch der Fall, wenn man eine Frage stellt.


Ich habe keine Fragen an euch, sondern wollte nur mal schauen wie ihr diese situation bewerten würdet, wie ihr euch verhalten würdet, ob ihr euch da einfühlen könnt etc.. also doch einpaar fragen.

06.02.2015 14:10 • 08.02.2015 #1


5 Antworten ↓


lewin


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Um missverständnisse zu vermeiden: Es geht hier natürlich nicht hauptsächlich um das Fragen. Es geht um Wortmeldungen. Also auch Antworten.

Meine Stimme versagt meistens in solchen Situationen, und auch meine Artikulation. Zudem kommt noch Stottern hinzu (oder Poltern, keine Ahnung wo man das therapeutisch zuordnet)

06.02.2015 14:12 • #2


shg-admos

shg-admos


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Ich kenne das auch mit Verkrampfungen und Muskelzuckungen im Gesicht, ich habe durch die "Radikale Akzeptanz"-Strategie gelernt, damit deutlich besser zu leben. Es ist mir zwar manchmal noch unangenehm aber um Längen besser als früher. Hab das gerade durch eine Therapie (stationär) in Bad Bramstedt gelernt. Verrückterweise wird es auch deutlich besser, wenn man unbedingt angespannt und verkrampft sein will, das ist das hilfreiche paradoxe Denken.

06.02.2015 15:11 • #3


lewin


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"Verrückterweise wird es auch deutlich besser, wenn man unbedingt angespannt und verkrampft sein will, das ist das hilfreiche paradoxe Denken."

Ja das kann ich mir gut vorstellen, es sind mir auch schon einige Paradoxien aufgefallen.

07.02.2015 14:40 • #4


Hotin

Hotin


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Hallo lewin,

was Du beschreibst, ist ehern normal. Die Stärke deiner Angst lässt hoffentlich nach, wenn Du Dich
an diese Situation gewöhnst. Falls nicht, liegt da ehern die Befürchtung (Angst) drunter Du könntest
Dich blamieren.
Fehler machen aber viele, und Du darfst Dir auch Fehler erlauben.
Zitat:
Man fühlt sich außerdem beobachtet, wahrscheinlich ist das auch der Fall, wenn man eine Frage stellt.

Na klar und das ist auch gut so. Stell Dir vor Du würdest ignoriert. Was würdest Du den dann sagen?

Falls Dich das interessiert, lies mal unter dem Thema
"Panische Angst vor Vorträgen", wie Lyra ihre Angst besiegt hat. So was funktioniert.

Viele Grüße

Hotin

07.02.2015 15:02 • #5


Lebenskraft


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Hallo lewin,

Ich kenn das von mir auch.
Ich bin zwar schon etwas älter als du, aber ich hab das auch schon seit meiner Jugend.
Ich hab diese Zustände auch heute noch wenn ich in einer größeren Gruppe was sagen will.
Spontan was zu sagen ist meist kein Problem.
Aber wenn man sich eine Aussage oder Frage für etwas später auf hebt, steigere ich mich so in eine Anspannung dass ich dann meinen Kopf
kramphaft versuche ruhig zu halten.

08.02.2015 20:08 • #6



Dr. Reinhard Pichler


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