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Hallo ihr Lieben,

ich habe auch große Probleme, vor anderen zu reden oder irgend etwas mit meinen Händen zu machen, wenn ich unter der Beobachtung von Jemandem stehe, vor allem aber wenn mir derjenige unsympathisch ist, oder eine Person, zu der ich kein Vertrauen habe.

Noch vor ein paar Jahren, war es am Schlimmsten, wenn ich zum Beispiel bei der Arbeit mit anderen zusammen essen mußte und gemeinsam an einem Tisch saß, könnte ich nur mit viel Konzentration mein Brötchen zum Mund führen, ohne dass mir meine Hand dabei zitterte. Je weniger Vertrauen ich zu den Leuten hatte, desto schlimmer war es. Dachte immer mich würde jemand beobachten und bemerken, wie ,,komisch`` ich bin. Waren diese Leute weg, war ich wieder total entspannt.

Ein absolutes Horrorerlebnis hatte ich mal auf einer Fortbildung, bei der ich alleine vorne stehen mußte und mich vorstellen sollte und dabei eine Karte mit Informationen in der Hand hielt. Meine Hände fingen so stark an zu zittern, nein, es fühlte sich an, als würde mein ganzer Körper beben. In meiner Panik presste ich die Karte, die ich in der Hand hatte ganz stark gegen meine Oberschenkel und betete, dass dadurch mein Zittern nicht so auffallen würde, schäme mich heute noch ohne Ende, weil es garantiert jeder gemerkt hat.

Wenn ich bei der Arbeit etwas tun muß und jemand steht direkt neben mir und schaut mir zu, kann ich es kaum ertragen aus Scham, jemand könnte meine Unsicherheit bemerken. Auch meine Aussprache ist unsicher, bleibe inmitten von einem Wort hängen und muß es dann nochmal wiederholen, fast schon stottern, wie wenn das Wort nicht aus dem Mund will...total peinlich...

Ich habe auch schon seit langem Agoraphobie, mit der ich aber (bis auf wenige schlimme Tage) ganz gut umgehen kann. Trotzdem muß ich mich an der Supermarktkasse beim Bezahlen (besonders beim Geld geben) dermaßen zusammenreißen und mich selbst beruhigen, da ich sonst auch hier Zittere. Ist das der Fall habe ich mir angewöhnt meine Hand auf den Kassierertisch zu pressen, damit es nicht so auffällt. Bin verzweifelt, denn ich fühle mich manchmal nicht mal mehr im Stande zu bezahlen, möchte nur noch flüchten, lächerlich ist das...

Danke euch fürs Zuhören

20.04.2011 20:12 • 04.06.2011 #1


16 Antworten ↓


Hallo Lilinda,

manches von dem, was Du beschreibst, kenne ich auch. Jedenfalls die Situation, in der Du Dich vorstellen solltest, würde mir an schlechten Tagen schwer fallen. Du hast im Titel geschrieben, "Warum ich?". Dir darüber klar zu werden, weshalb Du diese Ängste entwickelt hast, wäre möglicherweise der Schlüssel, um sie loszuwerden. Du könntest Dir ja mal überlegen, wie diese Schwierigkeiten mit Deiner Biographie zusammenhängen.

Grüße

pc

21.04.2011 18:07 • #2



Angst, Zittern, Stottern warum ich?

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Hi Panicchief,
zuerst mal danke fürs Antworten.

Ich vermute auch, dass mein Verhalten etwas mit meiner Biographie zu tun haben könnte. Ich hatte keine besonders schöne und harmonische Kindheit, wie es eigentlich ,,normal`` sein sollte. Meine Eltern waren beruflich sehr eingespannt im eigenen Betrieb. Der Kunde ist König und die Kinder kommen erst dann an die Reihe, wenn alle anderen zufrieden sind-so war es eher...Schon als kleines Kind dachte ich, dass die anderen(Schulfreunde, Kunden-egal auch fremde Leute) mehr WERT sind als ich. Sie waren in meinen Augen hübscher, klüger, glücklicher. Natürlich bin ich älter geworden und habe inzwischen gelernt, dass dies nicht stimmt., aber in manchen Situationen habe ich meine früheren Gedanken bis heute.Dass ich einfach nicht gut genug bin, nicht genauso viel wert bin, wie die anderen.

26.04.2011 22:27 • #3


Romi
Hallo ihr lieben
ich glaube nicht wenn man die Gründe weiß das sich alles in Luft auflösen würde . Das ist ein Irrglaube. Ich kenne das wAs ihr schreibt hab auch eine Soziale Phobie aber es ändert nichts wenn man den Grund weiß, man sollte sich mehr mit dem gegenwertigen Problem befassen, das bringt mehr.
Lg romi

07.05.2011 22:46 • #4


hallo, bei ängsten half bei mir eine kreativhypnosetherapie sehr gut, ich hatte angst vor großen menschenmassen, weil ich auch kein selbstvertrauen hatte. nun geht es mir erheblich besser, googel doch einfach mal kreativhypnose:-)

das ist bei soetwas leider fast das einzige , was wirklich richtig gut hilft:-)

lg

03.06.2011 12:06 • #5


@ armes häschen

1) Wenn es dir so gut geholfen hat, warum hast du dann noch immer Probleme?

Und 2) Bitte beschreib doch ein bisschen näher, was "Kreativhypnose" ist. Das Googlen hat mir da nichts genützt. Was ist daran "kreativ"? Und wie läuft das ab?

Abgesehen davon: Die Krankenkassen zahlen es wohl nicht, oder?

03.06.2011 12:41 • #6


@ Lilinda

Deine Probleme hatte ich früher auch, sehr massiv.

Und m.E. hat das NATÜRLICH etwas mit deiner Biografie zu tun - womit denn sonst? Meinst du, es liegt in deinen Genen? Doch wohl kaum.

Ich konnte es allmählich weitgehend abbauen. Indem ich mir z.B. knallhart gesagt habe, dass mich die Leute, die mich beim Essen beobachten (können), mal kreuzweise können.

Das ziitterige Reden vor anderen: Das habe ich nur noch, wenn ich mir dessen, was ich da sagen will, nicht ganz sicher bin bzw. wenn es nicht wirklich meiner Meinung entspricht ode rmir nicht wirklich wiichtig ist. Ansonsten bin ich inzwischen immer wieder erstaunt, wie laut meine Stimme klingen kann! Ich kann z.B. inzwischen so laut bzw. so gezielt quer durch einen Saal sprechen, über die Köpfe aller Leute hinweg, dass man mich auf der anderen Seite des Saals verstehen kann. Und das ohne Anstrengung. Da bin ich dann immer selber völlig verblüfft, wie leicht das geht.

Inzwischen habe ich auch festgestellt, wie oft die Menschen auf meine Meinung hören. Früher war ich unbewusst fest davon überzeugt, dass kein Mensch meine Meinung wichtig nimmt - das war sicher einer der ganz wesentlichen Gründe für die ständigen Angstzustände und das Zittern. Das war natürlich in meiner eigenen Biografie begründet.

Wie ist das bei dir? Haben deine Eltern, Mutter, Vater, auf deine Meinung und deine Wünsche gehört? Oder wurdest du chronisch untergebuttert, zum Schweigen gebracht oder lächerlich gemacht?

03.06.2011 12:51 • #7


Zitat von GastB:
@ Lilinda

Und m.E. hat das NATÜRLICH etwas mit deiner Biografie zu tun - womit denn sonst? Meinst du, es liegt in deinen Genen? Doch wohl kaum.

Knapp daneben!! Zu 60% erblich bedingt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tremor

03.06.2011 13:01 • #8


Zitat von vent:
Zitat von GastB:
@ Lilinda

Und m.E. hat das NATÜRLICH etwas mit deiner Biografie zu tun - womit denn sonst? Meinst du, es liegt in deinen Genen? Doch wohl kaum.

Knapp daneben!! Zu 60% erblich bedingt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tremor

Knapp daneben! Missverstanden.

Der psychogene Tremor ist natürlich nicht zu 60 % genetisch bedingt.

Andernfalls wäre er 1) nicht "psychogen" und 2) nicht reversibel.

03.06.2011 13:09 • #9


Zitat von GastB:
Knapp daneben! Missverstanden.

Der psychogene Tremor ist natürlich nicht zu 60 % genetisch bedingt.

Andernfalls wäre er 1) nicht "psychogen" und 2) nicht reversibel.

Falsch, das kannst du überhaupt nicht wissen. Daher ist es ungünstig in einem Forum Behauptungen über..

a) Diagnosen
b) Dispositionen

... zu äußern. Aus Gründen, über die du u.a. hier nachlesen kannst,

http://www.neuro24.de/trmordas_erbliche ... r%20Tremor

03.06.2011 13:27 • #10


Zitat:
Daher ist es ungünstig in einem Forum Behauptungen über..

a) Diagnosen
b) Dispositionen

... zu äußern

Wie "günstig" findest du es denn, hier zu behaupten, 60 % jeden Zitterns sei genetisch bedingt??


Noch dazu, wenn es situationsabhängig auftritt?

03.06.2011 13:31 • #11


Zitat von GastB:
Wie "günstig" findest du es denn, hier zu behaupten, 60 % jeden Zitterns sei genetisch bedingt??

Niemand hat das behauptet.

Zitat:
Noch dazu, wenn es situationsabhängig auftritt?

Wenn du den letzten Link von mir ageklickt hättest, wärst du darüber informiert, dass es durchaus Erfahrungswerte bezüglich der Kohärenz aller Arten des Tremors mit der Emotionalität der Betroffnenen gibt.

03.06.2011 14:03 • #12


Zitat von vent:
Zitat von GastB:
Wie "günstig" findest du es denn, hier zu behaupten, 60 % jeden Zitterns sei genetisch bedingt??

Niemand hat das behauptet.
Zitat von vent:
Knapp daneben!! Zu 60% erblich bedingt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tremor
Was sollte diese Aussage denn sonst bedeuten?
Ich fürchte, du verstehst oft selber nicht, was du schreibst oder zitierst, und ich verstehe es allein schon deswegen nicht, weil ich nicht geneigt bin, mir deinen Kopf zu zerbrechen.

Du hast u.a. ein Konkurrenzproblem mit mir, und meinst, mich ständig widerlegen zu müssen. Lass es doch einfach, vent. Das ist der Sache hier überhaupt nicht zuträglich.

03.06.2011 21:53 • #13


Zitat von GastB:
@ Lilinda

Und m.E. hat das NATÜRLICH etwas mit deiner Biografie zu tun - womit denn sonst? Meinst du, es liegt in deinen Genen? Doch wohl kaum.


"Wohl kaum". Niemand zwingt dich zu verstehen - ich kläre die Sache nicht für dich, sondern für die Threaderstellerin auf.

Bis zu 60% der Erkrankungen an Essentiellem Tremor sind genetisch bedingt. (1. Link)

http://de.wikipedia.org/wiki/Tremor#Essentieller_Tremor

Zitat von GastB:
Der psychogene Tremor ist natürlich nicht zu 60 % genetisch bedingt.

Andernfalls wäre er 1) nicht "psychogen" und 2) nicht reversibel.

Kannst du so nicht behaupten. Tremorarten voneinander zu unterscheiden ist aus einem ganz einfachen Grund sehr schwierig ist, weil sie nämlich in ihrer Gesamtheit von den psychischen Begebenheiten der Betroffenen abhängen. Und deshalb gibt es hier keine zuverlässigen Angaben, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass man "60%" widerlegen kann.

Und genau das bestätigt ein Facharzt für Neurologie (der 2. Link)

http://www.neuro24.de/trmordas_erbliche ... r%20Tremor

Zitat von GastB:
Ich fürchte, du verstehst oft selber nicht, was du schreibst oder zitierst, und ich verstehe es allein schon deswegen nicht...
Zitat von GastB:
Du hast u.a. ein Konkurrenzproblem mit mir,

Ja, du verstehst nicht, schliesst von dir auf andere und fürchtest dich vor deinen eigenen Projektionen.
Jedenfalls sind genetische Dispositionen (s.o.) durchaus vorhanden und jeder, der anderes behauptet ist einfach nur schlecht informiert.

04.06.2011 11:41 • #14


Da hatte ich vorhin geschrieben, aber das ist wohl verschwunden, also noch mal:

Hallo Leute,

noch einmal möchte ich darauf hinweisen, dass es in diesem Forum um Meinungsaustausch geht, und sicher sind diese Meinungen verschieden, trotz alledem kann man die des anderen auch einfach mal stehen lassen.
Keinesfalls geht es hier darum, Recht zu haben.

Dies führt nämlich - wie schon so oft - zu Debatten, die nicht mehr um das Thema, sondern nur noch ums Rechthaben gehen!

In diesem Sinne

Liebe Grüsse

Petra

04.06.2011 15:36 • #15


Wo kein Recht besteht, spricht man nicht von Schuld.

An einer Krankheit ist niemand schuld.

04.06.2011 19:12 • #16


Im Übrigen frage ich mich als Laie, wie die restlichen 40% nicht genetisch bedingten Reaktionen zustande kommen, auf welche Art Psyche eine bestimmte Körperreaktion auslöst, und warum die Art der Reaktion von Mensch zu Mensch so stark variiert.

Die Sache ganz nüchtern zu sehen hilft eventuell, und vielleicht sollte man auch versuchen sich in den kritischen Situationen immer daran zu erinnern, dass das Unangenehme nur ein Symptom ist, ein Hinweis auf Handlungsbedarf wenn man so will.

04.06.2011 23:09 • #17



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