Hallo

..sorry weiß gerade nicht wirklich wie ich anfangen soll.
aber werds mal versuchen.

Ich habe seit vielen Jahren Ängste, gerade in Bezug auf
Krankheiten welche ich haben könnte, Todesfälle
in der Familie oder sonstigen Unglücken.
Es geht teilweise so weit,
dass ich Menschen gar nicht gehen lassen will
wenn ich weiß das sie z.B. eine lange Autofahrt vor sich
haben, oder in den Urlaub fliegen. Fange
dann immer an zu heulen und kann mich auf
nichts mehr konzentrieren.
Nachts bekomme ich dann Albträume und jedes
mal wenn dann das Telefon klingelt denke ich,
dass es die Polizei ist die mir sagt das
ein Unfall passiert ist.

Diese Ängste belasten mich zwar,
aber sind eigentlich nicht das, was
ich schreiben wollte.

Seit meiner Kindheit bestehen Gedanken/Ängste
die mich sehr stark im Leben behindern.

es klingt vielleicht doof, aber
es ist die Angst, von anderen Bewertet zu werden.
Nicht wie in der Schule, sondern das die Menschen
schlecht oder negativ über mich denken.
Auch wenn ich diese Personen nicht kenne,
oder genau weiß das ich sie nie wieder sehen werde,
z.b. in bus/bahn, Supermarkt....
habe ich Angst davor.

Dabei geht es um Kleinigkeiten, worüber
andere Menschen sich nicht einmal Gedanken
machen würden.
z.B.
beim Einkaufen- bei dem was ich kaufe
oder im Bus beim aussteigen/einsteigen
trinken/essen in der Öffentlichkeit,
Kleidungsstil,

In solchen Situationen bekomme ich Herzrasen, Atemnot,
laufe meist rot an oder bekomme kein Wort raus.
Es geht teilweise soweit, dass ich bestimmte
Dinge gar nicht mehr mache, mich also total einschränke.
Entweder kaufe ich dann z.B. ganz andere Sachen ein,
damit die Leute nicht negativ denken über mich,
oder ich steige im Bus nicht aus bzw. warte so viele
Stationen ab, bis mehr Leute aussteigen,
oder gehe gar nicht zur Arbeit/ aus dem Haus
wenn ich der Meinung bin die Leute könnten schlecht
wegen meiner Kleidung über mich denken.

Andere Sachen gehen seit Jahren überhaupt nicht mehr.
Essen in der Öffentlichkeit, nicht mal ein Eis im Sommer oder so.
Oder mit fremden Menschen reden wenn andere dabei sind,
z.B. beim Bäcker.


Ich bin einfach total verunsichert weil ich nicht
weiß, ob das normal ist oder
ob ich nun wirklich verrückt werde.

Ich würd so gern einfach "normal" einen Tag erleben,
einfach das machen können, was ich möchte.

Liebe Grüße
Narina

12.12.2009 00:23 • 22.12.2009 #1


5 Antworten ↓


Huhu Narina,

da hilft nur ne Therapie - dann kannste das alles irgendwann wieder und kommst wieder in die Spur.

Leider haben die Therapeuten enorme Wartezeiten, deshalb würde ich schnellstmöglich einen Termin versuchen zu bekommen.

LG
Gabi

12.12.2009 10:44 • #2


Hallo Narina,
Du schreibst, dass Du Dich schon als Kind so "bewertet" gefühlt hast. Was war der Auslöser hierfür?

Lieben Gruß
Nachtcafe

12.12.2009 11:27 • #3


Ich würde dir auch zu einer Therapie raten.
Es gibt auf der zum Forum gehörigen Webseite eine Liste mit speziellen Therapeuten, die sich gut mit Ängsten und deren Behandlung auskennen.
Acker die Liste ruhig mal durch!
Da man auf einen Platz oft sehr lane warten muss hat sich folgende Strategie bewährt:
a) Beim Anrufen etwas übertreiben und
b) So viele Therapeuten wie möglich anrufen.

Ich hab damals gut 30 Therapeuten angerufen, davon haben nur 7 zurück gerufen und nur drei hatten wirklich sofort Zeit für mich.
Hatte damals großes Glück und bin direkt beim ersten Versuch an einen ganz tollen Therapeuten geraten.
Ich konnte noch im Januar wie du nichtmal beim Bäcker anstehen, ich hab sofort Herzrasen gekriegt und bin knallrot angelaufen.
Mittlerweile sitz ich in der Mittagspause mit 300 Leuten in der Mensa und es stört mich gar nicht mehr

Also nur Mut zur Theraoie!

Alles Gute,
Pilongo

12.12.2009 14:17 • #4


Danke für eure Antworten.

@Nachtcafe
Ich denke die Bewertung wurde mir anerzogen.
Ich komme aus einer Familie in der es sehr wichtig ist
wer man ist, was man kann und was man erreicht hat.
Dabei war ich immer das schwarze Schaf der Familie,
weil mein Leben nicht so super gelaufen ist
und ich vieles falsch gemacht habe.

@Pilongo
Ich bin schon seit einiger Zeit am Suchen nach einem Thera.
Aber ich habe keine Erfolg. Alle die ich anrufe oder
anschreibe haben keinen Platz, die Beratungsstellen
können auch nicht wirklich helfen und beim
Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst,
der freie Plätze vermittelt ist durchgehend besetzt.
So langsam weiß ich in dem Bereich nicht mehr weiter.

12.12.2009 18:18 • #5


Ira
Hallo Narina,

das kenne ich auch! Andere Dinge einkaufen, damit die Leute nichts schlechtes Denken. Und Essen in der Öffentlichkeit geht bei mir auch überhaupt nicht.

Habe das gleiche Problem wie du. Ich finde keinen Therapeuten, Hausärztin und Neurologe wollen mich mit Medikamenten ruhiger stellen. Die nehme ich aber nicht, weil ich keine Lust habe wie ein "gefühlsloser Zombie" durch die Gegend zu rennen und dann nichtmal mehr die Dinge auf die Reihe zu bekommen die wenigstens noch ohne Angst behaftet sind! Das heißt nicht, dass ich die Leute verurteile die Medikamente gegen ihre Ängste nehmen, sondern dass ich diese Verhaltenweise bei mir nach längerer Einnahme von Medikamenten beobachtet habe.

Da hilft leider nur am Ball bleiben. Und da es sogar Tage gibt, an denen ich mich nichtmal traue fremde Leute anzurufen, dauert die Suche bei mir unter Umständen noch länger.

Hoffe, dass du bald einen Termin bekommst.

LG von einer Leidensgenossin,
Ira

22.12.2009 11:06 • #6





Dr. Reinhard Pichler