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201307.05




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Hallo ihr Lieben,

heute haben wir in der Therapie festgestellt, dass viele meiner Probleme (Panikattacken) von sozialen Ängsten verursacht werden. Ich habe am Wochenende ein paar Freunde getroffen, habe mich zwar sehr gefreut aber zugleich begann ich furchtbar zu zittern. Daher sind wir darauf gekommen. Solange auf der Feier nur Fremde um mich herum waren, hatte ich kaum Angst. Ich habe öfter Probleme mit Panik wenn ich Besuch bekomme etc.

Je wichtiger mir die Leute sind, desto stärker tritt sie auf. Ich habe furchtbare Angst mich zu blamieren durch meine Panik, die auch oft von Übelkeit und Schwindel begleitet wird.

Dazu muss ich sagen, ich bin teilweise selbst Schuld daran. ich habe mir in den letzten Monaten so eine richtige Fassade aufgebaut - immer lieb und nett, hilfsbereit, dazu noch "top gestylt".
Ich habe immer versucht es allen Recht zu machen und nie meine Meinung vertreten.

Da die Menschen jetzt so eine "hohe" Meinung von mir haben, gebe ich mich immer perfekt - obwohl ich es nicht bin - und fürchte nun anscheinend, sie könnten sich von mir abwenden, wenn ich mal irgendetwas Peinliches mache oder so.

Habt ihr ähnliche Probleme?
Könnt ihr mir Tipps geben, damit ich nicht mehr so viel Wert auf die Meinung anderer Menschen lege?
Habt ihr konkrete Übungen gemacht oder bestimmte Hilfsgedanken erarbeitet, die euch in solchen Situationen helfen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Danke schon mal im Voraus.

Liebe Grüße
Kira

Auf das Thema antworten


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  11.05.2013 21:07  
Hey,

ja, kommt mir sehr bekannt vor. Ich weiß nicht, ob es bei mir schon richtige Panikattacken sind, denn in Angstsituationen hab ich "nur" Schweißausbrüche und werde nervös und angespannt. Zwar lässt es dann nach einer Zeit auch wieder nach, aber die Schmach würde sich wohl jeder gerne ersparen wollen. ;)
Ich denke, auch bei mir spielt die äußere Fassade eine entscheidende Rolle, denn ich versuche mich auch mit aller Macht an ebendiese zu klammern, nur damit mein wahres Ich nicht durchkommt. Anscheinend ist aber genau das Fehler. Jedenfalls bemerke ich so ganz allmählich, wie meine Angstreaktionen kürzer werden und weniger stark sowie weniger oft auftreten, je öfter ich sie durchstehe. Auch wenn ich nach wie vor nichts dagegen hätte, in diesen Situationen tot umzufallen, fange ich so ganz allmählich an, mich an diese Peinlichkeiten zu gewöhnen - irgendwann ist es eben wirklich nichts überraschend Neues mehr. ;)
Ich denke, man muss da irgendwie an einen Punkt kommen, an dem man es nicht mehr zwanghaft zu unterdrücken versucht, nur um den Anschein zu wahren, sondern es einfach passieren lässt und sich nicht mehr groß drum kümmert. Dann und erst dann wird es auch wieder nachlassen - gemein, ich weiß. ;)





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  11.05.2013 23:17  
Hallo silkysmooth,

danke für deine Antwort!

Wie ich sehe haben wir ungefähr das gleiche Problem. Die schöne Fassade :stirn
ich habe dann auch keine heftigen Panikattacken, genau wie du. Immer diese halbherzigen Symptome, wo man unter Spannung steht, ob noch was Heftigeres kommt.

Scheint ja, dass du schon gute Fortschritte machst :wink:

Du sagst, man soll es einfach passieren lassen, nicht dagegen ankämpfen. Im Prinzip ist mir das auch klar, aber ich kann mich nicht überwinden. Wie hast du das gemacht? Bei Freunden? Was genau ist dann passiert?

Ich habe mir dieses Dauerlächeln angewöhnt weil:
Ich weiß nicht ob sich hier noch jemand daran erinnert. Es gab in Desperate Housewives mal so eine Szene, als Bree erklärte, dass sie immer lächelt, egal was sie gerade fühlt. Klingt zwar etwas albern aber das ist bei mir irgendwie hängen geblieben und ich habe das mit der Zeit auch so gemacht. Immer mehr und immer öfter. Habe immer mehr darauf geachtet, perfekt zu sein, es allen Recht zu machen und meine Gefühle und meine Meinung in den Hintergrund zu stellen.

Das hab ich jetzt davon.

Liebe Grüße



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  12.05.2013 05:08  
Auch mir kommt das alles irgendwie bekannt vor. Ich habe auch immer versucht, mir eine Fassade aufzubauen, war hilfsbereit und wollte es allen recht machen, perfekt sein. Ging dann mal alles über meine Kräfte.
Aber heute mache ich das nicht mehr so, ich versuche mehr auf meine Wünsche und Bedürfnisse zu achten, egal was andere davon halten. Das zu tun, was mir guttut, natürlich alles nach meinen Möglichkeiten.

Die Schuld brauchst du bei dir nicht zu suchen, hat ja alles auch seine Ursachen, warum man so geworden ist.

LG





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  12.05.2013 10:50  
Hi Finja,

Danke für deinen Beitrag.
Schön zu hören, dass du dich ein bisschen aus diesem Trott lösen konntest. Ich tue mich noch ein wenig schwer damit. Ich war z.B. ein bisschen sauer auf eine Bekannte. Mit Grund. Dieses Mal nahm ich mir vor, ihr dies zur Abwechslung auch mal zu sagen anstatt immer nur darüber hinweg zu lächeln. Das tat ich dann auch. Seitdem höre ich nichts mehr von ihr.

Das bleibt dann natürlich nicht gerade als positives Ereignis hängen.

Die Menschen denken immer ich sei ja soo lieb, nett, hilfsbereit - perfekt. Aber ich habe auch meine Fehler. Wie jeder Andere. Und kaum sage ich mal etwas, dass nicht nach "es dir Recht machen" klingt, wird sich abgewendet.

Andererseits halte ich solche Leute dann auch nicht für Freunde. Aber ein negatives Selbstgefühl bleibt leider trotzdem hängen :stirn

Liebe Grüße



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  12.05.2013 15:38  
Kira90 hat geschrieben:
Wie ich sehe haben wir ungefähr das gleiche Problem. Die schöne Fassade :stirn
ich habe dann auch keine heftigen Panikattacken, genau wie du. Immer diese halbherzigen Symptome, wo man unter Spannung steht, ob noch was Heftigeres kommt.


Ist das denn schon ne (richtige) Panikattacke? Wo hast du den Begriff her? Ich kenne PAs nur unter richtigem Kontrollverlust, vergleichbar mit echter Todesangst. So schlimm ist es dann bei mir doch nicht, aber ich frag bei nächster Gelegenheit mal meinen Therapeuten, wo das anfängt.

Zitat:
Scheint ja, dass du schon gute Fortschritte machst :wink:

Du sagst, man soll es einfach passieren lassen, nicht dagegen ankämpfen. Im Prinzip ist mir das auch klar, aber ich kann mich nicht überwinden. Wie hast du das gemacht? Bei Freunden? Was genau ist dann passiert?


Naja, meine Fortschritte sind eher minimal und in Situationen, wo ich regelmäßig mehr oder weniger unfreiwillig reingerate und nicht viel dagegen tun kann. Gerade meinen engsten Freunden gegenüber hab ich auch noch größere Hemmungen, denn da hab ich die Fassade u.A. am längsten gespielt - umso dramatischer wäre es, die jetzt doch aufzugeben.

Zitat:
Ich habe mir dieses Dauerlächeln angewöhnt


Ist bei mir ähnlich. Ich hab auch ne sehr ironisch-alberne Ader, um alles jederzeit ins Lächerliche ziehen zu können. Es ist ja auch kein Problem, seine Nervosität nach außen nach Möglichkeit zu verstecken - wer tut das nicht? Problematisch wirds nur dann, wenn man auf Kosten der Fassade anfängt, Dinge zu vermeiden.

Du kannst aber damit anfangen, brotkrumenweise immer mehr von dir zu offenbaren, bis es nicht mehr so schlimm ist. Gehts denn nur um das Zittern? Bei so was behelfe ich mir gerne mal mit dem Gedanken, dass die anderen ja nie eindeutig zuordnen können, woran es wirklich liegt.





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  12.05.2013 16:45  
Hi! :)

Naja, ich habe viele Bücher darüber gelesen. Eine PA muss ja nicht gleich die absolute "Explosion" bedeuten.

Ich habe dann meistens Herzrasen, Zittern...Das reicht schon um es als "leichte" PA einzustufen. Was mich daran so nervös macht ist, dass es eben nur leichte Symptome sind und ich Angst habe, dass es noch schlimmer wird.

Könnte ja peinlich werden - immer dieser Gedanke. Meine Therapeutin hat gesagt, ich solle mal extra etwas "Peinliches" machen um dann zu sehen, dass es gar nicht so schlimm ist. Recht hat sie irgendwie.

Minimale Fortschritte sind besser als keine oder gar Rückschritte :trost:

Nein nicht nur das Zittern, es zeigt sich immer unterschiedlich bei mir. Übelkeit, Zittern, Atemnot, Herzrasen... mal einzeln, mal alles beieinander.

Am meisten Angst habe ich mich vor anderen Leuten zu übergeben, umzukippen oder zu Hyperventilieren. :stirn

Eigentlich, so sagt meine Therapeutin, ist das ja nicht peinlich, das kann jedem mal passieren.
Aber das geht einfach nicht in meinen Kopf rein.

Würdest du es peinlich finden, wenn jemandem aus deinem Bekanntenkreis so etwas passiert? Würdest du ihn/sie dann ablehnen? :seufzen

LG



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  12.05.2013 18:36  
Kira90 hat geschrieben:
Könnte ja peinlich werden - immer dieser Gedanke. Meine Therapeutin hat gesagt, ich solle mal extra etwas "Peinliches" machen um dann zu sehen, dass es gar nicht so schlimm ist. Recht hat sie irgendwie.


Ja, wenn ich mich mal freiweillig solchen Auslöser-Situationen stelle, ist es meistens nicht so schlimm wie unfreiwillig (hat dann richtig was von Schockmoment), aber ganz weg geht es dadurch auch nicht oder dauert zumindest sehr lange.

Zitat:
Minimale Fortschritte sind besser als keine oder gar Rückschritte :trost:


Wohl wahr, aber wenn ich daran denke, wieviel da noch vor mir liegt, entmutigt das doch manchmal. -.-

Zitat:
Nein nicht nur das Zittern, es zeigt sich immer unterschiedlich bei mir. Übelkeit, Zittern, Atemnot, Herzrasen... mal einzeln, mal alles beieinander.

Am meisten Angst habe ich mich vor anderen Leuten zu übergeben, umzukippen oder zu Hyperventilieren. :stirn


Ok, aber du hast nur Angst vor diesen Symptomen oder gibts da noch ein unterliegendes Problem? Ne Angst, die das erst verursacht hat, denn irgendwann und -wie muss es ja mal angefangen haben. Was war da der Auslöser?

Zitat:
Eigentlich, so sagt meine Therapeutin, ist das ja nicht peinlich, das kann jedem mal passieren.
Aber das geht einfach nicht in meinen Kopf rein.

Würdest du es peinlich finden, wenn jemandem aus deinem Bekanntenkreis so etwas passiert? Würdest du ihn/sie dann ablehnen? :seufzen


Ich dürfte als selbst Betroffener alles andere als repräsentativ sein. ;)
Ich denke mir auch immer, dass es andere furchtbar peinlich finden müssen bzw. ich finde es selber von mir ebenso peinlich, wahrscheinlich noch mehr als andere, denen ja auch nur ein Bruchteil dessen auffällt, was ich so von meinen Ängsten merke.
An richtige Ablehnung glaub ich (bewusst) dann zwar wiederum nicht, aber daran, dass ich für merkwürdig oder seltsam gehalten werde schon. Wahrscheinlich gehts genau darum, sich unabhängig von solchen Urteilen zu machen, denn was hat man zu verlieren?



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  12.05.2013 19:11  
Kira90 hat geschrieben:
Hi Finja,

Danke für deinen Beitrag.
Schön zu hören, dass du dich ein bisschen aus diesem Trott lösen konntest. Ich tue mich noch ein wenig schwer damit. Ich war z.B. ein bisschen sauer auf eine Bekannte. Mit Grund. Dieses Mal nahm ich mir vor, ihr dies zur Abwechslung auch mal zu sagen anstatt immer nur darüber hinweg zu lächeln. Das tat ich dann auch. Seitdem höre ich nichts mehr von ihr.

Das bleibt dann natürlich nicht gerade als positives Ereignis hängen.

Die Menschen denken immer ich sei ja soo lieb, nett, hilfsbereit - perfekt. Aber ich habe auch meine Fehler. Wie jeder Andere. Und kaum sage ich mal etwas, dass nicht nach "es dir Recht machen" klingt, wird sich abgewendet.

Andererseits halte ich solche Leute dann auch nicht für Freunde. Aber ein negatives Selbstgefühl bleibt leider trotzdem hängen :stirn

Liebe Grüße


Hallo Kira,

leider ist das so und dabei hat doch jeder Fehler, nur nicht alle können sich das eingestehen. Solange wie man alles macht, hilfsbereit, perfekt ist man gut anerkannt, aber wenn das dann nicht mehr so ist, hat man manchmal schlechte Karten.

Liebe Grüße





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  12.05.2013 20:39  
Hi SilkySmooth,

Genau so ist es bei mir auch. Sobald ich gezwungen bin in eine Situation zu gehen wird es ganz schlimm.

Wir haben noch viel vor uns, ja.
Aber es müssen ja noch nicht mal kleine Fortschritte sein. Klein ist immer eine Sache der Betrachtung. :wink:

Genau. Ich habe aber nicht Angst vor den eigentlichen Symptomen (klar unangenehm, aber erträglich), sondern viel mehr die Blamage die ich dadurch erwarte.
Auslöser ist ganz schwierig. Habe noch mehrere Ängste.

- Vorm Autofahren: Denke das kommt dadurch, das mir zwei mal einer hinten drauf geknallt ist. Wenn jemand hinter mir fährt habe ich große Angst und Panik.

- Vorm Tod: Sobald es irgendwo zwickt denke ich dass ich was schlimmes habe, gleich umkippe und nicht mehr aufwache. Denke das kommt daher dass in letzter Zeit viele mir bekannte Menschen verstorben oder schwer krank geworden sind, auch in meinem Alter.

- und eben die soziale Phobie: Ich habe meinen Körper immer überlastet, war viel zu sehr unterwegs. Wollte von alles gemocht werden und war daher immer präsent. Und immer perfekter.

Ich denke die soziale Phobie hat sich bei mir eher schleichend entwickelt und wurde richtig krass, nachdem die anderen o.g. Ängste da waren. Die kamen recht plötzlich.


Fühle mich nun so unselbstständig, traue mich nirgendwo alleine hin. Ich denke immer mir passiert was Schlimmes.
Alles irgendwie sehr verstrickt bei mir :stirn

Du hast Recht, die anderen Menschen sehen nicht so viel wie man selbst denkt. Und eigentlich: Wenn jemand in meiner Anwesenheit umkippen würde fände ich das wohl nicht peinlich für ihn, ich würde mir eher große Sorgen machen.

Aber warum geht das nicht in meinen Kopf rein? :stirn

"Unabhängig von der Wertung anderer Menschen machen" -> Recht hast du! Bloß wie? Das Selbstbewusstsein stärken? Aber wie?

Fragen über Fragen :shock:

@Finja
Das stimmt. Ich denke mir einfach wer sich abwendet, soll es eben tun. :wink:

LG


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