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K

Kira90
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Sammelthema
Hallo ihr Lieben,

heute haben wir in der Therapie festgestellt, dass viele meiner Probleme (Panikattacken) von sozialen Ängsten verursacht werden. Ich habe am Wochenende ein paar Freunde getroffen, habe mich zwar sehr gefreut aber zugleich begann ich furchtbar zu zittern. Daher sind wir darauf gekommen. Solange auf der Feier nur Fremde um mich herum waren, hatte ich kaum Angst. Ich habe öfter Probleme mit Panik wenn ich Besuch bekomme etc.

Je wichtiger mir die Leute sind, desto stärker tritt sie auf. Ich habe furchtbare Angst mich zu blamieren durch meine Panik, die auch oft von Übelkeit und Schwindel begleitet wird.

Dazu muss ich sagen, ich bin teilweise selbst Schuld daran. ich habe mir in den letzten Monaten so eine richtige Fassade aufgebaut - immer lieb und nett, hilfsbereit, dazu noch "top gestylt".
Ich habe immer versucht es allen Recht zu machen und nie meine Meinung vertreten.

Da die Menschen jetzt so eine "hohe" Meinung von mir haben, gebe ich mich immer perfekt - obwohl ich es nicht bin - und fürchte nun anscheinend, sie könnten sich von mir abwenden, wenn ich mal irgendetwas Peinliches mache oder so.

Habt ihr ähnliche Probleme?
Könnt ihr mir Tipps geben, damit ich nicht mehr so viel Wert auf die Meinung anderer Menschen lege?
Habt ihr konkrete Übungen gemacht oder bestimmte Hilfsgedanken erarbeitet, die euch in solchen Situationen helfen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Danke schon mal im Voraus.

Liebe Grüße
Kira

11.06.2020 #1


55 Antworten ↓
S

sce
Gast

Hallo zusammen,
ich bin seit ein paar Minuten neu bei euch registriert und bin mal so frei, das hier (auch) als Kummerkasten zu benutzen.
Für einige/viele mag das Problem sicher belanglos sein, aber mich belastet es heute doch mehr als ich dachte.

Allgemein geht es um das Thema Offenheit/Ehrlichkeit unter Freunden. Und wahrscheinlich auch, wie man mit sozialen Medien umgeht.

Ich war vorhin mit einem Freund bei Skype verabredet. Wir kennen uns schon seit einiger Zeit, ursprünglich im Semester kennen gelernt, aber auch außerhalb vom Studium haben wir Kontakt gehalten. Also durchaus ein Mensch dem ich vertraue und mit dem ich über Ehrlichkeit gesprochen habe und Wert darauf lege.
Wir haben uns also vorhin online getroffen, 3-4 Stunden gesprochen. Das Gespräch hatte leider ein paar Hänger, was natürlich auch an mir liegt. Bei mir passiert momentan nicht viel und allgemein bin ich wahrscheinlich kein sehr aktiver Gesprächspartner.

Um das abzukürzen, während unseres Gesprächs kam ein anderer Anruf rein und er musste dann auch sehr bald "ins Bett". Ich konnte noch nicht schlafen und sehe jetzt am Laptop, dass er weiterhin online ist und die andere Person (es gibt nur wenige, die um diese Zeit in Frage kommen) auch regelmäßig online ist.
Das ganze belastet mich jetzt leider. Ich hätte es ehrlicher & besser gefunden, wenn er einfach gesagt hätte - hey pass auf, xyz hat sich gemeldet, ich möchte unser Gespräch jetzt beenden.

Bei mir entsteht jetzt das Bedürfnis, das Thema beim nächsten Gespräch anzusprechen. Aber leider können dadurch auch viele Missverständnisse entstehen. Es ist nunmal nichts "bewiesen", ich sehe nur einen Status und ziehe (unbewusst) meine Schlüsse.

Habt ihr dazu eine Idee, wie man damit am besten umgeht? Ansprechen? Ignorieren? Alles nur Einbildung?
Schickt auch gerne Links rein falls das schon diskutiert wurde! Ich musste mir das einfach mal runter schreiben und wüsste auch nicht wie man ähnliche Themen findet.

Danke & Grüße

07.05.2020 05:14 • x 1 #41


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A


Angst vor negativer Bewertung

x 3


L

Lukas0203
Mitglied

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Hallo liebe Leser und Mitglieder hier im Forum

Wie ihr am Titel erkennen könnt, machen mir Ängste das Leben schwer. das ist erstmal nur grob gesagt, ich werde im weiteren noch einmal konkret auf meine Probleme eingehen.

Zu mir: Ich bin 17 Jahre alt, lebe in einem kleinen Ort und mache gerade eine Ausbildung. Außerdem habe ich eine Freundin, mit der es zwar ab und zu Streitereien gibt, aber mit der ich trotzdem sehr glücklich bin.

Ich kann meine Angststörung nicht wirklich sehr gut schildern, deshalb erzähle ich einfach eine Geschichte, welche vielleicht Aufklärung leistet.

Ich war bis zu meinem 13. Lebensjahr ein sehr begeisterter und humorvoller Junge, der immer gute Laune hatte und nie wirklich alles hinterfragt hat. In der fünften Klasse wurde ich sehr schlecht in der Schule, weshalb mich meine Lehrer im Fadenkreuz hatten, und meine Eltern mir keinen Zuspruch mehr gaben. Was das in mit auslöste? Ich verlor sowohl die Motivation für Schule und Hausaufgaben, als auch meinen Selbstwert und mein Selbstbewusstsein. Das mag für dich als Leser etwas widersprüchlich klingen, ist aber so gewesen. In meinem Freundeskreis war ich immer der, den man ab und zu mal ein wenig provozieren konnte und über den man auch mal lachen konnte. Ich möchte hier nicht von Mobbing sprechen, aber es gab schon Momente in denen ich von Freunden sehr respektlos behandelt wurde.

An meinem 14. Geburtstag traf ich dann auf neue Leute, welche ich auf Anhieb mochte. Sie waren alle schon 16, 17 Jahre alt und gaben mir sehr schnell das Gefühl, dazu zu gehören. Bereits an dem ersten Tag, als ich sie kannte, wurde mit angeboten, mit ihnen Canna. zu konsumieren. Weil ich mich bei ihnen beweisen wollte, kaufte ich mein erstes Päckchen Gras und bunkerte es bei mir Zuhause. Das tat ich natürlich, weil ich zu einem Freundeskreis gehören wollte und nach Anerkennung strebte, die ich in der Schule und Zuhause einfach nicht bekam. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber später ist man wie bekanntlich immer schlauer.

Am nächsten Tag rauchte ich dann das erste mal mit den Jungs, und es war etwas Neues. Ich fühlte mich angenommen durch das Lob und den Zuspruch, den ich für meinen Dro. erhalten habe. Ich konsumierte mehrere Wochen mit den Jungs zusammen, bis dann plötzlich etwas anders geschah.

Ich bekam mitten im Rausch sehr wildes Herzrasen, habe schwer Luft bekommen und war in Gedankenschleifen verstrickt, die extrem unangenehm waren. Ich schämte mich, es meinen Jungs zu sagen und fuhr einfach nach Hause. Zuhause wurde es dann etwas ruhiger und ich schlief ein.

Am nächsten Morgen wachte ich auf, und machte Erfahrung mit einer starken Desrealisation (diese Bezeichnung kannte ich damals nicht, aber das googlen der Symptome hat mich schnell belehrt.). Ich fühlte mich wie in einem Traum, und das war zutiefst unangenehm. Zusätzlich tauchten in meinem Kopf ständig kritisierende Fragen auf:

-Bin ich gut genug?
-Wollen die Jungs mich hintergehen, machen sie sich über mich lustig?
-Sehe ich nicht extrem schlecht aus?

-Werde ich jemals aus dieser Desrealisation hinauskommen?
-Bin ich normal?

Diese Fragen dominierten seit daher meinen Kopf, und ich werde einige von Ihnen immer noch nicht wirklich los.


Die Jahre darauf lief es anders. Mit 16 machte ich meinen Realschulabschluss, treibte Sport und die Desrealisation verschwand einfach. Auch Dro. habe ich seitdem nicht mehr angefasst.

Zusammen mit meiner Freundin kamen die ersten Gefühle emotionaler Abhängigkeit in mir auf, ich spürte große Verlustangst und erlitt massive Panikattacken bei dem Gedanken, verlassen zu werden. Ich denke jeden Tag sehr destruktiv. Manchmal kommt es vor, dass ich bereits morgens so eine Traurigkeit empfinde, dass der ganze Tag zerstört ist. Der Nebel in meinem Kopf sorgt die letzten Wochen dafür, dass ich auf der Arbeit keine Leistung bringen kann, ständig alles vergesse und kaum einen positiven Gedanken fassen kann.

Meine Frage: Kennt jemand das? Hat jemand Erfahrungen mit so etwas und gibt es ein Mittel gegen overthinking?


Danke und schöne Grüße

10.06.2020 18:45 • #49


Zum Beitrag im Thema ↓


S
Hey,

ja, kommt mir sehr bekannt vor. Ich weiß nicht, ob es bei mir schon richtige Panikattacken sind, denn in Angstsituationen hab ich "nur" Schweißausbrüche und werde nervös und angespannt. Zwar lässt es dann nach einer Zeit auch wieder nach, aber die Schmach würde sich wohl jeder gerne ersparen wollen. Wink
Ich denke, auch bei mir spielt die äußere Fassade eine entscheidende Rolle, denn ich versuche mich auch mit aller Macht an ebendiese zu klammern, nur damit mein wahres Ich nicht durchkommt. Anscheinend ist aber genau das Fehler. Jedenfalls bemerke ich so ganz allmählich, wie meine Angstreaktionen kürzer werden und weniger stark sowie weniger oft auftreten, je öfter ich sie durchstehe. Auch wenn ich nach wie vor nichts dagegen hätte, in diesen Situationen tot umzufallen, fange ich so ganz allmählich an, mich an diese Peinlichkeiten zu gewöhnen - irgendwann ist es eben wirklich nichts überraschend Neues mehr. Wink
Ich denke, man muss da irgendwie an einen Punkt kommen, an dem man es nicht mehr zwanghaft zu unterdrücken versucht, nur um den Anschein zu wahren, sondern es einfach passieren lässt und sich nicht mehr groß drum kümmert. Dann und erst dann wird es auch wieder nachlassen - gemein, ich weiß. Wink

#2


K
Hallo silkysmooth,

danke für deine Antwort!

Wie ich sehe haben wir ungefähr das gleiche Problem. Die schöne Fassade stirnrunzeln
ich habe dann auch keine heftigen Panikattacken, genau wie du. Immer diese halbherzigen Symptome, wo man unter Spannung steht, ob noch was Heftigeres kommt.

Scheint ja, dass du schon gute Fortschritte machst Wink

Du sagst, man soll es einfach passieren lassen, nicht dagegen ankämpfen. Im Prinzip ist mir das auch klar, aber ich kann mich nicht überwinden. Wie hast du das gemacht? Bei Freunden? Was genau ist dann passiert?

Ich habe mir dieses Dauerlächeln angewöhnt weil:
Ich weiß nicht ob sich hier noch jemand daran erinnert. Es gab in Desperate Housewives mal so eine Szene, als Bree erklärte, dass sie immer lächelt, egal was sie gerade fühlt. Klingt zwar etwas albern aber das ist bei mir irgendwie hängen geblieben und ich habe das mit der Zeit auch so gemacht. Immer mehr und immer öfter. Habe immer mehr darauf geachtet, perfekt zu sein, es allen Recht zu machen und meine Gefühle und meine Meinung in den Hintergrund zu stellen.

Das hab ich jetzt davon.

Liebe Grüße

#3


F
Auch mir kommt das alles irgendwie bekannt vor. Ich habe auch immer versucht, mir eine Fassade aufzubauen, war hilfsbereit und wollte es allen recht machen, perfekt sein. Ging dann mal alles über meine Kräfte.
Aber heute mache ich das nicht mehr so, ich versuche mehr auf meine Wünsche und Bedürfnisse zu achten, egal was andere davon halten. Das zu tun, was mir guttut, natürlich alles nach meinen Möglichkeiten.

Die Schuld brauchst du bei dir nicht zu suchen, hat ja alles auch seine Ursachen, warum man so geworden ist.

LG

#4


K
Hi Finja,

Danke für deinen Beitrag.
Schön zu hören, dass du dich ein bisschen aus diesem Trott lösen konntest. Ich tue mich noch ein wenig schwer damit. Ich war z.B. ein bisschen sauer auf eine Bekannte. Mit Grund. Dieses Mal nahm ich mir vor, ihr dies zur Abwechslung auch mal zu sagen anstatt immer nur darüber hinweg zu lächeln. Das tat ich dann auch. Seitdem höre ich nichts mehr von ihr.

Das bleibt dann natürlich nicht gerade als positives Ereignis hängen.

Die Menschen denken immer ich sei ja soo lieb, nett, hilfsbereit - perfekt. Aber ich habe auch meine Fehler. Wie jeder Andere. Und kaum sage ich mal etwas, dass nicht nach "es dir Recht machen" klingt, wird sich abgewendet.

Andererseits halte ich solche Leute dann auch nicht für Freunde. Aber ein negatives Selbstgefühl bleibt leider trotzdem hängen stirnrunzeln

Liebe Grüße

#5


S
Zitat von Kira90:
Wie ich sehe haben wir ungefähr das gleiche Problem. Die schöne Fassade stirnrunzeln
ich habe dann auch keine heftigen Panikattacken, genau wie du. Immer diese halbherzigen Symptome, wo man unter Spannung steht, ob noch was Heftigeres kommt.


Ist das denn schon ne (richtige) Panikattacke? Wo hast du den Begriff her? Ich kenne PAs nur unter richtigem Kontrollverlust, vergleichbar mit echter Todesangst. So schlimm ist es dann bei mir doch nicht, aber ich frag bei nächster Gelegenheit mal meinen Therapeuten, wo das anfängt.

Zitat:
Scheint ja, dass du schon gute Fortschritte machst Wink

Du sagst, man soll es einfach passieren lassen, nicht dagegen ankämpfen. Im Prinzip ist mir das auch klar, aber ich kann mich nicht überwinden. Wie hast du das gemacht? Bei Freunden? Was genau ist dann passiert?


Naja, meine Fortschritte sind eher minimal und in Situationen, wo ich regelmäßig mehr oder weniger unfreiwillig reingerate und nicht viel dagegen tun kann. Gerade meinen engsten Freunden gegenüber hab ich auch noch größere Hemmungen, denn da hab ich die Fassade u.A. am längsten gespielt - umso dramatischer wäre es, die jetzt doch aufzugeben.

Zitat:
Ich habe mir dieses Dauerlächeln angewöhnt


Ist bei mir ähnlich. Ich hab auch ne sehr ironisch-alberne Ader, um alles jederzeit ins Lächerliche ziehen zu können. Es ist ja auch kein Problem, seine Nervosität nach außen nach Möglichkeit zu verstecken - wer tut das nicht? Problematisch wirds nur dann, wenn man auf Kosten der Fassade anfängt, Dinge zu vermeiden.

Du kannst aber damit anfangen, brotkrumenweise immer mehr von dir zu offenbaren, bis es nicht mehr so schlimm ist. Gehts denn nur um das Zittern? Bei so was behelfe ich mir gerne mal mit dem Gedanken, dass die anderen ja nie eindeutig zuordnen können, woran es wirklich liegt.

#6


K
Hi! Smile

Naja, ich habe viele Bücher darüber gelesen. Eine PA muss ja nicht gleich die absolute "Explosion" bedeuten.

Ich habe dann meistens Herzrasen, Zittern...Das reicht schon um es als "leichte" PA einzustufen. Was mich daran so nervös macht ist, dass es eben nur leichte Symptome sind und ich Angst habe, dass es noch schlimmer wird.

Könnte ja peinlich werden - immer dieser Gedanke. Meine Therapeutin hat gesagt, ich solle mal extra etwas "Peinliches" machen um dann zu sehen, dass es gar nicht so schlimm ist. Recht hat sie irgendwie.

Minimale Fortschritte sind besser als keine oder gar Rückschritte Trost

Nein nicht nur das Zittern, es zeigt sich immer unterschiedlich bei mir. Übelkeit, Zittern, Atemnot, Herzrasen... mal einzeln, mal alles beieinander.

Am meisten Angst habe ich mich vor anderen Leuten zu übergeben, umzukippen oder zu Hyperventilieren. stirnrunzeln

Eigentlich, so sagt meine Therapeutin, ist das ja nicht peinlich, das kann jedem mal passieren.
Aber das geht einfach nicht in meinen Kopf rein.

Würdest du es peinlich finden, wenn jemandem aus deinem Bekanntenkreis so etwas passiert? Würdest du ihn/sie dann ablehnen? seufzen

LG

#7


S
Zitat von Kira90:
Könnte ja peinlich werden - immer dieser Gedanke. Meine Therapeutin hat gesagt, ich solle mal extra etwas "Peinliches" machen um dann zu sehen, dass es gar nicht so schlimm ist. Recht hat sie irgendwie.


Ja, wenn ich mich mal freiweillig solchen Auslöser-Situationen stelle, ist es meistens nicht so schlimm wie unfreiwillig (hat dann richtig was von Schockmoment), aber ganz weg geht es dadurch auch nicht oder dauert zumindest sehr lange.

Zitat:
Minimale Fortschritte sind besser als keine oder gar Rückschritte Trost


Wohl wahr, aber wenn ich daran denke, wieviel da noch vor mir liegt, entmutigt das doch manchmal. -.-

Zitat:
Nein nicht nur das Zittern, es zeigt sich immer unterschiedlich bei mir. Übelkeit, Zittern, Atemnot, Herzrasen... mal einzeln, mal alles beieinander.

Am meisten Angst habe ich mich vor anderen Leuten zu übergeben, umzukippen oder zu Hyperventilieren. stirnrunzeln


Ok, aber du hast nur Angst vor diesen Symptomen oder gibts da noch ein unterliegendes Problem? Ne Angst, die das erst verursacht hat, denn irgendwann und -wie muss es ja mal angefangen haben. Was war da der Auslöser?

Zitat:
Eigentlich, so sagt meine Therapeutin, ist das ja nicht peinlich, das kann jedem mal passieren.
Aber das geht einfach nicht in meinen Kopf rein.

Würdest du es peinlich finden, wenn jemandem aus deinem Bekanntenkreis so etwas passiert? Würdest du ihn/sie dann ablehnen? seufzen


Ich dürfte als selbst Betroffener alles andere als repräsentativ sein. Wink
Ich denke mir auch immer, dass es andere furchtbar peinlich finden müssen bzw. ich finde es selber von mir ebenso peinlich, wahrscheinlich noch mehr als andere, denen ja auch nur ein Bruchteil dessen auffällt, was ich so von meinen Ängsten merke.
An richtige Ablehnung glaub ich (bewusst) dann zwar wiederum nicht, aber daran, dass ich für merkwürdig oder seltsam gehalten werde schon. Wahrscheinlich gehts genau darum, sich unabhängig von solchen Urteilen zu machen, denn was hat man zu verlieren?

#8


F
Zitat von Kira90:
Hi Finja,

Danke für deinen Beitrag.
Schön zu hören, dass du dich ein bisschen aus diesem Trott lösen konntest. Ich tue mich noch ein wenig schwer damit. Ich war z.B. ein bisschen sauer auf eine Bekannte. Mit Grund. Dieses Mal nahm ich mir vor, ihr dies zur Abwechslung auch mal zu sagen anstatt immer nur darüber hinweg zu lächeln. Das tat ich dann auch. Seitdem höre ich nichts mehr von ihr.

Das bleibt dann natürlich nicht gerade als positives Ereignis hängen.

Die Menschen denken immer ich sei ja soo lieb, nett, hilfsbereit - perfekt. Aber ich habe auch meine Fehler. Wie jeder Andere. Und kaum sage ich mal etwas, dass nicht nach "es dir Recht machen" klingt, wird sich abgewendet.

Andererseits halte ich solche Leute dann auch nicht für Freunde. Aber ein negatives Selbstgefühl bleibt leider trotzdem hängen stirnrunzeln

Liebe Grüße


Hallo Kira,

leider ist das so und dabei hat doch jeder Fehler, nur nicht alle können sich das eingestehen. Solange wie man alles macht, hilfsbereit, perfekt ist man gut anerkannt, aber wenn das dann nicht mehr so ist, hat man manchmal schlechte Karten.

Liebe Grüße

#9


K
Hi SilkySmooth,

Genau so ist es bei mir auch. Sobald ich gezwungen bin in eine Situation zu gehen wird es ganz schlimm.

Wir haben noch viel vor uns, ja.
Aber es müssen ja noch nicht mal kleine Fortschritte sein. Klein ist immer eine Sache der Betrachtung. Wink

Genau. Ich habe aber nicht Angst vor den eigentlichen Symptomen (klar unangenehm, aber erträglich), sondern viel mehr die Blamage die ich dadurch erwarte.
Auslöser ist ganz schwierig. Habe noch mehrere Ängste.

- Vorm Autofahren: Denke das kommt dadurch, das mir zwei mal einer hinten drauf geknallt ist. Wenn jemand hinter mir fährt habe ich große Angst und Panik.

- Vorm Tod: Sobald es irgendwo zwickt denke ich dass ich was schlimmes habe, gleich umkippe und nicht mehr aufwache. Denke das kommt daher dass in letzter Zeit viele mir bekannte Menschen verstorben oder schwer krank geworden sind, auch in meinem Alter.

- und eben die soziale Phobie: Ich habe meinen Körper immer überlastet, war viel zu sehr unterwegs. Wollte von alles gemocht werden und war daher immer präsent. Und immer perfekter.

Ich denke die soziale Phobie hat sich bei mir eher schleichend entwickelt und wurde richtig krass, nachdem die anderen o.g. Ängste da waren. Die kamen recht plötzlich.


Fühle mich nun so unselbstständig, traue mich nirgendwo alleine hin. Ich denke immer mir passiert was Schlimmes.
Alles irgendwie sehr verstrickt bei mir stirnrunzeln

Du hast Recht, die anderen Menschen sehen nicht so viel wie man selbst denkt. Und eigentlich: Wenn jemand in meiner Anwesenheit umkippen würde fände ich das wohl nicht peinlich für ihn, ich würde mir eher große Sorgen machen.

Aber warum geht das nicht in meinen Kopf rein? stirnrunzeln

"Unabhängig von der Wertung anderer Menschen machen" -> Recht hast du! Bloß wie? Das Selbstbewusstsein stärken? Aber wie?

Fragen über Fragen Shocked

@Finja
Das stimmt. Ich denke mir einfach wer sich abwendet, soll es eben tun. Wink

LG

#10


S
Zitat von Kira90:
- Vorm Autofahren: Denke das kommt dadurch, das mir zwei mal einer hinten drauf geknallt ist. Wenn jemand hinter mir fährt habe ich große Angst und Panik.

- Vorm Tod: Sobald es irgendwo zwickt denke ich dass ich was schlimmes habe, gleich umkippe und nicht mehr aufwache. Denke das kommt daher dass in letzter Zeit viele mir bekannte Menschen verstorben oder schwer krank geworden sind, auch in meinem Alter.

- und eben die soziale Phobie: Ich habe meinen Körper immer überlastet, war viel zu sehr unterwegs. Wollte von alles gemocht werden und war daher immer präsent. Und immer perfekter.

Ich denke die soziale Phobie hat sich bei mir eher schleichend entwickelt und wurde richtig krass, nachdem die anderen o.g. Ängste da waren. Die kamen recht plötzlich.[/b]

Fühle mich nun so unselbstständig, traue mich nirgendwo alleine hin. Ich denke immer mir passiert was Schlimmes.
Alles irgendwie sehr verstrickt bei mir stirnrunzeln


Das scheinen ja doch gleich mehrere Baustellen zu sein. Hast du denn schon ne offizielle Diagnose von deiner Therapeutin?

Zitat von Kira90:
Du hast Recht, die anderen Menschen sehen nicht so viel wie man selbst denkt. Und eigentlich: Wenn jemand in meiner Anwesenheit umkippen würde fände ich das wohl nicht peinlich für ihn, ich würde mir eher große Sorgen machen.

Aber warum geht das nicht in meinen Kopf rein? stirnrunzeln


Weil es einen großen Unterschied zwischen dem gibt, was man bewusst denkt und dem, wie man handelt und fühlt. Letzteres hängt immer mehr oder weniger hinterher und ohne entsprechende Erfahrungen kann man diese Verhaltens- und "Fühlweisen" nicht umprogrammieren.

Zitat von Kira90:
"Unabhängig von der Wertung anderer Menschen machen" -> Recht hast du! Bloß wie? Das Selbstbewusstsein stärken? Aber wie?


Naja, es gibt dafür kein Patentrezept. Prinzipiell kleine Schritt machen, sich langsam aber stetig immer mehr Dingen stellen, die einem schwer fallen und mit steigendem Erfolg die Intensität erhöhen. Viel selbst reflektieren und sich die Ängste aus- und kleinreden usw. usf.

#11


K
Jein. Wir dachten bisher es sei eine Agoraphobie bis wir letztens bemerkt haben, dass es wohl mehr eine soziale Phobie ist. Die Therapeutin hat diverse Ängste festgestellt.

Ich muss mich wohl nochmal mehr trauen. Dann werde ich auch positive Erfahrungen machen. Wenn ich nur nicht so eine Angst hätte alleine zu sein. Und das Autofahren. Ich wohne 3 km außerhalb vom nächsten Ort. Da ist man ganz schön eingeschränkt.

Sonst würde ich öfter Dinge üben, mal rüber zu Freunden latschen, Einkaufen gehen etc.

#12


K
Hallo, wenn Du nur 3 km vom nächsten Ort entfernt wohnst könntest Du doch auch mit dem Fahrrad hin fahren oder laufen.
Mal raus und was anderes sehen...alles in Deinem Tempo wie Du es schaffst...

Früher hab ich auch immer gut "Theater" gespielt nach außen und niemand hat gemerkt wie es in mir aussieht...
Heute falle ich noch manchmal in dieses Verhalten, aber meist schaffe ich es dann später doch zu sagen was mich verletzt hat z.B.
Ich hab gelernt das es gut ist authentisch zu leben. Insgesamt lebt es sich auch besser damit. Wenn es auch manchmal schwer ist, wenn ich z.B. mal im Bus weinen muss oder so etwas.
Ich glaub viele Menschen spielen etwas nach außen vor... ich möchte lieber in einer Welt leben wo die Menschen authentisch sind...

Herzlich grüßt Dich kerze

#13


K
Kerze,

In der Theorie ja, aber es geht bei mir darum, dass ich furchtbare Angst habe alleine von zu hause weg zu gehen weil mir ja ach so schlimme Dinge passieren könnten.

Wenn ich das mit dem Auto fahren überwinden könnte wäre es noch besser als zu Fuß, Rad etc. Weil ich dann schneller unterwegs bin und mit dem Gedanken weg bin, dass ich in 2 Minuten wieder zu Hause sein kann.

Stimmt, man sollte seine Gefühle zeigen, seine Meinung sagen, auch auf die Gefahr hin, dass es manchen nicht passt. Ist ja schließlich unser Leben und nicht das der anderen Leute.

LG

#14


F
Hallo Kira,

meistens war ich immer zu Fuß unterwegs, bin ich auch jetzt noch, aber ich fahre auch ab und zu mit Verkehrsmitteln,
mit dem Auto war ich noch nie so gerne gefahren, aber musste ich ne Zeit lang, wegen der Arbeit. Und das ging auch, aber mit weiteren Strecken hatte ich Probleme.
Nun war es aber mal so, dass mir mein P. alles vorgehalten hatte, wieviel Sprit ich verbrauchen würde und das nicht nur einmal. Irgendwann war mir die Lust deswegen komplett vergangen. Seitdem fahre ich nur als Beifahrer, auch wenn da die Angst auch immer mein Begleiter ist. Und komme auch ganz gut ohne Auto zurecht. Sicher würde ich es mal wieder versuchen, selbst Auto zu fahren, aber zur Zeit kann ich mir kein Auto leisten, ist aber auch okay.

LG

#15


K
Hallo Finja,

Naja, der Spritverbrauch ist immer so eine Sache. Wie weit war/ist die Strecke denn?
Ich sehe einfach nicht ein dass ich hier mein eigenes Auto stehen habe und nicht fahre.

Zu Fuß finde ich die Strecke zu gefährlich.

Erstens ist es eine Landstraße, wo viele rennen und es kommt dauernd zu Unfällen.

Zweitens bin ich mal abends heimgegangen von einer Party und ein nicht sehr sympathischer Mensch hielt und griff mich an. Zum Glück ist mir nichts Schlimmes passiert, aber das ist irgendwie hängen geblieben.

Meine größte Angst ist nicht das Fahren an sich, sondern dass mir etwas passiert, mir schlecht wird, mein Kreislauf in den Keller geht, ich panisch werde - und keiner ist da um mir zu helfen.

LG

#16


F
Hallo Kira,

die Strecke war nicht weit, also nur in unserem Ort, arbeitsmäßig, war mal in der Hauskrankenpflege tätig.

Naja, eigentlich kann ja immer irgendetwas passieren, ob zu Fuß oder mit dem Auto.

Aber kann ich nachvollziehen, warum dir die Strecke zu Fuß zu gefährlich ist. Manchmal ist das bei mir auch so, ich war mal eine andere Strecke gelaufen und da war kein Mensch zu sehen und ich kriegte auf einmal Angst, dass da jemand aus dem Gebüsch kommem könnte und mir was antun, mich vergewaltigen...

LG

#17

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K
Hi,

da hast du Recht aber ich fühle mich im Auto doch noch sicherer als zu Fuß. Es ist eben das "Allein-passiert-mir-was Denken" was mich so fertig macht. Ich war seit einem halben Jahr nicht mehr alleine unterwegs -.-

LG

#18


F
Weiß nicht, was sicherer für mich ist, ob zu Fuß oder im Auto, ich versuche halt, meine Angst zu überwinden. Auch wenn es mir nicht immer gut dabei geht.

#19


K
Vielleicht fahre ich heute Abend mal ins Dorf und zurück. Mal schauen wie ich drauf bin. Will einen guten Tag erwischen damit es in guter Erinnerung bleibt.

Smile

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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