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Hallo liebe Leser und Mitglieder hier im Forum
Wie ihr am Titel erkennen könnt, machen mir Ängste das Leben schwer. das ist erstmal nur grob gesagt, ich werde im weiteren noch einmal konkret auf meine Probleme eingehen.
Zu mir: Ich bin 17 Jahre alt, lebe in einem kleinen Ort und mache gerade eine Ausbildung. Außerdem habe ich eine Freundin, mit der es zwar ab und zu Streitereien gibt, aber mit der ich trotzdem sehr glücklich bin.
Ich kann meine Angststörung nicht wirklich sehr gut schildern, deshalb erzähle ich einfach eine Geschichte, welche vielleicht Aufklärung leistet.
Ich war bis zu meinem 13. Lebensjahr ein sehr begeisterter und humorvoller Junge, der immer gute Laune hatte und nie wirklich alles hinterfragt hat. In der fünften Klasse wurde ich sehr schlecht in der Schule, weshalb mich meine Lehrer im Fadenkreuz hatten, und meine Eltern mir keinen Zuspruch mehr gaben. Was das in mit auslöste? Ich verlor sowohl die Motivation für Schule und Hausaufgaben, als auch meinen Selbstwert und mein Selbstbewusstsein. Das mag für dich als Leser etwas widersprüchlich klingen, ist aber so gewesen. In meinem Freundeskreis war ich immer der, den man ab und zu mal ein wenig provozieren konnte und über den man auch mal lachen konnte. Ich möchte hier nicht von Mobbing sprechen, aber es gab schon Momente in denen ich von Freunden sehr respektlos behandelt wurde.
An meinem 14. Geburtstag traf ich dann auf neue Leute, welche ich auf Anhieb mochte. Sie waren alle schon 16, 17 Jahre alt und gaben mir sehr schnell das Gefühl, dazu zu gehören. Bereits an dem ersten Tag, als ich sie kannte, wurde mit angeboten, mit ihnen Canna. zu konsumieren. Weil ich mich bei ihnen beweisen wollte, kaufte ich mein erstes Päckchen Gras und bunkerte es bei mir Zuhause. Das tat ich natürlich, weil ich zu einem Freundeskreis gehören wollte und nach Anerkennung strebte, die ich in der Schule und Zuhause einfach nicht bekam. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber später ist man wie bekanntlich immer schlauer.
Am nächsten Tag rauchte ich dann das erste mal mit den Jungs, und es war etwas Neues. Ich fühlte mich angenommen durch das Lob und den Zuspruch, den ich für meinen Dro. erhalten habe. Ich konsumierte mehrere Wochen mit den Jungs zusammen, bis dann plötzlich etwas anders geschah.
Ich bekam mitten im Rausch sehr wildes Herzrasen, habe schwer Luft bekommen und war in Gedankenschleifen verstrickt, die extrem unangenehm waren. Ich schämte mich, es meinen Jungs zu sagen und fuhr einfach nach Hause. Zuhause wurde es dann etwas ruhiger und ich schlief ein.
Am nächsten Morgen wachte ich auf, und machte Erfahrung mit einer starken Desrealisation (diese Bezeichnung kannte ich damals nicht, aber das googlen der Symptome hat mich schnell belehrt.). Ich fühlte mich wie in einem Traum, und das war zutiefst unangenehm. Zusätzlich tauchten in meinem Kopf ständig kritisierende Fragen auf:
-Bin ich gut genug?
-Wollen die Jungs mich hintergehen, machen sie sich über mich lustig?
-Sehe ich nicht extrem schlecht aus?
-Werde ich jemals aus dieser Desrealisation hinauskommen?
-Bin ich normal?
Diese Fragen dominierten seit daher meinen Kopf, und ich werde einige von Ihnen immer noch nicht wirklich los.
Die Jahre darauf lief es anders. Mit 16 machte ich meinen Realschulabschluss, treibte Sport und die Desrealisation verschwand einfach. Auch Dro. habe ich seitdem nicht mehr angefasst.
Zusammen mit meiner Freundin kamen die ersten Gefühle emotionaler Abhängigkeit in mir auf, ich spürte große Verlustangst und erlitt massive Panikattacken bei dem Gedanken, verlassen zu werden. Ich denke jeden Tag sehr destruktiv. Manchmal kommt es vor, dass ich bereits morgens so eine Traurigkeit empfinde, dass der ganze Tag zerstört ist. Der Nebel in meinem Kopf sorgt die letzten Wochen dafür, dass ich auf der Arbeit keine Leistung bringen kann, ständig alles vergesse und kaum einen positiven Gedanken fassen kann.
Meine Frage: Kennt jemand das? Hat jemand Erfahrungen mit so etwas und gibt es ein Mittel gegen overthinking?
Danke und schöne Grüße
10.06.2020 18:45 •
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