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Ein weiterer Auswuchs meiner sozialen Phobie ist die Angst davor, e-mails zu öffnen.
Das mag sich jetzt erstmal ein bißchen seltsam anhören. Das hat sich bei mir so eingeschlichen.
Es ist v.a. so, wenn ich jemandem (z.B. dem Therapeuten) einen Termin absagen muss oder eine unangenehme Nachfrage stellen muss. Schon bei der Vermutung, dass in einer e-mail etwas Unangenehmes steht (ein Vorwurf, sei er auch noch so versteckt), zögere ich dabei, sie zu öffnen oder mache ich sie tagelang gar nicht auf.
Aber was kann in einer e-mail schon so Schlimmes drinstehen?
Selbst wenn ich beschimpft werden würde, müsste mich das ja eigentlich nicht jucken!
Ich weiß, dass es vollkommen irrational ist. Aber irgendwie hat sich das Vermeidungsverhalten jetzt schon da reingeschlichen.
Findet ihr das auch so unglaublich, oder habt ihr bei euch schon Ähnliches beobachtet?:?:
Gruß, tjb

02.03.2010 14:46 • 15.01.2012 #1


9 Antworten ↓


Hallo,

es gibt doch auch Leute, die Briefe nicht öffnen, aus Angst, dass etwas negatives drinstehen könnte...

Es gibt viel irrationalere Ängste.

LG berlina

02.03.2010 14:54 • #2



Angst davor, e-mails zu öffnen

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elster
Ich denke, es gibt einen Grund für deine Befürchtungen. Du hast "vor" der Email etwas getan oder gesagt zu jemandem und dir war nicht klar, wie er /sie reagieren würde, vielleicht weil du einen Termin abgesagt hast oder vielelicht auch nur, weil du zu einem Thema deine -eigene- Meinung gesagt hast und du sowas eben nicht gewohnt bist. Vielleicht befürchtest du, grundsätzlich auf Ablehnung zu stoßen, wenn du ehrlich bist und du selbst. Was für Situationen gingen denn diesen Emails vorraus?

02.03.2010 20:35 • #3


das geht mir auch so, wenn ich schlechte nachrichten, negative reaktionen oder irgendwas in der email vermute, mit dem ich evtl. nicht umgehen kann. solange ich es nicht weiß muss es mich nicht belasten...also erstmal nicht reingucken.

06.03.2010 16:54 • #4


Hallo zusammen,

von Telefonaten und Briefen kenne ich es aus eigener Erfahrung, aber
selbst dann sind die negativen Gedanken ja immer Vermutungen!!
Es steht eine schlechte Nachricht in der Mail oder Brief.
Dieses Problem mit "Angst" vor Briefe habe ich nicht soo direkt, eher bei Telefonaten.

ABER ich sage mir dann immer...
Wenn ich den Brief, Mail, Telefonat nicht durchführe können die Konsequenzen schlimmer sein, als ich bisher vermute.
UND übrirgens...vielleicht sind die Nachrichten ja auch positiv.

In diesem Sinne

water_picture

15.11.2010 00:36 • #5


your_sista
Mir geht es wie Pingu. Wenn ich etwas negatives vermute, dann hab ich Angst die Mail oder den Brief zu öffnen. Auch vor Telefonaten habe ich teilweise Angst.
Manchmal schiebe ich es vor mir her und dann ein anderes Mal (wenn ich Angst vor Konsequenzen habe) nehm ich allen Mut zusammen und tu es einfach öffnen.
Du bist also nicht allein

19.11.2010 02:19 • #6


Ich kenne das,
geht mir bei email, post und telephon so.
Wenn das Telephon klingelt durzuckt mich ein Angstgefühl in der Bauchgegend.

Mein vermeidungsverhalten hat schon massive ausmaße angenommen aber ich arbeite daran. Ich denk mir immer das Verhalten ist wie ein Computerprogramm in meinem Unterbewusstsein das automatisch abgerufen wird sobald ein Reiz kommt der es auslöst.
Aber offensichtlich will ich das nicht ich weiss das es mich behindert zufrieden zu sein, ich betrachte es daher weniger als teil von mir und mehr wie einen Virus der sich in meinem Hirn eingenisted hat.
Jedesmal wenn ich es schaffe dem Programm nicht nachzugeben macht das nächste mal widerstehen etwas leichter für mich (auch wenn der unterschied so gering das ich ihn vieleicht nicht sofort merke). Wenn ich es irgendwann regelmäßig schaffe öfter zu wiederstehen als nachzugeben bin ich auf der Gewinnerseite weil ich dann anfange das programm umzuschreiben.
Es beunruhigt mich überhaupt nicht wenn ich an einem Tag bei 50 Situationen 47 mal vermeide und nur 3 mal wiederstehe, weil ich weiss das ich dem 4 mal wiederstehen näherkomm.

Mit mentalem Training, Autosuggestion, EFT, mach ich mir dir Sache etwas leichter, das wichtigste ist aber die Gewissheit das ichs schaffen werde.
Es ist ein Marathon kein Sprint, es macht überhaupt nix wenn man dazwischen einmal stehen bleibt oder gehend durchs Ziel kommt weils absolut keine Rolle spielt ob man ihn in 2 oder 20 Stunden bewältigt solang man nur immer weitergeht/läuft.

Versuch das denken an emails zu ändern:
denke in richtung "Sehr gut eine email, das ist eine Gelegenheit die mich der Lösung meines Problems ein Stück näher bringt"
und wenns nicht klappt "Na gut ankoditiioniertes Verhalten diesmal hast zwar gewonnen aber du weisst genau das du langfristig keine chance hast gegen mich weil ich immer weitermachen werde"

20.11.2010 17:11 • #7


Ich finde das auch normal. So manche Tage dauert das Mailen bei mir Stunden. Behörden, Ärzte... selbst private Mails nehmen manchmal sehr viel Kraft weg. Ich bin dazu übergegangen, solche Mails (und auch Briefe) halt solange ungelesen liegenzulassen (1 bis max. 2 Tage), bis ich ein Zeitfenster gefunden habe, in denen ich es energetisch schaffe, diese zu öffnen und zu beantworten. Habe herausgefunden, daß es gleich früh nach dem Aufstehen ganz gut klappt, da ist man noch so müde, daß man den Inhalt nicht so an sich heranläßt und sich nicht so darüber aufregt oder stressen läßt. Kurz vorm Schlafengehen jedoch nie!

Telefonate anzunehmen ist für mich der reine Horror, das wissen die Anrufer ja nicht, wann es mir gut geht und so manches Mal haben sie auch Zeiten dazwischen erwischt. IdR lass ich die dann auf den AB sprechen und rufe zurück, wenn ich mich in der Lage dazu fühle. Einige Minuten oder Stunden später, oder am nächsten Tag.

22.11.2010 16:02 • #8


Hallo,

ich kenne es auch (ziemlich), was Emails, Persönliche Nachrichten oder Kommentarantworten (bei Youtube z.B.) angeht. Und ich glaube, bei mir ist das Problem Folgendes: Bei mir hat sich die Angst davor, z.B. das Email Postfach zu öffnen (und dann entweder zu sehen, dass die Person, der ich geschrieben habe, geantwortet oder aber auch nicht geantwortet hat).... bei mir hat sich das dadurch entwickelt, dass es tatsächlich mal Reaktionen gab, die ich (wohl) als vernichtend (kritisierend) erlebt habe. Im Umkehrschluss war es v.a. früher so, dass ich schriftlich ziemlich kritisierend (eventuell auch in Richtung vernichtend) sein konnte.. und dann vom anderen - wohl - die selbe Fähigkeit (mit Kritik vernichten zu können) befürchtet habe. Ist eigentlich "total feige", könnte man denken. (geht glaube in Richtung narzisstische Ps bei mir, also ist glaube darin begründet...... weil ich erlebe es dann in dem Moment echt als...... Ohnmacht, Vernichtung, totale Hilflosigkeit, Schock.. ist nur ein ganz kurzer Moment, aber das geht so tief und ich hab wahrscheinlich auch so ein bisschen Angst davor, wie ich mit der jeweiligen Nachricht.. oder auch "nicht- Reaktion" umgehen kann. (Aber ich habe schon öfter erlebt, dass meine Befürchtung unbegründet war)

Also eigentlich ist bei mir auch das Problem, dass ich Nachrichten oder Mails schreibe, von denen ich später.. nach einem Tag oder so.. denke, dass "es doof war" oder so, also das ist bei mir irgendwie gefühlstechnisch manchmal wahrscheinlich nicht richtig rückgekoppelt oder so. Also ich glaube, ich schreibe manchmal etwas distanzlos und dementsprechend nah geht mir dann auch die Reaktion.

Gerade ist es so, dass ich ein Emailpostfach schon 2, 3 Tage nicht geöffnet habe, weil ich jemandem eine Entschuldigung geschrieben habe und ich nicht weiß, wie die Reaktion ist. (Also auch "keine Reaktion" kann eine negative Empfindung auslösen.)

Naja.. aber hat sich schon alles sehr gebessert bei mir. (selbst nicht mehr so...... damals teils übelst......kritisierend sein usw...... nicht in bösartiger Absicht, damals, sondern weil ich mich angegriffen gefühlt habe oder so..und dann irrational, emotional zu heftig reagiert und dann hatte ich vielleicht auch nicht ganz unberechtigte Befürchtung vor der Reaktion.)

15.01.2012 01:50 • #9


Ich sehe auch nur ungerne in mein Postfach. Was Gutes habe ich darin bis jetzt nur selten erhalten. Aber von mir erwartet auch niemannd, dass ich meine Emails lese. Deswegen sehe ich auch nur selten nach.

15.01.2012 18:55 • #10



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