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Hallo zusammen,

ich habe ein ziemlich großes Problem.
1. ich will immer allen Menschen alles recht machen
2. ich rcihte mich oft nach dem, was andere machen
3. ich nehme zu viel rücksicht auf andere.

Ich bleibe leider dabei auf der Strecke, das ist mir schon bewußt geworden, nur leider umsetzen kann ich es nicht, falle immer wieder in die gleiche Rolle zurück.

Hier ein paar Beispiele:
Ich grüße jemanden und er grüßt nicht zurück denke ich sofort, dass es an mir liegt oder derjenige was gegen mich hat.
Wird z.B. in der Wohnung unter mir die Tür laut zu gemacht, denke ich sofort man macht es, weil ich zu laut bin. Man will mich auf diesem Wege darauf hinweisebn, wie laut ich bin.
Habe ich Wäsche in der Waschküche hängen, habe ich immer Angst ich nehme zu viel Platz in Anspruch und andere könnten sauer sein.
Sage ich jemandem, was mir nicht gefällt, grübele ich tagelang und habe Schuldgefühle, dass ich diese Person kritisiert habe.
Außerdem achte auf jedes Wort und jeden Blick und habe ewig das Geühl
die Leute mustern mich , reden über mich usw.
Auf Menschen zugehen, die mich kennen mag ich auch oft nicht, vor allem, wenn sie dominant auf mich wirken. Dann gehe ich denen aus dem Weg, was na klar völlig falsch ist. Sie könnten ja irgendwelche Fehler an mir entdecken! -
Ich möchte gerne etwas selbstbewußter auftreten ohne Zittern und Flattern und auch zeigen, wer ich bin und kritisieren ohne, dass ich ein
schlechtes Gewissen habe, einfach mehr Gelassenheit.

Habt Ihr Tipps für micht? Ich freue mich drauf !

29.01.2008 13:53 • 02.02.2008 #1


8 Antworten ↓


Hallo!

Mir geht es da ähnlich wie Dir, ich leide auch unter meinem nicht vorhandenem Selbstvertrauen. Bei mir ist es sogar so schlimm, dass mich auch viele Leute ablehnen bzw. denke ich dass sie mich ablehnen.

Ich kann Dir nur sagen, dass es sauschwierig ist, aus dieser Sache wieder herauszukommen.

Versuche einfach mal eine Verhaltenstherapie zu beginnen. Aber lass Dich nicht gleich abspeisen von wegen nur ein paar Gespräche und dann gehts Dir wieder besser.
Ich bin über ein Jahr lang in einer Verhaltenstherapie gewesen, danach hat mir meine Therapeutin gesagt, dass es mir jetzt gut gehe und ich keine weiteren Termine mehr benötige. Jetzt geht es mir mittlerweile wieder richtig schlecht.

29.01.2008 14:25 • #2



Angst auf Menschen zuzugehen

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Hallo Chrissi,

ich musste eben richtig grinsen, als ich deinen Beitrag gelesen habe, denn einiges davon hätte auch ich schreiben können.

Ich hab mal vor einiger Zeit irgendwas im Fernsehen gesehen, wo es genau um dieses Thema ging, und damals sagte jemand, dass man sich selber nicht so wichtig nehmen sollte, die Welt der anderen dreht sich nicht ständig um dich. Der Satz ist bei mir hängen geblieben. Und es ist doch auch wahr, die Menschen um mich herum haben doch ihre eigenen Sorgen, Interessen, Gedanken, als dass sie mich ständig beobachten, mich mit jedem Blick kritisieren, oder was auch immer wollten (oder täten). Es ist nicht einfach das umzusetzen, denn Verstand und Gefühl gehen ja oft nicht miteinander. Aber es gibt einfach Gedanken, die ich immer mit mir mitnehmen, und dieser gehört halt dazu - und mir hilft es (nicht immer, aber immer öfter mal).

Liebe Grüße,
Petra

29.01.2008 14:38 • #3


dieses mangelnde selbstvertrauen:
kann es sein, dass ihr dadurch auch motziger seid, als euer umfeld teilweise vertragen kann?
neben meiner sozialen phobie und den depressionen ist es nämlich manchmal so, dass ich bei den kleinsten kleinigkeiten schonmal ziemlich aufbrausend werden kann.
das tut mir danach immer so leid, weil es keinen grund gab, bzw ich einfach zu überempfindlich reagiert habe

29.01.2008 17:25 • #4


mist, der obige beitrag ist von mir (MiMe)
vergess immer mich einzulogghen, weil ich überall in anderen foren automatisch eingelogged bin, sobald ich drauf gehe. sorry mods/admins/user

29.01.2008 17:27 • #5


hi chrissi!

danke an alle: ich passe glaube ich zu 99% auf eure beschreibungen. nur mir fällt es dermaßen schwer, darüber zu schreiben gescheige denn, zu reden... deshalb wollte ich mich hier nur melden.

welche art der therapie hilft denn hier am meisten?
eine verhaltenstherapie scheint ja nicht schlecht, aber wie sollte ich das meinem umfeld beibringen? mir ist das einfach peinlich irgendwie ich muss etwas ändern, sonst sehe ich ganz ehrlich schwarz für meine zukunft.

lg

30.01.2008 11:16 • #6


Ich würde denken, eine Verhaltenstherapie wäre schon gut!
Aber prinzipiell denke ich, dass hier (wie bei so vielen Problemen) das Selbstwertgefühl der springende Punkt ist (geht mir ja auch nicht anders).

30.01.2008 17:44 • #7


Hallo Chrissi,

Zitat:
ich habe ein ziemlich großes Problem.
1. ich will immer allen Menschen alles recht machen
2. ich rcihte mich oft nach dem, was andere machen
3. ich nehme zu viel rücksicht auf andere.


1- warum willst Du das? Weil es Dir selbst ein Bedürfniss oder es Dir Freude bereitet oder weil Du Dir damit erhoffst/wünschst/erwartest von diesen Menschen angenommen/respektiert/geliebt zu werden oder einfach nur, um Deine Ruhe zu haben?

2- weil Du keinen Mut hast hin und wieder mal nur etwas zu tun, was Dir Spaß macht oder wichtig erscheint? (z.B. alle gehen in die Pause und du bleibst bei der Arbeit, weils gerade gut und konzentriert läuft), weil Dir selbst nichts anderes/besseres einfällt (und dann gehst Du eben mit), oder weil Du eigentlich viel lieber etwas anderes tun würdest aber grundsätzlich davon ausgehst, dass die Anderen das weder akzeptieren noch verstehen könnten und also schließt Du Dich, wenn auch unwillig eben grundsätzlich der Mehrheit an?

3 - Glaubst Du, die Anderen empfinden das genauso? Fühlst Du Dich von den Anderen dazu genötigt oder gibt es auch Situationen in denen es Dir selbst ein gutes Gefühl gibt?

Ich glaube, es ist sehr wichtig mal wirklich die verschiedenen Situationen unter die Lupe zu nehmen...Rücksicht nehmen ist etwas positives, etwas tun bzw. nicht tun, um zu vermeiden, um sich anderen nicht mitteilen zu müssen oder weil man sicher ist, die Anderen so gut zu kennen, dass man deren negative Reaktion schon voraussagen kann und diese vermeiden will, ist kein Rücksicht nehmen.

Ich verstehe voll und ganz, dass Du Dich oft überrannt, ausgenutzt und vermutlich auch bevormundet fühlst - und mir fällt es im Umgang mit einzelnen Menschen auch extremst schwer immer gleich und sofort meine eigene Motivation sofort ehrlich zu betrachten...es gibt Menschen für die ich tue und mache...aber nicht aus Rücksicht, oder weil ich son Hilfsbereites bin oder es mir ein persönliches Bedürfnis ist...sondern ganz simpel weil ich keinen Nerv habe stundenlang emotionale Diskussionen zu führen, mir das Gejammer dieser Leute anzuhören etc...

Es gibt immer und wird immer Menschen in meinem Leben geben - ob nun privat oder beruflich - die wenn nötig stundenlang über alles und jedes zetern und/oder rumdiskutieren, die tausend Gründe in petto haben, warum sie gerade NICHT können etc..das nervt mich natürlich, weil mir dafür der Nerv fehlt. Was gemacht werden muß, muß gemacht werden basta...also mach ich es...viel lieber als darüber zu diskutieren...das macht mich nicht zum besseren, rücksichtsvolleren Menschen oder naiven Trottel, der die Sache nicht durchschaut...und ganz gewiss gibt es Leute, die das schon selbstverständlich ausnutzen...ABER: ´die kriegen dann irgendwann ein klares Nein von mir zu hören und dann ist gut.

Was ich damit sagen will ist, dass Du für Dich alleine erstmal klarstellen mußt, was Du in den einzelnen Momenten tatsächlich empfindest...wenn Du Dich ausgenutzt oder überrannnt oder ignoriert fühlst, dann bestimmt nicht, weil Du aus eigenem Antrieb und Bedürfnis etwas nettes für Jemanden getan hast oder weil Du Rücksicht nehmen wolltest (keine positive Eigenmotivation), sondern weil Du Dich dazu ´genötigt fühltest...das ist ein riesen Unterschied, gerade wenn Du, wie jetzt gerade, daran arbeiten willst, eben nicht mehr all Deine Bedürfnisse und eigenen Motivationen verstecken und verheimlichen willst...

Ich sag nicht, dass es nicht auch Leute geben wird, denen es schon immer egal war warum Du dies und das machst, hauptsache Du machst...aber geh mal bitte davon aus, dass die meisten Menschen Dich schon viel früher nicht einfach eingespannt, mitgezerrt oder überredet hätten, wenn sie gewußt hätten, wie ungesund sich das für Dich anfühlt oder wie ungerne Du dabei bist.

Daher kommen nämlich auch Deine negativen Gedanken und Unsicherheiten, wie die Anderen wohl über Dich denken und fühlen - Du beschreibst diese Szene mit dem Grüßen auf der Straße sehr genau und eindeutig auch dass Du Dir sofort ne Rübe darüber machst, ob diese Person wohl böse auf Dich wär...aber tief drinnen, bist Du es, die böse auf diese Person ist, weil sie nicht zurück gegrüßt hat und weil Du sicher bist, der/die hat ungerechtfertigter Weise etwas gegen Dich..sonst würdest Du noch ganz andere Gedankengänge haben, wie z.B. Der/Die hat wohl den Kopf voll, der/die sah gestresst aus, der/die war vielleicht so auf sein/ihr Ziel fokussiert ...o.ä. Weißt Du was ich meine? Für Dich ist sofort klar, der/die grüßt nicht zurück, der/die muß irgendwelche bösen Gefühle GEGEN MICH hegen...wieso? Ich hab ihm/ihr nichts getan, das ist unfair und ungerecht, also ist diese Person unfair und ungerecht...

Ich finde das wichtig ehrlich zu betrachten, weil ich auch gerne mal etwas paranoid reagiere (warum kennt der neue Vermieter meinen Namen und mein Gesicht? Hier wohnen so viele Leute und persönlich vorgestellt hab ich mich bei denen auch nicht...hat der alte Vermieter vielleicht...? was fällt denen ein?) ABER: Genauso gerne renne ich auf der Straße auch schon mal an lieben und alten Freunden und Bekannten vorbei, wenn die mich nicht physisch und lautstark aufhalten - und da steckt absolut NIE böse Absicht Meinerseits hinter...jeder der mich auch nur ein klein bißchen kennt, weiß das auch und das ist mir sehr wichtig...wenn diese leute mir gegenüber argwöhnische oder negative Gefühle hegten, würden die aber auch glauben, ich ignoriere sie absichtlich...genauso wie ich mir sicher bin, dass dieser neue Vermieter irgendwas Ungutes im Schilde führt.

31.01.2008 14:56 • #8


hallo
Ich kenne das auch. Man entwickelt eine Selbstverachtung, da man nicht faehig ist, ueber seinen Schatten zu springen. Es ist wie eine permanente Demuetigung, und man weicht sozialen Situationen aus, weil das Leiden sonst zu gross ist. Falls es sich nicht vermeiden laesst, greift man zum Alk.. Dieses Gefuehl hat mich seit Kind begleitet (der Alk. ist dann als Teenager dazugekommen). Erst mit 35 bin ich im Rahmen einer Studie zum Arzt, und habe Cymbalta gekriegt. Seitdem geht es mir gut. Das war eine Befreiung, und ich habe ein neues Leben erhalten, besser gesagt: endlich mein Leben erhalten. Ich spuere keine Nebenwirkungen. Es scheint aber, dass nicht alle das Medikament gleich gut vertragen.

02.02.2008 11:38 • #9




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Dr. Reinhard Pichler