Hallo Chrissi,
Zitat:ich habe ein ziemlich großes Problem.
1. ich will immer allen Menschen alles recht machen
2. ich rcihte mich oft nach dem, was andere machen
3. ich nehme zu viel rücksicht auf andere.
1- warum willst Du das? Weil es Dir selbst ein Bedürfniss oder es Dir Freude bereitet oder weil Du Dir damit erhoffst/wünschst/erwartest von diesen Menschen angenommen/respektiert/geliebt zu werden oder einfach nur, um Deine Ruhe zu haben?
2- weil Du keinen Mut hast hin und wieder mal nur etwas zu tun, was Dir Spaß macht oder wichtig erscheint? (z.B. alle gehen in die Pause und du bleibst bei der Arbeit, weils gerade gut und konzentriert läuft), weil Dir selbst nichts anderes/besseres einfällt (und dann gehst Du eben mit), oder weil Du eigentlich viel lieber etwas anderes tun würdest aber grundsätzlich davon ausgehst, dass "die Anderen" das weder akzeptieren noch verstehen könnten und also schließt Du Dich, wenn auch unwillig eben grundsätzlich der Mehrheit an?
3 - Glaubst Du, "die Anderen" empfinden das genauso? Fühlst Du Dich von den Anderen dazu genötigt oder gibt es auch Situationen in denen es Dir selbst ein gutes Gefühl gibt?
Ich glaube, es ist sehr wichtig mal wirklich die verschiedenen Situationen unter die Lupe zu nehmen...Rücksicht nehmen ist etwas positives, etwas tun bzw. nicht tun, um zu vermeiden, um sich anderen nicht mitteilen zu müssen oder weil man sicher ist, "die Anderen" so gut zu kennen, dass man deren negative Reaktion schon voraussagen kann und diese vermeiden will, ist kein Rücksicht nehmen.
Ich verstehe voll und ganz, dass Du Dich oft überrannt, ausgenutzt und vermutlich auch bevormundet fühlst - und mir fällt es im Umgang mit einzelnen Menschen auch extremst schwer immer gleich und sofort meine eigene "Motivation" sofort ehrlich zu betrachten...es gibt Menschen für die ich tue und mache...aber nicht aus Rücksicht, oder weil ich son Hilfsbereites bin oder es mir ein persönliches Bedürfnis ist...sondern ganz simpel weil ich keinen Nerv habe stundenlang emotionale Diskussionen zu führen, mir das Gejammer dieser Leute anzuhören etc...
Es gibt immer und wird immer Menschen in meinem Leben geben - ob nun privat oder beruflich - die wenn "nötig" stundenlang über alles und jedes zetern und/oder rumdiskutieren, die tausend Gründe in petto haben, warum sie gerade NICHT können etc..das nervt mich natürlich, weil mir dafür der Nerv fehlt. Was gemacht werden muß, muß gemacht werden basta...also mach ich es...viel lieber als darüber zu diskutieren...das macht mich nicht zum besseren, rücksichtsvolleren Menschen oder naiven Trottel, der die Sache nicht durchschaut...und ganz gewiss gibt es Leute, die das schon selbstverständlich "ausnutzen"...ABER: ´die kriegen dann irgendwann ein klares "Nein" von mir zu hören und dann ist gut.
Was ich damit sagen will ist, dass Du für Dich alleine erstmal klarstellen mußt, was Du in den einzelnen Momenten tatsächlich empfindest...wenn Du Dich ausgenutzt oder überrannnt oder ignoriert fühlst, dann bestimmt nicht, weil Du aus eigenem Antrieb und Bedürfnis etwas nettes für Jemanden getan hast oder weil Du Rücksicht nehmen wolltest (keine positive Eigenmotivation), sondern weil Du Dich dazu ´"genötigt" fühltest...das ist ein riesen Unterschied, gerade wenn Du, wie jetzt gerade, daran arbeiten willst, eben nicht mehr all Deine Bedürfnisse und eigenen Motivationen verstecken und verheimlichen willst...
Ich sag nicht, dass es nicht auch Leute geben wird, denen es schon immer egal war warum Du dies und das machst, hauptsache Du machst...aber geh mal bitte davon aus, dass die meisten Menschen Dich schon viel früher nicht einfach eingespannt, mitgezerrt oder überredet hätten, wenn sie gewußt hätten, wie ungesund sich das für Dich anfühlt oder wie ungerne Du dabei bist.
Daher kommen nämlich auch Deine "negativen" Gedanken und Unsicherheiten, wie die "Anderen" wohl über Dich denken und fühlen - Du beschreibst diese Szene mit dem Grüßen auf der Straße sehr genau und eindeutig auch dass Du Dir sofort ne Rübe darüber machst, ob diese Person wohl böse auf Dich wär...aber tief drinnen, bist Du es, die böse auf diese Person ist, weil sie nicht zurück gegrüßt hat und weil Du sicher bist, der/die hat "ungerechtfertigter Weise" etwas gegen Dich..sonst würdest Du noch ganz andere Gedankengänge haben, wie z.B. "Der/Die hat wohl den Kopf voll, der/die sah gestresst aus, der/die war vielleicht so auf sein/ihr Ziel fokussiert ...o.ä. " Weißt Du was ich meine? Für Dich ist sofort klar, der/die grüßt nicht zurück, der/die muß irgendwelche bösen Gefühle GEGEN MICH hegen...wieso? Ich hab ihm/ihr nichts getan, das ist unfair und ungerecht, also ist diese Person unfair und ungerecht...
Ich finde das wichtig ehrlich zu betrachten, weil ich auch gerne mal etwas paranoid reagiere (warum kennt der neue Vermieter meinen Namen und mein Gesicht? Hier wohnen so viele Leute und persönlich vorgestellt hab ich mich bei denen auch nicht...hat der alte Vermieter vielleicht...? was fällt denen ein?") ABER: Genauso "gerne" renne ich auf der Straße auch schon mal an lieben und alten Freunden und Bekannten vorbei, wenn die mich nicht physisch und lautstark aufhalten - und da steckt absolut NIE böse Absicht Meinerseits hinter...jeder der mich auch nur ein klein bißchen kennt, weiß das auch und das ist mir sehr wichtig...wenn diese leute mir gegenüber argwöhnische oder negative Gefühle hegten, würden die aber auch glauben, ich ignoriere sie absichtlich...genauso wie ich mir sicher bin, dass dieser neue Vermieter irgendwas Ungutes "im Schilde" führt.