Lina60
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Es war zeitenweise sehr schwer für mich. In meiner Umgebung war man sich einig, dass ich mir zu viel zumute. Doch ich wollte trotzdem zu ihr gehen.
Ein paar Tage vor dem Tod meiner Mutter wurde ( auch) ich körperlich krank. Hatte eine starke Magen-Darm-Grippe und Fieber. Ich war also nicht mehr fähig sie zu sehen. Als ich dann wieder reisen konnte ( die Reise nach Chur ist von Zürich aus, doch fast 2 Stunden ein Weg), besuchte ich sie. An diesem Tag war ich sehr lange bei ihr. Als ich dann auf dem Heimweg im Zug sass, erhielt ich ein Telefon der Station, dass meine Mutter gestorben sei.
Man liesst ja häufig, dass todkranke Menschen alleine gehen wollen. Das war bei meiner Mutter so gewesen. Ich erinnere mich noch an unseren Abschied an diesem Tag. Wir sahen uns lange in die Augen, so lange wie nie zuvor.
Das hätte ich nie missen wollen. Meine Mutter, die übrigens wie verrückt nicht loslassen konnte, war in den allerletzten Tagen ihres Lebens dann versöhnt mit dem Sterben. Sie hatte meinen Vater oft gesehen ( der 10 Jahre vorher starb) , und sie sagte zu mir, es sei alles ganz ANDERS. Ich fragte wie anders. Sie sagte, das könne sie nicht beschreiben. Aber es sei gut.
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