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Hallo ihr Lieben,

der derzeitige Stand der Dinge ist der. Ich hatte in den letzten 2 Wochen 4 Zusammenbrüche wo ich wie ein kleines Kind geheult habe. Innerlich tat mir alles so weh. Ich gehe seit letztem Jahr in einer Werkstatt für Behinderte arbeiten. Was dort nicht ausbleibt das ich von meinen Mitmenschen erlebt werde und Feedback bekomme. Also zerleg ich das mal, was mir so gesagt wurde.

ich bin ein Egoist, ich jammere viel, bin übervorsichtig, kann nicht das gute im Menschen sehen, ich kann keine Distanz wahren, was ich an Problemen habe kann ich definieren aber an der Problemlösung scheitere ich meistens, ich will zu schnell zu viel erreichen, ich grübel zuviel.

Wichtige Phasen meiner Kindheit sind schiefgelaufen, Heimzeit von den Eltern keine Liebe bekommen sondern nur Schläge. Ich vermute das mir wichtige Bausteine meiner Entwicklung einfach fehlen. Mein derzeitiges Ziel ist mich um meine Tochter zu kümmern und eine Therapie zu machen. Ich würd gern wissen wer ähnliche Probleme hat.


Passt gut auf euch auf Ronny

17.08.2013 16:41 • 24.08.2013 #1


10 Antworten ↓


Hey, Ronny.
Was ich hier lese kommt mir sehr bekannt vor und ist trotzdem immer wieder ein erschütternde Erkenntnis, wenn man es liest. Ich will versuchen deine Gedanken mit meinen Erfahrungen zu ergänzen, gebe aber zu, dass ich im Moment etwas abgelenkt bin, weil ich gerade selber heule, wie ein Kleinkind. Und JA, ich hasse das wie die Pest an mir!

Das mit den Inneren Schmerzen kenne ich auch. Man hat Bauchweh, das atmen fällt einem schwer, irgendwie sträubt sich der ganze innere Apparat und wenn man Pech hat, wie ich, dann lässt auch der Darm ein wenig zu wünschen übrig. Und diese Schmerzen sind schlimm, weil man spürt, dass die eigenen Gedanken sie steuern. Vor 2 Jahren waren diese inneren Schmerzen an einem Punkt angekommen, wo bei mir nichts mehr ging. Ich habe dann von einem Tag auf den anderen meinen Job hingeschmissen und verlor eigentlich alle realen Freunde, also die Menschen, mit denen man sich wirklich trifft, nicht die im Internet!

Von den meisten Menschen bekam ich zu hören, dass ich...
1. ...ein Jammerlappen bin
2. ...ich keine Distanz wahren kann und viel zu offen bin, selbst Fremden gegenüber
3. ...ich zuviel nachdenke
4. ...ich ein Schmarotzer bin, weil ich auf Kosten des Staates lebe (mittlerweile)

Zu dem letzten Punkt muss man sagen, dass ich seit 2 Jahren arbeitslos bin und man inzwischen in meinem engeren Bekanntenkreis (also vor allem die Familie) so tut, als wenn ich noch nie in meinem Leben gearbeitet habe. Der O-Ton ist dabei, dass vergangene Leistungen nicht zählen, sondern nur das hier und jetzt!

Zu dem Rest kann ich nur sagen, dass meine Gedanken und Ziele ähnlich sind...

17.08.2013 19:47 • #2



Versuch einer Selbstanalyse

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Lieber Andy,
Was ich mittlerweile begriffen habe, das mir die Arbeit und die Menschen um mich herrum viel zu geben haben, auch wenn es schwer für mich ist in einer Werkstatt für Behinderte zu arbeiten. Der Punkt ist der den Inneren Schweinehund jeden Tag auf´s neue zu besiegen. Ich denke wir sind eigentlich zu viel mehr in der Lage als wir uns zutrauen. Was ich mir wünsche iist das ich eines Tages auf mein Leben zurück blicken kann und sagen das ich etwas erreicht habe. Nächste Woche kommt meine Betreuerin auf Arbeit und dann werden wir uns zusammensetzen und schauen wo ich anfangen kann. Ich will jetzt aus meinem Glashaus raus die Wand ist schon kaputt und es geht immer weiter. Ich weiss das die Angst auch in Zukunft mein Begleiter sein wird vieleicht sollte ich sie als Freund betrachten und nicht als meinen´Feind.

So verbleibe ich mit besten Grüssen.

Pass gut auf dich auf Ronny

17.08.2013 19:57 • #3


Ich drücke dir die Daumen...

17.08.2013 20:03 • #4


MrsAngst
AndyC du bist mit sicherheit kein schmarozer! Ich bin mir sicher das du nicht freiwillig staatliche hilfe brauchst! Zudem sind diese gelder genau dafür da, die leute die sowas fieses sagen werden sich wohl noch wundern wenn sie mal in ner besch.... situation sind und dann für die hilfe dankbar. aber nein DIE sind ja dann keine schmarozer bei denen ists anders! grummel!

18.08.2013 17:24 • #5


sydney
Hallo Ronny....sag mal bist als Beschäftigter in der WfbM? oder als Betreuer? Ich lese Deine Zeilen, als das Du dort als "Beschäftigter" tätig bist?! Wenn dies so ist dann erkläre mir mal bitte wer solche DInge zu Dir sagt. (mit Beschäftigte oder Betreuer?

18.08.2013 19:59 • #6


Hallo sydney,

ich arbeite dort als beschäftigter ich habe 2 Betreuer die sich um mich kümmern. Einen vom Gericht bestellten und eine vom verein Lebensmut.


liebe Grüsse Ronny

19.08.2013 16:25 • #7


Dubist
Bin traurig wieviel wertvolle und begabte Menschen in der werkstatt landen. Ich spreche von denen die da nicht sein müßten und sein wollen.
Meine Betreuerin damals, Sozialarbeiterin(habe keine mehr) sagte damals voller Hass und Wut, das ich einfach zu stolz, zu stolz, zu stolz für die werktstatt sei.
Aber ich hab mich da nicht hineindrängen lassen.
<ich schwieg dazu,
ich wollte einfach nicht zu den Leuten, die sich aufgegeben hatten.
Das hätte mich so niedergezogen.

20.08.2013 08:55 • #8


Huhu Dubi

Zitat von Dubist:
ich wollte einfach nicht zu den Leuten, die sich aufgegeben hatten.


Ich selber habe vor etwa 25 Jahren eine Ausbildung zum
"Arbeitserzieher" für WfB's gemacht.
Vor 3 Jahren wäre ich, alternativ zur EU-Rente, dann fast
selber als Klient dort hingekommen.

Das Leben geht also oft sonderbare Wege, aber eine WfB
ist kein Aufgeben des Lebens.

20.08.2013 09:20 • #9


sydney
Hallo,

eine WfbM ist eigentlich dafür da das Menschen für den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollen. Die Wahrheit leider ist, das viele schwerst mehrfach behinderte dort beschäftigt sind, wo es vorraussehbar ist das diese Menschen niemals so fit werden würden um auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bestehen....

Ich denke wenn man einmal auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig war und wegen z. Bsp. psychischer Probleme dort die Chance hat sich wieder an geregelte Arbeitszeiten, Aufgaben und Strukturen zu gewöhnen ohne den Druck wie er auf dem ersten Arbeitsmarkt herrscht, sollte man diese Chance wahr nehmen. Man kann einfache aber auch heraus fordernde Tätigkeiten in den verschiedenen WfbM leisten, je nach Begabung und Interesse.
Man sollte einfach nur keine Berührungsangst vor den Menschen haben die nie die Chance haben werden, aufgrund ihrer Beeinträchtigungen, die WfbM zu verlassen.
Es wird nie jemanden eine bestimmt Werkstatt aufgedrückt, man kann immer selber wählen und ggf. Praktika absolvieren und wenn man das Gefühl hat dort angenommen zu werden, spricht nichts dagegen sich darauf ein zu lassen. Man erfährt hier das man was leisten kann, wenn man möchte. Man hat 30 - 35 Tage Urlaubsanspruch, das einzige Manko ist einfach die Bezahlung.


Mich interessiert immer noch lieber Ronny, wer Dir diese Dinge gesagt hat :
Zitat:
ich bin ein Egoist, ich jammere viel, bin übervorsichtig, kann nicht das gute im Menschen sehen, ich kann keine Distanz wahren, was ich an Problemen habe kann ich definieren aber an der Problemlösung scheitere ich meistens, ich will zu schnell zu viel erreichen, ich grübel zuviel



Einen schönen Tag Euch noch !

20.08.2013 09:28 • #10


hallo sidney

auf diese aussagen bin ich teilweise selbst und durch das feedback meiner mitmenschen gekommen

hab ein schönes wochenende gruss ronny

24.08.2013 03:30 • #11



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