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hallo,
ich bin eigentlich ein typ der nur vor sehr wenigem angst hat, weiss was er kann (beruflich und privat) und normalerweise keine kontaktstörung hat.
das hat sich vor 8 wochen mit dem tod meiner frau radikal geändert. ich kann einfach keine unterhaltung mehr führen, fühle mich einsamm, halte mir aber meine freunde vom hals, es geht einfach nicht. irgendwie haben sich die welt und ich voneinander entfernt.
ich habe angst vor der einsamkeit, kann aber trotzdem niemand um mich ertragen. meine kollegen respektieren das, gott sei dank, aber bei den nachbarn wird es schon schwieriger, in irland hat nachbarschaft eine andere bedeutung. ich weiss es ist nicht gut, aber ich komme einfach aus meiner lethargie nicht raus.
kann mir jemand einen tip geben, wie ich aus meiner isolation wieder rauskomme, ich will ja, aber ich kann einfach nicht.

21.03.2011 19:50 • 22.03.2011 #1


7 Antworten ↓


zunächst willkommen im forum
du leistest zur zeit trauerarbeit, man fühlt sich als ob der kopf leer wäre und das herz tut weh, da kann und mag man mit niemanden "smal-talk" halten, weil einem alles so sinnlos erscheint, auch gespräche "über frühere zeiten" reissen wunden auf. wenn es niemanden gibt, ob freunde oder familie mit denen du darüber reden möchtest, lass es - es macht keinen sinn und schmerzt dich noch mehr.
versuche dich abzulenken mit hobby's, spaziergängen, evtl. sport - sei höflich und ansprechbar bis du selbst das bedürfnis hast, jemanden in deine nähe zu lassen.
ich wünsche dir viel kraft

22.03.2011 08:52 • #2



Ein versuch

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habe ich versucht, ich habe mir ein boot gekauft, aber das meer macht noch einsammer, ablenken funktioniert nur sehr eingeschränkt.
mein problemist, zum ersten mal in meinem leben bin ich einsam, meine freunde suchen kontakt mit mir, aber nach 2 minuten will ich sie nur noch loswerden.
wenn sie wieder gehen wünsche ich mir dann wieder gesellschaft.
langsam drehe ich noch durch und ich dachte immer ich sei ein starker mensch und kämpfer.
anscheinend bin ich aber nur ein waschlappen.

22.03.2011 10:55 • #3


Hallo Frure,

mein aller herzlichstes Beileid. Das was Du in den vergangenen Wochen erlebt hast, ist wohl der Albtraum eines jeden von uns, wenn ein geliebter und vertrauter Mensch uns verlassen muss.
Egal wie auch immer die Umstände waren, ich glaube das man in der Trauer so vieles gerne noch "geklärt" hätte, was nun leider nicht mehr möglich erscheint. Alles was Euch verbunden hat, ist für Dich nicht mehr von Interesse, und Deine Trauer hindert Dich daran DEIN Leben neu zu organisieren. Dafür ist auch noch alles viel zu präsent, viel zu frisch. Die Nachbarn, Freunde und Bekannte werden wahrscheinlich auch irgendwie Hemmungen haben und nicht genau Wissen was für Dich gut wäre. Außerdem könnte ich mir vorstellen, das Du ihnen mit Deiner Trauer nicht auf den Nerv gehen möchtes, Du aber gleichzeitig mit belanglosen Gesprächen nicht zurecht kommst. Wenn Deine Freunde gute Freunde sind, dann werden sie auch diese harte Zeit mit Dir überstehen und sich bestimmt nicht genervt fühlen. Spreche so oft und viel wie Du brauchst über alles was Dir wichtig ist.
Gibt es in Irland von der Kirche, sozialen Einrichtungen oder Privat Trauerbegleitungen? Ich könnte mir vorstellen, das Du mit Menschen die ähnliches erfahren haben im Moment eher zurecht kommen könntest, statt einfach in den Alltag zurück zu kehren. Klar, für Dich gehört der Alltag dazu, aber eben auch die Trauer muss ihren Platz finden.
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du alle Deine Gedanken in einen Brief für Deine Frau schreibst. War Deine Frau für dich der Ansprechpartner, mit dem Du tiefsinnigere Gespräche geführt hast, dann schreibe ihr alles in einem Brief! Vielleicht gibt es einen Ort, wo Du Dir vorstellen kannst, wohin Du die Zeilen geben kannst..., sei es am Grab, unter einem Baum, im Garten oder wo auch immer Du Dir vorstellen kannst.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und fühle Dich einfach mal in den Arm genommen

22.03.2011 12:37 • #4


Hallo Frure

Auch von mir herzlichstes Beileid. Ich kann mich Söckchen nur anschließen, vielleicht wird es dir helfen die Geseelschaft von Betroffenen zu suchen. Dein Verlust ist noch sehr frisch und ich finde nicht, dass du dich anhörst wie ein Waschlappen, sondern wie jemand, der seine Frau sehr geliebt hat und nun tiefe Trauer empfindet.

Als meine Frau mich verlassen hat (ich weiß, das ist nicht dasselbe, wie der Tod, trotzdem oft schwer) da war es für mich, als würde mein Leben stehen bleiben. Ich wollte das nicht, ich wollte weiterleben, also wollte ich Gesellschaft, etwas was mich ablenkt, aber dann hab ich gesehen, die anderen leben noch, deren Leben geht weiter, das hab ich nicht ausgehalten, also hab ich Freunde und Bekannte nicht in meiner Nähe ertragen, und dann war ich wieder allein mit mir und meinen Erinnerungen...ich weiß nicht, aber vielleicht geht es dir da ähnlich...

Da hilft dann nur Trauerarbeit, verarbeiten und langsam ins Leben zurückkehren und wenn es nicht anders geht sprich mit deinem Arzt, auch in Irland gibt es sicher Slebsthilfegruppen oder therapeutische Hilfen. Allerdings wirst du egal ob mit oder ohne Hilfe mehr als 8 Wochen brauchen...sowas braucht Zeit.

Ich wünsch dir die Kraft und die Geduld mit dir selbst, die du dazu brauchst!!

Alles Liebe
Sabo

22.03.2011 15:17 • #5


ja, ich habe meine frau sehr geliebt, und es ist perv., ich rede noch mit ihrer asche, die auf ihrem geliebten maltisch steht. das mit dem brief ist eine gute idee, aber in meinem fall trifft es leider nicht. als absoluter atheist habe ich es auch mit kirchen nicht so. wenn ich an ein leben nach dem tod glauben könnte wäre ich schon längst bei ihr.
sie ist tot und ich bin noch da, ich kann einfach nicht alleine sein, ertrage aber auch niemand um mich. alles was mir früher spass gemacht hat, ödet mich an. soll das für den rest meines lebens so weitergehen, ich kapsle mich immer mehr ab aber ich leide darunter und jetzt jammere ich auch noch anonym in einem forum darüber, bin das noch ich? langsam werde ich glaube ich verrückt, ich weiß das alles, aber ich kann es einfach nicht ändern.
die trauer ist eine sache, die mir selbst aufgezwunge einsamkeit ist die sclimmee.

22.03.2011 15:34 • #6


Frure, du bist nicht perv. wenn Du mit der Asche Deiner Frau sprichst, Du bist ein tieftrauriger Mensch, der allen Grund hat zu trauern. Alles was Du denkst, tust und fühlst ist vollkommen OK, und bedarf für Niemanden eine Erklärung!
Du hast sie geliebt, und nun ist sie nicht mehr in Deinem realen Leben. Doch was hält Dich davon ab, sie in Deinem Leben real bleiben zu lassen? Sie war ein liebenswerter Mensch und hat Dir eine Menge Erinnerungen hinterlassen. Die Erinnerungen werden erst mit Dir diese Welt verlassen, und keine Sekunde vorher! Dafür braucht man an keine Religion glauben, und auch nicht an ein Leben nach dem Tod.
Ich bin selber kein gläubiger Mensch, dennoch spreche ich manches mal am Grab meines Schwiegervaters mit ihm. Wenn Du alles was Du zur Asche sprichst in einen Brief packst, dann erleichert es zunächst einmal Dein Innerstes. Dort kannst alles schreiben was Du denkst und fühlst. Kannst später vielleicht noch mal darüber lesen und manches revidieren wollen, aber alles was Du JETZT fühlst ist vollkommen in Ordnung. Was Du hinterher mit dem Geschriebenen machst, ist ebenfalls völlig egal im HEUTE. Aber es sollte Dich ersteinmal erleichtern...

22.03.2011 16:10 • #7


Isissmaus
Acht Wochen sind keine Zeit ...ich habe 1999 meinen Lebensgefährten eine Woche vor der Geburt unserer gemeinsamen Tochter verloren.Du solltest dir Zeit geben und dir in dieser zeit alles erlauben was dir hilft die Trauer zu verarbeiten ...
Rede mit ihr wenn du das Gefühl hast das sie bei dir ist ...Wenn du meinst du möchtest mit ihrer Asche sprechen und du fühlst dich dadurch ihr näher dann tue es...Mir hat immer ein Pullover geholfen mit "seinem "Parfüm drauf ..Es ist völlig normal das du traurig,depressiv bist...ich konnte kein Fernsehen gucken -zumindestens keine Sendungen die wir gemeinsam geschaut haben.Musik war zum Teil tabu ich habe Orte die wir gemeinsam besucht haben gemieden...aber all das solte nur für eine gewissen Zeit so sein ...irgendwann ist es wieder Zeit nach vorne zu sehen denn ich glaube sie würde es sich wünschen das du Irgendwann wieder einmal glücklcih sein wirst..aber jetzt erlaube dir dies Trauer...Das du dich einsam fühlst ist ganz normal -diese Einsamkeit ist so tief in einem und niemand und nichts kann sie einem nehmen...sie sitzt im Innersten unseres Herzens und wir müssen sie ertragen...eine Weile......denn der Platz der für den liebsten Menschen im Herzen war mit so viel Liebe und Freude angereichert das man einfach nur diese Leere fühlen MUSS....Untröstlich und einsam ebene..Aber bitte glaube mir es kommen andere Zeiten auch wenn sich das für dich jetzt wie ein Phrase anhören muss die dich nicht erreicht...auch du wirst wieder lächeln...Viel icht und Kraft für dich wenn du magst melde dich per PM oder auch so liebe herzliche grüsse Isissmaus

22.03.2011 16:42 • #8




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