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MJHSV424
Hallöschen zusammen,

ich leide seit circa einem halben Jahr an einer Angstörung und Panikattacken. Diese habe ich durch die Medikation von 20mg Paroxetin morgens recht gut im Griff mittlerweile. Nebenher mache ich auch noch eine Therapie, bei meinem Psychotherapeuten.
Meine Erkrankung ist laut ihm auf den Stress während meiner Arbeit zurückzuführen.

Meine Frage nun an euch: Meint ihr da könnte man rechtlich irgendwie dagegen vorgehen ? Schadenersatz oder ähnliches fordern?
Ich arbeite in der Sicherheitsbranche, da sind 240h im Monat und am Tag 12 Stunden (Tag und Nachtschicht) vollkommen normal.
Mit meinen Kollegen komme ich blendend aus, mit meinem Chef so halbwegs auch. Jedoch ist die Arbeit teils sehr stressig, was natürlich auch viel mit den zwölf Stunden Schichten, gerne auch mal sechs oder sieben am Stück, zu tun hat. Hinzu kommt noch eine einstündige Hin und Rückfahrt.

Danke für eure Antworten !

Grüße

x.

10.05.2016 17:45 • 21.05.2016 #1


6 Antworten ↓


Perle
Hallo,

es ist bekannt, dass in Deiner Branche extrem viele Stunden "gekloppt" werden, meist zu einem schlechten Stundenlohn. Sowas hält man meiner Ansicht nach nur ein paar Jahre durch, dann ist man fertig mit der Welt.

Entweder sprichst Du mit Deinem Chef, ob ihr eine andere Regelung finden könnt, sprich weniger und geregeltere Arbeitszeiten (Lohnverlust musst Du dann eben in Kauf nehmen) oder Du wechselst die Branche.

Ich würde mich an Deiner Stelle nicht auf einen arbeitsrechtlichen Kampf einlassen. Das wäre zwar mutig von Dir aber hast Du (derzeit) die physische und mentale Kraft dafür? Denke besser an Dich und überlege wie Du Dein Leben arbeitstechnisch ins Positive bringen könntest. Ist meine persönliche Meinung. Alles Gute für Dich.

LG, Martina

10.05.2016 20:15 • x 1 #2



Rechtliches zum Thema Angst und Panikstörung Arbeit

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MJHSV424
240 Stunden zu nem Lohn von 11,70 brutto.... Naja was will man sagen, arbeiten auch viele bei uns für 8,50 brutto...
Ich wollte nur wissen ob ich da nen rechtlichen Anspruch auf irgendwas habe, ob ich lust habe n Kampf ggegen die Firma zu führen steht ja aufm anderen Blatt, ist momentan eher n theoretisches Gedankenspiel

10.05.2016 20:18 • #3


Zitat:
Meine Frage nun an euch: Meint ihr da könnte man rechtlich irgendwie dagegen vorgehen ? Schadenersatz oder ähnliches fordern?
Ich würde meinen, nein - anders wäre es im Fall Dienstunfall durch Verschulden des Arbeitgebers, wenn er sich nicht an arbeitsrechtliche Gesetze gehalten hätte. Da du aber eine private Nutzzeit täglich von 12 h hast (Arbeitsweg ist keine Arbeitszeit) scheint dein Arbeitgeber die Mehrarbeitszeitregelung bis zum Anschlag auszunutzen. Du kannst prüfen, ob die Mehrarbeit zuschlagsberechtigt wäre oder ob und wie er das darf, hängt m.E. auch davon ab, ob du unter einen Tarif fällst, wo eine Gewerkschaft dahinter steht, wieviel Beschäftigte die Firma hat uns ob in der Firma sowas wie ein 'Sozialplan' existiert (das kann Beschäftigung Schwerbehinderter, Frauenquote, Arbeitszeitmodelle usw. sein), wie es große Firmen haben.
Es bleibt dir überlassen, ob du dir einen Arbeitgeber aussuchst, wo die Jobvorstellung besser mit der Firmenphilosophie harmoniert. Deiner Schilderung nach solltest du versuchen, etwas anderes zu finden, denn das wird wahrscheinlich nicht mehr lange gut gehen. Das sag ich aus Erfahrung, denn ich habe sowas über 20 Jahre lang gemacht - als Frau. Jetzt bin ich ausgemustert.

11.05.2016 08:47 • x 1 #4


Zitat von x.:
Meine Frage nun an euch: Meint ihr da könnte man rechtlich irgendwie dagegen vorgehen ?


ich glaub das ist eher ein Thema für dieses Forum:
http://www.arbeitsrecht.de/forum/

11.05.2016 20:42 • #5


Carcass
Nein kannste nicht, kannst krankfeiern, Burn out.... fertig , neuen Job suchen! Bei Mobbing sieht das anders aus, aber das liegt hier nicht vor denke ich. Anstrengende Jobs, wenn da jeder klagen würde, dann wären die Landes und Oberlandesgerichte überfüllt. Schon krass für wenig Geld so viel arbeiten. Das kriegen andere in dem Land hinterhergeworfen , ohne auch nur aufzustehen ! Das ärgert mich !

11.05.2016 20:51 • #6


Zitat von x.:
Hallöschen zusammen,

ich leide seit circa einem halben Jahr an einer Angstörung und Panikattacken. Diese habe ich durch die Medikation von 20mg Paroxetin morgens recht gut im Griff mittlerweile. Nebenher mache ich auch noch eine Therapie, bei meinem Psychotherapeuten.
Meine Erkrankung ist laut ihm auf den Stress während meiner Arbeit zurückzuführen.

Meine Frage nun an euch: Meint ihr da könnte man rechtlich irgendwie dagegen vorgehen ? Schadenersatz oder ähnliches fordern?
Ich arbeite in der Sicherheitsbranche, da sind 240h im Monat und am Tag 12 Stunden (Tag und Nachtschicht) vollkommen normal.
Mit meinen Kollegen komme ich blendend aus, mit meinem Chef so halbwegs auch. Jedoch ist die Arbeit teils sehr stressig, was natürlich auch viel mit den zwölf Stunden Schichten, gerne auch mal sechs oder sieben am Stück, zu tun hat. Hinzu kommt noch eine einstündige Hin und Rückfahrt.

Danke für eure Antworten !

Grüße

...

Wenn Du keine Beweise hast, die zu 100% aufzeigen, dass das alles von der Arbeit kommt, hast Du keine Chance.
Das Thema hatte ich durch, Betriebsrat, Gewerkschaft, Betriebspychologin. ALLE halten die Klappe und ALLE haben gesagt "so lange Sie nix 100%iges wie Zeugen etc.pp. in der Hand haben..." im Gegenteil musst Du aufpassen, weil sie ansonsten das Ding rumdrehen so nach dem Motto "wenn Sie sich mit unserer Firma nicht mehr identifizieren können, dann gehen Sie doch"...
Aufpassen vor Schnellschüssen sage ich da nur. Das geht nur, wenn man Leute in der Hinterhand hat, die einem helfen (BR, Gewerkschaft, Anwalt etc.pp)
Auch beim Thema Mobbing halten alle die Klappe. Ganz schwieriges Thema (sagte meine Betriebspsychologin). Bei sowas werden Mechanismen in Gang gesetzt, wenn Du da keinerlei 100% stichhaltigen Beweise hast... das kann den ganzen Betriebsfrieden zerstören (s.o.).
Angststörungen und Panikattacken sind nicht wie ein Bruch sichtbar bzw. weiss man, wenn man sich nen Bein gebrochen hat, wo das passiert ist. Bei psychischen Dingen eben nicht, also nicht 100% beweisbar und schon hast Du ein Problem mehr. Denn Du bist in der Beweispflicht.

21.05.2016 17:13 • #7




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