Zitat von illum: Mja, ich mein, die Wirkung lässt sich ja medizinisch plausibel erklären, weil der Zustand der kognitiven Trance dafür sorgt, dass die relative Verfügbarkeit von Schmerztransmittern im synaptischen Spalt absinkt, die letztlich den Reiz vom Schmerz vermitteln, aber das sich das Gehirn in diesen Modus allein reinswitchen kann, ist schon krass.
Geht auch umgekehrt. Die Wirkung von potenten Opiaten kann durch den Nocebo-Effekt vollkommen aufgehoben werden, einfach, indem man Patienten/Probanden sagt, in der Infusion sei nur Kochsalz.
Zitat von illum: Aber das ist ja wie bei der Derealisation oder Depersonalisierung. Dass das Gehirn quasi den Teil ignorieren kann, der sich selbst als Zentrum der Wahrnehmung identifiziert, ist schon kurios. Aber praktisch.
Zu viel Stress? Ich mach den Trance-Modus. Du bist nicht mehr da.
Und auch im Normalmodus sind ja bestimmte Teile der Welt ein- und andere ausgeblendet, abhängig von allerlei Faktoren, die wie beim Schmerz biopsychosozialer Art sind.
Das was wir als normalen Hintergrund annehmen, der irgendwie einfach 'da' ist, scheint über diverse Mechanismen für uns bereitgestellt zu werden. Dass die Umgebung konsttuiert ist, ist sonnenklar, die Frage ist, wieweit. Und da sind wir nur bei den Sinneswahrnehmungen, wie diese dann noch mal interpretiert werden, das wird noch individueller.
Das ist nicht mehr weit weg von der Idee, dass jedem das 'einespielt' wird, was er oder sie braucht - wozu auch immer, ob Entwicklung oder optimales Gleichgewicht.