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Hallo Leute,
Ich leide unter Sozialphobie. Ich vermeide es meistens wegzugehen(Partys,Treffen mit Menschen die ich kaum kenne,...), nur mit meinen besten Freunden ist es meistens möglich ohne Symptome Spaß zu haben.
Jetzt bin ich auf eine Geburtstagsparty von jemandem eingeladen, den ich noch nicht so gut kenne, aber sehr nett finde. Es kommen mehr als 50 Menschen , von denen ich 3 kenne und die auch nicht gut. Partys an sich sind ja schon Alptraum für mich(beobachtet fühlen, Angst tanzen zu müssen, reden, einfach zu viele Menschen ) . Nach 1 Stunde bin ich schon so von den ganzen Reizen dort überflutet dass ich mich einfach nur schlecht fühle und Ruhe brauche.
Es tut mir aber auch Leid wenn ich nicht gehe weil es interessenlos rüberkommt und ich mir so auch keine neuen Freunde schaffe.
Nun meine Frage: Meint ihr ich soll/kann der "Gastgeberin" erzählen dass ich darunter leide und ich vielleicht versuche zu kommen aber dann nur sehr kurz oder so lange wie es geht?
Oder ist das zu abschreckend bzw. aufmerksamkeitserregend?
Bin mir gerade echt unsicher...

Dankeschön (:

04.04.2018 20:22 • 10.04.2018 #1


3 Antworten ↓


kalina
Hallo waldmädchen,

um Leute kennenzulernen sind Partys wirklich prima. Also geh hin, auch wenn es schwer für Dich ist. Du musst ja nicht gleich mitten ins Getümmel sondern kannst Dich ein bisschen "am Rande" aufhalten (z. B. in der Küche wo weniger Leute sind oder so). Und wenn Du es nicht mehr aushältst, dann gehst Du oder gehst kurz raus oder so. (Falls Du rauchst, kannste kurz eine rauchen gehen).

Ich würde der Gastgeberin nichts von Sozialphobie erzählen, Du könntest aber sagen, dass Du gerne vorbei schaust, aber Du Dich unter vielen Leuten nicht so wohl fühlst und deshalb vielleicht nicht lange bleiben wirst. Und dann gehst Du eben, wann es Dir danach ist. Da viele Menschen da sind, fällt das bestimmt nicht auf, wenn Du nur kurz bleibst.

04.04.2018 20:35 • #2



Ratschläge wegen Sozialphobie,Ehrlichkeit,Partys

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Sallyblue
Hallo Waldmädchen
Für mich sind Sozialeveranstaltungen auf Grund von Panikstörungen auch immerwieder eine grosse Herausforderung. Ich finde sie sind aber auch immer eine gute Gelegenheit um an seinen Ängsten zu arbeiten bzw. sie wenns gut läuft sogar mal für einen Abend zu vergessen.
Damit meine ich aber nicht einfach Augen zu und durch das wird schon werden Ich versuche immer auf meine Grenzen zu achten und mir immer eine Strategie zu überlegen was ich mache wenn sie erreicht sind. Z.B kann ich mich dort auch mal zurückziehen, oder ich verlasse die Party vorzeitig. Für mich ist das schwierigste dabei mich nicht Schuldig dafür zu fühle. Ich arbeite daran. Denn eigentlich ist es ja das wichtigste das es einem selbst dabei gut geht. Wenn du dich da durchquälst hat ja niemand was von.
Deshalb würd ich es auch nicht der Gastgeberin erzählen. Vorallem wenn du es nur aus schlechtem Gewissen tust. Es ist dein gutes Recht zu gehen wann du willst. Und meinen Erfahrungen nach ging das auch immer in Ordnung. Wenn du aber das Bedürfniss hast dich ihr mitzuteilen weil du gerne darüber Sprechen möchtest und nicht als Druck wegen der Party ist das natürlich eine andere Sache.

04.04.2018 20:45 • #3


Jan_
Das kommt ja immer auch ein bisschen darauf an wie man es mitteilt.
Du musst dich nicht komplett offenbaren und kannst trotzdem deine Bedürfnisse ernst nehmen.

Teile ihr einfach mit dass du sehr gerne kommst, es dir unter vielen Menschen aber auch irgendwann zu viel wird und du dann gegebenenfalls gehen wirst.
Das zeigt ihr einerseits dass du dich freust, das heißt ihr wohlgesonnen bist und gerne eine soziale Beziehung mit ihr hast, andererseits dass du (gerne) kommst, und gleichzeitig deutest du dein Problem etwas an, beziehungsweise kündigst an dass du ggf. früh(er) gehst. Vielleicht ergibt sich aus letzterem auch die Gelegenheit mal in kleinerem Rahmen etwas zu unternehmen.

10.04.2018 19:04 • #4