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Hallo,

es ist mein erster Post hier im Forum und habe mich eigentlich nur angemeldet mit der Hoffnung jemand professionelles kann mir helfen.
Wie der Titel sagt, fühle ich mich sehr einsam und habe keine engen Freunde mehr.

Ich bin männlich, 25, und mein Leben war bisher auch entsprechend eine Tortur:
Mein Vater trank viel aus eigenen Problemen und schlug mich als Kleinkind oft, meine Mutter hingegen war sehr überfürsorglich und hatte mich einfach überbemuttert.
So entstand einerseits eine seelische Narbe mangels Zuneigung vom Vater, als auch die fehlende Entwicklung der eigenen Selbstständigkeit der Überbemutterung.

Meine Jugend war auch nicht so prickelnd.
Ich hatte meine mangelende Zuneigung und Glück mit beste Freunden ausgleichen können aber die Kontakte sind nach Jahren immer wieder abgebrochen.
Entweder war die Veränderungen in der Pubertät schuldig oder weil wir auf unterschiedlichen Schulen gingen und dort neue Freundeskreise gefunden hatten.
Im Nachhinein sehr traurig es waren die wichtigsten Personen die ich je hatte.

Während der Jugend bin ich dann aber immer mehr zum Außenseiter mutiert, ich kam aus der Vorstadt und hatte nicht soviele Anschlussmöglichkeiten und wenn dann war ich oft nur einer von wenigen Anhängseln in größeren Gruppen. Leider habe ich dann in der Schule irgendwann auch Mobbingattacken abbekommen. Ich war nicht der einzige aber es gar so ne Rabaukengruppe die im Prinzip jeden und alles schlecht gemacht hat und es hatte niemand was unternommen.
So eingeschüchtert wie ich eben war habe ich nie was dagegen unternommen.
Habe den Frust immer in mich hineingefressen und das geling mir eigentlich so ganz gut. Ich konnte überzeugend spielen das mir die Angriffe nicht viel ausmachen und so hörte das dann irgendwann auch auf.
Aber innerlich habe ich gebrodelt vor Wut und Hass, auf Sie und auf mich selbst. Ich lies mich komplett runterbringen und schlecht machen obwohl das hätte alles gar nicht sein dürfen.
Das ist mir dann aber auch selbst jetzt erst mit Anfang 20 wieder aufgefallen das mich doch diese Phase verformt hat. Also insgesamt die Problematik mit den Eltern und den Mitschülern, sowie den gescheiterten Freundesbeziehungen - das Gefühl lässt mich nicht los das Sie alle an meinem kaputten Selbstbewusstsein schuldig sind.
Das ist auch der Grund warum ich so verängstigt bin auf andere Menschen ungezwungen zu zu gehen.

Eben weil ich es mir gar nicht erlauben kann ungezwungen zu sein. Mir gehts beschissen und so erhoffe ich mir bei jeder kleinen Gelegenheit jemand neues kennen zu lernen das daraus was ernstes wird. Jaja, ich hab mich schon ein wenig eingelesen in anderen Foren / Themen. Man sollte sich und andere Menschen nicht unter Druck setzen aber ich schaff es nicht mich zu trauen aktiv zu sein und dann abzuwarten.
Jeder kleiner Hauch von Misserfolge lässt mich sofort wieder an mich selbst zweifeln und das bringt mich natürlich total runter.

Während ich das hier so runtertippe kullern mir echt die Tränen runter. Seit gestern Abend fühle ich mich total beschissen.
Ich habe Urlaub und mache Solo-Sport (Joggen / Fitness), lerne etwas Sprachen oder spiele viel am PC online Games. Hier habe ich zwar eine größeren Bund an Online-Spielern und Bekanntschaften aber die wohnen halt alle irgendwo in Deutschland verteilt und spielen alle ausgiebig.
Mit denen kann ich zwar über berufliche Dinge und so sprechen aber halt nichts unternehmen.

Was soll ich denn nur tun, alleine ins Kino gehen, alleine ins Freibad? Alles fällt weg. ich bin so introvertiert das keiner mich anspricht und ich aus den o. g. Punkten kaum jemanden ansprechen mag.
Noch viel schlimmer siehts aber auch in Bereich Beziehungen aus. Ich habe nur weibliche Bekanntschaften wovon sich keine an mich interessiert.
Ich traue mich einfach auch nicht offen auf andere zu zu gehen, was würden die denn von mir denken wenn Sie erfahren ich habe keine Freunde.
Wer will denn bitte nen Versager bei sich haben?

Bin seit 7 Monaten in einer Therapie Tiefenpsychologisch und es hat mir bisher soweit geholfen zu verstehen warum ich so fühle wie ich nun bin aber es ändert nun nichts an dem Scherbenhaufen an dem ich stehe. Mein Psychologe ermuntert mich immer mit Dingen die ich habe.
Er fiel vom Glauben ab das ich Probleme habe Mädels zu daten weil ich ja so attraktiv sei. Gut ich mache auch viel Sport und empfinde mich jetzt auch nicht als hässlich, aber ich fühle mich emotional total unmännlich und das wird wohl auch ausstrahlend sein.
Er meint ich solle riskieren und diverse Angebote wahrnehmen wie Sport-Verein oder sowas.
Aber in meiner Jugend habe ich mal sowas versucht und bin zum Fußball leider mit geringem Erfolg. Für die meisten Ballsportarten bin ich echt zu alt sodass ich sportlich auch noch genug Erfolge habe die mich überhaupt motivieren da hin zu gehen.

Desweiteren habe ich doch noch immer das Problem das ich es nicht schaffe Leute an mich zu binden so dass sich auch mal an mich wenden.
Wisst ihr wie unfassbar schei. das ist wenn man Geburtstag hat, Urlaub hat, und Silvester immer wieder alleine verbringt?!

Eine große Hoffnung wäre das ich noch studieren könnte was ich auch noch vorhabe. Dann würde ich gerne in eine größere Stadt ziehen wo es bestimmt mehr Angebote gibt für junge Leute andere kennen zu lernen, sowie mir bestimmt kaum jemand übel nehmen kann wenn ich sage: bin hier neu hergezogen, kenne leider noch niemanden hier
Allerdings plagen mich da auch Zweifel das ich scheitern werde weil ich es doch hier in meiner Gegend auch nicht gebacken bekomme.
Zudem wäre das erst in frühestens 2 Jahren realisierbar mit dem Studium, weil ich derzeit noch eine Weiterbildung absolviere.

Ach Leute mir gehts echt furchtbar, habe echt Weinkrämpfe. Mein Psychologe meinte letztens noch das ich Fortschritte mache und auf dem Weg der Besserung wäre. Das hat mich auch echt glücklich gestimmt. Aber gestern Abend war ich in der Stadt weil ich was zur Reinigung bringen musste und da sah ich einige glückliche junge die das Zusammensein genossen haben und das war echt zu heftig das hat mich voll umgehauen weil ich wünschte ich hätte sowas auch wieder.

Abschließend spiele ich immer mit dem Gedanken warum ich mich als gesunder, berufstätiger Mensch beschwere - viele junge Menschen sterben unter tragischen Unfällen und oder haben ihr lebenlang mit Handicaps zu kämpfen.
Dann denke ich mir immer wieder ob ich nicht einfach einen Knall weg habe.

Medikamente bekomme ich leider keine würde gerne etwas Antidepressiva haben damit die Nerven wieder zur Ruhe kommen.
Werde mich wohl mal für ein wenig nun aufs Ohr legen.

Würde mich über offene Ohren erfreuen, vielen lieben Dank.

30.07.2016 17:15 • 22.11.2016 #1


19 Antworten ↓


Cati
Hallo DailyDream,

professionelle Hilfe habe ich leider nicht zu bieten, ich möchte dir einfach nur
ein paar Worte schreiben, weil ich einiges, was du berichtest, aus eigener
Erfahrung kenne.

Nein, du hast keinen Knall, und du beschwerst dich auch nicht, du bist sehr
traurig und voller Sehnsucht und du fragst dich, wie du es bloß schaffen
sollst, das zu erreichen, wonach du dich sehnst.

Bitte bezeichne dich nicht als Versager. Ich sehe mich auch manchmal so, und
dann steuere ich dagegen an, indem ich mir sage, nein, ich bin erst dann eine
Versagerin, wenn ich aufgebe.

Ich bin auch introvertiert und misstrauisch, ich denke oft, warum kann ich
nicht so locker und unbeschwert auf andere Menschen zugehen...ich tue
mich aus Angst vor Ablehnung schwer damit.

Ich mache auch eine Therapie, und ich rede jetzt immerhin schon viel
mehr mit den anderen Menschen...es ist oft die Angst dabei, mich zu
blamieren oder zuviel von mir preiszugeben, aber ich bin froh, daβ ich dieses
Risiko eingegangen bin, denn ich habe seitdem zwei wunderbare Menschen
kennengelernt, die mir auf meinem Weg weiterhelfen.

Ich wünsche dir alles Gute.

30.07.2016 18:57 • #2



Habe keine enge Freunde - fühle mich sehr einsam

x 3


Wo hast du denn diese 2 Personen kennen gelernt?

30.07.2016 19:40 • #3


Cati
Ich habe sie unabhängig voneinander in einem anderen Internetforum kennengelernt...erst war
es noch anonym und es ging um andere Themen...ziemlich schnell lieβen wir dann
die Anonymität fallen und ich hoffe, daβ ein persönliches Treffen bald klappen
wird...
Ich tausche mich oft mit ihnen aus und ohne den Rat und die Unterstützung dieser
Menschen wäre ich noch längst nicht so weit, wie ich jetzt bin...
Ja, es ging erst über's Internet, aber mir hat das unheimlich geholfen, auch im
' Real life ' mehr Selbstvertrauen zu fassen...
Es ist vielleicht schwer verständlich zu machen, aber diesen beiden Menschen
werde ich immer dankbar sein.
Ich rede jetzt viel mehr mit meinen Mitmenschen, es gibt Kolleginnen, mit denen
ich jahrelang nur das Nötigste redete...die nehmen mich jetzt auch mal kurz
in den Arm und erzählen mir ihre Sorgen...das war vor 1 Jahr noch undenkbar.

30.07.2016 20:05 • #4


Cati
Ich möchte dem, was ich eben schrieb, noch etwas hinzufügen.
Ich glaube, der Kontakt zu diesen beiden Menschen hat mir geholfen,
meine Denkmuster aufzubrechen, die sich über die Jahre eingeprägt hatten :
- Ich kann nichts, ich bin nichts
- Meine Meinung interessiert niemanden
- Ich bin peinlich
- Ich bin mit meiner Art eine Zumutung für alle
- Es ist wohl besser, wenn ich allein bleibe, dann kann ich auch nicht
verletzt werden.

Es war schon ein großer Fortschritt für mich, diese Denkmuster infrage zu
stellen und daran zu arbeiten.

Alles Gute.

30.07.2016 20:32 • #5


Ich bin jetzt auch mal ganz ehrlich, weil das ein Thema ist, mit dem ich mich extrem lange beschäftigt habe!

Ich selbst besitze keinen Freundeskreis, nicht mal ansatzweise. Als Jugendliche war ich immer der Außenseiter, wurde so stark gemobbt, dass ich zum Schluss die Schule abgebrochen habe.
Früher war ich ein Mensch, der es nicht ertragen konnte, alleine zu sein. Wurde eine Beziehung beendet, hatte ich innerhalb von 2 Wochen den nächsten Partner. Ebenso verhielt es sich mit (oberflächlichen) Freundschaften. Ich hatte nie dieses Freunde, denen ich alles erzählen kann Gefühl, eher nur Bekanntschaften.

Letztes Jahr im Winter ist meine langjährige Beziehung auseinander gegangen und ich bin in ein total tiefes Loch gefallen, da ich zu dem Zeitpunkt auch nur eine ansatzweise Freundin nennbare Person im Umfeld hatte.
In diesem Loch habe ich angefangen, darüber nachzudenken, was mir eigentlich wichtig ist. Und dabei habe ich für mich selber herausgefunden, dass mir wichtig ist, das ich das für mich machen kann, was mir gut tut.
Alle Freunde/Partner hatten immer was an meinem Lebensstil zu kritisieren: Geh doch mal raus, unternehm was etc. Nein, für mich ist es schön, mich nach der Arbeit einfach nur vor den Fernseher zu setzten, ein Buch zu lesen oder ein bisschen am PC zu daddeln. Ich habe keine Hobbys, weil es mir Stress macht, mich zeitlich an etwas zu binden. Und mittlerweile (auch wenn es ein sehr langer Weg war) genieße ich es unglaublich, mit keinem außerhalb der Arbeit und der Familie kommunizieren zu müssen. Nach Hause zu kommen und einfach das zu machen, was ich möchte, ohne mich zu verpflichten.

Was ich dir damit sagen will, du musst die Sehnsucht loswerden. Konzentriere dich auf die Sachen, die du gern machst! Und lasse dir nicht von anderen einreden, was du gern machst. Wenn du alleine nicht ins Schwimmbad gehen willst, dann gehe nicht ins Schwimmbad. Nur weil alle anderen vllt. einen großen Freundeskreis haben, braucht man für sich selber keinen Freundeskreis. Lerne dich zu akzeptieren, schreibe vllt. Tagebuch, wenn du wirklich gar keinen hast, mit dem du über Sachen reden kannst (ich habe bspw. 2 Katzen, mit denen ich abends rede). Dieses Einsamkeitsgefühl geht irgendwann von ganz alleine weg, wenn du es für dich akzeptierst und dir sagst: Es ist okay so. Seitdem ich so über alles denke, kriege ich wieder haufenweise Angebote von Männern, aber ich möchte gar nicht mehr. Weil ich gelernt habe, wie schön es ist, mein eigenes Ding zu machen!

01.08.2016 08:59 • x 1 #6


Hallo Anthana,

danke für deine Worte. Ich hatte mich die letzten Jahre auch selbst so immer gehalten, so Anti-Sehnsucht. Das gelang auch insgesamt einfach sehr gut weil unter der Arbeitswoche Mo. - Fr. ich abends meistens eh so fertig von der Arbeit war, das mit 3x abends Sport, bzw. Zocken, einfach die Abende ausgefüllt waren / sind.

Wochenenden hingegen vergehen ja auch sehr schnell egal wieviel man unternimmt. Doch merke ich nun jährlich an bestimmten Momenten wie Geburtstage, Silvester und besonders im Urlaub: Wie alleine ich doch eigentlich bin. Und langsam merke ich wie ich mir die letzten Jahren im Prinzip alles nur vorgespielt habe.
Wie ich in Wirklichkeit doch darunter leide das ich kaum Leute bei mir habe.

Habe schon an soviele Dinge gedacht mittlerweile, wie eine Selbsthilfegruppe für soziale Angst. Aber ob ich da hin soll weiss ich nicht. Mir machen die Gedanken bange was da für Leute aufschlagen. Bisher habe ich hauptsächlich in Dokumentationen gesehen das dort wirklich Menschen sind die total isoliert sind. Menschen die totale Angst haben überhaupt die eigene Wohnung zu verlassen. Zudem sind da womöglich die meisten einfach viel älter als ich.
Ob ich da vernünftige Kontakte knüpfen kann?

An Freizeitangebote wie Sportvereine oder andere Gruppierungen habe ich schon gedacht aber wie kriege ich die verdammte Selbstunsicherheit und Schüchternheit in Griff dort auch erfolgreich zu sein? Da sind viele potentielle gleichaltrige aber wie schaffe ich nur die Hürde dort hinzugehen und auch Erfolg zu haben, sowohl sportlich als auch menschlich (was mein Fokus ist)
Wie reagieren andere wenn ich sage ich bin einsam und suche Anschluss? Ich bin ein junger Typ, denken die nicht dann ich bin ein Weichei? Was sage ich wenn die anderen fragen warum ich die ganzen Jahre so einsam umherzog.

Fühle mich echt furchtbar, habe gestern meinem Therapeuten eine größere Mail geschrieben mit meinem Stimmungstief.
Die aktuelle Situation und die Zukunft machen mir sehr Angst

Ich weiss ihr könnt mir keine Freunde zaubern. Aber fühle mich momentan einfach überfordert.
Habe ein tolles Mädel kennen gelernt was sich mit mir Daten möchte, was soll ich denn ihr sagen wenn Sie mich fragt nach Freundeskreis? Soll ich lügen, soll ich die Warhheit sagen?
Och warum bin ich nur so tief gestürzt...

01.08.2016 10:47 • #7


Es gilt immer: Sei ehrlich.
Zu dir, zu anderen.
Wenn du jmd. datest, dann hast du ja auch vor, dich (wenn alles gut läuft) längerfristig mit diesem Menschen auseinander zu setzen. Und dann wird er irgendwann so oder so bemerken, dass du keinen großen Freundeskreis hast! Für mich bspw. wäre das kein Problem, da ich generell auch nie in die Freundeskreise meiner Ex-Freunde mit rein wollte. Und solange man den anderen nicht daran hindert, was mit seinen Freunden zu unternehmen, wo sollte da das Problem sein? Und wenn sie doch ein so großes Problem damit hat, dann ist es doch besser, es kristallisiert sich am Anfang raus und nicht erst später, wenn viele Gefühle im Spiel sind.

Du machst dir sehr viel Kopf, was andere von dir denken. Das musst du ablegen, ich war genauso. Wirklich.
Habe mich immer gefragt, was die anderen über mich sagen. Aber letztendlich kann es einem völlig egal sein. Und wenn du das irgendwann schaffst (ist nicht einfach und dauert, aber abnehmen kann es dir keiner), dann wirst du auch selbstsicherer! Jeder Mensch ist auf seine Art und Weise gut. Manche brauchen nur länger, um sich so vollständig zu akzeptieren.

01.08.2016 10:56 • #8


Hallo DailyDream

Meines Erachten hast du die falsche Therapie Form. So wie ich das lese, würde eine Verhaltenstherapie eher in Betracht kommen, denn eine Aufarbeitung deiner Vergangenheit nützt dir im Alltag nichts.
Wie gesagt, ist meine Meinung.
Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Alltag und versuche deinen Urlaub zu genießen.
LG. Ulla

01.08.2016 11:07 • #9


@ Stehwiederauf:

Jaa ich denke du hast da Recht, das habe ich leider auch erst jetzt nach 12 Sitzungen allmählich begriffen das die Therapie mich doch nicht dort hin bringt was ich eigentlich immer wollte.
Kennt sich denn jemand mit sowas aus? Falsche Therapieform?

Soll ich meine jetzige Therapie doch noch abschließen? Kann ich die einfach so abbrechen und problemlos eine Verhaltenstherapie starten?
Kennt sich damit jemand aus?

Danke

01.08.2016 12:58 • #10


Hallo ich bin es nochmal. Ich würde in deiner Stelle, es mit dem Arzt oder gar der Krankenkasse klären. Meines Erachtens bringt dir deine momentane Therapie Form nicht viel weiter. Sehr wahrscheinlich brauchst du dann auch einen anderen Therapeuten. ich kann dir nur empfehlen, sofort mit einer Verhaltenstherapie anzufangen. Selbstverständlich musst du das für dich selbst entscheiden. Ich habe zwar persönlich keine Erfahrung mit einem Wechsel, aber habe von Anderen schon erfahren, dass die Möglichkeit besteht.
Also nochmal, viel Kraft.
LG. Ulla

01.08.2016 13:07 • #11


anna violetta
Normalerweise müsste ein Wechsel der Therapieform gehen. Besprich das doch einfach mal ganz offen und ehrlich mit deinem Therapeuten.
Oder hast du von der Krankenkasse jemanden als Ansprechpartner?
An jemanden von dort müsstest du dich auch wenden können.

Bei mir steht ein Therapeutenwechsel an... ich bin seit 13 Situngen bei einer Therapeutin. Wir machen Verhaltenstherapie. Das soll bei meinen Diagnosen (u.A. Angststörung, Panikstörung, soziale Phobie) ganz hilfreich sein. Jedoch merkte ich irgendwann, dass ich mit der Therapeutin zwar super zurecht komme und alles, dass es nun aber so ist, dass ich nicht weiter komme.
Mir geht es seit Wochen wieder sehr sehr schlecht...
Jedenfalls meinte meine Therapeutin nun, dass Sie einen anderen Therapeuten für mich suchen wird.
Das ist wohl gar nicht sooo ungewöhnlich, dass jemand seinen Therapeuten wechselt oder merkt, dass die eine Therapieform doch nichts ist für einen...

Liebe Grüße, Anna

01.08.2016 13:15 • #12


Zitat von Stehwiederauf:
Hallo DailyDream

Meines Erachten hast du die falsche Therapie Form. So wie ich das lese, würde eine Verhaltenstherapie eher in Betracht kommen, denn eine Aufarbeitung deiner Vergangenheit nützt dir im Alltag nichts.
Wie gesagt, ist meine Meinung.
Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Alltag und versuche deinen Urlaub zu genießen.
LG. Ulla



Dem kann ich nur beipflichten. Es ist nicht schlecht zu wissen woher bestimme Verhaltensmuster und Ängste usw. kommen,
aber um sich seiner eigenen Zukunft zuzuwenden bringt Verhaltenstherapie irgendwann mehr. Ich bin schon sehr erfahren darin.
Ich muß aber auch sagen daß jahrelange Therapie meine Einsamkeit nicht geändert hat. Das sollte man vom Therapeut ohnehin
nicht erwarten, weil es auch nur Menschen sind. Aber es ist eine regelmäßige Anlaufstation und für einsame Menschen daher
umso wichtiger !

07.08.2016 14:24 • #13


Mein Tipp an dich, lieber keine Beziehung als ein schlechte Beziehung oder Freundschaft, hat mir mein Therapeut damals gesagt, und das hat sich bewahrheitet.Denn wie heißt es immer so schön, Licht zieht auch viele Motten an, und mit Licht meine ich, sensible nette hilfsbereite Menschen, die sich gerne ausnutzen lassen.Wenn man Glück hat kann man natürlich auch nette Menschen kennen lernen.

07.08.2016 14:46 • #14


Oh ich kann sehr gut mit dir mitfühlen. Gerade wenn man so jung ist wie wir. Bin auch 25 und ziemlich weit weg von meiner Heimat. Habe vorher auch schon viele schlechte erfahrungen gemacht, aber so schlimm wie jetzt noch nie. Ich hatte schon immer eher einen kleinen Freundeskreis. Ich sehe anderes auch eher als Bekanntschaften, die auch ganz nett sein können. Die Hintergrundgeschichte kannst du fast eins zu eins übernehmen. Außer der Part mit der Mutter, meine war eher abwesend während mein Vater trank. Meine Oma ist übrigens auch Alkeholikerin. Bei mir fing die ganze Panikgeschichte an vor ca. 1 1/2 Jahren. Zu dieser Zeit merkte ich wie falsch die Leute sind die ich nach meinem Umzug kennengelernt hatte. Das Problem war, dass es mit der Freundeskreis meines Freundes wahr und ich mit einigen auch beruflich zu tun hatte. Ganz ganz übel. Ich kam dann aber nach einem halben jahr des überlegens und denkens an den Punkt einen strich zu machen. Ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten. Dies hatte natürlich auch konsequenzen für meinen freund, der nach langem hin und her auch erkannte, dass es nie wahre freunde wahren und er seinen strich mit ihnen zog. Wir halten zusammen und führen eine tolle ehrliche Partnerschaft. Er hat selber seit einem Unfall mit Panikattacken zu tun. Wobei ich glaube dass es eher mit dem verlust seiner freune zu tun hat. Wir haben hier im umfeld niemanden. ich hab mein freunde die mir aus der heimat geblieben sind, aber sonst keinen. Dies schlägt sich natürlich auf unser soziales leben aus, was nicht existent ist momentan. Ich finde das ja fürchterlich weil ich gerne was mit leuten unternehme und so....

09.08.2016 17:08 • #15


Hallo habe deine Nachricht erst jetzt gelesen Civetta91, irgendwie freut mich das ich schonmal nicht alleine bin - klingt doof aber vermutlich gibt es einige 100 Tausende Menschen in Deutschland, vielleicht Millionen, die ohne intakten sozialem Freundeskreis dastehen.

Mich belastet genau das selbe wie du: Wir sind jung und haben niemanden um was tolles zu unternehmen.
Klar wenn man sich voll reinhängt und man überall schleimt und mitmacht dann findet man immer irgendwo Leute mit denen man sinnlos die Zeit verbraten kann, aber leider finde ich nie die Leute die auch einfach mal etwas spontaner sind. Mal unter der Woche in die Stadt lecker Essen, mal ins Kino, oder Shoppen, oder auch mal in nen Club feiern.
Bin für vielen schei. zu haben und habe echt nicht die großen Ansprüche an einen Abend noch an potentielle Freunde.
Vielleicht ist das aber auch der Grund warum wir in dieser Lage sind, weil wir nicht uns 100% anstrengen und gefällig auch nie mitspielen um nur wo dabei zu sein.

Ich war letzte Woche bei ner Jogging-Gruppe dabei, wenn ich nicht von mir aus immer das Thema aufrecht erhalten hätte dann wäre ich ziemlich schnell verstummt.
Sie kannten sich alle, ich war der Neue.. Dieses Muster mache ich immer wieder, könnte das negativ rüberkommen? (Der Neue drückt sich voll in die Gruppe?)
Ich kann den Grad nicht einschätzen, wieviel ich verbal agieren soll, und ob ich meinen Gegenüber nicht damit nerve.
Mir ist schon klar nicht jeder Mensch mag gerne viel Reden, oder am Wochenende mit jedem x-beliebigen Thema konfrontiert werden, aber wenn ich zu lange außen vor bin dann fühle ich mich unwohl. Könnte ich ADHS haben?

Aber wie schonmal gesagt finde das halt nochmals nen Knackpunkt, Mädels finden trotz sozialem Chaos immernoch gut einen Partner - ich als Kerl habe hier die A-Karte, welches Mädel will nen Typen ohne soziales Umfeld?

03.09.2016 21:49 • #16


ladyincognito
DailyDream, darf ich fragen woher du kommst?

03.09.2016 22:02 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Aus der Bodenseeregion, und du?

03.09.2016 22:04 • #18


ladyincognito
Aus der nähe von Augsburg. Ich fand deinen Text mega sympathisch (wenn man das in so einem Fall sagen kann).

03.09.2016 22:19 • #19


Deverauxmary
Ich könnte auch die Geschichte 1:1 übernehmen. Vater Alk. der in die Schweiz abgehauen war vor 20 Jahren, Mutter hat ne narzisstische Persönlichkeitsstörung,welche zu mentalen und emotionalen Missbrauch führte-nur mein Bruder blieb verschont.
Soziale Ängste hab ich auch,genauso wenig kann ich Vertrauen aufbauen,was zu einem nicht exestentiellen Freundeskreis führt. Aber bei is dies nich nur in der Außenwelt der Fall,sondern selbst online. Zuviel Druck und ich mach zu aufgrund schlechter Erfahrungen

22.11.2016 15:42 • #20



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