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Plumbum
Ihr Lieben!

Ich hatte mal wieder einen Geistesblitz und dreimal dürft ihr raten, wer drunter leiden muss? Richtig! Ihr!

Vor einigen Jahren hatte ich mal einen irren Traum. Ich war in einer gigantischen Erdhöhle gefangen. Irgendwie musste da ein Riese oder so gehaust haben. Sie war jedenfalls irre hoch und nur mit Fackeln beleuchtet. Weiter vorn konnte ich ein riesiges Holztor sehen, dass verschlossen war. Jedenfalls, war ich irritiert und ging langsam auf das Holztor zu. PLÖTZLICH ein greller Blitz! Ne Quatsch Das war nur eine Einlage für andere Two and a half men Fans.

Also es sprang mir etwas auf den Rücken und krallte sich an mir fest. Ich bekam die blanke Panik. Schlug wie eine Wahnsinnige um mich und schaffte es schließlich "das Etwas" wegzuschleudern. Es war ein kleiner Gargoyle, der auf dem Boden kauerte und vor Angst zitterte. Als ich die Angst in seinen Augen sah, war meine Angst und Panik verschwunden. Ich bekam sogar Mitleid mit dem Kerlchen...und wachte auf. Die Moral von der Geschicht, wenn man sich das wovor man Angst hat, mal genauer ansieht könnte es sich als etwas verdammt harmloses entpuppen. Soweit, sogut...

SO! Das nur als Einstieg, weil es einfach so wunderbar zu meinem Geistesblitz passt. Ich glaub sogar, den Traum hat ich an anderer Stelle schon mal erzählt. Wurscht! Nun war ich vorhin am Putzen und da gehen meine Gedanken immer auf Wanderschaft. Putzen ist ne geniale Therapie und ich überlegte ob man nicht vielleicht ein Kabarettprogramm über die Angsterkrankung machen sollte? Der Angst durch die Lachmuskeln ans Bein pinkeln, sozusagen. Dann begann ich mir vorzustellen wie ich das Programm machen würde. Und ich stieß unweigerlich an die generelle "Makelmauer" der Angst. Angst ist nicht gesellschaftsfähig...Angsthase, feige Sau usw... Seit Jahrtausenden ist sie Bestandteil unserer Selbst und vermutlich ebensolange mit dem Makel behaftet.

Dabei ist Angst ein Urinstinkt und es dürfte erwiesen sein, dass es uns, die Menschheit, ohne sie garnicht mehr geben würde. Dann dachte ich so bei mir, "Was sagt die Angst eigentlich über einen Menschen aus?" Und DA war er dann wirklich der grelle Blitz. 2 Dinge: zum einen das man offensichtlich intelligent ist um eine Situation einschätzen zu können und zum anderen, dass man eine sehr gute Empathie hat, die dieses "miese Gefühl" bei einigen von uns auslöst. Du weißt nicht genau warum aber du bist dir einfach sicher, dass es ne sch. Idee wäre diese oder jene Strasse lang zu fahren oder zu gehen. Kommt euch bekannt vor? Das dachte ich mir.

UNSER Problem, dass der "Angsthasen" der heutigen Zeit ist... wir sind einfach nicht mehr salonfähig in einer Zeit, wo man verlernt hat auf sich selbst zu hören. Wir können das aber noch. Nur unsere Umwelt hat uns von kleinauf eingetrichtert, dass "mit uns" etwas nicht stimmt...Warst du als Kind vorsichtiger als andere und bist eben nicht "hirnlos" überall dabei gewesen..."warste ne Memme". Bei den intelligenteren lief das vermutlich so ab..."Komm ruscht jetzt da runter!" und du dachtest dir vielleicht..."Alter, wenn ich die Fallhöhe berechne, dann noch die Wurzel aus dem Quadrat der Wingeschwindigkeit abziehe...ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass ich aufs Maul falle und deswegen rutsch ich da SICHER NICHT runter!" Hast dich umgedreht und bist wieder vorsichtig runtergeklettert...und warst ne Memme...

....und während ich das schreibe, fällt mir auf das die meisten Superhelden totale Vollidioten sind... stimmt doch, oder? Conan...einer von der Sorte, wo man denkt "du siehst zwar das das Licht brennt, weißt aber das keiner zu Hause ist..." hihi oder Batman oder oder oder.... Hallo!? Wenn ich Kugelsicher wäre... könnt ich auch mal Held spielen... Ich mein, wenn im Drehbuch steht, dass ich durch brennende Häuser jumpen kann ohne Stresspusteln zu bekommen....den Job würd ich auch machen... Vielleicht sollten wir unser Superheldenbild mal genauer unter die Lupe nehmen?

Ich denke ihr wisst worauf ich hinaus will. Mich würde jetzt hierzu interessieren, was IHR DENKT und welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Was "nehmt" ihr wahr, wenn ihr in euch "hineinhört"?

In diesem Sinne....gehabt euch wohl und ENERGIE!
Plumbum

08.03.2017 16:04 • 13.03.2017 x 1 #1


3 Antworten ↓


Ich finde die Trennung zwischen Realangst und Angsterkrankung wichtig.
Während die Realangst vor Gefahren warnt und unsere Unversehrtheit schützen will,ist die pathologische Angst entgleist,dreht sich im Kreis,beeinträchtigt unseren Verstand und lähmt unser Handeln.
Sehr schnell entwickelt der pathologische Verlauf eine "Angst vor der Angst" ,die keinerlei Nutzen für niemanden mehr hat.
Da wird die Angst wirklich zum Leiden und hat ihre ursprüngliche Schutzfunktion komplett eingebüßt.

Aber auch die Realangst ist nicht ohne Unwägbarkeiten.Ob sie begründet ist oder nicht entscheidet sich nicht im abstrakten Raum ,sondern an der konkreten Situation.
Wenn´s schief geht,was die Angst begründet,wenn´s gut geht, nicht.

Wahrscheinlich ist es eine weise Einrichtung der Natur,sehr unterschiedliche "Angstbereitschaften"in die Psyche der Menschen zu legen.So hat sie für alle Fälle vorgesorgt.
Und dass ein Zuviel an Angst zu starkem Leidensdruck führt,ist dem Leben(der Natur)herzlich egal.

Persönliches Glück ist im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen...........

08.03.2017 19:31 • x 1 #2



Angst - Ich schau dir in die Augen, Baby!

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Plumbum
...wobei die Schöpfung sich ein Hintertürchen offen gehalten hat - Glücksgefühle. Es hat schon seinen Sinn, dass z.b. Sex soviel Spass macht. Das sorgt dafür, dass wir uns fortpflanzen. Ich denke, die Schöpfung ist kommunistisch. Du hast recht, dass persönliche Glück des Einzelnen scheint keine Rolle zu spielen, es ist eher die Gesamtsumme die zählt und dafür sorgt, dass wir weitermachen. Manchmal muss ein Wesen sterben damit ein anderes überleben kann. Fressen und gefressen werden sind DER Grundbestand unserer Existenz. Klingt wirklich nicht kuschelig. Vielleicht ist es unsere Phantasie die dafür sorgt, dass wir an der harten Realität nicht zerbrechen? Sie lässt uns in Traumwelten abtauchen. Und die wiederum sorgen dafür, dass bei uns Hoffnung entsteht.

Liebe Grüsse
Plumbum

08.03.2017 21:27 • #3


Deine Erzählstil ist in jedem Fall unterhaltsam.

Angst als Showprogramm fände ich dagegen eher schwierig. Sie ist immer Verhinderer von dem, was vielleicht hätte sein können. Ohne zu zögern wischt sie die Möglichkeiten aus, die das Unkluge unseren Leben bietet. Was nützt dir der ersparte Knochenbruch, wenn du dich im Leben nie erwidert verliebst? Wenig.

Der Superheld muss irgendwo dumm sein. Sonst würde er dann ganzen Blödsinn nicht erfolgreich bestehen. Auch im echten Leben gibt es genügend Superhelden zu beobachten/bestaunen. Leute die ohne Sinn und Verstand agieren und dabei noch bekommen, was ihnen gut tut. Wie viele Idioten haben sympathische Frauen? Eben.

Angst ist für mich als Folge des Verpassten immer mit Scham und Reue behaftet. So ganz freudig kann ich mir das Thema da nicht vorstellen. Abgesehn von den ganz dummen Ideen, erscheint es im Leben produktiver zu sein, aktiv nach außen zu agieren und zu riskieren "eins auf die Freße" zu bekommen. Ob nun physisch oder psychisch. Mit den Folgen des Scheiterns zurecht zu kommen ist dann einfach nur eine Lektion des Lebens, um die die Angst sich drückt. Wenn ich in mich hinein höre, höre ich die Angst als Verhinderer. Die mir alles Neue ausreden will, verführerisch argumentiert.

Den 5-Jahresplan der Evolution würde ich gern sehen habe. Da möchte ich mich noch irgendwo reinfummeln. So rein kommunistisch.

Liebe Grüße

13.03.2017 21:04 • x 1 #4