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Hallo liebe Community,

nachdem ich bei meinen Internetrecherchen nach nützlichen oder Mut machenden Informationen wiederholt auf Threads in diesem Forum gestoßen bin und dadurch mehr und mehr realisierte, dass ich doch nicht so allein bin mit meinen Beschwerden, wie ich in meinem alltäglichen Umfeld immer denke, habe ich mich nun dazu entschlossen, auch einmal meinen Frust und meine Ängste von der Seele zu schreiben!.

Meine Angststörung (seit 2015) war anfangs fast ausschließlich mit psychischen Beschwerden verbunden, also dauernd Angst etc. - doch 2016 (1 mal), 2017 (2 mal) und dann seit Juli 2018 dauerhaft kam er dann plötzlich: der Durchfall.

Ich stecke in einem ungeheuren Teufelskreis fest: Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, habe ich eine teuflische Angst vor Durchfall. Jedes Mal überkommen mich die gleichen katastrophisierenden Gedanken: Er wird nicht mehr aufhören / Er ist zu stark und ich verliere zu viel Flüssigkeit / Als Endkonsequenz sehe ich dann immer den Tod, am besten noch nach einer vorherigen Behandlung auf der Intensivstation, bei der mir leider niemand mehr helfen konnte weil nichts half an Medikamenten etc. - ihr seht, ich gehe sehr weit in meinen Gedanken.

Im Laufe der Jahre haben sich die Reizdarm-artigen Beschwerden auch mehr und mehr ausgeprägt. Anfangs war es noch der "urplötzlich aus dem Nichts kommende" Durchfall, mittlerweile ist es ein täglicher Spießrutenlauf aus falscher Konditionierung, Angst/Nervosität und Todeserwartungen. Ich stehe morgens auf: Nervosität, wie vor einer Prüfung früher in der Schule. Mein Stuhl ist weich, zwischendrin immer viel Luft. Gegen Mittag hört es auf. Am frühen Abend fängt die Muskulatur mehr und mehr an, anzuspannen und zu schmerzen. Immer von der rechten Seite ausgehend zieht es kurz an muskulär, dann blubbert es von rechts nach links im Bauch und ich habe Blähungen, bis plötzlich krampfartige Schmerzen dazukommen und ich "Durchfall" habe.
EDIT: Und nein, ich habe noch nie Blut im Stuhl gehabt, nie Fieber und auch nie Gewicht verloren (in den letzten zwei Jahren sogar drei Kg dazugewonnen)...

Die Anführungszeichen deshalb, weil meine Frau (sie steht super zu mir, ist aber auch von meinen ständigen "HEUTE werde ich aber ganz sicher daran sterben!" - Monologen genervt) immer wieder sagt, dass dies kein echter Durchfall sei - von der Konsistenz her. Beim Entweichen des Stuhls fühlt es sich für mich aber so an - super dünn wird er aber auf jeden Fall sein, sonst wäre er auch nicht in so kleinen Stücken/Fäden.
Selbst Buscopan und Imodium akut bringen nichts, was meine Frau nur als weiteren Beweis dafür sieht, dass sie recht hat.
Letzte Nacht war es mal wieder besonders traumatisierend für mich - ich wache auf und ohne Vorwarnung krampft es sofort los und ich muss rennen. Kurios (aber wahrscheinlich auch auf meine selbstverschuldete Konditionierung zurückzuführen) : Wenn, dann immer zwischen 0:30 - 1:30. Ich wache ohnehin jede Nacht zu der Zeit auf, aber wenn Durchfall, dann ebenfalls dann.

Jedenfalls: Die panische Todesangst vor dem Durchfall versetzt mich in ständige Angst und Anspannung, und dadurch habe ich mittlerweile jeden Tag Beschwerden. Jeden. Einzelnen. Tag. Auch das Gefühl des Pinkeln müssen habe ich jede Stunde, auch dort bin ich super sensibel geworden von der Wahrnehmung her.
Und ich lese Dinge, etwa dass der Reizdarm nicht gefährlich sei, doch die Angst ist dennoch jedes Mal aufs Neue genauso groß.

Ich habe kaum noch Lebensqualität. Ich mache zwar immer weiter, gehe raus etc., ich lasse mich irgendwie dann doch nicht unterkriegen, aber wie lange soll ich diese Hölle noch durchmachen.

Meine Therapeutinnen (erst Verhaltenstherapie bis 2019, seitdem Psychoanalyse) können natürlich auch nur das Gleiche sagen: Ist nur funktionell, ist nicht gefährlich, etc.

Aber: Es geht nicht in meinen Kopf. Jedes Mal aufs Neue sehe ich mich schon auf dem Weg ins Krankenhaus.
Ich habe vor einiger Zeit Escylatopram verschrieben kommen, was meinen Ängsten helfen könnte, aber auch hier mal wieder der Witz: Nebenwirkung u. A. Durchfall - wie soll ich das also nehmen?!.

An alle, denen es auch so oder so ähnlich gehen sollte : Fühlt euch gedrückt!

08.02.2021 22:11 • 18.03.2021 #1


9 Antworten ↓


Hast du irgendwann einmal eine ganz tiefe Entspannung bewusst erlebt?

08.02.2021 22:16 • #2



Tägliche Angst vor Durchfall und daran zu sterben

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Hey, danke für deine Antwort!
Nein, ich war schon seit Jahren nicht mehr entspannt, weder seelisch noch körperlich. Und früher achtet man ja nicht darauf, weil man seine Gesundheit leider als selbstverständlich wahrnimmt...

Heute ist's wieder sehr schlimm, zwei mal bin ich schon zur Toilette gerannt und heute ist es wirklich sehr sehr dünn und sofort geht die alte Denkmaschine los: Wasserverlust, Wasserverlust, Wasserverlust, wenn das jetzt plötzlich extrem schlimm wird, dann...

Es nervt...

11.02.2021 12:25 • #3


17.03.2021 19:15 • #4


domi89
Ich habe keine Angst vor Durchfall weil es eben Durchfall ist. An Durchfall alleine stirbt man nicht. Akzeptiere es, du hast eben Durchfall, du bewertest das negativ. Bewerte es am besten gar nicht. Sage dir "ah okay ich habe Durchfall"

17.03.2021 19:22 • x 1 #5


Lottaluft
Ich hatte eine wahnsinns Angst vor Krankheiten die durch Therapie und Medikamente besser geworden ist
Und zumindest die Therapie würde ich dir auch empfehlen

Vor Durchfall habe ich keine Angst weil es dafür tausend Ursachen gibt und es genug Mittel gegen Durchfall gibt

17.03.2021 19:23 • x 2 #6


NIEaufgeben
Also wenn man an Durchfall sterben würde wäre ich schon lange Tod!
Ich hab fast immer Durchfall und lebe noch und bin völlig gesund

17.03.2021 19:35 • x 2 #7


Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure schnellen Antworten! Es tut gut, daß Gefühl zu haben, nicht allein zu sein.

Lottaluft: Hatte viereinhalb Jahre Verhaltenstherapie (super) und seitdem eine Psychoanalyse (na ja..) am laufen und die extremen Durchfall-Ängste wurde ich dennoch nicht los...die "offene Konfrontation" ist halt sau schwer, da ich wie gesagt das als gefährlich empfinde...

NIEaufgeben: Darf ich fragen, wenn es dir nicht zu persönlich ist, weshalb Du "fast immer" Durchfall hast? Ich hab schon öfter von chronischem Durchfall gehört, aber selten über die Gründe dafür. Gerne auch per PM oder so...

Euch allen einen schönen Abend!

17.03.2021 19:40 • #8


NIEaufgeben
Zitat von Liannon90:
Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure schnellen Antworten! Es tut gut, daß Gefühl zu haben, nicht allein zu sein. Lottaluft: Hatte viereinhalb Jahre Verhaltenstherapie (super) und seitdem eine Psychoanalyse (na ja..) am laufen und die extremen Durchfall-Ängste wurde ich dennoch nicht los...die "...

Ich hab keine Ahnung weshalb ich fast immer Durchfall habe.ich hab das nie kontrollieren lassen und lebe bestens damit bestimmt schon seit 15 Jahren....
Wenn es gefährlich wäre dann wär ich wohl heute nicht mehr hier..

17.03.2021 20:11 • x 1 #9


Islandfan
Ich habe auch Angst vor Durchfall, aber nicht, dass ich daran sterbe, sondern dass ich auswärts zur Toilette muss, das ist für mich ganz schlimm. Das beeinträchtigt mich auch in gewisser Maßen auf der Arbeit. Ich muss nie auswärts, aber wenn man Durchfall hätte, ließe es sich nicht vermeiden. Ich esse manchmal, wenn ich weiß, dass es schwierig ist mit einer Toilette (z.B. wenn man bei Freunden eingeladen ist und sie weiter weg wohnen) nur Sachen, die nicht abführend wirken. Aufgrund einer Enddarm-Op darf ich aber weder Verstopfung noch zu oft Durchfall haben, deshalb ist es auch nicht immer so leicht, das einigermaßen gut zu regulieren.

18.03.2021 17:26 • x 1 #10



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