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Hallo Mario,
auch ich habe einen ständigen Schmerzpegel. Ich glaube jeder oder fast jeder von uns hat einen bestimmten Schmerzpegel oder Ablauf.
Ich weiß gar nicht mehr wie es ist, ohne Schmerzen. Es gibt auch bestimmte Zustände. Aber immer das gleich Schema.
Und jammern darfst du hier soviel du willst, denn wenn nicht hier wo dann?
Ich habe gelernt das beste daraus zu machen. Es klappt nicht immer, doch ich versuche es jeden Tag. Ich habe Rückschläge die mich manchmal auch entmutigen, doch ich stehe immer wieder auf. Ich habe akzeptiert, damit zu leben. Wenn auch nicht gern, aber doch lebenswert. ich bin momentan Tablettenmüde und versuche rein gar nichts zu nehmen. Es klappt nicht, denn jetzt hat mich noch die Grippe erwischt. Aber so ziehe ich es schon seit über 15 Jahren durch. Es ist mal schlechter und auch mal besser. Ich hatte jetzt Monate schlimmer Zustände hinter mir. Aber in dieser Woche hatte ich nur Durchfall. Ich bin schon glücklich wenns nur so ist. Seelische Probleme habe ich keine mehr. Ich habe mein Leben komplett umgestellt. Also dieses Seite der Psyche habe ich hinter mir.
Es ist wie mit der Henne und dem Ei. Was war zuerst da?
Der RD oder die Psyche.
Ich wünsche Dir viel, viel Kraft und Ausdauer. Vielleicht schaffst du einen Weg der für dich auch lebenswert ist. Ausserdem gibt es auch Partner/in der/die auch Verständnis für dieses Leiden hat. Ich habe einen gefunden und es hilft ungemein. "Jeder Topf bekommt seinen Deckel" , sagte meine Oma immer.
Also, sammle deinen ganzen Willen zusammen und gibst IHM.
Gisela

01.09.2002 21:39 • 06.09.2002 #1


6 Antworten ↓


Hallo Mario,
das sind eigentlich die klassischen Anzeichen einer Angsterkrankung.
Lustigerweise muss man bei solchen Problemen noch nicht
einmal bewußt realisieren, dass man Angst hat, sondern es gibt
auch die Variante wo man nur die körperliche Komponente
wahrnimmt. Die von Dir genannten Symptome klingen
verdammt danach.
Geh zu Deinem Hausarzt, der wird das nötige an Diagnostik
vornehmen um eine organische Erkrankung auszuschließen.
Er informiert Dich auch über Therapeuten in Deiner Nähe,
die Krankenkassen machen so etwas auch.
Vielleicht gibt es auch einen sozial-psychiatrischen Dienst
an Deinem Wohnort.
Man wartet leider immer sehr lange auf einen Therapeuten-Termin,
wenn Du Dir etwas Erleichterung verschaffen willst, frag
Deinen Arzt nach Johanniskraut oder Kava.
Kava Kava wirkt je nach Konstitution sehr gut, ist aber aufgrund
von eventuellen Leberschäden im Moment etwas in Veruf.
Ansonsten, wenn Dich das etwas aufmuntert, ich habe mich
genau mit den gleichen Problemen herumgeplagt.

Grüsse
light

02.09.2002 14:55 • #2



Re: Ständiger Schmerzpegel, der wie folgt aussieht

x 3


Hallo Mario!

Ich dachte mir schon, daß Du Probleme in Deinem Umfeld hast. Mir
ging es sehr ähnlich. Musste wegen meinem Job wegziehen, Freundin
und Freunde verloren, fremdes Umfeld usw. Wenn´s einem dann dreckig
geht, ist man wirklich hilflos. Die Kraftlosigkeit, von der Du sprichst, kenne
ich. Man ist dermaßen ausgelaugt, daß man am liebsten im Bett bleiben
würde. Der Körper und die Psyche sind stark gefordert, und es dauert
eine ganze Weile, bis man wieder auf den Damm kommt. Durch die
körperlichen Symptome geht es einem psychisch auch noch schlecht,
und umgekehrt. Daher ist es nicht einfach, an was anderes zu denken.
Was mir geholfen hat, waren positive Erlebnisse, aus denen ich wieder
Kraft schöpfen konnte. Du brauchst so eine Art "Tankstelle", um Deinen
"leeren Akku" wieder aufzuladen. Ich mache seit einem halben Jahr
wieder Musik, und es macht mir viel Spaß. Dadurch habe ich wieder
Kontakt zu "normalen Menschen", bekomme Anregungen, und bin
einfach besser drauf. Auch der regelmäßige Sport tut mir gut. Einfach
den inneren Schweinehund überwinden, ist für mich sehr wichtig.
Und natürlich die Therapeutin ist sehr wichtig für mich. Sie hilft mir
meine Vergangenheit zu bewältigen, ist aber auch im Alltag eine
echte Stütze! - Die Chemie muss halt stimmen! Probier es mal aus,
die ersten Sitzungen sind ohnehin kostenfrei, sodaß Du immer noch
die Möglichkeit hast zu wechseln.

Gruß

Sven

02.09.2002 17:46 • #3


Danke Sven,
ja ich habe mich bei einem Therapeuten angemeldet. Versuche jetzt auch langsam wieder Sport zu machen. man muß sich einfach ständig ablenken, um sich nicht selbst immer mehr runter zu ziehen.

02.09.2002 19:11 • #4


Hallo Light,
ja vielleicht hast du recht. Das schlimme daran ist, dass ich mich da so reinsteigern kann, dass ich an fast sonst nichts mehr denken kann. Ich werde das Problem der Angsterkrankung mal ansprechen. Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber oft habe ich auch irgendwie das Gefühl total einsam zu sein. Das ist ein richtig mießes Gefühl. Obwohl ich eigentlich einen großen Freundeskreis habe, ich versteh dass selbst nicht warum das so ist. Man sieht in so vielen Sachen einfach keinen Sinn mehr , fühlt sich so leer und ausgebrannt. So sehr man sich auch anstregngt, man findet nichts schönes mehr. Hmich jetzt bitte nicht für total übergeschnappt, aber manchmal ist es schon so.

02.09.2002 19:17 • #5


Rein vom medizinischen Standpunkt aus, würde ich mal
ruhig bleiben. Ich denke Dein Problem, so unangenehm
es auch ist, ist ganz gut behandelbar.
Der Übergang von Angst zur Depression ist leider ein fließender
und wenn das eine nicht da ist, kommt halt das andere vorbei.
Lass den Kopf nicht hängen, gib Dir auch Zeit wieder
gesund zu werden, sowas geht nicht von heute auf morgen.
Irgendwann kommt dann so ein Augenblick, das fühlt man sich
als wäre so ein kleiner Hilfsmotor angesprungen und das Boot
kommt langsam aber sicher wieder auf den richtigen Kurs.
Halt die Ohren steif und wenn Du ein Feeback brauchst,
poste einfach hier rein.

Viele Grüsse
light

03.09.2002 09:15 • #6


Danke Dir light,
zur Zeit nehem ich Mucufalk und Amitriptylen, und muß sgen, dass es mir so ganz langsam besser geht. Nur weißt Du ja selbst wie das ist, ich spreche erst von einer Besserung, wenn es mal über längere Zeit anhält, und nicht wieder nur mal 3-4 Tage ist.

06.09.2002 16:45 • #7




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