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Ihr kennt ja alle das Leiden wenn man einen Reizdarm hat. In manchen Phasen ist es sogar so schlimm, dass man das Haus nicht mehr verlassen will, keine langen Fahrten machen kann, keinen Urlaub, nix was irgendwie Stress macht.

Wir leben aber nunmal in einer Leistungsgesellschaft ... oft kann man aber mit Reizdarm die geforderte Leistung nicht bringen.

Wie kommt ihr auf eurer Arbeit damit klar, oder könnt ihr garnicht arbeiten? Ist sogar jemand hier, der erwerbsunfähig ist aufgrund seines Reizdarmes?

Würde mich über Antworten sehr freuen

02.07.2011 20:47 • 01.08.2011 #1


2 Antworten ↓


Hallo.

Ich leide seit ca. 5 Jahren bewusst an Reizdarm. Davor hatte ich jahrelang Probleme mit dem Magen (oft Übelkeit, Schmetterlinge im Magen, Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden). Die Magenprobleme sind so gut wie weg, dafür spinnt mein Darm.

Ich bin gelernte Buchhalterin. Aber ich kann diese Arbeit nicht mehr verrichten. Wenn ich 8 Stunden im Büro sitzen muss, kriege ich Bauchkrämpfe, Blähungen und so laute Darmgeräusche, dass es alle Kollegen mitkriegen

Jedenfalls hab ich deshalb vor einigen Jahre einen sicheren Arbeitsplatz selbstständig gekündigt. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten - die Beschwerden und die Peinlichkeit, dass Mitarbeiter das mitkriegen. Ich fiel wegen dieser Geschichte das erste mal in heftige Depressionen, war 2 Jahre gar nicht in der Lage, mir eine neue Arbeit zu suchen. Ich habe immer noch nebenbei kleine Gelegenheit-Jobs gemacht, damit das Amt mich in Ruhe lässt. Irgendwann musste aber eine Veränderung her. Also entschied ich mich für eine Umschulung zum Pflegehelfer. Es gab heftige Diskussionen und Probleme mit dem Amt. Die wollten mir das nicht bezahlen. Es wurde auch nie berücksichtigt, dass ich aufgrund der Beschwerden nicht mehr im Büro arbeiten kann. Arzt Attest hat keinen groß beeindruckt, ein Besuch beim Amtsarzt brachte mir lediglich das Ergebnis, ich wäre kerngesund.

Na ja, jedenfalls arbeite ich nun in der Pflege, obwohl ich für den Job überqualifiziert bin und verdiene kaum Geld. Aber da habe ich Bewegung, was den Bauch entlastet. Ich arbeite nur in Teilzeit, weil ich mich nicht stark genug fühle, um mehr zu arbeiten (Psychische Belastung durch den Reizdarm). Jetzt nach einem Jahr geht mir das Amt wieder auf den Wecker, weil ich durch die Teilzeitstelle "aufstocken" muss. Jetzt möchte mich das Amt zwingen, einen Vollzeitjob zu machen. Bin eh schon krank und werde noch durch sowas zusätzlich nervlich gefoltert. Dabei ginge es meinem Körper viel besser, wenn ich noch mehr entlastet werden könnte. Der Stress, der alleine schon durch die Teilzeit entsteht, ist schon eine Belastung für mich. Insofern dachte ich schon oft an das Thema "Erwerbsunfähig".

Wie geht es denn den anderen?

LG
Lavendel

31.07.2011 16:42 • #2


Das klingt ja auch alles schlimm
Ich hoffe es geht dir im Moment etwas besser!

Ich persönlich glaube, dass man keine Chance auf EU-Rente bzw Sozialgeld hat, da der Reizdarm ja gern auf die Psyche geschoben wird.
Das kann aber nicht stimmen, jedenfalls nicht ausschließlich, weil ich auch in stressfreien Zeiten diese Probleme habe. Man wird immer nur abgefertigt mit den Spruch: "machen sie doch eine Therapie".
Nicht Betroffenen ist nicht bewusst, welche Belastung so ein Reizdarm ist und dass man so wirklich nicht arbeiten gehen kann.

Hat noch jemand Erfahrungen mit Rente in Verbindung zum Reizdarm gemacht?

01.08.2011 13:57 • #3