Zitat von Heyoka: Gibt es hier vielleicht Leute mit einer schizotypen Erkrankung, die von sich behaupten würden, ihr Leben trotz oder mit Erkrankung zu meistern?
Ja, hier, wobei sich bei mir bisher kein Arzt getraut hat eine eindeutige Diagnose zu stellen. Es wurde dann ausgewichen, dass Diagnosen heutzutage eh nicht viel nützen würden. Vielleicht eine Besänftigung. Ohne Diagnose ist es allerdings in der brüokratishen Welt sehr schwer.
Ich habe zwar ein eigenständiges Leben und bin auch selbständig, aber hilfebedürftig. Die soziale Eigenständigkeit ergibt sich eher aus der Einsamkeit. Die berufliche aus dem, dass ich was machen will. Aber es ist schwer und es werden mir viele Steine und Hürden in den Weg gelegt - von den Gesunden.
Zitat von Heyoka: Meine bisherigen Versuche die Medikamente auszuschleichen, sind alle fehlgeschlagen
Ich hatte das SSRI-Absetzsyndrom und es erst beim dritten Versuch geschafft. Ich musste fies zu mir selber sein um es zu schaffen. Es ist eine richtig miese Sache, zumal mir damals (vor über 20 Jahren keiner etwas von diesem Syndrom gesagt hatte).
Das größte Problem ist, dass andere nicht mit dieser Krankheit umgehen können. Einige sind abweisend, andere behandeln einen als gestört und nicht zurechnungsfähig. Die bürokratische Seite behandelt einen wie entmündigt, ohne einen zu entmündigen. Man wird nicht ernst genommen. Sehr leicht wird alles gesagte und getane der Krankheit zugeschoben. Man wird nicht wie ein freier Mensch behandelt. Dabei ist es so, dass die meisten mit dieser Krankheit wissen, dass sie für andere schwierig sind, die anderen dafür aber keinerlei Verständnis haben, außer nach einer Diffamierug zu etwas niedrigerem als sie, dass sie dann entsprechend behandeln. Kontakt auf Augenhöhe und Gleichberechtigung gibt es selten. Aus diesen Gründen lebe ich in ständiger Angst, ohne eine Angststörung zu haben. Der endgültige soziale Absturz ist stetiger Begleiter. Kleinste Unachtsamkeiten können fatale Wirkungen haben. Zudem ist in den letzten 25 Jahren die soziale Kälte größer geworden. Es ist noch strenger und noch gefährlicher.
Die einzige Hoffnung die ich dir machen kann ist, dass du dich auf dein Glück verlassen kannst, wenn du denn welches hast, also in deinem innern ein guter Mensch bist. Insbesondere gegenüber bösen Menschen kann das hilfreich sein. Sei immer nur so ehrlich und offen wie nötig. Notlügen und Schönreden/Ausschmücken ist gegenüber anderen erlaubt. Mache einfach das worauf du Lust hast und kämpfe dafür es tun zu können.
PS: übrigens, wenn du das Potential der Erkrankung in dir erkennst, dann kannst du dieses nutzen. Ob künstlerisch oder sonstwie ist dir überlassen. Die Kunst ist frei. Da kannst du vollkommen frei alles tun, egal wie abgefahren oder krass oder krank.