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Alex1997
Hallo zusammen,
ich bin momentan sehr verzweifelt. Ich habe mehre psychische Krankheiten. Zu Depressionen habe ich noch Borderline, PTBS und eine dissoziative Störung.
Ich wünsche mir nichts sehnlicher als ein "normales" Leben (wenn es sowas überhaupt gibt ). Ich bin erst 21 und will am liebsten einfach ganz normal arbeiten gehen. Stattdessen bin ich in den letzten 3 Jahren von einer Depression in die nächste gefallen. Ich hatte in dieser Zeit 12 Klinik Aufenthalte mit 4 Suizidversuchen. Ich habe in den Jahren auch bestimmt 10 Praktika gemacht die ich nach spätestens 2 bis 8 Wochen abbrechen musste, weil ich dann völlig in einem Tief und überfordert mit allem war.
Nun will sowohl das Jobcenter als auch meine Betreuer, dass ich wieder arbeiten gehe. Ich habe jetzt ein Jahrespraktikum was ich am 1.3 beginne. Ich wünsche mir ja auch nichts mehr als dass ich das alles ohne Probleme meistere. Ich habe zwei Tage ein Vorpraktikum gemacht und ich muss sagen es hat zwar irgendwo auch Spaß gemacht, aber nach den 8 Stunden arbeiten, war ich völlig am Ende, körperlich und psychisch. Das war bei jedem Praktikum bisher so... Ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Ich will arbeiten, aber ich habe das Gefühl ich schaffe es einfach nicht. Ich will nicht schon wieder in ein Loch fallen. Dann frage ich mich natürlich auch, wird es je wieder anders sein, werde ich wieder arbeiten gehen können. Ich bekomme ja meinen Alltag noch nicht einmal richtig geregelt ohne Arbeit.
Vielleicht könnt ihr mir ja Tipps und Erfahrungen mitteilen.
LG Alex

03.02.2019 21:26 • 16.02.2019 #1


24 Antworten ↓


Safira
Oman. Du hast echt schon viel durch.

Ich verstehe nicht warum du 8std Tage beim Praktikum hast. Warum gleich Vollzeit? Ist doch offensichtlich das du damit überfordert bist.
Was meinst du mit Betreuer. Inwiefern wirst du betreut?

03.02.2019 21:39 • x 1 #2



Arbeiten mit PTBS, Dissoziative Störung & Borderline

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Miami
War da auch Arbeitsreha dabei?
Also 6 Monate stationäre Arbeits- und Wohnrecht?

03.02.2019 21:52 • #3


Alex1997
Ich habe sowohl eine gesetzliche Betreuerin, die alles was finanzielles und Amtsangelegenheiten für mich erledigt, als auch einen Betreuer der mich im Alltag unterstützt. Die und das Jobcenter wollen alle, dass ich ganz normal arbeiten gehe, damit ich mein Abschluss machen und danach eine Ausbildung oder ein Studium machen kann. Und das kann ich nur, wenn ich vollzeit arbeite. Und Ausbildung bzw. Studium wäre auch Vollzeit.

03.02.2019 21:56 • #4


Miami
Also gleich zwei Betreuer, einen harten Weg hinter Dir und eine Menge ernstzunehmende Diagnosen.

Wie kommen Sie Anbetracht dessen auf die Idee das Du von Null auf hundert 8 Std am Tag Arbeiten kannst?

03.02.2019 22:01 • x 1 #5


Safira
Und der Amtsarzt hat das auch so bestätigt? Du hast doch sicher einen Hausarzt. Hast du die Möglichkeit dahin zu gehen? Du musst das ansprechen. Besser wäre noch der Psychiater.

03.02.2019 22:02 • #6


Alex1997
Meine Betreuerin sagt einfach immer, da ich so "clever" bin sollte es wohl kein Problem sein arbeiten zu gehen.

Eine Reha habe ich noch nicht gemacht. Ich war bisher spätestens alle drei Monate zur Krise auf einer akut Station.

Es soll auch noch ein psychologisches Gutachten gemacht werden. Ich habe allerdings so extreme Stimmungsschwankungen, dass ich entweder denke ich kann alles schaffen oder bin so drauf dass ich an allem zweifel und nicht glaube es schaffen zu können. Bisher hat es halt auch nicht geklappt. Und ich denke je nachdem wie ich an dem Tag drauf bin bei dem Gutachten, wird es gut oder nicht gut eben bewertet.

03.02.2019 22:17 • #7


Safira
Aber die Stimmungsschwankung sind doch Teil deines Krankheitsbildes. Ich verstehe deine Betreuer nicht. Du musst dringend mal mit deinem Psychiater sprechen.
Dein Betreuer hat das auch nicht zu entscheiden. Der soll betreuen was in seinem Auftrag steht mehr aber auch nicht.

03.02.2019 22:20 • x 2 #8


Miami
Ich zweifel nicht an Deiner Intelligenz sondern mach mir Gedanken um Deine Belastbarkeit und Stabilität.

In o.g. Maßnahme würden Fachleute über 6 Monate einen Querschnitt von Deiner Befindlichkeit bekommen und können dann realistisch einschätzen was geht.

03.02.2019 22:25 • #9


Alex1997
Ich weiß ja dass meine betreuer nur das beste wollen, aber die wissen einfach nicht wie es ist mit den Krankheiten zu leben. Wie schwer jeder einzelne Tag mir fällt, alleine wenn ich keine Verantwortungen habe wie Arbeit oder Haushalt. Meine Psychiater hält sich da nur raus. Die sehe ich nur alle 3 Monaten für ein Gespräch von 10 Minuten. Und eine Psychologin habe ich noch nicht. Ich stehe auf Wartelisten von bis zu einem Jahr.

03.02.2019 22:30 • #10


Miami
Klinik speziell für Borderline?

Was Du schreibst befürchte ich das Dich das voll gegen die Wand fährt.
DENEN tut das dann vielleicht ein bisschen leid, den Schaden hast aber Du zu tragen.

03.02.2019 22:34 • x 2 #11


Alex1997
Ich war bisher in Kliniken speziell für Borderline, aber auch auf welchen für Depressionen (auf offenen und geschlossenen).

Eine Reha hatte ich auch mal angedacht, aber dafür sollte ich erstmal das Gutachten machen. Damit die das beurteilen können.
Und die werden je nach auswertung mir dann vorschläge machen was für mich möglich ist.

03.02.2019 22:39 • x 2 #12


la2la2
Zitat von Alex1997:
Ich hatte in dieser Zeit 12 Klinik Aufenthalte mit 4 Suizidversuchen.

Immer die gleiche Klinik? Dann versuch mal in eine andere zu kommen, wenn die 12x schon versagt hat. Du hat FREIE Krankenhauswahl.

Zitat von Alex1997:
eine gesetzliche Betreuerin, die alles was finanzielles und Amtsangelegenheiten für mich erledigt

Dann hat sie bei Gesundheitsdingen 0 Mitspracherecht!
Ist das eigentlich dein Wunsch gewesen eine Betreuerin zu bekommen und nutzt sie dir eher, als dass sie dich stört, oder wurde sie dir "aufgezwungen"?
Und die Betreuerin ohne "Rechte" kann zwar ihre Meinung äußern, aber das kann bei dir sofort am anderen Ohr wieder rausgehen.....

Zitat von Alex1997:
Ich habe in den Jahren auch bestimmt 10 Praktika gemacht die ich nach spätestens 2 bis 8 Wochen abbrechen musste, weil ich dann völlig in einem Tief und überfordert mit allem war.

Hast du dich selbst für diese Praktika entschieden oder wurde das "für dich entschieden", dass du die 10 Praktika machst?

Zitat von Alex1997:
Nun will sowohl das Jobcenter als auch meine Betreuer, dass ich wieder arbeiten gehe.

Wenn dich ein Arzt krankschreibt, ist vollkommen egal was das Jobcenter will.

Zitat von Alex1997:
Nun will sowohl das Jobcenter als auch meine Betreuer, dass ich wieder arbeiten gehe. Ich habe jetzt ein Jahrespraktikum was ich am 1.3 beginne.

Mit oder ohne Bezahlung?

Zitat von Alex1997:
Die und das Jobcenter wollen alle, dass ich ganz normal arbeiten gehe, damit ich mein Abschluss machen und danach eine Ausbildung oder ein Studium machen kann. Und das kann ich nur, wenn ich vollzeit arbeite. Und Ausbildung bzw. Studium wäre auch Vollzeit.

Was ist DEIN Traumjob? Welche Ausbildung oder welches Studium möchtest du am liebsten machen?
Klingt so, als ob du das Praktikum zur Anerkennung der FH-Reife brauchst. Dann hast du doch jetzt schon den Realschulabschluss und könntest (wenn du willst) damit eine Ausbildung machen oder?
Und deine gesetzliche Betreuerin hat die PFLICHT sich darüber zu informieren, ob du das Praktikum für die FH-Reife auch in Teilzeit machen kannst. Je nach Bundesland geht das nämlich...... NRW z.B.
Das Praktikum ist auch in Teilzeit mit mindestens 50 % der regelmäßigen Arbeitszeit möglich. Die Gesamtzeit des Praktikums verlängert sich dann entsprechend.

03.02.2019 22:39 • x 4 #13


Alex1997
Ich war immer in verschiedenen Kliniken, also daran kann es nicht liegen.

Die Praktika davor waren von mir auch immer gewollt, also nicht aufgezwungen.
Das neue Praktikum ist ein FSJ also mit bezahlung. Ich weiß nicht ob das auch in Teilzeit möglich ist.
Das Jobcenter will ja am liebsten dass ich nicht mehr vom Staat abhängig bin, also möglichst schnell verdiene.

Wenn ich es mir aussuchen könnte und ich wüsste dass es mit meiner Gesundheit klappt dann würde ich gerne ergotherapie ausbildung oder Studium machen.

03.02.2019 22:49 • #14


Safira
Das zweifelt hier auch niemand an dass du es nicht willst. Aber so wie sich das Ganze anhört bist du psychisch nicht in der Lage 8 Stunden täglich durchzuhalten.

Und wenn du in den letzten drei Jahren 12 mal akut stationär, inklusive vier Suizidversuche und dazwischen dann noch zehn Praktikas versucht hast dann würde doch jeder am Stock laufen.
Du brauchst wirklich dringend mal ein bisschen Ruhe und vor allen Dingen auch eine Tätigkeit die du aufgrund deiner psychischen Instabilität auch ausführen kannst im angemessenen Zeitlimit.
Ich verstehe auch nicht dass du noch nicht zum Amtsarzt geschickt worden bist vom Jobcenter aus. Oder habe ich das falsch verstanden? Du müsstest doch massig an Befunde und Beurteilung aus den Kliniken haben

03.02.2019 22:57 • x 3 #15


la2la2
Zitat von Alex1997:
Das neue Praktikum ist ein FSJ also mit bezahlung. Ich weiß nicht ob das auch in Teilzeit möglich ist.

Dann muss deine Betreuerin halt mal Gesetze und Erlasse lesen und telefonieren.....

Zitat von Alex1997:
Das Jobcenter will ja am liebsten dass ich nicht mehr vom Staat abhängig bin, also möglichst schnell verdiene.

Das ist schei*egal, was das Jobcenter will! Was DU willst hat oberste Priorität. Und so lange der Staat den Banken Milliarden in den Hintern schiebt, oder bei den C*m Ex Geschäften die Betrüger nicht bis auf die Unterhose zwangsenteignet werden und hinter Gitter wandern, musst du dir wegen den paar Euros vom Jobcenter 0 Gedanken machen.

Zitat von Alex1997:
dann würde ich gerne ergotherapie ausbildung oder Studium machen.

Informier dich mal, da irgendwie diverse Berufe im Gesundheitswesen ab (2020?) nur noch als Studium möglich sind.....
Und informiere dich unbedingt, wie hoch das Schulgeld oder die Studiengebühren sind! Ich meine z.B. Hebammen müssen horrende Schulgebühren zahlen für ihre Ausbildung und verdienen währenddessen 0 Euro.


Einige Fragen hattest du nicht beantwortet.... oder wolltest du nicht?

03.02.2019 22:58 • x 2 #16


Alex1997
Ich verstehe auch nicht genau warum ich noch nicht zum Amtsarzt geschickt worden bin. Es gibt von den Kliniken auch Entlassberichte die sagen, dass ich nicht arbeitsfähig bin.

Ich habe die gesetzliche Betreuerin nicht freiwillig bekommen, und manchmal stört es mich schon extrem, weil ich mir einfach wünschte es alleine zu schaffen. Aber ich weiß dass ich sie brauche und das alleine noch nicht hinbekommen würde. Sie hat auch in Gesundheitsfragen mitsprache recht, aber außer dass sie die Berichte der Ärzte liest macht sie davon nicht gebrauch.

Ich weiß auch dass ich für diese Ausbildung 16 - 20.000 Euro zahlen müsste und nichts verdiene und dass kann ich mir auch nicht leisten.

03.02.2019 23:15 • #17


Safira
Dafür müsste auch Bafög einspringen, soweit ich jetzt informiert bin. Oder was meinst du @la2la2 ?

Ich würde an deiner Stelle wirklich mal zum Hausarzt gehen und die Sachlage schildern. Nimm doch deine ganzen Klinikberichte mit und leg ihr oder ihm vor.

Das mit dem Teilzeit arbeiten gehen ist wahrscheinlich unabdingbar für dich.

03.02.2019 23:25 • x 1 #18


Alex1997
Ja die klinikberichte werde ich mal zum psychologischen gutachten mitnehmen und gucken was die dazu sagen.

Das mit bafög würde gehen, damit könnte ich die Ausbildung zahlen, aber dann müsste ich nebenbei arbeiten um mir die Wohnung zu finanzieren.

Es läuft dann denke ich darauf hinaus dass ich maximal teilzeit arbeite

03.02.2019 23:38 • #19


Safira
Meine Tochter bekommt auch Bafög. Den Höchstsatz. Und da du wahrscheinlich keine Eltern hast die Dich finanziell unterstützen können, wirst du das auch bekommen. Und wenn du gut mit Geld umgehen kannst kommst du gut damit klar. Man kann sich immer noch einen 450 Euro Job suchen. Man kann wirklich davon leben

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03.02.2019 23:42 • x 1 #20



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