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Irgendwie habe ich zu lange gezögert und nicht erkannt, dass ich nach 11 Jahren es wieder mit einer Form der Panik zu tun habe, die nicht von alleine wieder gut wird.
Ich konnte nicht mehr zu meiner Therapeutin, nicht mit einem Menschen sprechen, nicht raus, nicht drin bleiben und nichts mehr.

Mir war nicht klar, dass das ein echter psychiatrischer Notfall ist und einer Behandlung zugeführt werden muss. Dass das eine Form von Panik ist, die nicht verhaltenstherapeutisch angegangen werden, sondern einfach nur noch durch Medikamente therapiert werden kann.

Nun geht es mir schon etwas besser. Die Psychiaterin hat mich sehr einfühlsam aber konsequent zu einer medikamentösen Therapie geführt.

Ich kann nur jedem raten, der hilfos im Strudel von Angst und Panik treibt und glaubt, wenn er sich nur mehr anstrengen würde, dann würde der Wahnsinn enden: begebt Euch frühzeitig in fachmedizinische Behandlung. Es gibt Angstzustände die man als Patient nicht managen kann, egal wie sehr man sich anstrengt.

08.08.2010 16:25 • 14.09.2010 #1


23 Antworten ↓


hallo nell!

dein schicksal in allen ehren, aber ich glaube, dass jeder auch ohne medikamente auskommen kann. sicherlich mag es fälle geben, wo angstpatienten ohne medikamente schlecht therapierbar sind, aber pauschal ausschließen würde ich das nicht. es kommt auch immer auf den therapeuten drauf an, also wie fähig dieser ist und wie gut man mit ihm kann.

ich spreche da schon aus erfahrung. nach 7 jahren angststörung war es bei mir so schlimm, dass ich schon beim gedanken das haus zu verlassen panik bekam. ich landete dann per rettungswagen in der notaufnahme und hätte von heut auf morgen in die psychiatrie gekonnt. ich entschloss mich aber zu meiner mutter zu gehen und dort erstmal zu bleiben. anfangs war es alles schrecklich und ich war ständig panisch. habs dann geschafft zu einem therapeuten zu gehen und später in eine tagesklinik zu gehen. überall wurde mir geraten, dass ich doch dieses oder jenes nehmen sollte, weil es dann leichter wäre. ich entschied mich dagegen, da ich 1. angst vor medis haben und 2. an anderen gesehen habe, dass es denen auch nicht viel besser ging. im gegenteil, die waren sich nicht mal sicher, ob ihre derzeitigen symptome nun von der panikstörung kamen oder von den medis. für mich ist das eine zusätzliche unsicherheit. schließlich muss man das zeug irgendwann mal wieder ausschleichen und weiß vorher auch nie, ob die therapie nun wirkung zeigte oder ob es nur die medis sind.

nun, es wurde wieder etwas lang, aber das thema scheint mir wichtig genug zu sein. und nur um das nochmal deutlich zu sagen. wer meint er/sie braucht medikamente, dann bitteschön. das muss jeder selbst entscheiden. aber bitte hier nicht behaupten, dass es ohne medis nicht geht, das stimmt nämlich nicht.

lg

08.08.2010 18:57 • #2



Wenn Panik zum psychiatrischen Notfall wird

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Ich bin auch kein Fan von Medikamenten, sehe es aber trotzdem nicht generell ablehnend. Die Therapie kann auch nicht immer alles erreichen und selbst wenn sie viel bringt, manche rennen innerhalb von Jahren zu mehreren Therapien und erst die 3. oder 4. bringts dann. Und man darf auch nicht vergessen, dass das Wissen aus der Therapie erstmal umgesetzt werden muss und allein das kann dauern, mitunter Jahre.

08.08.2010 19:20 • #3


Christina
Das
Zitat von Nell:
Ich konnte nicht mehr zu meiner Therapeutin, nicht mit einem Menschen sprechen, nicht raus, nicht drin bleiben und nichts mehr.
vs. das

Zitat von Samadhi:
ich entschloss mich aber zu meiner mutter zu gehen und dort erstmal zu bleiben.
macht den Unterschied. Wenn man keine Rückzugsmöglichkeiten mehr hat und nichts und niemanden, die Angst zu lindern, ist das definitiv ein psychiatrischer Notfall.

Zitat von Samadhi:
überall wurde mir geraten, dass ich doch dieses oder jenes nehmen sollte, weil es dann leichter wäre. ich entschied mich dagegen, da ich 1. angst vor medis haben und 2. an anderen gesehen habe, dass es denen auch nicht viel besser ging.
Es gibt viele, die sich v.a. aus Angst vor Medikamenten gegen diese entscheiden. Oft hört man auch, Medikamente würden eh nicht oder nicht genug helfen, oder es sich leichter zu machen ist nicht Grund genug, sich an Medikamente ranzutrauen. Das muss natürlich jeder selbst wissen, aber diejenigen, die sich allein nicht mehr vor die Tür trauen und ohne fast permanente Unterstützung durch ihre Angehörigen nicht mehr alltagstauglich sind, machen sich m.E. was vor bzw. leisten sich im Verzicht auf die medikamentöse Behandlungsoption einen gewissen "Luxus".

Zitat von Samadhi:
aber bitte hier nicht behaupten, dass es ohne medis nicht geht, das stimmt nämlich nicht.
Das behauptet doch niemand.

Liebe Grüße
Christina

08.08.2010 19:40 • #4


nur mal noch zur anmerkung... ich kam in die notaufnahme, weil ich citalopram genommen hatte...

nicht jeder verträgt das zeug. ich bin strickt der meinung, dass wenn man schon medikamente nehmen will/muss, sich dann in eine klinik begeben sollte um dort auf medis eingestellt zu werden und unter beobachtung zu sein.

ich las aus dem startpost eine gewisses maß an 'panikmache' raus. von wegen: 'ohne medis geht es nicht'. ich weiß genau, dass sich hier mindestens jetzt ein dutzend leute gedanken machen, ob sie jemals ohne medis aus ihrer angst-/panikstörung wieder rauskommen.

es gibt unbestritten fälle, wo das der fall ist. die regel ist aber, dass man sich die angst/panik antrainiert hat, alles eben psychisch ist und von daher es nicht förderlich ist sich zuzudröhnen. wenn man einen psychiatrischen psychotherapeuten sein eigen nennen kann, ist das wieder was andres, weil man dann zumindest noch eine therapie macht und nicht eben nur medis nimmt.

das nur nochmal zur klarstellung. ansonsten habt ihr natürlich schon alle recht.

08.08.2010 20:09 • #5


Zitat von Samadhi:
nur mal noch zur anmerkung... ich kam in die notaufnahme, weil ich citalopram genommen hatte...
Ich auch, wegen Cipralex.

Fakt ist doch aber, es gibt viele Meinungen, auch von Fachleuten. Da wird z.T. nach Studien behauptet, SSRI's bringen eigentlich nichts und machen, entgegen aller Behauptungen, abhängig. Sogar die Suizidrate soll unter SSRI um 50% ansteigen. Von einem Arzt hab ich mal gelesen, SSRI's gehören auf der Liste der AD an die letzte Stelle. Wenn man zu dem Thema viel liest, dann kann man sich schon fragen, wie gut sind denn nun eigentlich diese angebliche guten, neuen Medikamente.

Andere wiederum behaupten, es gibt nichts besseres als SSRI's.

Generell würde ich aber sagen, was die Nebenwirkungen angeht, da haben AD einen zu schlechten Ruf in den Köpfen vieler Leute. Auch, weil ich mir sage, es gibt genügend andere Krankheiten, wo Menschen auch Medikamente nehmen müssen und die Nebenwirkungen sind schlimmer. Mein Vater muss wegen künstlicher Herzklappe Blutverdünner nehmen, Betablocker und Blutdrucktablette. 1 Erkrankung, 3 Tabletten täglich und er hat mehr mit den Nebenwirkungen zu kämpfen, als jemand, der 1 AD nimmt. Oder Leute mit Parkinson, MS oder Epileptiker, die nehmen z.T. auch Medikamente mit übelsten Nebenwirkungen.

Nun ist es natürlich ein Unterschied, ob jemand ohne sein Medikament sterben würde oder ob es sich um eine psych. Störung handelt, bei der man sich zwar schlecht fühlt, sterben wird man aber ohne AD nicht. Allerdings kommt es auch auf die Schwere der psych. Erkrankung an, siehe Robert Enke, der mit AD heute vielleicht noch leben würde. Meines Wissens wollte er aber weder AD, noch regelmäßige Therapie. Es endete mit dem Tod.

08.08.2010 20:27 • #6


Ich habe nie behauptet,dass es ohne Medis nicht geht.
Ich weiß wie gefährlich Medis sein können.
Ja, ich habe auch wegen Nebenwirkungen schon die Notaufnahme aufsuchen müssen.

Und trotzdem: es geht um "psychiatrischer Notfall"; da erreicht die Angst ein Maß, welches ein Mensch nicht mehr steuern kann. Wo ein Mensch auch zu anderen Menschen, oder gerade zu anderen Menschen keinen Kontakt mehr zulässt und wo es sich so zuspitzt, dass ein Mensch mit seinem Leben kämpft. Darum geht es mir und um die, die das erleben und dann glauben, es läge an ihnen, und sie müssten sich nur mehr Mühe geben. Diese wollte ich ermutigen sich schnell fachliche Hilfe zu suchen.

Wenn das bei Dir mit mütterlichem Beistand dann anders gut geklappt hat, freut mich das sehr.

09.08.2010 09:57 • #7


okay, dann entschuldige, da habe ich dich wohl nicht so ganz richtig verstanden. und du hast ganz recht - bevor man sich zu hause zu tode leidet und sich dafür auch noch selbst die schuld gibt, ist es allemal besser sich die möglichkeit einer medikamentösen therapie offen zu halten. man sollte keinesfalls davor zurückscheuen einen notarztwagen zu rufen oder selbst (wenn das überhaupt geht) in die rettungsstelle zu gehen.
ein wenig vorsicht ist dabei dennoch geboten. wenn man vorhat(te) sich das leben zu nehmen und das dort sagt, bekommt man mit ziemlicher sicherheit die möglichkeit dort zu bleiben (krankenhaus, meist aber psychiatrie). da kann einem geholfen werden. man sollte sich aber vorher schon drauf einstellen möglicherweise dort bleiben zu müssen, weil als (stark) suizidgefährdeten dürfen sie dich nicht einfach so laufen lassen. das nur noch so als info. man bleibt dort auch dann nicht ein leben lang. die fälle, die ich kenne, waren ein paar wochen bis max. 3 monate dort und es ging ihnen danach besser. im anschluss begann für die meisten eine weiterführende therapie (tagesklinik oder ambulant).

wer nicht gleich in die rettungsstelle will und erstmal nur rat, der kann sich auch an eine psychiatrische institutsambulanz in der nähe wenden.

09.08.2010 10:37 • #8


Citalopram und Citralex

Citralex ist das Eutomer von Citalopram: das biologisch aktivere Enantiomer eines chiralen Wirkstoffs. Diese Nomenklatur wurde nach einem Vorschlag von Everhardus J. Ariens (1918–2002) eingeführt. Biologisch inaktive Enantiomere werden demnach Distomere genannt.

Beide wurden von dem dänischem Pharma-Unternehmen Lundbeck im Jahr 1989 erfunden und patentiert.

Warum seid Ihr denn in die Notaufnahme gekommen?

10.08.2010 22:25 • #9


Zitat von Nell:
Warum seid Ihr denn in die Notaufnahme gekommen?
Wegen extremer PA und Angst unter Cipralex. Und das hatte ich weder vor, noch nach Cipralex. Ich hab so gezittert, ich konnte kaum noch laufen. Gefühlter Blutdruck 220/160 und Herzschlag 180. Es mag ja sein, dass das bei SSRI so ist und man am Anfang auch verstärkte Symptome hat, aber so extrem? Auch wenn es anderen hilft, für mich hat so ein Medikament keine Daseinsberechtigung, ist eine echte Zumutung. Den Hersteller müsste man auf Schmerzensgeld verklagen.

10.08.2010 22:58 • #10


Zitat von Nell:
Warum seid Ihr denn in die Notaufnahme gekommen?


hatte an dem tag ne 3fach-impfung bekommen und dann abends zum ersten mal citalopram genommen. dann las ich mir die nebenwirkungen von dem zeug durch, bekam totale panik mit allen möglichen symptomen, die ich zuvor noch nie bei einer reinen PA hatte. das machte mir noch mehr angst, ich rief in der psychiatrie an und hab dort mit dem leiter gesprochen. der meinte zu mir, dass ich den notarzt rufen sollte.

nach 10 stunden in der notaufnahme (hauptsächlich warten) hat man aber nichts gefunden, außer dass ich viel zu viele weiße blutkörperchen hatte, was normalerweise wohl anzeichen einer entzündung ist. die diagnose war dann, dass ich entweder die impfung nicht vertragen habe oder ne panikattacke. für mich stand aber fest, dass es an dem medikament lag und daran, dass ich mich total reingesteigert hab.

deswegen, wenn ich nochmal sowas nehmen muss/will, würde ich mich vorher stationär einweisen lassen, dass da immer jemand im notfall zur stelle ist. die stunden in der notaufnahme waren mit die schlimmsten in meinem leben, auch wenn es von diesem tag an bergauf ging. (so gesehen hatte das auch sein gutes)

11.08.2010 11:54 • #11


Zitat von Samadhi:
deswegen, wenn ich nochmal sowas nehmen muss/will, würde ich mich vorher stationär einweisen lassen, dass da immer jemand im notfall zur stelle ist.

Sehe ich eigentlich auch so, aber das lässt sich meist nicht immer einrichten. Aber ich finde, die Ärzte machen sich da kaum Gedanken. Da werden teilweise AD verschrieben, die nicht selten in den ersten Wochen übelste NW haben, Angst enorm verstärken etc. Da ist man dann allein zu Hause und hat vielleicht genau diese NW. Hatte ich auch. Und da ist es echt besser, die Leute in der Klinik einzustellen.

11.08.2010 12:30 • #12


Ja, das sehe ich auch so und darum warte ich jetzt schon seit Wochen auf ein Plätzchen: und da ist es scheinbar auch allen egal, wie dass dann mit der Arbeitsplatzsituation zusammen geht.

Aber gut, so ist das eben. Ich denke, die Psychoprofis und die Doktores müssten es am eigenen Leibe erfahren, dann würde Sie das sicher mal überdenken.

11.08.2010 13:24 • #13


Zitat von Nell:
Ich denke, die Psychoprofis und die Doktores müssten es am eigenen Leibe erfahren, dann würde Sie das sicher mal überdenken.
Tja, genau genommen, können sie das nicht nachvollziehen. Auch ein Zahnarzt muss mal zum Zahnarzt, der weiß, wie das ist. Ein Psychiater, der selbst nie PA oder Depression hatte, kann das nicht nachfühlen. Auch nicht, wie die Medikamente wirken. Aber das ist nun mal so.

Ok, im Prinzip es es ja mit den AD nicht immer ein Problem. Bei den eher beruhigenden wird es nicht schlimm sein, aber bei den aktivierenden, wie SSRI's, kann ein Patient schon mal Horrorfilme haben zu Hause. Eine Exbekannte hatte das mit Trevilor, sie musste nach 2 Tagen zum Einstellen in die Klinik, weil sie extreme Angst rund um die Uhr hatte.

11.08.2010 14:16 • #14


Ich muss sagen, vor Jahren hatte ich Aponal und das hat mir die Schuhe ausgezogen. Außerdem war ich von der ersten Minute an völlig "fressgestört": total auf zucker!
Als es dann wirkte war ich kurz davor den Kliniktermin abzusagen, weil ich gar nicht mehr wusste, dass ich ja Aponal bekommen habe um die Zeit bis zur Aufnahme zu überbrücken
Jetzt nehme ich seit einer Woche 1,5 mg Tavor und ich gehe in die Stadt shoppen, fahre Rad, gehe joggen und fühle mich viel aufgeräumter als sonst. Das soll mal einer kapieren.
Leider macht das süchtig und ist keine Dauerlösung. Endlich mal eins was auch ich vertrage und dann geht es nicht über 4 Wochen raus. Blöde.

Ich finde die Pharmafuzzis sollten lieber mal an den schon vorhandenen Medikamenten basteln, so dass die dann jeer verträgt, als immer wieder neuen Kram zu erfinden.

11.08.2010 16:11 • #15


hallo,

was ist ssri?

ich habe jetzt jeden tag panik und kann kaum noch wohin gehen.
ich war in der ambulanz und dort sagte man mir, ich müsse benzo entzug machen und dass das die einzige möglichkeit für mich wäre. ich habe aber große angst davor meiner unbschreiblichen panik ausgeliefert zu sein. weiss jemand einen rat?

bei mir ist es so, dass ich vor 5 jahren psychose bekam. ich bin aber unter medis seit 3 jahren stabil. die panik kommt aus meiner kindheit als postraumatische störung.

noch eine vermutung von mir, ist, dasss wenn man lange jahre psychophamaka nehmen muss, dass es dann auch mal zu nebenwirkung wie panik kommen kann. aber der arzt streitet das ab. ich sehe es aber anders. denn ich kenne panik bei unverträglichkeit von einem anderen medikament schon.

was meint ihr was ich tun kann?

lg
tamarina

13.09.2010 19:25 • #16


Zitat von tamarina:

was ist ssri?
Eine Gruppe von Antidepressiva.

13.09.2010 19:38 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Christina
Hallo Tamarina,

SSRI sind moderne Antidepressiva, sie wirken auf einen bestimmten Neurotransmitter (Serotonin). Wenn du eine Psychose hattest, sind SSRI aber eher nichts für dich, zumindest muss man sehr vorsichtig und ärztlich überwacht damit umgehen.

Gegen eine Benzo-Abhängigkeit ist ein Entzug tatsächlich die einzige Möglichkeit. Aber: nicht ohne Alternativen für das Benzo anzubieten - sei es therapeutisch oder medikamentös. Welches Benzo nimmst du denn in welcher Dosis? Und welches andere Medikament?

Wenn du zur Zeit eh schon verstärkt Panik schiebst, scheint mir ein Entzug im Moment nicht das dringendste Problem. Vorausgesetzt, du wirfst gegen die Panik nicht ausgerechnet verstärkt Benzos ein. Es dürfte erstmal darum gehen, dich stabil zu kriegen, und das könnte mit einer Erhöhung/Ergänzung der neuroleptischen Medikation gehen. Danach kann man dann die Benzos runterfahren. In was für einer Ambulanz warst du denn - Sucht-, Angst- oder Psychosenambulanz? Und kam deine Vorgeschichte zur Sprache oder nur die Angst und Benzos?

Dass sich mit der Zeit (und nicht nur zu Anfang bzw. akut) Panik entwickelt aufgrund von Psychopharmakaeinnahme ist eher unwahrscheinlich.

Liebe Grüße
Christina

13.09.2010 19:43 • #18


Aber: nicht ohne Alternativen für das Benzo anzubieten - sei es therapeutisch oder medikamentös

hat sich für mich hart angehört, man gibt schon medikamente die die entzugserscheinungen lindern sollen. aber ich weiss wie heftig meine attacken sind. bei mir wirkt tavor schon gar nicht mehr, ich brauch diazepan, das nehm ich aber erst seit 2 tagen. wenn ich in die stadt geh, weiss ich manchmal nicht wie ich wieder heimkommen soll und da jedesmal gleich diazepan zu nehmen, ich weiss nicht. ich kann der angst aber nicht rational begegnen tief durchatmen geht auch nicht.

ich war in der psychiatrie-ambulanz. der arzt lies gar keine andere idee zu mir zu helfen statt entzug.

die idee die neuroleptika erst mal zu erhöhen klingt gut. leider bin ich gerade in einer blöden lage, weil ich keinen psychiater habe und so schnell auch keinen finde. mein alter arzt ist das totale Ar. und weigert sich mir zu helfen, nur weil ich mich mal bei denen beschwert habe, wie sie mit patienten umspringen.

vielen dank für eure antworten, dieses forum rettet leben!

13.09.2010 20:19 • #19


hallo tamarina!

mit medikamenten kenne ich mich (zum glück) nicht so aus. entzug hört sich für mich trotzdem drastisch an. ich habe gehört, dass man solche medis ausschleichen muss. also die dosis über einen gewissen zeitraum reduzieren. das ganze macht natürlich nur sinn, wenn man jemanden hat, der dich dabei begleitet. ein psychologischer psychotherapeut (manche sind sogar 'nebenbei' psychiater) zum beispiel. man könnte aber sicherlich auch in eine (tages-)klinik gehen, die sich auf sowas spezialisiert hat. klar... irgendwie wirkt alles auf den ersten blick erschreckend, aber das gibt sich bestimmt wieder. ich weiß noch als ich den ersten tag in einer tagesklinik war... der blanke horror. aber schon am nächsten tag fiel es mir leichter und nachdem ich dort einige monate war, ging es mir schon viel besser. derzeit bin ich am überlegen, ob ich nicht vielleicht mal ne (voll-)stationäre behandlung machen sollte. es ist irgendwie schon beruhigend, wenn man rund um die uhr experten zur verfügung hat, die sich jederzeit um einen kümmern können.

was denkst du denn, was momentan das beste für dich wär?

lg und viel kraft!

samadhi

13.09.2010 21:08 • #20



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