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Geht es euch auch so, dass ihr euch über Erfolge nicht richtig freuen könnt?
Gestern bin ich ganz allein beim Zahnarzt gewesen. Saß sogar eine halbe Stunde völlig angstfrei im Wartezimmer und habe Zeitschriften gelesen.
Aber dennoch konnte ich mich nicht wirklich darüber freuen. Ich bin eher mit dem Gedanken: Gott sei Dank, diesmal ist es gut gegangen nach Hause gedackelt.
So ist es immer.
Ich bin schon lange nicht mehr aus Geschäften getürmt, war beim Friseur, in Baumärkten und Möbelgeschäften, habe Ausflüge und Spaziergänge unternommen, nach 12 (!) Jahren mein Fahrrad aus dem Keller geholt.

Aber dennoch ist immer der Gedanke:Es kann jederzeit wieder schlimmer werden im Hinterkopf.

Geht das irgendwann auch noch weg? Oder muss man damit leben?

03.05.2013 08:02 • 21.09.2015 #1


7 Antworten ↓


Liebe pumuckl,

bei Dir ist das Glas wohl immer halbleer statt halbvoll..

Wenn Du Dich über solche tollen Erfolge nicht freuen kannst, vermute ich Dein Problem woanders. Vielleicht fehlt Dir die Anerkennung von anderen?

Du solltest stolz auf Dich sein, und Dir mindestens drei Mal täglich auf die Schulter klopfen!

03.05.2013 08:08 • #2



Warum kann man sich über Erfolge nicht freuen?

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Ja, worry- Du hast eigentlich Recht. Ich habe es wieder geschafft. Mache aber diesmal, habe mir die Kritik hier ja doch zu Herzen genommen, noch eine Psychotherapie. Aber es kommt halt noch vor, dass ich Symptome und Angst habe. Das ist wahrlich nicht mehr mit den Anfängen zu vergleichen. Aber im Hinterkopf bleibt es und irgendwie vergisst man diese schlimmen Situationen nie, die man unterwegs erlebt hat.
Außerdem habe ich Angst, dass ich für immer und ewig diese Johanniskrauttabletten nehmen muss. Oder dass es eines Tages wieder so schlimm wird. Aber Leuten mit einer körperlichen Erkrankung geht es sicher auch nicht anders, oder?

03.05.2013 08:40 • #3


Mucki, wenn Dir das Johanniskraut hilft, dann nimm es doch weiter ! Warum hast Du Angst davor ?

03.05.2013 08:46 • #4


Liebe pumuckl,

sehe ich wie wernereiskalt. Wenn es Dir guttut, nimm es ein. Wenn nicht, lasse es irgendwann weg.

Ich denke, daß man aber in der Tat mit der Zeit diese Angst vergessen wird. So langsam wird die schlimme Zeit einfach verblassen. Es wird dauern, aber geschehen, der Schrecken wird vergehen.

Der alte Spruch.Die Zeit heilt alle Wunden. -greift. Es ist so, ich merke es selber. Es ist wie ein Nebel, der sich langsam ausbreitet.

Sicher haben wohl alle Angstler, denen es besser geht, Angst, daß es wieder schlimmer wird. Damit müssen wir wohl leben, können aber die gute Zeit dann auch besser genießen.

Eine Garantie gibt es nicht. Stell Dir vor, ein Angstler ist völlig geheilt bekommt Krebs....

Ein Gedanke, der es Wert ist, zu Ende gedacht zu werden und unsere Probleme, denke ich, auf ein erträgliches Maß reduziert.

03.05.2013 08:52 • #5


Naja, ich habe halt gelesen, dass auch diese Johanniskraut zu Nebenwirkungen führen könnten. Früher nahm man schließlich auch nichts. Aber so lange sie mir helfen, mache ich damit weiter.
Komme gerade vom Einkaufen. Ich war nach ganz ganz langer Zeit ganz alleine den kompletten Wocheneinkauf machen. Schön brav meinen ganzen langen Einkaufszettel abgearbeitet. Seit ich wieder Angstattacken habe, war ich den Großeinkauf nur mit meinem Mann zusammen machen und ansonsten war ich nur mit Einkaufskorb ein paar einzelne Teile holen, wo ich schnell wieder raus war.
Hat gut geklappt. Aber irgendwie bin ich (wahrscheinlich von der Anspannung) nun total geschafft.

03.05.2013 11:28 • #6


Baltie
Bei mir ist es so schlimm, das ich selbstständig eine zweite Ausbildung zum Berufskraftfahrer angefangen habe.
Zwar habe ich das Gefühl, das ich richtig in diesem Beruf bin, aber so richtig freuen konnte ich mich bisher noch
nie. Ich habe vor kurzem den LKW schein Klasse C / CE bestanden, aber denke mir nur Hm, jetzt hast du den
Führerschein und was jetzt ? Andere würden jubeln und richtig aus sich rauskommen, bei mir fühle ich es nur
ein bisschen von innen und ein klein wenig erleichtert, aber so richtig freuen ist was anderes. Obwohl ich ja
schon immer LKW fahren wollte. Bei mir hängt das aber mit mehreren Faktoren zusammen warum ich so bin
und gehe bald zum Arzt weil ich weis das was mit mir nicht stimmt ... soziale Abgrenzung und Einsamkeit sind
nur zwei Faktoren von vielen, warum ich mich über Erfolge nie wirklich freuen kann.

21.09.2015 16:09 • #7


Hotin
Hallo Baltie,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Führerschein. Habe oft einen großen
Respekt davor, wenn ich sehe, wie jemand mit so großen Trucks umgeht.

Zitat:
bei mir fühle ich es nur ein bisschen von innen und ein klein wenig erleichtert, aber so richtig freuen ist was anderes.


Es gibt keine Pflicht, sich überschwänglich zu freuen. Mach es so, wie Du das empfindest. Trotzdem gut,
wenn Dir bewusst ist, das Du Dich gelegentlich innerlich blockierst.
Toll, wenn Du mit ärztlicher Hilfe dagegen etwas unternehmen wirst.

Viel Erfolg für Dich

Hotin

21.09.2015 16:30 • #8




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