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Hey Leute,

ich nehme nun schon seit mehreren Jahren Venlafaxin 150mg und war bisher super damit eingestellt, was meine Ängste und Depressionen an geht. Seit ca. einem dreiviertel Jahr hab ich eine Panikstörung entwickelt. Aktuell krieg ich fast täglich abends immer Panikattacken und nehme seit fast einer Woche Tavor als Bedarf. Das Abhängigkeitsproblem ist mir bekannt, das soll hier nicht das Thema sein.

Allerdings würde es mich interessieren, ob es andere gibt, denen es so ähnlich geht, also trotz 150mg Panikattacken bekommen bzw auf 150mg bekamen und nun höher dosiert sind. Kann ich eine Besserung zu 225 erwarten? Bin nun seit 3 Tagen bei 225mg, aktuell hab ich mit Suizidgedanken zu kämpfen, die wohl von der Erhöhung kommen. Im Bezug auf meine Ängste/Panikattacken merke ich allerdings weder eine Verbesserung noch Verschlechterung. Da werd ich wohl auch noch 2-3 Wochen warten müssen.

Generell würde es mich auch interessieren, ob es euch allgemein gegen Panikattacken hilft.

Falls es bei euch nicht ausreichend war, habt ihr noch zusätzlich etwas anderes bekommen oder wurdet komplett auf etwas umgestellt was besser wirkt? Tavor ist ja nur eine Notlösung.

Liebe Grüße

juanmichell

16.06.2021 23:31 • 20.06.2021 #1


17 Antworten ↓


Maxo
Ich kenne dieses Problem auch unter Venlafaxin. Ängste / Panik zu entwickeln. Das muss wohl am Noradrenalin liegen. Ich möchte es eigentlich daher auch absetzen und am liebsten auf Escitalopram wechseln, aber habe schon versucht es zu reduzieren. Wenn ich auf 75 mg reduziere ist komplett mein Antrieb weg und ich mache garnichts mehr. Also wieder Depression.

Daher: Kombinationstherapie lautet auch meine Devise! 25 mg Quetiapin nachmittags / abends sind im Moment sehr hilfreich für mich.

17.06.2021 05:07 • #2



Venlafaxin Panikstörung

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Normalerweise kann man direkt wechseln ohne vorher abzusetzen. Habe bisher immer von heute auf morgen gewechselt. Da ja beides SSRI bzw SNRI sind kannst direkt auf Escitalopram wechseln. Besprich das am Besten mit deinem Arzt. Meiner Erfahrung nach wirkt Escitalopram aber kaum antriebssteigernd, da is Venlafaxin schon deutlich besser.

17.06.2021 17:53 • #3


Maxo
Ja die Befürchtung habe ich auch schon gehegt das dann auch wieder kein Antrieb da ist. Ich glaube wohl auch beim Venla zu bleiben, da bei mir wirklich die Antriebslosigkeit ein großes Problem war, die ich ja seitdem überwinden kann. Aber danke für den Tipp das man auch direkt wechseln kann. 225 mg habe ich auch schon eine Weile genommen, da ist man aber dann sehr abgeschottet und in seiner eigenen Welt. Weiß nicht ob du das möchtest

17.06.2021 19:24 • #4


Half es dir mehr bei deinen Ängsten, also die 225? Wie sahs bei Panikattacken aus oder hast du solche nicht? Ich nehm alles in Kauf, alles besser als Panikattacken. Mit Angst kann ich umgehen, aber Panik raubt mir den letzten Nerv.

17.06.2021 19:31 • #5


Maxo
Oh also Panik habe ich noch nie verspürt, bzw. weiß ich nicht wie sich so ein Zustand äußert?
Also du kannst das wirklich mal probieren mit den 225 mg, die ersten 5 Tage geht es einem schlechter sagte mir meine Psychiaterin, weil sich wieder alles neu einstellen muss "da oben", mir ging es mit den 225 aber nicht so toll weil ich dann von allem und jedem meine Ruhe haben wollte. Mir alles zu anstrengend war. Ich glaube bei Panik hilft wirklich eher ein Beruhigungsmittel. Was dämpfendes. Was deine Nerven beruhigt. Nun weiß ich nicht wie dein Alltag aussieht und in wieweit du leistungsfähig sein musst, da die Beruhigungsmittel ja eben auch schlapp und müde machen.

17.06.2021 20:03 • #6


SweetButPsycho1
Hallo zusammen!

Also bei mir war es umgekehrt. Hatte 12,5 Jahre lang Citalopram genommen bis ich im Dezember letzten Jahres einen krassen Rückfall hatte. Panik, starke Depression.

Trotz hochdosieren kam nicht mehr die gewünschte Wirkung auf und ich habe innerhalb einer Woche von 40 mg Citalopram auf 150 mg Venlafaxin retard gewechselt.

Bisher läuft es gut

17.06.2021 20:24 • #7


Maxo
Habe ich oft gelesen das SSRI irgendwann nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielen. Bei mir war es damals mit Sertralin so. War dann nach einem Jahr Einnahme trotzdem wieder müde und antriebslos. Daher Umstellung auf Venlafaxin 150 retard. Antrieb seither top, jedoch abends Gedankenkreise. Daher eine Minidosis Quetiapin am Abend und mir geht's prima. Das wäre vielleicht die passende Alternative für dich Juan? Weil du Befürchtungen hast wegen dem Tavor?

17.06.2021 20:36 • #8


SweetButPsycho1
Zitat von Maxo:
Habe ich oft gelesen das SSRI irgendwann nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielen. Bei mir war es damals mit Sertralin so. War dann nach einem ...

Da gebe ich dir Recht, alles ist besser als ein Benzo!

Vielleicht ist ja Mirtazapin in einer Minidosis, also 7,5 mg auch nicht verkehrt?

17.06.2021 20:39 • #9


Bekomme Abends schon Olanzapin 10mg und Dominal 80mg. Der beruhigende, müdemachende Effekt triggert meine Panik aber eher, da ich mich dann "wehrlos" fühle. Quetiapin hab ich all die Jahre bekommen, wurde aber durch oben genannte Medikation ersetzt, weil ich scheinbar eine Psychose hatte (da wurden die Panikattacken wohl eher mit Wahn verwechselt, da eine Psychose ja dauerhaft ist und nicht nur sporadisch am Tag auftritt).

Nächste Woche hab ich wieder nen Termin beim Psychiater, da werd ivh das ansprechen, da ich auch vom schlafen her mit Quetiapin zufriedener war.

Sweet was hat dir geholfen in einer Panikattacke? Oder hast du generelle Panik gehabt, also starke Ängste dauerhaft?

17.06.2021 20:50 • #10


SweetButPsycho1
Zitat von juanmichell:
Bekomme Abends schon Olanzapin 10mg und Dominal 80mg. Der beruhigende, müdemachende Effekt triggert meine Panik aber eher, da ich mich dann ...

Ich habe seit 19 Jahren eine generalisierte Angst- und Panikstörung mit depressiven Schüben.

in den ersten Jahren habe ich keine Medikamente genommen, weil ich nicht wusste was ich habe, das hab ich erst später in Erfahrung gebracht.

Ich hatte 2008 mit Citalopram begonnen. Im Durchschnitt haben 20 bis 30 mg gereicht, eben bis letzten Dezember. Um die Zeit zu überbrücken bis ich den Termin bei der Psychiaterin hatte, habe ich vom Hausarzt Mirtazapin bekommen

17.06.2021 21:16 • #11


OBIKO
Wo gegen hast Du eine Panikstörung ? Tavor ist keine Lösung.

17.06.2021 21:20 • #12


Zitat von SweetButPsycho1:
Ich habe seit 19 Jahren eine generalisierte Angst- und Panikstörung mit depressiven Schüben. in den ersten Jahren habe ich keine Medikamente ...


Hat das dir geholfen in Bezug auf die Panikattacken? Dann muss ich mich wohl bis Mittwoch noch mit Tavor durchboxen, da nehm ichs dann 2 Wochen was wohl noch im Rahmen ist.

Ich gehe halt Anfang Juli auf Therapie und muss dazu frei von Tavor sein und zwar davor schon. Wäre einiges einfacher wenn ich dort entgiften würde und nicht daheim wo ich jeder Zeit Tavor griffbereit hab.

Zitat von OBIKO:
Wo gegen hast Du eine Panikstörung ? Tavor ist keine Lösung.


Bei mir hat das keinen direkten Auslöser. Ich hab Angst abends Panikattacken zu bekommen, werd ab 20 Uhr zunehmend ängstlicher und irgendwann gegen 22-23 wenn ich mich langsam schlafen leg schlägts in Panik um und ich krieg eine Panikattacke. Ich bin also im Angst vor der Angst Teufelskreis gefangen und schaffs nicht den zu durchbrechen. Meine erste Panikattacke kam durch Canna. Konsum, den hab ich aber schon seit 3 Monaten eingestellt aber die Panik ist geblieben. Bis letzte Woche bliebs auch bei Angst vor der Angst, aber seitdem gehts weiter zu den Panikattacken.

17.06.2021 21:28 • #13


OBIKO
Bei mir ist es ähnlich ich bekomme wenn ich eine Attacke bekomme diese meistens eher am Abend , schwer zu sagen woran es liegt , ich vermute es gibt ein Zusammenhang mit Reizüberflutung die auch durch Monitore TV, Handy ...verursacht werden können
.

17.06.2021 21:35 • #14


SweetButPsycho1
@juanmichell

Sowohl Citalopram, als auch Mirtazapin haben bei mir gut gewirkt.
Wie gesagt bis Dezember letzten Jahres war ich mit Cita Panik frei.

Jetzt wirkt seit 18.05. das Venlafaxin , ich habe momentan keinerlei Panikattacken

17.06.2021 21:41 • x 1 #15


Zitat von OBIKO:
Bei mir ist es ähnlich ich bekomme wenn ich eine Attacke bekomme diese meistens eher am Abend , schwer zu sagen woran es liegt , ich vermute es gibt ...


Denke auch, dass das dazu beiträgt, allerdings fängts bei mir heute auch wieder an obwohl ich seit Mittags draussen im Freien bin. Vermute auch, dass ich Angst vor der Dunkelheit hab, aber eher weils da immer anfängt und nicht die Dunkelheit direkt.

Zitat von SweetButPsycho1:
@juanmichell Sowohl Citalopram, als auch Mirtazapin haben bei mir gut gewirkt. Wie gesagt bis Dezember letzten Jahres war ich mit Cita Panik frei. ...


Okay, dann werd ich mal Mirtazapin ansprechen ob das eine Möglichkeit wäre, das soll ja au zum schlafen helfen. Hast du damit zugenommen? Hab von vielen gehört, dass sie da zugenommen haben.

17.06.2021 21:50 • #16


SweetButPsycho1
Zitat von juanmichell:
Denke auch, dass das dazu beiträgt, allerdings fängts bei mir heute auch wieder an obwohl ich seit Mittags draussen im Freien bin. Vermute auch, ...

Ja, Mirtazapin macht definitiv Hunger!

Mit etwas Disziplin waren die kilos aber schnell wieder weg und das Gewicht gehalten.

Generell habe ich in den letzten Jahren, seit ich Antidepressiva nehme, einige Kilo mehr auf den Rippen, aber das ist mir lieber als permanent Panikattacken zu haben

17.06.2021 22:05 • #17

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Maxo
Aber Juan du kannst dich gerne mal wieder melden in ein paar Wochen, mihh würde sehr interessieren wie du mit der Dosierung 225 mg Venlafaxin zurecht kommst, wie du dich fühlst und ob es das Passende für dich ist! Würde mich sehr interessieren, ich hatte damals 150 mg retardiert plus 75 mg unretardiertes Venlafaxin. Vielleicht lag das ja auch nur an dem unretardierten das ich das so schlecht vertragen habe? Oder wer auch immer sich damit auskennt kann mir gern schreiben, würde mich sehr freuen.

Liebe Grüße

20.06.2021 20:37 • #18



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Dr. med. Andreas Schöpf