Zitat von GastB:Wenn du so uneingeschränkt an die Therapie durch finden der "Ursachen" glaubst, dann glaubst du ja anscheinend, man könne die Folgen fehlender Mutterliebe = schwerer emotionaler und körperlicher Vernachlässigung auch wegtherapieren. Oder?
WIE kommst Du bitte auf eine solche Annahme?
Eigentlich erübrigt sich eine weitere Eröterung der Annahme, aber dennoch:
Was ist überhaupt "wegtherapieren"?
Das etwaige "schlechte" Gefühle nicht mehr hochkommen?
Und nochmal, ich wiederhole mich, wird das ursächliche Trauma nicht "angegangen", werden die Symptome (z.B. Angst) bleiben.
Ich habe, egal welche Therapieform auch immer, Therapien NICHT so kennengelernt, als könne man überhaupt etwas "wegtherapieren" was vorher an Gefühlen, Verhalten oder Bedürfnissen da war.
Was aber geht ist, sich schneller wieder in das emotionale Gleichgewicht bringen, alte Verhaltensmuster (die früher notwendig waren) zu erkennen und zu begreifen, dass diese in der heutigen Zeit ggf. nicht mehr notwendig sind.
Ich bleibe bei Deinem Beispiel der fehlenden Mutterliebe. An die Gefühle von damals, die sozusagen während der fehlenden Mutterliebe aufkamen, sind die heutigen Symptome gekoppelt. Es muss also eine somatische Entkopplung stattfinden, so dass man z.B. nicht mehr mit Angst, Depressionen, Schmerzen usw. reagiert, sobald das "alte" Gefühl in der heutigen Zeit auftritt.
Genau diese "Entkopplung" ist Bestandteil einer Traumatherapie.
Die Therapie hat definitiv NICHT den Arbeitspunkt: "Altes auszulöschen oder wegzumachen".
Sie hat aber sehr wohl den Arbeitspunkt, die Tatsache der fehlenden Mutterliebe zu betrauern, was offenbar noch (?) nicht stattgefunden hat. Wenn man das kann (einige Zeit ist dafür nötig) schaut die "große" fennek von heute, auf die "kleine" fennek von damals. Dieser Prozess der Trauer, führt u.a. zur Entkopplung der Gefühle, weil man sich dann davon emotional "verabschieden" und Frieden schliessen kann mit den Beteiligten Menschen (z.B. der Mutter). In der Folge führt das wiederum zu einer Symptomfreiheit. Wohlgemerkt fehlen in der geschilderten Abfolge einige Schritte, aber ich denke, es macht denn Sinn klar, warum es, wenn ein Trauma besteht, so wichtig ist, dieses zu bearbeiten.